Open Brain 2.0

.markus, 28. October 2007

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Foto: YGGG (cc)

Für die Sieben-Meilen-Stiefel des rasanten technischen Fortschritts findet sich heute immer eine begeisterte Masse, die freiwillig in diese schlüpft, um als Wirtschaftszombi-Armee bereitwillig für den Fortschritt zu marschieren. Aber nicht alles was neu ist, glänzt. Terry Pratchett schrieb mal in einem seiner Scheibenweltbücher:

“Wenn man einen Knopf aufstellen würde, mit der Aufschrift >Ende der Welt Knopf, NICHT DRÜCKEN<, die Farbe hätte nicht mal Zeit zu trocknen”.

Die Early Adopter der hippen Trendy-Abteilung: HippHippHurra-Technischer-Fortschritt-Gesellschaft sind ja bei Forschung und Wirtschaft sehr beliebt, da sie bereitwillig jeden Fliegenschiss adoptieren und sich mit Begeisterung für deren Zwecke adaptieren lassen. Die Fortschrittsgläubigkeit ist zwar noch keine eingetragene Religion, gleicht aber in ihren stumpfsinnigen Parolen und Phrasen, in der unreflektierten Wiederholung, der Brandmarkung der ungläubigen Verräter als “fortschrittsfeindlich”, einigen reaktionären Glaubensgesellschaften.
Das größte Paradox der technischen Evolution ist der Versuch mit immer komplizierteren Methoden, Errungenschaften und Fortschritten, den Menschen das Leben einfacher und überflüsiger zu gestalten. Das gipfelt dann in der Sehnsucht nach einem Neurochip, den man sich einpflanzen würde, um dann auf eine wikiartige Wissensdatenbank zugreifen zu können.
Beim Lesen von Weblogs (emp- )findet man sehr viel. Um hier mal nur ein paar der negativen Aspekte zu nennen, Scham, Arroganz, Dummheit, Unvermögen, Stillosigkeit. Als ich diesen Artikel, besonders aber seine Kommentare und Trackbacks las, fühlte ich nur Angst. Es lief mir wortwörtlich kalt den Rücken runter.

[…]Einigen, die ich von meiner Idee erzählt habe, dass wir irgendwann selbstverständlich in uns das Internet mit sich tragen werden, schrecken ob der ethischen Bedenken davor zurück[…]

[…]Ob ich an diese Entwicklungen glaube? Ich zweifle nicht mal eine Sekunde lang dran. Die Möglichkeiten sind unglaublich. Dagegen ist das heutige, digitale Zeitalter, das sich durch Computer und das Internet via Zugriff über die PCs auszeichnet, einen Fliegenschiss dagegen[…]

Als literarische Fiktion hat die Vorstellung von einem “Human Cyborg” vielleicht noch einen gewissen Reiz. Als ultracoole Cyberpunks mit einem humanbiologischen Web-Interface, wäre das Leben schon “goil“, wenn einem das gesamte öffentlich zugängliche Wissen der Welt als Datenbank abrufbar wäre, finden einige.
Sicher ist das noch entfernte Zukunftsmusik, der Artikel nur ein Denkmodellspiel und die Umfrageergebnisse nicht wirklich repräsentativ, doch die grundlegende Akzeptanz ist erschreckend, die unfassbar wenigen Bedenken liegen fast nur auf der Ebene der Sicherheitsfrage und sind sehr naiv.

