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Was er dort als unschön empfindet

Sebastian, 30. April 2009

Killerspieldebatten öden mich seit jeher an. Eine nie älter als 19 werden wollende Leserschaft diverser Gamemagazine, die ihre Leserbriefe vorwiegend mit lateinischen Zitaten einleitet, um seriös zu klingen befindet sich im ewigen Kampf gegen die offensichtlich nie abtreten wollenden Opportunisten, denen die Materie egal ist und eben jenen anderern Politikern, denen Computer fremd sind und die deshalb Angst vor dieser Welt haben. Ich ging also nicht davon aus, emotional besonders gefordert zu werden, als ich an diesem morgen eine Diskussion zum Thema zu lesen gedachtetetete. Erare humanum est! (oder so, ICH kann ja kein Latein!), denn schon bald begann ich zur Melodei eines bekannten Hits vor mich hin zu summen: Can’t stop raging.

creye

Was sind eigentlich „Killerspiele”? Bei Supermario werden Frösche getötet, also ist es ein „Killerspiel”?
Wer entscheidet, was ein Killerspiel ist und was nicht?

Lieber Jakob, dieser gut abgehangene Witz geht anders, es handelt sich nämlich nicht um Frösche, die bei Super Mario getötet werden, sondern um Schildkröten, Pilze, Fische und ähnliches Geschmeiss. Lediglich in Super Mario 3 könnte man ein Auge zudrücken, springt Mario hier doch höchstselbst in einen Froschanzug, um besser schwimmen zu können. Wird er hier getötet, geschieht dieses entweder durch Suizid oder eben durch Gegner, die im Spiel eindeutig als negativ dargestellt werden, Gewalt hierdurch also als falsch gewertet wird, um im BpjM-Sprech zu, ja, sprechen. Bleibt festzuhalten. Die Entscheidung, was ein Killerspiel ist und was nicht, bleibt jedenfalls nicht Dir überlassen.

Meiner Meinung nach führen Computerspiele zur desozialisation, der Konsum von jeglichen Spielen und online Medien im Übermaß.
Die Online-”Freunde” trifft man nur zum virtuellen Spaziergang!
Abends wird gezockt satt Party zu machen. Führt das nicht auf langzeit zu psychischen Störungen?

Da ist viel Wahres dran, bzw. nur ein bisschen bzw. naja. Das Zauberwort in deinem ersten Satz heisst Übermaß. Warum gilt dieses aber ausgerechnet für Computerspiele und online Medien (sick!!!)? Führt nicht der übermäßige Gebrauch von zum Beispiel Drogen viel mehr zur Desozialisation, ein Wort, das mir übrigens beim Ausschreiben immer wieder Kummer macht (kleiner Zwischenrant)? Ist es nicht sowieso immer die Dosis, die das Gift macht? Wo genau ist denn jetzt die Argumentation?
Und was, lieber Jakob, ist nun eigentlich dagegen einzuwenden, sich mit “Online”-Freunden, pardon, Online-“Freunden” zu einem virtuellen Spaziergang zu treffen um über Themen zu reden, die man relevant findet, oder eben auch irrelevant (ein wichtiger Aspekt bei Freundschaften ist ja die gemeinsam zelebrierte Redundanz), meinetwegen auch, um gemeinsam Orks abzuschlachten, ja, abzuschlachten? Ist es nicht gehaltvoller, als sich total real (englischer Ausdruck, slang) auf einer Parkbank dumm zu saufen? Welcher Irrglaube verleitet Dich eigentlich dazu, qualitative Maßstäbe an die freundschaftlichen Beziehungen fremder Menschen anlegen zu können?

Man muss berücksichtigen, dass nur ein minimaler Teil der Gamer und Web-Junkies Amokläuft.
Es handelt sich also um Ausnahmefälle, wenn auch schreckliche, allerdings sollte man das Computerspielen nicht generell verbieten.

Man sollte überdies auch beachten, dass generell nur ein minimaler Teil aller Menschen überhaupt Amok läuft. Es handelt sich also nur um Ausnahmefälle, wenn auch schreckliche, allerdings sollte man das Dasein nicht generell verbieten.

Bis hierhin, und das ist ja das Irrwitzige, war das alles ja weder neu noch originell, und ganz sicher nichts, weswegen ich hier ein großes Fass aufmachen würde. Derlei Dumpfsinn wie dort oben liest man ja allenthalben und würde man dafür jedesmal die Tastatur zwecks Reaktion bemühen, man käme ja garnicht mehr zum Spazierang, online oder offline, mit Freunden oder halt doch nur “Freunden”. Nein, es ist folgender hinterhergeworfener Kommentar Deinerseits, der meine Augen zusammenkneifen ließ:

Noch ein Kommentar!
Was ich hier als unschön empfinde, dass du allen Link in den Kommentaren ein nofollow verpasst.
Dadurch bringt der Kommentar Suchmaschinentechnisch gar nichts. Eigentlich ist es doch unter Bloggern so üblich, dass (vernünftige) Kommentare durch den Backlink quasi belohnt werden!

