Worauf wir uns alle einigen können

Frank, 10. May 2008

Populismus hat einen Namen.

Die Linke

Dieser, man will sie ja kaum so nennen, Partei ist in ihrem Welteroberungskalkül kein rhetorisches Manöver zu ruchlos, um der Vox Populi, den Stammtischen der Republik, nach dem geruchlich auf die preisgünstigste Biermarke am Orte gemahnenden Maule zu reden: Hartz IV sei unsozial, die Bundeswehr habe im Ausland nichts zu suchen, der grassierende “Turbokapitalismus” schwerwiegende Folgen für die unpriveligierte Mehrheit, Skepsis gegenüber der Machtverschiebungen im Rahmen der EU-Reformen sei angebracht. Sie bildet in ihrer revoluzzerhaften Dauerverneinung des Bewährten und / oder Guten einen unangenehmen Kontrast zu der an Pragmatismus, Sachlichkeit und Lösungsfindung orientierten Politik, die die anderen Fraktionen in den Parlamenten der Republik praktizieren. Ganz klar: Die Linke strebt einen Systemwechsel an, und sei es nur einer im Denken. Daher gehört sie in die selbe Kategorie wie die NPD eingeordnet, vom Verfassungsschutz beobachtet, bestenfalls gleich ganz verboten.

Das beste Argument gegen sie freilich ist ihre Vergangenheit, von der sich die Postkommunisten nie ganz distanziert haben. Die lose Vereinigung aus obskuren Gruppierungen wie Trotzkisten, Sozialschmarotzern, DDR-Nostalgikern und Ex-Sozialdemokraten lässt gerne unerwähnt, dass sie früher Linkspartei hieß. Die wiederum die Nachfolge der PDS antrat. Die wiederum in direkter Linie aus der DDR-Einheitspartei SED hervorging. Welche, wie wir alle wissen, Josef Stalin persönlich aus sich selbst gebar. Und so etwas regiert die Stadt Berlin! Anstatt dass sie sich hinsichtlich ideologischer Säuberungsmaßnahmen an der konsequenten Entnazifizierung in der CDU ein Beispiel nimmt oder zumindest das pseudodemokratische Mimikry aufgibt und so zu ihrer ureigenen gedanklichen Linie des Bolschewismus steht wie die SPD zur Sozialdemokratie, gibt man sich jung, modern und chic; lockt auf diese Art Unmengen an jugendlichem Wahlpotential ins planwirtschaftliche Verderben; korrumpiert die Koalitionsbildung wie jüngst in Hessen. Jugend, wollt ihr denn nicht verstehen, dass ihr es hier mit der Ex-Ex-Ex-SED zu tun habt? Wählt sie nicht, die tumben Populisten.

Falls Sie selbst Politiker sind und in die unangenehme Lage kommen, dass die Linkspartei einer ihrer Forderungen zustimmt, müssen sie in den sauren Apfel beißen und sich notfalls von sich selbst distanzieren. Die Linke und ihre sogenannte Politik sollten in jedem Fall eine No-Go-Area sein. Keinen Fußbreit den Kommunisten!

Als beispielhaft erschütterndes Dokument des linksparteilichen Manipulationsapparats sei hier nur auf eine Rede des, übrigens notorisch populistischen, Parteichefs Oskar Lafontaine verwiesen. Bitte behalten sie dabei im Hinterkopf, dass es manipulatives Gedankengift ist, das der, in der SPD mit Recht nur noch “Verräter” genannte, Saarländer hier absondert.

Sollte hier eine spontane politische Desorientierung erfolgen, hat das Blog “CSU gewinnt” die passende kalte Dusche parat.

