Schießbefehl, anyone?

Sebastian, 7. December 2007

“So’n Quatsch. Wird eh nix bei rumkommen.” Das war in etwa meine Reaktion, als ich von der inzwischen zurückgezogenen Strafanzeige der stellvertretenden Vorsitzenden der leider so textflussfeindlich benannten Partei Die Linke gegen Wikipedia las. Unter dem Motto “Nazis raus aus Wikipedia”, hieß es in der entsprechenden Presseerklärung:

Seine erfreulich offene Struktur macht “Wiki” leider auch zu einem wenig kontrollierbaren Einfallstor für rechte und rechtsextreme Ideologien.

Es kann und darf nicht sein, dass Einträge aus NS-Quellen zitieren und weit über das, rechtlich geschützte, Maß an Aufklärung hinaus Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen Verwendung finden.

Neben meinem Grusel über das Politikersprech “es kann und darf nicht sein” habe ich mich erstmal gefragt, ob das denn der Fall ist, dass Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen weit übers rechtlich geschützte Maß an Aufklärung hinaus Verwendung finden – dass politische Eiferer aller Couleur versuchen, Wikipedia-Artikel in ihrem Sinne zurechtzuschminken, wäre ja nichts Neues. Und in der Tat berichtet Springers Welt, die interessanterweise mehr Wohlwollen für antifaschistische Bemühungen aufzubringen scheint als so manch schönwetterprogressives Webmagazin und Blog:

Das Forum bei Wikipedia gibt Hinweise auf mehrere Attacken von Rechts in den vergangenen Wochen. Eine kritische Autorin hat beispielsweise “eingeschlichenen Nazi-POV” in einem Artikel über HJ-Fahrtenmesser bemerkt und gelöscht. Mit Nazi-POV ist der rechtsextreme Standpunkt des vorigen Verfassers (engl. point of view, abgekürzt POV) gemeint. Früher im November hatte dieselbe Autorin auf die von einem Wikipedia-Benutzer namens OldJo hochgeladenen Hakenkreuze auf Bildern verwiesen. (…) Diese dienten “keinen enzyklopädischen, historisch-kritischen Zwecken”, bemängelte die Beobachterin. Eine andere Nutzerin berichtete über weitere Beiträge, die als “reine Naziemblem-Container” dienten.

Die bloße Möglichkeit ignorierend, dass so etwas ein Problem sein könnte (noch einmal die Welt: “‘Wir sagen nicht, dass es solche Probleme nicht gibt’, sagt Wikipedia-Sprecher Klempert”), und obwohl schnell bekannt wurde, dass auch Schuberts Genossen die Anzeige nicht unbedingt toll finden, erklärten viele die Partei als solche zur Urheberin der Anzeige: “Linkspartei verklagt Wikipedia” (Netzpolitik), “Die Linke zeigt wikipedia an” (Heise); nur wenig richtiger Golem.de: “‘Die Linke’-Führung zeigt Wikipedia an”; und mit bedenklich erhöhtem Blutdruck Probloggerworld: “Wikipedia und die Zensur durch Linksfaschisten”.


“Dienstgrade und Kragenspiegel der Politischen Organisation (PO) der NSDAP” (Quelle: Wikipedia)

Immerhin zeigt dieser Titel schon mal, woher der Wind eigentlich weht, und liefert so zumindest eine Teilerklärung dafür, dass man sich vierlerorts mit dem “so’n Quatsch, wird eh nix bei rumkommen”, das ich weiterhin für angemessen halte, begnügen konnte. Ähnlich z.B. heißt es im Pottblog:

… durch ihre jüngste Aktion dürfte die stellvertretende Vorsitzende der SED/PDS/Linkspartei/wie_die_Mauerpartei_auch_ gerade_immer_heißen_mag schlagartig bekannter werden …

Mauerpartei ist gut – weil die Mauer nichts mit einer weltpolitischen Lage zu tun hatte und nur gebaut wurde, weil eine Sekte von geistig verwirrten Mauerfetischisten an die Macht kam, die Spaß daran hatten, Leute einzusperren, und die außer Mauern zu bauen auch den lieben langen Tag nix gemacht haben, während zu der Zeit, als SED-Leute die Mauer bauten, es in der dann wohl als Nazipartei zu bezeichnenden CDU von Nazis nur so wimmelte.

