Trolleyfahrerarsch, TRAG DAS DING!

ovit, 23. February 2009

Trolleyfahrerarsch
Symbolbild von Trolleyfahrer auf ruhigem Untergrund by supatexta (cc)

Eine neue Lärmbelästigung ganz besonderer Güte hat Einzug in hiesige Landstriche erhalten. An der Kante einer jeden Gehwegplatte dröhnt es, auf dem Kopfsteinpflaster erst recht. Oft tauchen diese Unmenschen auch noch in kleinen Gruppen auf und der Geräuschpegel wächst expontiell und treibt einen schier in den Wahnsinn. RATRATRATRATRATRATRATRAT. Lieber Leute mit diesen verkackten Trolleys, tragt euren Scheißkoffer, wie ihr es schon immer gemacht habt! Diese Trolleys sind weder hübsch, noch lässig, noch bequem, sondern eine reine Qual. Eine Tortur. Eine Belästigung für eure Mitmenschen. RATRATRATRATRATRATRATRATRAT. Es ist eine Lärmhölle, das Ding verdreckt eh nur, so dicht über dem Boden. Es gibt nämlich Menschen, die können sich sonst nicht entspannen, wenn sie sich in eurer Umgebung befinden, weil ihr mit eurem beschissenen Ding die ganze Umwelt verpestet mit sinnlosem und vor allem viel zu lauten Krach. Es gibt eben nicht überall Beton, sondern Oberflächenbeschaffenheiten, die nicht zwingend ebend sind. Und von alleine sind die Oberflächen gar nicht laut, nur wenn sie mit eurer verschissenen Bequemlichkeit in Kontakt kommen.

Anekdote: Als vor mir vor kurzem ein Trolleyfahrer zur Selbstorientierung nach der Überquerung einer Kopfsteinpflasterstraße stehen blieb, da herrschte plötzlich himmlische Ruhe um einen herum und gleich auch in einem selbst. Ein Moment des reinen Glücks, der mich laut aufschreien lies, wie wunderbar ruhig es plötzlich sei. In Zukunft werde ich Trolleyfahrer vor mir bitten, ihre Scheiße, die sie hinter sich herziehen, aufzuheben. Damit keinem von uns beiden etwas schlimmes passiert. Wehrt euch gegen diese rücksichtslosen faschistischen Schweine! Brennt alle Trolleys nieder! Gegen die imperialistische Bequemlichkeit!

11 Kommentare

  1. jeo sagte am 23. February 2009 um 19:57 Uhr:

    Weisst Du, wenn ich einen netten Job hätte, bei dem ich jeden Tag meinen empfindlichen Hintern in einem bequemen Stuhl festsitzen würde und dann abends wieder in mein trautes Heim zu Frau, Kindern und Hund gehen würde – vermutlich wäre ich auch so toleranz- und verständnisbeschränkt und würde gelangweilte Verrisse im Internet veröffentlichen.

    Leider gehöre ich zu den Menschen, die, um ihren Computer und ihren Internetzugang zu verdienen jede Woche weit, weit hinaus in die Fremde fahren, damit Menschen wie Du weiterhin alles ruhig und entspannt im Internet bestellen können. Und das ist auch der Grund, warum ich Dich auch in Zukunft gerne jäh für einen kurzen Moment aus Deiner Vorstadt-Idylle reissen werde – um Dich daran zu erinnern, dass es Menschen gibt, deren Kleiderschrank oben einen ausziehbaren Griff und unten zwei Räder hat, deren Wohnzimmer vier Reifen hat und im Jahr um die 50.000 km macht. Möglicherweise hat sogar mein rücksichtsloser Trolly mehr Kilometer im Jahr als Deine ökologisch korrekten und schallgedämpften Birk****ock-Sandalen.

    Aber um etwas Kompromissbereitschaft zu zeigen: wenn Du mir eine Postadresse mitteilst, bin ich gerne bereit, Deine Pein durch die Zusendung von zwei Gehörschutzstöpseln, die Du bei Bedarf einführen kannst, zu lindern.

  2. Frank sagte am 23. February 2009 um 20:50 Uhr:

    Derzeit ist es rollsplitinduziert noch schlimmer. RATRATKRRKRATRATKRRKRATRATKRRK. Und ich wohne in unmittelbarer Nähe zweier Youth Hostels. Tolle Wurst. Ich wette, es war Hitler persönlich, der den Koffertrolley erfunden hat.

  3. ovit sagte am 23. February 2009 um 20:53 Uhr:

    ich habe nur ein youthhostel zu bieten! verdammt.