Meine Bitte an dieser Stelle: Werden sie in Gesprächen, in Zeitungsartikeln, in Blogeinträgen nicht müde, vor der Gefahr zu warnen, die von der Linken ausgeht. Denn sie ist gefährlich. Weisen sie stets darauf hin, dass es sich hier um Kommunisten handelt, die Derivate eines unmenschlichen Systems, die Ex-SED, sozialverträumte Linkspopulisten. Hüten sie sich bei genauerer Betrachtung der Linken, die gleichen Maßstäbe wie bei anderen Parteien anzuwenden, denn sie ist keine gewöhnliche Partei. Interne Meinungsverschiedenheiten sind stets als “Zerreißprobe” zu werten, Krtitik an der Regierungspolitik als “Querulantentum”, Wahlkampf ist “eiskaltes Machtstreben”, ihre Vorschläge zur Modifizierung der Sozialsysteme sind grundsätzlich “unfinanzierbar”, sowieso ist alles was von ihnen kommt als “purer”, respektive “blanker Populismus” zu werten.

Ein schönes Beispiel hierfür stellt ein Beitrag im Blog “coffeeandtv” dar. Auch in einer vergleichsweise harmlosen Schallplattenrezension kann, gut verpackt, eine aufklärerische Botschaft in unserem Sinne übermittelt werden:

Von der Produktion her der spannendste Song der Platte, textlich zwischen den Extremen mit einigen tollen Zeilen und dann mit einem Slogan, den die Linkspartei vermutlich schon zum ersten Mai geklaut hat: “Für die einen sind es Menschen mit Augen, Mund, Ohren / Für die anderen Kostenfaktoren”. Sozialkritik gut und schön, aber der Satz geht mir echt zu weit.

Sehr gut, richtig so. Wir, die politisch gebildeten Staatsbürger, müssen endlich die Köpfe der Masse zurückerobern. Lesen sie Spiegel, FAZ und Welt, da bleiben sie unabhängig und überparteilich über die Machenschaften der Roten informiert.

Weg mit der populistischen Sozialanbiederung an den Mann von der Straße! Weg mit den leeren Slogans! Das Volk sind wir!

20 Kommentare

  1. diaet sagte am 10. May 2008 um 12:04 Uhr:

    Vollste Zustimmung, Genosse!

    Äh… Moment.

  2. Niko sagte am 10. May 2008 um 13:30 Uhr:

    Die Partei hat immer Recht!

  3. Duckhome sagte am 11. May 2008 um 10:25 Uhr:

    Aufgelesen: 8…

    Worauf wir uns alle einigen können

    Populismus hat einen Namen. Die Linke.

    Marianne Antonsen

    Sie ist eine dunkelhaarige, zierlich wirkende junge Frau, eine typische Norwegerin halt. In ihrer Heimat ist sie sowohl als Sängerin a…

  4. Björn Grau sagte am 11. May 2008 um 10:48 Uhr:

    Und ich war beinahe in Versuchung geraten, solche Spinner ernst zu nehmen.

  5. Besitzstandswahrer sagte am 11. May 2008 um 11:42 Uhr:

    Sehr traurig, aber sehr gut geschrieben.

  6. Henry sagte am 11. May 2008 um 13:59 Uhr:

    Ok. Bis auf das ständige Herumreiten auf der SED-Vergangenheit und die Verlinkung in ein CSU-(ich wiederhole es gerne: CSU)-Blog wurde die Thematik um den Populismus der Partei die Linke sehr gut dargestellt. Allerdings, fehlen mir persönlich die harten Fakten, die die Anschuldigungen (Aufbau einer Sozialismusdiktatur, Videobeispiel erschütternd?, pseudodemokratisch) vollständig untermauern. Und nein, das CSU-Anti-Linke-Pathos-Video, mit fahrender Kamera über DDR-Bilder, ist mir dann doch eher nur ein simples Zusammengeschnipsel, das aus dem Kontext gerissen wurde und nicht mehr nachvollziehbar ist.

  7. Thogo sagte am 12. May 2008 um 00:52 Uhr:

    Gähn – nix neues. Das ewige sinnlose Kampfgetöse von Linken, Rechten, Mittigen und anderen überflüssigen Möchtegernrechtbehaltern.