Die biotechnische Umsetzung einer Chiptransplantation und die neurologischen Gesichtspunkte kann man hier einmal außer acht lassen. Setzen wir einfach mal ihre reibungslose Funktionalität vorraus und beschränken uns auf die ethischen, moralischen, sozialen, gesellschaftlichen und individuellen Aspekte.
Der Wunsch, zwar nicht die Quelle allen Wissens zu besitzen, wohl aber ohne technische Einschränkung aus ihrem Fluss schöpfen zu können, ist pervers. Pervers deswegen, weil diese Vorstellung auf einem Weltbild beruht, dessen Ziele “schneller, besser, weiter” sind und das quantitative Wissen, als Lebensqualität begreift, als Vereinfachung, als Arbeitserleichterung. Dass Wissen und Informationen Macht sind, stelle ich nicht in Frage, dass die uneingeschränkte Kommunikation die wirtschaftliche Effizienz in unvorstellbarem Maße verbessern könnte, ist auch klar, jedoch sind diese Ziele und die Sehnsucht, der sie entspringen, fatal. Die Anhäufung von purem Wissen, wäre der Tod der Menschlichkeit und der Individualität.

Selbst ohne jegliche Art der Fremdmanipulation, bei einer todsicheren Brain-Firewall, und der Garantie der uneingeschränkten Chipfreiheit, wäre allein die Folgen der möglichen Wissensabfrage dermaßen manipulativ, da sie jede soziale Interaktion fragmentiert, jede menschliche Regung seziert und jeden Gedanken rationalisiert. Die Indivdualität der menschlichen persönlichen Erfahrung würde sich auflösen, im Massenwissenspool ertrinken und hochqualifizierte Arbeitszombies, bis zur Schädeldecke vollgestopft mit Wissen zurücklassen.
Die Erfahrung des “Ich”, das sich auch aus der Abgrenzung und Distanzierung zur Umwelt bildet, würde im ständigen Informationsstrom gnadenlos untergehen, unterstützt von der selbigen Gleichschaltung der umgebenden Menschen. Kreativität, Fantasie und Kunst würden ausgemerzt werden, ganz zu schweigen vom aktiven Lernen, oder dem Lernprozess als Weg.

Man kann es kaum glauben, wie unfassbar naiv technophile Menschen Hurra schreien, wenn der Fortschritt Erlösung von den Mühen des Alltags verspricht. Mit welcher Gedankenlosigkeit und welchem Unvermögen sie die totale Kommunikation fordern. Das Wissens-Tier, dass die Menschlichkeit zugunsten der Allwissenheit auf der Schlachtbank opfert.
Ich habe verdammt Angst, wenn ich Euch von Neurochips reden höre. Angst, wenn auf einem der bekanntesten deutsch Blogs, manche Kommentatoren fröhlich und bedenklos diese begrüßen. Angst, wenn ich die kopfgesteuerten Geschöpfe auf den Straßen sehe, die schon an ein paar kleinen Kommunikationsgeräten menschlich verarmen. Angst, wenn ich die die bisherigen technischen Errungenschaften und den klaffenden Spalt zur rudimentären Ethik und Moral sehe. Beispielhaft sei hier die Atombombe erwähnt.

Die Technik soll zum Wohle der Menschen eingesetzt werden. Sie soll helfen. Sie soll unser Leben vereinfachen. Die letztendliche zielgerichtete Konsequenz dieser Fortschrittlichkeit führt auf einem der möglichen Wege aber zur bedingungslosen Reduzierung und irgendwann zur Überflüssigkeit des Lebens an sich. Traurig, wie bedenkenlos die Zombiearmee schon auf diesem Weg marschiert.

53 Kommentare

  1. Robert sagte am 28. October 2007 um 22:31 Uhr:

    du bist sicher noch ein sehr junger Mensch, insofern sei Dir Deine schwallige Interpretation, wie andere über den Sachverhalt denken, verziehen.

  2. .markus sagte am 28. October 2007 um 22:47 Uhr:

    Kein Lust zur Diskussion (von mir aus auch sachlich statt schwallig) alter Mann?

  3. maloXP sagte am 28. October 2007 um 23:18 Uhr:

    Ich mal ‘ne kurze Zeit Shadowrun als Pen&Paper-Rollenspiel gezockt. Da konnte man sich eine Schrotflinte in den Unterarm implantieren lassen, fand ich cool damals. In echt würd’ ich das aber nicht wollen, denn – wieder zurück zur Fiktion – Matrix und die Borg aus Star Trek sind schon ziemlich abschreckende Beispiele für Mensch-Maschine-Symbiosen.