Ja Herrschaftszeiten, heulheuldoch. Diesen ganzen obigen Erguss unter der Fahne des “erstbesten Gedankens, der einem so kommt” also nur, um ein paar zusätzliche Klicks abzugreifen, um deiner traurigen Existenz also SEO-Nachwuchs ein wenig Berechtigung zu geben, um, quasi, belohnt zu werden? Nun weiss man ja, auf welchen sektenähnlichen Blogs und Foren euresgleichen euch vorwiegend aufhaltet, auf denen ihr euch dann einen runterholt auf Linklisten, den neuesten Suchbegriffen und sonstigem irrelevanten Schmonz und ihr euch austauscht über dien pixelgenau besten Platz, an dem man seine Blogroll setzen muss und wie genau man eigentlich eine Überschrift schreiben muss, um wahrgenommen zu werden, wenn man inhaltlich schon nichts zu sagen hat. Aber muss man sich von so einem sagen lassen, was Leben heisst? Nein? Siehste!

Auf Stefans richtige Erwiderung, dass eine Diskussion, die sich aus einem Kommentar ergibt, doch eigentlich der Belohnung genug sein müsse, konterst Du mit unsympathischer Lernresistenz folgendes:

Und was bringt es wenn auf einer Seite alle externen Links ein nofollow erhalten? Denkst du, dass bringt SEO-Technisch was?
Die Linkpower für interne Links wird meines wissens nach nicht von den externen Links auf ner Seite beeiträchtigt.

Du verkennst, dass dieses SEO-Gehabe ein leeres ist. Dass sich eben außer ein paar versprengten Taugenichtsen so rein niemand dafür interessiert und dass sich eben niemand, der ein Anliegen hat, Gedanken macht, ob “dass SEO-Technisch etwas bringt”, was er schreibt oder wie er sein Blog administriert. Du verschwendest zu viel Zeit ein eine Thematik, die weniger Fans und Relevanz hat als Magic: The Gathering, so wie ich hier unnötig viel Adrenalin auf Dich verschwende, und es sei angemerkt, dass Magic: The Gathering-Fans sehr wohl um ihren Status in der Gesellschaft wissen und sich deswegen nicht als Bestimmer aufführen, die anderen Leuten erzählen, wie sie ihr Blog zu führen haben. Ey. Es ist schon ein Witz, aber kein guter, mit welchen Worten Du schließt:

Aber klar, es geht ja auch noch um was anderes als SEO im Internet, nämlich um sinnvolle Kommunikation. Viele Blogger kommentieren auch lediglich zum Zweck des kommentierens, was unschön ist!

Lg, Jakob

Nicht reden, machen!

Chefredakteure, miese Wortspiele, Blogs, SEO-Spammer: Alles Arschlöcher

Frank, 6. February 2008

Vögel
Danke, Gott. Für’s Spatzenpfifferl!

Eigentlich sollte ich mir abgewöhnen, Blogs zu lesen. Warum? Weil’s mir Spaß macht. Ja, das ist paradox, aber auch ein Beispiel, wie man einen Blogartikel halbwegs elegant einleiten könnte.

Bei neun von zehn mir unbekannten Blogs finden sich aber statt solch netter Hooks am Anfang von Artikeln zu Themen die mich interessieren könnten, die ich vielleicht sogar wahnsinnig gerne lesen würde, lediglich Massengräber von YouTube-Videos, Plugin-Spielwiesen, unreflektiertes Werbegeseiher der Apple-Templer, öde Ereignisse aus dem öden Leben öder Menschen, A-Blogger-Speichelgelecke, Spam jeder Art, SEO-Dreck und vor allem – die Beulenpest unter den Blogkrankheiten – Spatzenpfifferl

Diesen hübschen Begriff habe ich soeben höchstselbst erfunden. Er beschreibt jene Blogartikel, die keinen Arsch interessieren, weil das Thema durch ist, überall behandelt wird, jeder eine Meinung dazu hat, kurz: die Spatzen den Artikelinhalt bereits von den Dächern pfeifen. Nehmen wir zum Beispiel Stefan Aust. Der wurde ja vor ein paar Monaten von der Spiegel-Belegschaft durch Vertrags-Nichtverlängerung abgestraft, mutmaßlich dafür, ein tyrannischer Volldepp zu sein. Okay, das war die Nachricht, mehr muss man darüber nicht verlieren. Was aber macht die Blogosphäre? Ergeht sich dutzendweise in Wortspielorgien (“Aus! für Aust”, “Aust die Maus”, “Aust-ritt”, “Aust, das Spiel ist Aus!”, “Austgespielt”, “Stefan Aus”, “Austisten unter sich” und viele mehr) und mutmaßt langweiligerweise, wer denn der Nachfolger des enthusiastischen Windradhassers und Pornoblättchenkolumnisten mit Pferdefaible wird – als ob nicht völlig klar wäre, dass der nächste “auf dem Thron” als Grundvoraussetzung nur ein ebensolcher Dödel werden kann. Ist ja dann auch so gekommen, zu 50 Prozent mindestens.

Jetzt schlägt’s jedoch 13: Stefan Aust ist nicht nur ein Penner, sondern auch noch ein geldgeiler Idiot, versucht sich knapp 5 Millionen vor Gericht zu ergaunern, wird deswegen verfrüht geschasst — und wo muss ich das erfahren? In meinem Feedreader, einem Medienblog, unter der grenzdebil wortverspielten Überschrift: “Aust und vorbei”.

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