Werbeschmutz statt Umweltschutz

ovit, 21. March 2007

Tatort: Berlin Oberbaumbrücke.

Berlin bei Nacht hat was. Die Oberbaumbrücke bietet einen fantastischen Blick über die Stadt, mit dem Abend und der hereinbrechenden Nacht knipsen die Menschen in ihren Wohnungen die Lichter an und alles ergibt eine wunderbare Kulisse für den Spaziergang. Jedoch hat dieses Lichtermeer auch etwas verschwenderisches. Eine wahnsinnige Lichtglocke steht über der Stadt.

Die Eigenwerbung des Universal Gebäudes ist bekannt. Die müssen es ja haben, denkt man sich. Und dann am Ende der Brücke eine Litfaßsäule, die natürlich die gesamte Nacht beleuchtet ist, aber das reicht ja heutzutage auch kaum noch. Das menschliche Auge ist so an die Werbung gewöhnt, dass es sie kaum noch wahrnimmt. Also packt man einen riesigen Halogenstrahler oben drauf, der dann die ganze Nacht über ein gleißenden Lichtstrahl in den Himmel schickt. Und 20 Meter weiter die nächste beleuchtete Werbetafel und so gestaltet sich das gesamte zu sehende Bild. Und am Horizont die riesige iPod Werbung am Eckhaus Wahrschauer Straße. Stilvoll in Szene gesetzt mit einer großen Menge Scheinwerfer. Kostet ja nicht so viel, der Strom, und gerade eine Firma wie Apple hat es ja, aber moment, Strom kostet ja nicht nur Geld, sondern verschmutzt ja auch noch die Umwelt!

Gott sei Dank reden wir darüber, die Glühbirnen endlich zu verbieten. Da werde ich mir heute direkt mal einen großen Schwung Energiesparlampen kaufen. Damit genug Strom übrig bleibt für die unzählbare beleuchtete Werbung des Nachts. Vielleicht sollten wir uns fragen wo denn Umweltschutz anfängt und vielleicht sollten wir die Rechnung, was Werbung Nachts einbringt und welche Kosten und Folgen das alles hat, nicht aufstellen, sondern so etwas schlichtweg verbieten. Es wäre ein Anfang. Und ich drehe mir dann auch bestimmt bald mal ein paar Energiesparlampen rein.

2 Kommentare

  1. uli sagte am 21. March 2007 um 14:43 Uhr:

    Aber immer dran denken: “Kaputte Glühbirnen nicht wegwerfen!”

  2. maloXP sagte am 22. March 2007 um 04:53 Uhr:

    Hey ovit. Ja, da bin ich ganz deiner Meinung. Verachtenswert, diese kosmopolitohysterische Selbstversicherung in Form von Lichtdekadenz, die da über Berlin seit der unseligen Milleniumsfeier hereingebrochen ist. Diese Bahnhofseinweihung auch! Zum Kotzen. Ist doch immer das Gleiche mit denen, die sich als Vorbilder aufspielen. Wasser predigen, Wein saufen. Wenn ich an all die Politiker denke, die gerade in ihren wichtigen Funktionen per Privatjet von Klimakonferenz zu Klimakonferenz jetten, wird mir übel.

    Übrigens, wusstet ihr, dass es im Grunde kaum einen Einfluss auf die Agrarindustrie hat, wenn man Bio- oder Freilandeier kauft? Der überwiegende Teil der Produktion sind weiterhin Eier aus Legebatterien, die für… (tusch)

    die Nudelproduktion benötigt werden! Was nicht heißen soll, das man nicht was für’s Gewissen tun sollte und kann. Also insgesamt jetzt… Es bringt halt nur fast nüscht. 🙁

Und was meinst Du?

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