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Lolli, Luft und Lederhosen – Spaßprodukte im großen Sommercheck

Sebastian, 6. July 2008

Das Leben in einer Dachgeschosswohnung im Sommer bietet genug Anlass zum Meckern, aber eben das ist ja so TYPISCH DEUTSCH, dass ich es als postnationaler Lebemann zwar ausgiebig tue, aber doch bitte nur im zwanglosen Tratsch mit der esoterischen Nachbarin, der lieben Freundin und U-Bahnpassagieren, die sich, es fast schon herausfordernd, neben mich setzen. Da bin ich ja doch altmodisch. Überhaupt, U-Bahn im Sommer, Sonne im Sommer, Arbeiten im Sommer, draussen im Sommer, drinnen im Sommer, man könnte meinen, der Sommer an sich sei die Hölle. Aber es ist mitnichten mein Anliegen, über die extremste aller Jahrezeiten (neben dem arschkalten Winter, dem verregneten Emo Herbst und dem… naja, eigentlich dann doch ziemlich egalen Frühling) zu schwadronieren, denn es stimmt zwar, was ein begeisterter Stammleser über uns meint:

“Naja, das Craplog versteht sich ja als Moserhort der schlechten Laune. Wenn die Leute mal groß sind, dann werden sie vermutlich Kritiker in einer nicht besonders oft gelesenen Zeitung. Vermutlich wären sie Emos geworden, hätten sie weniger Aggressionen in sich. Im Internet hat jeder das freie Recht sich so zu blamieren wie er/sie kann. Ob mit 160 Zeichen, oder ganzen Blogs…”

Aber Sommer ist ja praktisch schon durch. Jeder sagt doch “Puh, diese Hitze”, aber keiner sagt folgendes:

Ich packe an! Ich lasse mich nicht unterjochen vom Diktat der Temperatur! Ich tue was!
Und genau das habe ich dann nämlich auch getan. Durch die kostspielige Anschaffung einer Klimatisierungseinheit im ausgefallenen Design und integrierter gustatorischer Erfrischungsgelegenheit. Doch sehen wir uns diese Wunderchimäre aus Ventilator und Lolli (klingt schon ernüchternder, oder? Wartet’s nur ab!) doch ein wenig genauer an:

spongebob– Obwohl obenauf, bildet das Kernelement des Produkts ein Ventilator mit einer Erfrischungsleistung von 0,2 Asmussen. Aus hochwertig verarbeitetem Esspapier bestehende Rotorblätter versprechen, warme Luft beinahe Richtung Gesicht zu bewegen.
– Witzig anzusehen ist die mittig gelegene Nase in Form eines erigierten Penis, welche zuverlässig jede Rotorbewegung zu stoppen vermag, wenn die Blätter im falschen Winkel liegen. Positiv zu vermerken ist das Bemühen um Integration von Menschen mit einer Augenfehlstellung.
– Zentral liegt die Steuerungseinheit, die gleichzeitig die Gebrauchanweisung für die gar nicht leichte Entnahme der Süßspeise enthält sowie den wichtigen Hinweis, dass sich im Innern des beliebten Schwamms eine nicht austauschbare Einwegbatterie befindet. Gut zu wissen!
– Schlussendlich wartet eine Überraschung! Wissenschaftlern ist es gelungen, aus Fliegen Millionen Jahre altes Harz zu extrahieren, welches mit Aufschriften wie “strawberry flavour” psychologisch dafür sorgen soll, dass man etwas süßes schmeckt, wenn man dran lutscht. Dass es bei mir nicht geklappt hat, möchte ich den Herstellern aber nicht ankreiden.

Fazit: Der “Nickelodeon Spongebob Cool Fan Pop” erhält von mir das Craplog-Ökosiegel: Man kann ihn getrost in die Tonne kloppen.