Ähnlich beispielhaft für den Aufstand der Zwonuller ist der Beitrag im Spreeblick:

Um als Politikerin für Netzschlagzeilen zu sorgen hilft es enorm, wenn man nicht weiß, was ein Browser ist. Noch wirkungsvoller ist es aber, wenn man keinen Schimmer hat, wie die Wikipedia funktioniert.

In der Pressemitteilung ist doch aber von “erfreulich offener Struktur” die Rede, und es heißt, die Wikipedia lebe davon, dass “jede und jeder seinen Beitrag (…) leisten kann”. (Dass jede seinen Beitrag leisten kann? Als Gott den Mann schuf, übte sie nur? Doch ich schweife ab.) Die offene Struktur ist Schubert also bekannt, und wenn sie schreibt, diese mache Wikipedia zu einem “wenig kontrollierbaren Einfallstor…”, dann anscheinend auch, dass es durchaus eine Selbstkontrolle gibt, die sie allerdings für nicht ausreichend befindet. Heißt “Keinen Schimmer” also soviel wie “du bist doof, nimm mir mein Spielzeug nicht weg” – ein Affekt, der möglicherweise die zweite Teilerklärung für die Aufregung darstellt? Und spielt es überhaupt eine Rolle, wenn ich meine, eine Webseite mache braune Propaganda, ob ich weiß, wie das intern und technisch funktioniert?

“Nazis raus!” fordert Schubert nicht nur für die Wikipedia, sondern für das gesamte Internet und lässt die Antwort auf die Frage “Und wohin?” dabei offen.


“Parteisymbol: Adler mit Hakenkreuz im Lorbeerkranz in den Fängen. Nicht zu verwechseln mit dem Reichsadler, da (aus Perspektive des Adlers) der ‘Parteiadler’ nach links, der Reichsadler hingegen nach rechts schaut.” (Quelle: ebenda)

Über diese Bemerkung kann man lange rätseln. Ich persönlich hätte auch kein Problem damit, wenn sich einer meiner Gäste als Nazi outete, ihn hinauszuwerfen und die Frage, wohin er gehen solle, dabei offenzulassen. Worum geht es denn hier, ein Heim für Nazis? Ist der Gedanke so abwegig, dass es einen stärkenden Effekt für Nazis haben könnte, wenn Nazi-Bild- und Textmaterial frei zugänglich ist? Wenn auf einer Webseite gegen Juden gehetzt wird (sorry, aber das tun Nazis manchmal), ist es sinnlos, die Seite zu verbieten/zu schließen, weil man ja nicht weiß, wo die Antisemiten dann hingehen (sollen), die sich zuvor auf dieser Seite wohlgefühlt hatten? Oder geht es gar nicht um Nazis, sondern nur um die Witzischkeit des Wortspiels? Oder liegt der Schluss nahe, den Wolf Schneider einst für den Umgang mit kryptischen Formulierungen empfahl: “Wahrscheinlich ist gar nichts gemeint”?

Gerüchte, dass Frau Schubert im nächsten Schritt Arcor zur Sperrung der Wikipedia zwingen will, sind ebensolche.

Ja, Arcor soll derzeit allen Ernstes den Zugang zu Google sperren, weil über Google Pornos auffindbar sind; damit hat aber Schubert oder sonstwer aus ihrer Partei nichts zu tun – vielmehr geht es dabei um das Wegklagen von Inhalten, die möglicherweise dem guten Geschäft von Geschäftemachern im Weg stehen könnten, ebenso wie derzeit bei Stefan Niggemeier, wobei im ungünstigsten Fall die Folge sein könnte, dass Foren und Blogkommentare künftig grundsätzlich moderiert werden müssen, was den Tod für den lebendigen Austausch im Netz bedeuten könnte – aber nein, die wahre Gefahr, wie auch Arnulf Baring immer wieder betont, kommt von links, in diesem Fall in Gestalt der Liebe zu staatlicher Zensur, die die Linken ja mit der Muttermilch aufgesogen haben; es ist wohl so: Wenn irgendwer eine alberne Strafanzeige in den Wind furzt, sieht man in Deutschland gleich den Ivan ums Haus schleichen.