    @ Robert: Mir ist .markus’, wie du sie nennst, “schwallige” wesentlich lieber als deine Art, differierende Meinungen abzukanzeln, z.B. jemandem an anderem Orte gegen den Kopf zu knallen, er sei “arisch drauf” o.ä. Gringo go home.

  4. Chris sagte am 29. October 2007 um 00:56 Uhr:

    Hi. @Robert: schwallig fand ichs auch ein wenig! 😉

    Auch lese ich in diesem, sehr gut formuliertem Beitrag, eine -mir befremdliche Angst-, vor Technologie heraus. Markus, solltest du Lust und Zeit haben, lade ich dich doch einfach mal einige Beiträge meines Blogs zu lesen. (TagTip: Cyberpunk) Dann sollte dir klar werden, das ich zumindest nicht “unfassbar naiv” auf ein solches Thema einsteige…

    Auf dem richitigen Weg bist du ja ;)wie ich hier lesen kann:

    “Die Technik soll zum Wohle der Menschen eingesetzt werden. Sie soll helfen. Sie soll unser Leben vereinfachen” ..schreibst du.

    Davon bin ich “begeistert”, wie du sagst, fasziniert, würde ichs nennen. Nich “von meiner eigenen Abschaffung fasziniert”, wie jemmand bei Robert drüben bemerkte. Evtl. fehlts auch manchnmal ganz einfach an Phantasie…

    So.Gute Nacht.Chiphead! 😉

  5. Simon sagte am 29. October 2007 um 01:40 Uhr:

    Hab den Eintrag in Deutschlands überschätztestem Weblog gelesen und komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Morgen dann die Überschrift bei den Berufstrackbackern: 54% aller Blogger wollen Gehirnchip.
    Komische Leute.

  6. .markus sagte am 29. October 2007 um 08:49 Uhr:

    @Chris: Es ist keine Angst vor der Technologie, sondern vor den Auswirkungen und den Menschen, die sie benutzen, der Art wie sie eingesetzt werden und welchen Weg man damit gehen kann. Schrieb ich ja auch.

    An Phantasie fehlts nicht. Ich bin mit Science Fiction und Fantasy aufgewachsen. Ich meinte ja schon, die literarische Form ist durchaus faszinierend, keine Frage, als Fiktion aber nur – darum scheinen sich auch die meisten deiner Einträge zum Thema “Cyberpunk” zu drehen (habe es bisher leider bloß kurz überflogen).

    Ich freue mich, dass du aber das Angebot annimmst hier zu diskutieren, ehrlich. Mich würde interessieren, warum sich jemand so einen Chip im Kopf wünscht?

    @Simon: Das fand ich auch bedenklich. Zumal Robert ja als einer der wenigen eine gewisse Reichweite in der (Web-)Öffentlichkeit hat.

  7. Sebastian sagte am 29. October 2007 um 12:35 Uhr:

    Mein Beifall für diesen Text. Allerdings scheinst auch du geneigt zu sein, dem Mythos der “Vereinfachung des Lebens” auf den Leim zu gehen. Was nicht heißt, dass ich diese als Ziel ad acta legen würde, ich sehe aber zwei große Probleme damit, die man sich bewusst machen sollte.

