Please Disurbanize

.markus, 8. April 2007

Beginnen wir am Anfang. Mit einer persönlichen Einleitung, die darauf aufgebaut ist, wie ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge vorm Fernseher saß. Ha! Da hatten es meine Augen noch wirklich gut. Meine Ohren, meine armen geplagten Ohren bluteten.
RTL II, Werbepause. Knut ist gut. Mit einsamen Singles flirten für 1.99 € pro SMS. Dein persönliches Horoskop aufs Handy. Ihr kennt das ja. Ich nicht, ich bin weitgehend fernsehabstinent und jedesmal aufs neue fasziniert und entsetzt.

Mich überkommt nun der Drang wahllos Fäkalworte in den Mund zu nehmen, um zu beschreiben, was ich da sehen und hören musste, aber ich will und werde mir meine Flüche für wichtigeres aufbewahren.

Der medial ge(un)bildete Leser wird es anhand der Überschrift sicher schon geahnt haben. Es geht um:

Urbanize – Warten auf Dich

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Verbietet Sarah Connor!

ovit, 4. April 2007

Sarah Connor (Oberst am Trällern)

Wer hat eigentlich Sarah Connor erlaubt? Im Vorprogramm des “Boxkampf des Jahres” durfte dir Frau mal wieder ihre Nase präsentieren. Und das Ganze natürlich um 30 Kilogramm erleichtert, seit der Geburt ihrer Tochter. Mit ausgestreckten Armen stand sie da im Ring, sang im Vollplayback in ihr Mikrofon und verstreute einen Pathos, den ich nicht mal aus einer meiner Körperöffnung herausdrücken wollen würde. Ein Gospelchor durfte selbstverständlich auch nicht fehlen, klar. “The Impossible Dream” ist leider wahr, Sarah Connor ist wieder da.
Kann diese Frau mit ihrem Ehemann nicht einfach noch eine Fußballmannschaft zeugen und diese dann werfen? Oder weitere 60 Kilogramm abnehmen? Und wie konnte sie nur ohne eine Rolle in einer Daily Soap so erfolgreich werden? Tokio Hotel als Popphänomen für Frühpubertierende kann ich mir noch erklären. Sarah Connor als Spackenmusikerin für Spacken allerdings nicht. Der weibliche Dieter Bohlen. Keiner kauft sich diesen Mist, aber in den Charts immer ganz oben zu finden.
Man erinnere sich mal an ihren Auftritt bei “Wetten dass”, bei dem man wohl ihr Schamhaar sah und ein Raunen durch die Zielgruppe Ü50 ging, oder “Sarah und Marc in Love” mit einem Kind ohne Gesicht und mehr Schmalz im Fernsehen als ich nach drei Tagen ohne Waschen in den Haaren.
Herr schmeiß Feuer vom Himmel. Der mediale Sarah-Connor-Wahnsinn scheint in den Startlöchern zu stehen. Zu Hülf!

Foto: René_Berlin (cc)

Die Malzahnsche Grundverblödung

Frank, 29. March 2007

Lieber Claus C. Malzahn,

schön, dass Sie in ihrem gestrigen SPIEGEL Online-Kommentar glauben, für “uns” Deutsche sprechen zu müssen und “uns” eine kollektive Realitätsverschiebung, ja – Bigotterie hinsichtlich des Verhältnisses zu den USA attestieren. Ja, Herr Malzahn, ich bin also Deutschland und Sie mein Therapeut. Ich spreche wohl mal besser nur für mich selber, wenn ich an dieser Stelle konstatiere, dass ich folgendes aus ganzem Herzen finde: Sie sind ein ausgemachter Hirni. Ich habe schon lange nicht mehr so einen grenzdebilen Schwachsinn wie diesen “Ich bin eine beleidigte Neocon-Leberwurst und alle ausser mir sind Nazi-Pazifisten”-Text auf – wo wohl? – Spiegel Online gelesen.

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Werbeschmutz statt Umweltschutz

ovit, 21. March 2007

Tatort: Berlin Oberbaumbrücke.

Berlin bei Nacht hat was. Die Oberbaumbrücke bietet einen fantastischen Blick über die Stadt, mit dem Abend und der hereinbrechenden Nacht knipsen die Menschen in ihren Wohnungen die Lichter an und alles ergibt eine wunderbare Kulisse für den Spaziergang. Jedoch hat dieses Lichtermeer auch etwas verschwenderisches. Eine wahnsinnige Lichtglocke steht über der Stadt.

Die Eigenwerbung des Universal Gebäudes ist bekannt. Die müssen es ja haben, denkt man sich. Und dann am Ende der Brücke eine Litfaßsäule, die natürlich die gesamte Nacht beleuchtet ist, aber das reicht ja heutzutage auch kaum noch. Das menschliche Auge ist so an die Werbung gewöhnt, dass es sie kaum noch wahrnimmt. Also packt man einen riesigen Halogenstrahler oben drauf, der dann die ganze Nacht über ein gleißenden Lichtstrahl in den Himmel schickt. Und 20 Meter weiter die nächste beleuchtete Werbetafel und so gestaltet sich das gesamte zu sehende Bild. Und am Horizont die riesige iPod Werbung am Eckhaus Wahrschauer Straße. Stilvoll in Szene gesetzt mit einer großen Menge Scheinwerfer. Kostet ja nicht so viel, der Strom, und gerade eine Firma wie Apple hat es ja, aber moment, Strom kostet ja nicht nur Geld, sondern verschmutzt ja auch noch die Umwelt!