Disclaimer: Spreeblick arbeitet gerade selbst an diversen Kampagnen, darunter “Arbeitslosigkeit raus!”, “Gewalt niederschlagen!” und “Der Schnupfen soll für immer weggehen!”.

Ach so! Nazis sind so ‘ne Art Schnupfen, quasi! Ha-tschi, kann halt passieren, dass ‘ne 20-jährige Schwangere im Bus herumgeschubst und geschlagen wird, weil Konsens ist, dass man “für Ausländer keinen Platz” habe, oder dass einer 17-jährigen ein Hakenkreuz in die Haut geritzt wird, dass bereits die statistische Kategorie “Nicht-rechte Jugendliche” eingeführt werden musste, weil diese ein gefährdeter Personenkreis sind, dass Schauspieler und Tänzer nach der Premierenfeier krankenhausreif geprügelt werden und die Täter keine ernstzunehmenden Konsequenzen fürchten müssen etc. pp. Ein Schnupfen!

Selbst wenn man die Anzeige als blinden Aktionismus bezeichnen kann – ich bin mir ziemlich sicher, wenn ich mit zermatschter Fresse im Krankenhaus läge, während die Täter feixend über den Marktplatz spazieren, wäre mir ein blinder Aktionismus lieber als gar keiner, weil ich daran sähe, dass man das Problem wahrnimmt und möglicherweise sogar gewillt ist, dagegen vorzugehen. Wenn man mal mit einem Opfer rechter Gewalt gesprochen hat, das mit Tränen in den Augen beinahe gefleht hat, die Betroffenheits- und Solidaritätsadressen seien ja nett und schön, aber man solle doch auch und vor allem etwas tun, dann hat man begriffen, dass die Apathie der Öffentlichkeit mit ihrer Standby-Betroffenheit auf Dauer brutaler ist als ein Schlag ins Gesicht – denn das blaue Auge heilt, das Unrecht und die Bedrohung bleiben.


“Die Partei. Allegorische Skulptur von Arno Breker.” (Quelle: ebenda. Lizenz: GNU)

Aber klar, man kann das alles auch als Schnupfen betrachten und das wahre Böse eher in einem juristischen Rohrkrepierer von links am Nikolaustag vermuten. So wie der Spreeblick und seine Leser. “Das ist doch bloß ineffiziente Symptombekämpfung. Ich fordere ein Geburtsverbot für Neonazis!” Jahaha, Nazis sind nun mal da, kann man nix machen. “Die PDS aehh SED … quatsch … Die Linke!!! scheinen noch nicht so ganz in der Demokratie angekommen?” Die Demokratie, deren Behaglichkeit, in der wir digitale Boheme uns gerade so schön eingerichtet haben, nun mal einen Preis hat, zum Beispiel ein paar marodierende Nazis und ein paar Polizisten und Richter, die jene protegieren? “… macht ‘Wiki’ leider auch zu einem wenig kontrollierbaren Einfallstor für rechte und rechtsextreme Ideologien… Leider aber auch für linke und linksextreme Ideologien.” Ja, ob nun Autonome gegen schwerbewaffnete Polizisten antreten oder eine Mehrheit von besoffenen Faschos gegen Behinderte, Obdachlose, Schwule und kleine Mädchen: dieselbe Soße, genau wie NS-Deutschland und DDR – als ob Kinkerlitzchen wie Weltkrieg und Genozid einen Unterschied ausmachten, alles dieselbe Soße! “jeez, inzwischen wird mir von den betonköppen von der sed fast genau so schlecht wie von der braunen pest…”, “Waren ja schon immer ein wenig realitätsfern. Die Mauer ham se der Welt ja auch als antifaschistischen Schutzwall verkauft…”, “Warum die Aufregung? In der DDR hat das doch auch funktioniert. Arbeitslose, Obdachlose, Nazis – gab’s doch alles nicht, und das allein durch totschweigen. War eben doch nicht alles schlecht damals … Man denke nur an Autobahnen (ach ne, war was anderes)”. Ach Quatsch, was anderes, wieso denn.