    Erstens sehe ich nicht, dass die Maschinisierung und Technisierung bisher eine Vereinfachung des Lebens gebracht haben. Man liest ja oft, das Leben werde im Gegenteil “immer komplizierter”, und ich denke, das ist nicht so falsch. Ja, ich kann mich im Internet schnell und einfach informieren. Aber wieviel Zeit habe ich auf der anderen Seite investiert, um den Umgang damit zu lernen, wieviel Zeit hat es gekostet, sich mit Computerfehlern herumzuschlagen, die ganze Software zu installieren und immer wieder neu zu installieren? Das mag banal klingen, aber man sollte die Zeit mal protokollieren, die man mit Problemen beschäftigt ist, die man nicht hätte, wenn man keinen Computer hätte. Außerdem kosten Hard- und Software und Netzzugang Geld, das wiederum erarbeitet sein will. Das nur als Beispiel. Ein anderes: Ich habe sehr wenig Ahnung von allem, was Handys betrifft und übers Telefonieren und SMSen hinausgeht. Also z.B. MMS, Blackberry, Bluetooth und vor allem die ganzen Tarife. Sicher ist das alles nicht schwer zu verstehen, aber ich habe einfach keine Lust, mich damit zu beschäftigen, solange ich nicht muss (und dieses “keine Lust” wird zunehmend zum Luxus, je mehr eine Technik zum Standard wird). Diese Vereinfachungen meines Lebens sind mir zu kompliziert. Ich fand es schon nervig genug, die Leistungen und Kosten der verschiedenen DSL-Anbieter zu vergleichen.

    Eine Vereinfachung gibt es insofern, als wir weniger Muskelkraft verausgaben müssen als unsere Vorfahren. Aber da ist das Wort “Vereinfachung” irreführend. Fällt die körperliche Betätigung unter ein Minimum zurück, ist dies sogar höchst ungesund auch für den Geist, und wir sehen ja, wie viel die Leute investieren, um die körperliche Beanspruchung künstlich wieder herzustellen (Sport).

    Den zweiten Punkt hast du selbst genannt, die Tendenz zum Überflüssigwerden des Lebens. Ich fürchte, ohne schwierige, also nicht-einfache Aufgaben, die auch das Risiko des Scheiterns einschließen, kommt uns sowohl der Grund fürs Lernen und Wachsen abhanden als auch die Zufriedenheit, die sich nach der Bewältigung einer solchen Aufgabe einstellt. Da ist es doch erklärungsbedürftig, warum man danach streben sollte, diese Aufgaben abzuschaffen.

    Die Frage ist, wofür einen die Vereinfachungen freistellen. Dass die Technik mir stupide Plackerei abnähme, damit ich mich höheren Aufgaben widmen könnte, wäre wunderbar, aber das ist ja nicht der Fall. Wer widmet sich denn höheren Aufgaben? Wir sind mit dem Überleben und Nicht-zurückfallen genug beschäftigt, auch die Gutverdienenden. Und wer keine Arbeit hat, sucht verzweifelt danach, weil eine niedere Arbeit/Aufgabe besser ist als gar keine – wenn er nicht resigniert hat und vor dem Fernseher sitzt.

    Für den Vergleich mit einer Glaubensgemeinschaft spricht übrigens, dass man den Begriff “Technik” heute standardmäßig durch den ehrfürchtigen der “Technologie” ersetzt hat. Die Werbetexter wird’s freuen.

  8. Chris sagte am 29. October 2007 um 13:08 Uhr:

    Hi, schön das du so Diskussionswillig bist. 😉

    Der Slogan des Blogs scheint ja hier Programm zu sein. Schade finde ich es in dem Zusammenhang das du solche “schwalligen” Äußerung gegenüber anderen Menschen mit anderen Ansichten triffst: zB: “stumpfsinnigen Parolen und Phrasen”!… und eine “Sehnsucht” nach einem solchen Chip konnte ich selbst nach dreimaligem “scannen” (ja ich “scanne”,… auch ohne aufgerüstete Mech-Augen-Funktion;) von Roberts Beitrag nicht herauslesen.

    Und die Mehrheit “sehnt” sich bestimmt auch nicht nach einem solchen Chip, sondern ist angetan von der Theorie, den Möglichkeiten, die ein solcher bieten kann/wird (?)