Gott sei Dank reden wir darüber, die Glühbirnen endlich zu verbieten. Da werde ich mir heute direkt mal einen großen Schwung Energiesparlampen kaufen. Damit genug Strom übrig bleibt für die unzählbare beleuchtete Werbung des Nachts. Vielleicht sollten wir uns fragen wo denn Umweltschutz anfängt und vielleicht sollten wir die Rechnung, was Werbung Nachts einbringt und welche Kosten und Folgen das alles hat, nicht aufstellen, sondern so etwas schlichtweg verbieten. Es wäre ein Anfang. Und ich drehe mir dann auch bestimmt bald mal ein paar Energiesparlampen rein.

Ein Artikel über die kleinsten Hunde, die stets am lautesten bellen

Gastautor, 15. March 2007

Der Verfasser dieses Artikels ist dem Craplog.de-Team bekannt. Aus naheliegenden Gründen zieht er es vor, anonym zu bleiben. Die Links im Artikel sind aus denselben Gründen anonymisiert.

Das Weblog Politically Incorrect kennen diejenigen unter euch sicher, die mit Neugier gerne mal auch an entlegenen Ecken im weiten Raum der deutschen Blogvernetzungen schnüffeln – und zwar den Ecken, die schon so riechen als ob dort überregelmäßig oft das Bein gehoben wird. Ziemlich großspurig, vielverlinkt und mit einer durchaus bewundernswerten Standhaftigkeit ausgestattet, versucht der Bergisch-Gladbacher Turnpauker Stefan H. den deutschen Volksgenossen die Gefahr von der islamischen Infiltration Deutschlands näherzubringen. Wer könnt’s ihm verdenken? Schließlich waren die Türken schonmal drauf und dran, hätte Eugen von Savoyen sie nicht 1719 bis hinter Belgrad zurückgeschlagen. Deswegen warnt und warnt es, tagtäglich, ohne Unterlass aus PI heraus. Helfen tut H. dabei ein Stab von “Spürnasen”, die kontinuierlich die Zeitungsarchive westlicher Wurstblätter und -Blogs nach Nachrichten durchwühlen, die die eigene Existenzlegitimität mit Biegen und Brechen irgendwie sedimentieren können. Um der Brühe einen moderaten Anstrich zu verpassen, klebt man sich die Aufkleber “Pro-Israel” und “Pro-Amerikanisch” ins Logo, fertig ist die Meinungsfreiheitstapete für die Ressentiment-Bude. Weiterlesen »

Die Blogosphärische Sprache

.markus, 6. March 2007

Was bestimmt eigentlich die Qualität von Blogs?? Gibt es soetwas wie eine Blogosphärische Sprache?? Ich persönlich bin ja der Meinung, dass ein gutes Blog solch eine Sprache spricht. Es ist etwas ganz eigenes. Aber nicht jeder kann diese bestimmte Blogtextsprache auch niederschreiben. Ich kenne Blogs da sitzen Journalisten dahinter, diese schreiben ja solch einen Unsinn das einem der Bildschirm schmilzt. Und ich kenne Arbeitslose Harz4 Empfänger, die solche eine textliche Form perfekt sprechen und deren Blogs ein Paradies textlicher Sprache sind.

Es sind teilweise sehr unterschiedliche Blogs, doch die meisten Blogs in der Blogosphäre die solch eine Sprache perfekt niederschreiben kommen eindeutig aus der IT-Branche. Ich kenne z.b nur sehr wenige Blogs, die textlich anspruchvoll schreiben und wo es z.B über ganz private Dinge geht. Auch durchforsten diejenigen textlich begabteren Blogger, die Blogosphäre mehr als herkömmliche Blogger.

Die Blogphilosophie des Alexander Stritt. Kritisieren wir der Abwechslung willen, in mehreren Formen:

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Faster, Harder, Philosophischer?

.markus, 18. February 2007

rave

Foto: Dave Bullock, eecue.com (cc)

Scooter über ihr neues Album “The Ultimate Aural Orgasm”:

Beim schnellen Durchzappen des neuen Albums bleibt besonders ein Track hängen: “Lass uns tanzen”. Und H.P. verkündet froh: “Das wird sehr wahrscheinlich die nächste Single werden”. Doch der besagte Song könnte zum Radio-Boykott vieler Stationen führen. Denn hinter dem harmlosen Titel verbergen sich prägnante Textzeilen à la “Lass uns tanzen und ficken, denn morgen sind wir tot“. Wer glaubt, hiermit sei die unterste Geschmacksgrenze erreicht, wird von Baxxter eines Besseren belehrt: “Im Grunde ist das ein Text, der fast schon zu philosophisch ist für uns. Die Botschaft ist doch, dass du Spaß haben sollst im Leben.”

(Hervorhebungen von mir)

“How much is the fish?” hielt ich schon für die oberste Grenze aller metaphysischen Lebensessenz. Aber ich lasse mich immer wieder eines Besseren belehren. Hyper Hyper!

Merkwürdige Werbekampagnen

Frank, 15. February 2007

Zuckerbröckchen
Foto: markbarkaway (cc)

Für die seltsamsten Dinge wird ja geworben. Eine der abstrusesten Kampagnen ever dürfte irgendwann Mitte der 90er jene für Zucker gewesen sein. Es ging dabei nicht um eine spezifische Marke, Form, Herkunft oder ähnliches. Nein – mit dem draufgängerischen Slogan “Mit Zucker lacht das Leben” wurde das süße Pulver ganz allgemein angepriesen. Anders als bei Milch (Mottos: “denn nur die Milch machts”, “Milch ist meine Stärke”), die ja immerhin auf Schulhöfen gegen Limo, Saft, Kola, Sprudel und Schorle antritt gibt es nämlich keine wirkliche Alternative zu Zucker. Weiterlesen »