Aber dann gibt es natürlich auch Kommentare wie diesen:

Was ich wirklich schlimm finde am Internet: Man erfährt immer sofort, wenn sich irgendein Idiot mal wieder völlig zum Horst gemacht hat. (…)

Man erfährt es allerdings nur deshalb immer sofort, weil kaum ein Blogger es sich verkneifen kann, noch mal anders aufzuschreiben, was er gerade in seinem Nachbarblog gelesen hat. Leute, genau – da hat nicht jemand einen Vorstoß zur Abschaffung der Demokratie oder zum Wiederaufbau der Mauer oder zur Übertragung des Internets in staatliche Verwaltung gemacht, sondern sich zum Horst, ganz einfach. Können wir es dabei bitte belassen? Und wenn wir schon meinen, Nazis gehörten zur Demokratie dazu, hiervon abweichende Auffassungen wenigstens tolerieren? Das wäre herzallerliebst, danke sehr.

25 Kommentare

  1. Rene Kriest sagte am 8. December 2007 um 04:29 Uhr:

    Moin!

    Der Vorwurf des Linksfaschismus rührt daher, daß man Wikipedia nicht über einen Schwarz-Weiß-Muster-Kamm scheren sollte. Manche tun es dennoch; so sei es. Nicht allen kann man es rechtmachen. Und nur wo “Links” draufsteht, muß nicht Links drinsein (Was ist Links eigentlich? Das Gegenteil vom verbotenen Rechts?).

    Eine Anzeige wider Wikipedia ist wohlfeil. Mal im ernst: Du schreibst selbst über Opfer von (rechter) Gewalt. Was hat Wikipedia damit zu tun?

    Ich habe ehrlichgesagt nicht gegen eine freiwillige Kennzeichnung von Flachköpfen mit dem Arschlochkreuz. Dann erkennt man die Pfeifen wenigstens von weitem.

    Tut mir zwar nicht leid, aber ich bin scheißliberal. 😉

    Noch eine gute Restnacht,

    René/ProbloggerWorld

    PS: Zum Deinen Sorgen über meinen Blutdruck: im Oktober besuchte ich zuletzt meine Familie in Israel (*Hint!*).

  2. Sebastian sagte am 8. December 2007 um 12:35 Uhr:

    Gleichfalls moin,

    du scheinst ja immer noch davon auszugehen, dass die Linke gleich die ganze Wikipedia verbieten wollen habe (“Schwarz-Weiß-Muster-Kamm”), aber es ging ja weder um die ganze Wikipedia noch um die ganze Linke. “Manche tun es dennoch…” – wer denn? Dass Linke immer gleich Faschisten sind, kenne ich bislang nur von PI – viel Hass, wenig Hirn und vor allem scheißilliberal, auch wenn sie was anderes behaupten. Bitte, das ist doch keine faschistische Partei. Und generell ist der Faschismusvorwurf einer, der gut begründet sein oder unterbleiben sollte – im Interesse des Antifaschismus.

    Den Hint verstehe ich nicht. Wieso ist Verbundenheit mit Israel ein Grund, den Faschismusbegriff als beliebiges Schimpfwort zu verwässern, und wieso ist sie ein Grund, so wenig Verständnis dafür aufzubringen, wenn jemand null Toleranz für Nazis fordert? Das Gegenteil würde mir mehr einleuchten.

  3. Henry sagte am 8. December 2007 um 14:06 Uhr:

    Danke für den Beitrag. Es kotzt mich auch des Öfteren an, dass alle sofort auf einer Welle mitreiten und sich nicht ernsthaft mit dem beschäftigen, was gesagt wurde. Besonders dann, wenn es scheinbar um die technische Inkompetenz von Politikern geht.

    Ich verstehe jedoch den letzten Abschnitt nicht. Wenn sich kaum ein Blogger verkneifen könnte, dieselbe Sache unter verschiedenen Aspekten anders aufzuschreiben, dann wäre das doch positiv?

  4. Sebastian sagte am 9. December 2007 um 19:04 Uhr:

    Du hast Recht, das wäre positiv. Ich habe mich missverständlich ausgedrückt, gemeint war: nochmal mit anderen Worten dasselbe aufzuschreiben.