    Okay, das du keine Grundlegende Angst vor Technologie hast, verstehe ich nun.

    Aber: Sie dich doch mal um! Du nutzt gerade selber eine moderne interaktive Kommunikationsmöglichkeit, einen Weblog! Und das da ne Menge Technik hinter steckt, sollte dir klar sein. Wo ziehst du die Grenze? Was ist für dich nicht mehr “menschenfeindlich”?

    Wenn du eine solche Grenze (für dich) ziehen magst, wirst du schnell feststellen das es eine große Spanne zwischen “Öff Öffs Leben im Wald” ( http://www.die-schenker.net/) und den von Dir erwähnten “Cyborgs” gibt. Und genau zwischen beiden Extremen bewegt sich meine Faszination, mal mit Begeisterung, mal mit einem beklemmendem Gefühl.
    Deine Aussage das mein/das Leben einiger Leser auf dem “höher, schneller, weiter,” -Prinzip beruht, möchte ich strickt von mir weisen. Auch lese ich -neben Sci-Fi und Cyberpunk (2 verschiedene Dinge, für mich)-auch gerne mal ein Buch von zB. Carlos Castaneda, oder auch noch ganz andere Arten von Literatur in der sich oft krass gegensätzliche Ansichten wiederfinden. Das Leben ist bunt! 😉

    Wobei ich anmerken möchte: Mit dieser Anti-“höher-schneller-weiter” Haltung, wäre zB. das Rad nie erfunden worden….

    Womit wir bei Knackpunkt sind:

    Ist es moralisch vertretbar alles “schneller, besser, weiter” zu gestalten? Ist es moralisch denkbar sich einen Chip ins Hirn bauen zu lassen, wozu dieser auch immer geeignet sein mag?

    Tja, evtl. fragst du dich das mal selber. Dann kannst du evtl. meine Faszination für das Thema nachvollziehen. Noch mal: Ich persönlich halte von der Idee eines (Star-Trek-) Cyborgs auch nichts, ganz einfach deshalb weil es derzeit irrelevant ist, sowas ethisch/moralisch/gesellschaftlich zu diskutieren, weil (noch)nicht machbar.

    Solange aber schreie ich “Hurra” wenn ich ´ne News scanne, in der zB. jein erblindeter Mensch wieder Farben erkennt, dank des “Chipheads” den er mit sich rumträgt ( Um einfach mal ein positives Beispiel zu nennen )

    Wie du sagst: Literarisch ein “geiles” Thema!

    Ich sags mal so: Da es in meiner Lebensspanne sehr wahrscheinlich nicht mehr machbar sein wird, aus mir einen “Cyborg” zu machen ( Schade Schokolade! ;)), steh ich zu meiner Leidenschaft dystopische Themen aufzugreifen. Wenn es jemand moralisch/ ethisch verwerflich findet, biddeschön: Lasst und in 25 Jahren nochmal drüber reden. Denn: In einem Zeitalter in dem es machbar WÄRE einen cyber-humanoiden zu erschaffen, gelten längst andere ethische / moralische und gesellschaftliche Werte als heute.

    Davon bin ich überzeugt!

    Warum sich JETZT jemand so einen Chip wünscht? Tja. Das kann ich dir auch nich sagen. Evtl. weil es aufregend ist sich vorzustelllen es gebe einen solchen!? 😉

    Ich geh fest davon aus, hätte Robert gefragt: “Ich habe den Chip hier, wer will ihn eingebaut haben?” Ja dann, würde das Voting bestimmt nicht 50/50% ausfallen, sondern eher wohl 95/5%. Und ich wäre KEINER von den 5%! 😉 Eben weil es fiktiv ist. Und über Fiktion sachlich zu diskutieren,…puh! Naja, dafür gibt es ja zb. diesen tollen Weblog hier! 😉 Gruß, Chris, …der Chiphead without Chiphead!