    Mich überkommt mittlerweile bei dem ganzen Politik-Gewäsch nur noch Übelkeit.

    Dabei ist doch schon alles gesagt. Ein Herr Nietzsche hatt es schon vor längerer Zeit erschöpfend dargelegt:

    > gutenberg.spiegel.de...f8dcals3011#gb_found

    […]
    Staat nenne ich’s, wo Alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo Alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord Aller – »das Leben« heisst.

    Seht mir doch diese Überflüssigen! Sie stehlen sich die Werke der Erfinder und die Schätze der Weisen: Bildung nennen sie ihren Diebstahl – und Alles wird ihnen zu Krankheit und Ungemach!
    […]

  8. Frank sagte am 12. May 2008 um 11:44 Uhr:

    @Thogo:

    Oho, ein Nihilist. Darf ich fragen, warum du hier überhaupt einen Kommentar hinterlässt, wenn dir das Thema eh am Allerwertesten vorbeigeht? Aber Namedropping mit Nietzsche ist ja nie fehl am Platz, gell?

  9. Thogo sagte am 12. May 2008 um 15:50 Uhr:

    @Frank
    Och, warum sollte ich etwas neu formulieren was ich nicht treffender beschreiben könnte?

    Zurück zum Thema: Links-Rechts-Mitte Lagerdenken ist für mich halt nur geistige Faulheit. Aber Euch in Lagern denkenden hat nun der gütige Gott der Logik ein linderndes Mittel gegeben, den Irrtum:

    Der Irrtum ist Euer Glaube das alle „Unordnung“ das Werk der „Kapitalisten“ beziehungsweise der „68iger“ oder meinetwegen auch der „Nihilisten“ ist und das alles reparabel ist mit dem richtigen Stimmzettel (gewürzt mit etwas Propaganda und/oder geldschwerer Koffer).

    Daher geht es mich dann doch etwas an – denn die Auswirkungen von diesem Irrtum beeinträchtigen mich in meinem täglichen Leben in dem ich, und das unterscheidet mich dann von einem reinen Nihilisten, einen Sinn selber zu schaffen suche.

  10. Frank sagte am 12. May 2008 um 17:23 Uhr:

    Hallo Thogo,
    Möglicherweise fehlt dir einfach die Antenne für Ironie, aber das Thema obigen Beitrags ist die eingeengte, unsachliche, von Lagerdenken bestimmte und im Symbolischen verharrende Darstellung von Positionen der Linksfraktion in den Medien und durch gegnerische Politiker. Also genau das, was dich auch anficht. Bloß geht mir die rechthaberische Art mit der sich deine Kommentare hier ausbreiten, auf den Sack. Schön für dich, dass du Nietzsche zitieren kannst, aber sich darauf derart einen abzumasturbieren und dann auch noch ausgerechnet auf eine Spiegel-Seite zu verweisen, wirkt – mit Verlaub – ziemlich abgefuckt. Smug Alert hoch siebzehn, mein Bester.
    Dass du dich fühlst, als hättest du vom Baum der Erkenntnis gekostet wegen des recht einleuchtenden Gedankens, dass die bipolare Einteilung politischer Richtungen in Rechts und Links ziemlich zweidimensional ist und der Komplexität legislativer Realität kaum Rechnung trägt, sei dir gegönnt. Ich war ja auch mal 16 und kann es noch ganz gut nachvollziehen, wie es ist, solche Profanitäten, die man als Weisheit identifiziert zu haben glaubt, löffelweise in sich reinzuschieben, bevor man sie kübelweise über andere ausschwallt. Aber nerv doch bitte deine Klassenkameraden damit und nicht mich.
    Danke.

  11. Thogo sagte am 12. May 2008 um 19:18 Uhr:

    Bitte 🙂

    Und wo genau ist jetzt der Unterschied Deiner Reaktion auf meine Darstellungen von profanen Erkenntnissen (bewusst penälerhaft vorgetragen – der Spaß sei mir vergönnt gewesen), verglichen mit dem Thema (eingeengtes, unsachliches… Verhalten von Politikern) des obigen Beitrags?