  5. Heinz der Torfstecher sagte am 9. December 2007 um 21:42 Uhr:

    Nur weil manche Menschen mangelnde Medienkompetenz aufweisen und deswegen ungeprüft Informationen weiterleiten und somit zur Verbreitung von Schwachsinn maßgeblich beitragen ist das Prinzip trotzdem Effektiv wie kaum etwas anderes. Schwachsinn in den Blogs ist genauso wie Nazis in der Demokratie einfach nur ein Nebeneffekt, der sich aufgrund der Dummheit der Menscheit einfach nicht beseitigen lässt.

  6. ovit sagte am 10. December 2007 um 10:40 Uhr:

    kommentare unter einträgen in blogs sind ein noch schlimmerer nebeneffekt der dummheit der menschHeit. die lassen sich aber wenigstens ausmerzen.

  7. Heinz der Torfstecher sagte am 12. December 2007 um 03:34 Uhr:

    Man könnte es aber auch mit der Red-Queen-Hypothese erklären, wenn man diese eben auf den Bereich sozialer Beziehungen anwendet. Gerüchte verbreiteten sich schon immer sehr schnell; vielleicht eben gerade deswegen, weil sie es mussten um dem Verbreitenden seine soziale Stellung zu sichern. Bei uns auf dem Land heißt so etwas noch immer “Buschfunk”, was auch auf die evolutionäre Herkunft hinweisen könnte.

    Und das Schlimmste am Web2.0 ist, dass sich niemand mehr dafür schämt, dass er korrekte Rechtschreibung nicht beherrscht und dass auch kaum jemand sich daran zu stören scheint. Nur wenn einem die Argumente ausgehen tut man oberlehrerhaft und kramt dann das Wissen darüber, welches irgendwo im Hinterkopf verschollen war, herraus, um dann selbst bei dem Hinweis auf vermeidbare Rechtschreibfehler multipel gegen noch viel einfacherere Rechtschreibregeln zu verstoßen.

    Dummheit ist genauso wenig wie Naziidiologie beseitigbar, da es keinen allgemeinen Konsens gibt, wo so etwas anfängt. Und die Präventivmaßnahmen, die ja z.b. in der Medizin zum Ausmerzen von Krankheiten angewendet werden, betreibt man zum Einen nicht ernsthaft genug, zum Anderen würden sie, wie das Beispiel in der Medizin auch wunderbar beweist, nicht dauerhaft wirksam bleiben. Ich bleibe trotzdem dabei Leute auf ihre Dummheit auf verschiedene Arten hinzuweisen. Man muss bei sowas aber auch auf sich selbst schauen und Kritikfäig sein, aber als alter Freund des kategorischen Imperativs ist das für mich selbstverständlich; sonst würde ich ja einfach rumlaufen und die Dummen erschießen.

  8. maloXP sagte am 12. December 2007 um 13:25 Uhr:

    @ Heinz dT:
    Alter Verwalter. Wenn ich dich jetzt darauf hinwiese, dass Du “herraus”, “Idiologie”, “Kritikfäig” und in anderen Beiträgen immer mal wieder “ebend” schreibst — würdest Du dich dann schämen, hierauf lieber deine Kritikfähigkeit demonstrieren, indem Du dich staatsmännisch bedankst oder würdest Du gar oberlehrerhaft anschließend auf andere Fehlerchen hinweisen? Verzeih, dass ich frage, aber erstens finde ich solche Reflexionen über Pedanterie noch nerviger als die Pedanterie selbst und zweitens ist selbst mir als Schwurbelmaster dein Kommentar zu schwurbelig.

    Bei uns auf dem Land heißt so etwas noch immer “Buschfunk”, was auch auf die evolutionäre Herkunft hinweisen könnte.

    … äh …

    Dummheit ist genauso wenig wie Naziidiologie beseitigbar, da es keinen allgemeinen Konsens gibt, wo so etwas anfängt.

    … äh …

    Was willst Du uns eigentlich sagen? Hast Du überhaupt eine Ahnung, was der kategorische Imperativ meint, den Du uns hier so generös zuteil werden lässt? Statusgewichse liegt mir eigentlich fern, aber dir sollte klar sein, dass Du gerade mehreren (angehenden) Sozialwissenschaftlern zu erklären versuchst, was soziales Handeln bedeutet.