  9. Chris sagte am 29. October 2007 um 13:38 Uhr:

    Noch ganz schnell. @Sebastian: Dein Kommentar hinterlässt bei mir den Eindruck das du dich zu den “Jüngern” der “simplify your Life” Bewegung zählst 😉 (Übertrieben gesagt) Was ich befürworten würde!!! Eben diese Haltung ist aber doch ein Luxus-Problem: Wir alle wollen ein entspanntes, möglichst stressfreies Leben führen, richtig? Das mag mit dieser “simplify your Life” Methodik ja annähernd funktionieren. Da du dich aber auch hier rumtummelst, kannst auch du dich nicht dem Fortschritt verschliessen bzw. verschliesst dich ihm nicht. Deine Argumentation “Ich versteh mein Handy nicht” lass ich schlicht nicht gelten. Dann kannst du auch schreiben: “Ich versteh meine Zahnbürste nicht, da ist mir zuviel Technik drin”

    Es ist halt eine Frage der Abwägung: Was bietet mir das moderne Leben? Was will und kann ich nutzen, ohne es schwerer zu haben als es vorher war? Womit wir wieder bei der Gretchenfrage ankommen: War die Erfindung des Rades sinnvoll? Ist Fortschritt schlecht? Tja,…So kann man über das Thema nicht diskutieren!

  10. .markus sagte am 29. October 2007 um 15:44 Uhr:

    @Sebastian: Du hast Recht mit der Vereinfachung. Ich schrieb ja auch:

    Das größte Paradox der technischen Evolution ist der Versuch mit immer komplizierteren Methoden, Errungenschaften und Fortschritten, den Menschen das Leben einfacher und überflüsiger zu gestalten.

    Ein schönes (wenn auch profanes) Beispiel ist ja auch, wie man sich von der Computerisierung das papierlose Büro erhofft hat und das Gegenteil der Fall war. Da liegt der Hund begraben, die erwünschte Vereinfachung zieht gewaltigen Zeit- und Arbeitsaufwand mit sich, eine Verschiebung – man sagt ja auch so gerne, Computer sind dazu da, Probleme zu lösen, die man ohne sie nicht hätte.
    Dem Mythos der Vereinfachung ist nicht meine Sehnsucht, sondern der Wunsch den ich bei anderen sehe.

    Beim zweiten Punkt gebe ich dir recht, das geistige Wachstum würde verkrüppeln.

  11. .markus sagte am 29. October 2007 um 16:03 Uhr:

    @Chris: Robert hat sich ja leider beleidigt verzogen.

    Der Slogan des Blogs scheint ja hier Programm zu sein. Schade finde ich es in dem Zusammenhang das du solche “schwalligen” Äußerung gegenüber anderen Menschen mit anderen Ansichten triffst: zB: “stumpfsinnigen Parolen und Phrasen”!… und eine “Sehnsucht” nach einem solchen Chip konnte ich selbst nach dreimaligem “scannen” (ja ich “scanne”,… auch ohne aufgerüstete Mech-Augen-Funktion;) von Roberts Beitrag nicht herauslesen.

    Les dir mal das “Über” hier durch, dann wirst du den Stil des Artikels verstehen. Die von dir zitierte Einleitung ist allgemein gehalten, wie du vielleicht bei nochmaligem “Scannen” erkennen kannst.

    Wobei ich anmerken möchte: Mit dieser Anti-”höher-schneller-weiter” Haltung, wäre zB. das Rad nie erfunden worden….

    Ist das eine Diskussionsgrundlage? Die Erfindung des Rades? Ich bitte dich! Das “höher, schneller, weiter” bezieht sich den wirtschaftlichen Wachstumsgedanken und wie er unsere gesamten sozialen Strukturen zerstört.

    Ist es moralisch vertretbar alles “schneller, besser, weiter” zu gestalten? Ist es moralisch denkbar sich einen Chip ins Hirn bauen zu lassen, wozu dieser auch immer geeignet sein mag?