  4. ovit sagte am 23. February 2009 um 21:52 Uhr:

    hallo jeo, ich bin froh, dass ich einen eintrag schreiben konnte, auf den du scheinbar schon lange gewartet hast. vorab vielen dank, dass du unsere gesellschaft mit deinem einsatz am laufen hälst.
    wenn dein kleiderschrank 2 räder hat und dein wohnzimmer 4, dann stelle doch einfach dein wohnzimmer direkt vor deine haustür und dann schwupp, sind die 2 räder schon in den 4 rädern verstaut. und dann fährst du schön mit deiner ölschleuder durch die lande und ich rege mich auch nicht über die lärm- und umweltbeschmutzung auf. oder kommst du auf so viele kilometer mit deinem trolley, weil du in wahrheit auf ihm sitzt? und das auto im koffer? das drängt sich mir gerade bisschen auf.

    und im internet irgendwelche fremden leute, die man gar nicht kennt, ganz gezielt zu beschimpfen, lässt nicht auf viel toleranz und verständnis schließen. mein eintrag wollte weder dich persönlich angreifen, noch bin ich schuld, dass du scheinbar sehr viel frust in dir hast. außerdem “würdest” du nicht nur gelangweilte verrisse ins internet schreiben, sondern du tust es bereits. hier mal ein beweis.

    ansonsten muss man auch mal einen spaß verstehen, ironie erkennen, distanz bewahren, und wenn man seinen koffer mal über eine straße trägt, wird man davon nicht gleich sterben. außerdem treffen alle deine vorurteile leider bei mir nicht zu, daher fühle ich mich nicht, so wie du zum beispiel, so sehr getroffen.

    erfolgreiche woche!

  5. Najima sagte am 26. February 2009 um 22:06 Uhr:

    FULLACK!
    Ich wohne neben einem Flughafen und kann wegen dem ganzen Trolleylärm nachts kein Auge zutun.

  6. Simon sagte am 26. February 2009 um 22:35 Uhr:

    Anekdote: Erst gestern sah ich am Bahnhof einen sehr Betrunkenen, der seinen Trolley nicht RATRATRATRATRATRATRATRAT-mäßig hinter sich herzog, sondern ihn SCHSCHSCHSCHSCHSCH-mäßig seitlich quer über den Boden schleifte. Respekt!

  7. .markus sagte am 27. February 2009 um 11:42 Uhr:

    Ich wohne ja in Spuckweite zum Busbahnhof (teilweise gepflastert) was dann übrigens so klingt:

    RATRATRATRATRATRATRATRATRAT-TRRRTRRRTRRRTRRRTRRRTRR-RATRATRATRATRATRATRATRATRAT……

  8. jeo sagte am 27. February 2009 um 12:36 Uhr:

    Je nach Untergrund können sich da ja wahre Rythmen ergeben. Große Fliesen, versetzt gelegt, mit passenden Zwischenstreifen: RAKKK!TRAKATRAKATRAKATRAKKK!TRAKATRAKATRAKATRAKKK!TRA…
    beziehungsweise kleinere Fliesen mit rauen Zwischenstreifen ohne Fugen:
    RATRATRATRAPRRRRR-RATRATRATRAPRRRRR-RATRA…

    Bei entsprechendem Humor finden sich da sogar manchmal Lieder zum passenden Mitsingen!

  9. Harry Kuntz sagte am 27. February 2009 um 17:51 Uhr:

    Was es leider kaum gibt, weil dem klassischen Trolleybesitzer die Rollen zu viel wert sind, sind Trolleys auf Feldwegen. Das gibt es sicher auch, grade in ländlicheren Gebieten, aber da dort ja kaum noch Züge fahren, stirbt das wohl aus. Das ist ein wegen seiner Unberechenbarkeit wunderschönes Geräusch, ein bisschen gerölligt. RÖLLRÖLLRÖLLRRRRLLLÖÖÖ. Es ist ja grade dieses monotone klackklackklack, dass einen so wahnsinnig macht.

    Überhaupt bin ich, solange nicht selbst betroffen, sondern von weitem beobachtend, ein Fan der Unruhe, die Trolleynutzer in den Fluss der Bahnhofsmenschenbewegung bringen. Alle gehen sie gleichsam auf die Treppe zu, vor der dann das absolute Chaos ausbricht, stoßen hier doch diejenigen aufeinander, die einerseits mit der Reisetasche unterm Arm noch schnell den Anschlusszug kriegen müssen und andererseits die, die vor der ersten Stufe abrupt halten, um den Ziehgriff einzuklappen und den Koffer in seiner ursprüngelichen Form zu nutzen. Es gibt sicher lustige Videoaufnahmen von Überwachungskameras, die unter den Bahnbeschäftigten die Runde machen.

  10. ovit sagte am 27. February 2009 um 18:38 Uhr:

    @harry: aaah, vielen dank. das ist natürlich auch ein westenlicher bestandteil des hasses und funktioniert auf beiden seiten der treppe.
    man geht normal hinter einem menschen mit koffer in der hand die treppe runter und urplötzlich bleibt er unten angekommen stehen und alle laufen auf. spontanstehenbleiben geht eh gar nicht.

  11. gurkenhannes sagte am 24. March 2009 um 14:25 Uhr:

    katzundgoldt.de/zuta...enarchiv/wi_riga.gif

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