  9. maloXP sagte am 12. December 2007 um 13:29 Uhr:

    @ Sebastian: Ich hab die Links auf Problo*ggerW+orld mal anonymisiert, weil ich solchen SEO-Typen kein bisschen PageRank gönne. 😉

    @ René Kriest: Ich habe einige Zeit gebraucht um zu erkennen, dass dein Posting und deine Kommentarantwort ironisch gemeint waren. Irgendwie hast Du’s versäumt, beizeiten den notwendigen Hinweis darauf zu geben. Und den *hint* mit deinen Eltern in Israel finde ich irgendwie klebrig.

  10. Heinz der Torfstecher sagte am 12. December 2007 um 21:14 Uhr:

    Nein, ich bedanke mich. Ich strenge mich ja wenigstens noch an, lese meine Beiträge und Kommentare durch und verbessere dann Fehler, wenn sie mir auffallen. Sehr viele andere tun das aber nicht, und noch mehr Leute nehmen das einfach so hin. Ich finde es gut, wenn man darauf hinweist, dann merkt man erst, wo die eigenen Probleme noch sind. “Herraus” währe bei mir so ein Problem, die anderen drei kann ich eigentlich auf die Uhrzeit schieben und auf meine Funktastatur, die ab und an mal Aussetzer hat. Gut, bei “ebend” bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich das immer so schreibe, aber ich glaube nicht.

    “Handle stets nur nach der Maxime, von der du gewillt bist, dass sie allgemeines Gesetz werde.” – also wenn ich mich richtig erinnere, dann war das der genaue Wortlaut. Bedeuten tut das, dass man nichts tun sollte, von dem man nicht wollen würde, dass andere es auch so tun.
    Mir war nicht klar, dass ich es hier mit (angehenden) Sozialwissenschaftlern zu tun habe; das ist mir aber auch egal. Sinn einer Diskussion ist es doch wohl seinen eigenen Standpunkt darzulegen, andere Standpunkte zu hören und damit den eigenen Standpunkt evtl. zu erweitern oder neu zu bestimmen.

  11. Julez sagte am 16. December 2007 um 00:26 Uhr:

    Hab ein bisschen Schiss vor den Flammen, wenn ich jetzt noch ein wenig Öl ins Feuerchen gieße, aber vielleicht bilde ich mir auch wieder zuviel ein. 🙂
    Abgesehen jetzt von den Korinthenkackereien, ich halte die völlige Ausmerzung von Xenophobie ebenfalls für utopisch (und setze letztere durchaus nicht mit simpler “Dummheit” gleich). Nichts desto trotz sollte das kein Grund sein, sich mit himmelschreienden Misständen und Verbrechen abzufinden, sondern es muss umso effektiver dagegen vorgegangen werden. Das grundsätzliche Misstrauen der menschlichen Rasse gegenüber ist meine Art, gesellschaftliche Probleme ernst zu nehmen.

  12. ovit sagte am 17. December 2007 um 15:21 Uhr:

    scheißbefehl, anyone?

  13. maloXP sagte am 17. December 2007 um 20:18 Uhr:

    Ich les das auch immer, irgendwie.

  14. ovit sagte am 17. December 2007 um 22:03 Uhr:

    schlimm, oder?

  15. maloXP sagte am 17. December 2007 um 22:36 Uhr:

    Geht.

  16. .markus sagte am 17. December 2007 um 22:53 Uhr:

    Die synergetische Konnotationseffekt passt doch!

  17. Julez sagte am 25. December 2007 um 22:17 Uhr:

    Wer “effektiv” sofort mit “gewaltsam” gleichsetzt, hat ein Problem, ganz ehrlich; das ist aber in diesem Falle nicht meins. Hätte ich den letzten Teil weggelassen, hätte man mir Vorträge gehalten darüber, warum man sich nicht mit Nazis in der Gesellschaft abfinden darf. Habe versucht, den Spagat zwischen dem einen und dem anderen zu schaffen, anscheinend wieder falsch.
    Vielleicht solltet ihr hinter jeden eurer Texte einfach genau aufschreiben, was für eine Reaktion ihr am liebsten darauf hättet. Dann kann man auch nicht so viel falsch machen.