    Klar kann und soll man sich darüber lustig machen – aber bitte ohne dann in dieselben Muster zu verfallen.

  12. asdrubael sagte am 13. May 2008 um 10:35 Uhr:

    Klasse Satire der Artikel. Meine Lieblingsstelle ist ja die hier:
    > Lesen sie Spiegel, FAZ und Welt, da bleiben sie
    > unabhängig und überparteilich über die
    > Machenschaften der Roten informiert.

    Muhaha

  13. Niko sagte am 13. May 2008 um 15:34 Uhr:

    Wäre “die bipolare Einteilung politischer Richtungen in Rechts und Links” nicht eindimensional statt zweidimensional?
    Außerdem bin ich auch grade 16 🙁

    Aber egal. Was ich Thogo eigentlich fragen wollte war, wodrin denn überhaupt die Ähnlichkeit von “[Franks] Reaktion auf [Thogos] Darstellungen von profanen Erkenntnissen” und dem “Thema … des obigen Beitrags” liegt?

  14. HUNDEPOPEL sagte am 14. May 2008 um 00:34 Uhr:

    Gysi ist ein POPU-LIST,

    Lafontaine ist ein POPE-LIST.

    POPU und POPE lieben sich innig, irgendwann
    werden sie sich in der Umarmung zerquetschen !

    Vorwärts zur Sonne,zur Freiheit !

  15. Frank sagte am 14. May 2008 um 18:07 Uhr:

    @HUNDEPOPEL:

    Der Verfasser dieses Kommentars hingegen ist ein “Ich habe nichts zu sagen, weiß aber nicht, wie ich es ausdrücken soll”-LIST, dem liebevolle Umarmungen möglicherweise komplett fehlen.

    Aber trotzdem: Susanne zur Freiheit, schön dass ihr dabei seid.

  16. HUNDEPOPEL sagte am 14. May 2008 um 22:00 Uhr:

    Bin Boxer ! Da hat man manchmal Gegner, die
    “klammern”.

    Weil ich das nicht brauche, sind die in Runde 1
    ko.

    Die Börse verschenk ich dann an Angsthasen !

    Äh,hab ich da auch ein Problem ?

    Wenn gewünscht,folgt auch hier Erklärung !

    gruß

  17. Frank sagte am 14. May 2008 um 22:20 Uhr:

    @HUNDEPOPEL:

    Bitte erklär dich, mein Bester. Ich bin gespannt.

  18. .markus sagte am 14. May 2008 um 22:36 Uhr:

    …Ich war da mal(s) in einem Filmer-Forum unterwegs. Da gab es einen, der hatte auch diesen poetischen Ein-Satz-Stil drauf… Sehr interessante Leute in einer Diskussion, da redet man nicht aneinander, sondern nebeneinander vorbei.

  19. Boff sagte am 26. May 2008 um 14:22 Uhr:

    Die SED-Vergangenheit der Linken wird immer wieder als Argument gegen die Partei benutzt und das finde ich langsam nur noch nervtötend bzw. Schwachsinn. Genauso, wie ich weder von einem Verbot der Linken, noch der NPD etwas halte. Verbietet man solche rechts- oder linksextremen Parteien, erfahren sie nur verstärkt Unterstützung.

    Die meisten anderen Argumente finde ich schwach begründet. Wieso soll man die Linke nicht wählen, wenn man mit der derzeitigen Regierung ein Problem hat und auch mit keiner der anderen Parteien übereinstimmt? Für mich ist sie keineswegs auf dem Niveau der NPD und darf deshalb ohne weiteres aus Protest gewählt werden.

    Soviel dazu von mir, aber das ist nur die Meinung eines einfachen Schülers ohne Ahnung 🙂

  20. sm sagte am 12. June 2008 um 15:48 Uhr:

    der mann in dem video sagt, dass es armut in deutschland gibt. übler populismus!

Und was meinst Du?

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