    Tja, evtl. fragst du dich das mal selber. Dann kannst du evtl. meine Faszination für das Thema nachvollziehen.

    Lassen wir die Moral mal kurz bei Seite. Ich verstehe deine Faszination an der Fiktion. Warum aber würdest du per Human Interface dauerhaft ans Internet (Wiki, egal…) angeschlossen sein wollen? Was bringt dir das für dein Leben?

    Solange aber schreie ich “Hurra” wenn ich ´ne News scanne, in der zB. jein erblindeter Mensch wieder Farben erkennt, dank des “Chipheads” den er mit sich rumträgt ( Um einfach mal ein positives Beispiel zu nennen )

    Einen Chip als medizinische Hilfe für kranke Menschen einzusetzen, ist nochmal eine vollkommen andere Sache. Hier geht es darum gesunde Menschen zu “tunen”!

    Ich geh fest davon aus, hätte Robert gefragt: “Ich habe den Chip hier, wer will ihn eingebaut haben?” Ja dann, würde das Voting bestimmt nicht 50/50% ausfallen, sondern eher wohl 95/5%. Und ich wäre KEINER von den 5%! Eben weil es fiktiv ist. Und über Fiktion sachlich zu diskutieren,…puh! Naja, dafür gibt es ja zb. diesen tollen Weblog hier! Gruß, Chris, …der Chiphead without Chiphead!

    Fiktion, eben!

  12. ovit sagte am 29. October 2007 um 16:25 Uhr:

    punkt markus, wenn du ein buch schreiben würden tätest, ich täte es mir kaufen tun.
    dein punkt markus-fan.

  13. Chris sagte am 29. October 2007 um 17:41 Uhr:

    Hi Markus.

    Ich habe das “Über” sehr wohl VOR meinem Kommentar gelesen. Gerade deshalb bin ich der Meinung das unsere geliebte deutsche Sprache durchaus einige “nettere” Vokabeln für diesen “Verriss” zur Verfügung gestellt hätte. Naja, ist ja wurscht, da mein persönlicher Geschmack.

    Und ja, natürlich ist die “Rad” Erfindung eine Diskussionsgrundlage! Definitiv! Aus welchen Gründen, wenn nicht aus den von dir genannten, wurde denn das Rad sonst erfunden?

    Ich war nicht dabei, kann mir aber ähnliche lebhafte Diskussionen bzgl. der ethischen/gesellschaftlichen Vertretbarkeit eines solchen Vorhabens durchaus vorstellen. Sei es nun das Rad, oder ein Chip im Hirn!

    Denn wirtschaftlich und sozial HAT es viel verändert, das gute alte Rad!

    Somit haben wir natürlich die selbe Diskussionsgrundlage wie vor 5 oder auch 6 Jahrtausenden!

    Das ich dauerhaft per HI (Human Interface) an das Netz angeschlossen sein will, habe ich nie gesagt. Ob mich die Möglichkeit (sollte es tatsächlich mal eine geben) fasziniert? Durchaus!

    Warum?…möchtest du wissen? Naja, du hast ja selber gesagt das du mit Sci-Fi / Fantasy aufgewachsen bist. Somit kann ich dir die Frage zurück geben: Gäbe es eine Möglichkeit zb. ein “Herr der Ringe”-Abenteuer noch intensiver darzustellen, zu erleben als heute,(Bücher, Filme,Games)würdest du diese nicht Nutzen wollen?

    Was würde es DIR für dein Leben bringen?

    Ich spiele “Herr der Ringe online”, und träume von einem “HumanInterface” welches mir noch mehr ein “Mittendrinn”-Feeling zu vermitteln vermag. Das würde es mir bringen, für mein Leben!

    Würde ich mir dafür meinen Kopf aufsägen lassen? Sicher nicht. Andere würdens evtl. machen, weiß ich nicht.