    -Oh ja, ich weiß: Ich nehme hiermit alles zurück, was ich hier je geschrieben habe und sage einfach zu allem:
    Ja, boah, ey. Voll schlimm, diese Geschichte. Also find ich voll total auch, also alles, was da so steht, ne.
    Ich bin jetzt auch an einer Elite-Uni immatrikuliert, um ab dem nächsten Semester Sozialwissenschaften zu studieren, dann beherrsche ich auch das richtige Vokabular und lese die richtigen Bücher, dann bin ich doch auch eine von euch, auf der richtigen Seite, quasi, und qualifiziert dazu, so arrogante oder angepisste Kommentare wie ich will abzugeben, ohne dass sich jemand daran stört, weil dann hab ich ja in jedem Fall recht. Weil, ich will voll so werden wie ihr.

    (- “Geht doch, Mädchen!”)

  18. Sebastian sagte am 26. December 2007 um 21:09 Uhr:

    Versteh ich nicht, Julez, wer hat dich denn angegriffen oder effektiv mit gewaltsam gleichgesetzt?

  19. Julez sagte am 27. December 2007 um 02:17 Uhr:

    Naja, siehe Unterhaltung oben.
    Wie ich das verstehe, bestätigt MaloXP Ovits Interpretation meiner Kommentars, ich würde alle Nazis erschießen wollen (“Schießbefehl, anyone?” – “Das les ich auch immer, irgendwie”), anders konnte ich mir das nicht erklären. Ersterer hat mich auch vor kurzem sauber abgekanzelt bei sich zu Haus. Ist so eine Art Interna.
    Ich hab zunehmend das Gefühl, egal, was, wieviel und wie und was ich hier schreibe, man liest immer nur das eine. Ich kann hier anscheinend nichts richtig machen. Egal. Nett, dass du fragst.

  20. .markus sagte am 27. December 2007 um 02:29 Uhr:

    Les dir ovits Kommentar bitte noch einmal durch und achte auf die Buchstaben “e” und “i” 😉

    Und dann frage dich nochmal, ob das wirklich auf deinen Kommentar bezogen war.

  21. Frank sagte am 27. December 2007 um 06:15 Uhr:

    Wie ich das verstehe, bestätigt MaloXP Ovits Interpretation meiner Kommentars, ich würde alle Nazis erschießen wollen (”Schießbefehl, anyone?” – “Das les ich auch immer, irgendwie”), anders konnte ich mir das nicht erklären. Ersterer hat mich auch vor kurzem sauber abgekanzelt bei sich zu Haus. Ist so eine Art Interna.
    Ich hab zunehmend das Gefühl, egal, was, wieviel und wie und was ich hier schreibe, man liest immer nur das eine. Ich kann hier anscheinend nichts richtig machen. Egal. Nett, dass du fragst.

    Mir bleibt gerade etwas die Spucke weg.

  22. Julez sagte am 29. December 2007 um 01:28 Uhr:

    @Frank: Völlig zu recht. (Was meinst du, was mir wegbleibt…)
    @alle anderen: ES TUT MIR LEID!!!

    Ich weiß auch nicht, was in mich gefahren war. Ich war so perplex wegen der cit.gr.-Sache und ich… ähm… HATTE MEINE TAGE??!? Kann ich euch überreden, so zu tun, als wäre das nie passiert??
    Vielen Dank. Am besten, ich sag gar nichts mehr. Nix für ungut.

  23. ovit sagte am 29. December 2007 um 14:33 Uhr:

    craploginternproduzierter irrsinn. total verrückt.

  24. Frank sagte am 10. January 2008 um 14:29 Uhr:

    Mir fällt, da ich gerade nochmal ein paar alte Craplog-Artikel gelesen habe, auf, dass ich hier überhaupt gar nicht gesagt habe, wie gut ich diesen Artikel fand. Er ist nämlich sehr gut. Soviel Kuscheln muss sein.

  25. Sebastian sagte am 10. January 2008 um 23:52 Uhr:

    Hey, merci beaucoup. Es tut immer gut, jemandem zu begegnen, der das Genre “Pöbeln nach Gutsherrenart” (Bernd Graff) noch zu schätzen weiß ðŸ˜‰

Und was meinst Du?

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