    Es läuft doch auf folgendes hinaus: Will und kann ich meinem menschlichen Geist, meinem Bewusstsein ,(nenn es wie du willst) eine weitere Realitätflucht, eine weitere fiktive Welt, zumuten, mit mir selber vereinbaren? Oder ist dann der Schritt, der tatsächlich meine physische Erscheinung mit einbezieht, einer zuviel?

    Diese Grenze, Schwelle zieht doch jeder für sich. Zukünftige Generationen werden diese Grenze ganz woanders ziehen, als du und ich es uns auch nur vorstellen können.

    “Einen Chip als medizinische Hilfe für kranke Menschen einzusetzen, ist noch mal eine vollkommen andere Sache. Hier geht es darum gesunde Menschen zu “tunen”!”

    Quatsch! Keine andere Sache, wenn man es unter ethischen Gesichtspunkten betrachtet!

    Dann ist auch ein Herzschrittmacher der einem sympthomfreien Menschen prophylaktisch eingebaut wird, Teufelswerk! Damit greifst du genau so unnatürlich, “un-biologisch”,in “Gottes Werk” ein! Das würde nu aber zuweit führen….denk ich!

    Wäre dann wieder zu viel “Fiktion” 😉
    Freu mich auf weitere anregende Beiträge, an dieser Stelle! Gruß,Chris

  14. .markus sagte am 29. October 2007 um 18:38 Uhr:

    @ovit: Ich tue erröten tun, wenn ich das so lese. Aber gut für die Kalkulation, dass ich weiß, dass ich mit einer Startauflage von 1 loslegen kann 😉

    @Chris:

    Denn wirtschaftlich und sozial HAT es viel verändert, das gute alte Rad!

    Somit haben wir natürlich die selbe Diskussionsgrundlage wie vor 5 oder auch 6 Jahrtausenden!

    Ich ringe gerade um Worte, um die Bedeutung für den Unterschied zwischen einem Rad am Wagen und einem Chip im Kopf zu erklären, aber ich muss wohl:
    Die Erfindung des Rades gab es erstmal so nie. Man könnte von einer Findung sprechen, von einem Prozess wie aus einfachen Holzwalzen Räder an Achsen wurden. Keiner sprang aus der Badewanne und rief Heureka.
    Richtig ist, dass das Rad die Gesellschaft grundlegend verändert hat. Trotz aller Genialität und aller Möglichkeiten ist ein Rad ein ziemlich einfaches Ding, ein Hilfsmittel zur Beförderung.
    Der Chip, über den wir hier diskutieren, greift aber auf komplexe Art und Weise direkt in das Gehirn und in die Psyche des Menschen ein und muss sie zwangsläufig verändern, da sie Prozesse wie Lernen, Erfahrung, Bildung (im humanistischen Sinne) durch reines Wissen ersetzt.

    Moralisch/ethisch ist das ein gewaltiger Unterschied. Der Vergleich hinkt gewaltig. Ein Beispiel auf die heutige Zeit bezogen: Ist es ethisch/moralisch vertretbar ein Auto sicherer, zuverlässiger und sparsamer zu machen.
    Natürlich ja, was für Quatsch, muss man da rufen. Und die “Erfindung” des Rades ist genauso keine moralische Frage, bzw. nicht gewesen.
    Das Rad ist eine Verbesserung im Arbeitsprozess, der Chip ein Eingriff in den Menschen. Ich hoffe der Unterschied ist deutlich.

    Warum?…möchtest du wissen? Naja, du hast ja selber gesagt das du mit Sci-Fi / Fantasy aufgewachsen bist. Somit kann ich dir die Frage zurück geben: Gäbe es eine Möglichkeit zb. ein “Herr der Ringe”-Abenteuer noch intensiver darzustellen, zu erleben als heute,(Bücher, Filme,Games)würdest du diese nicht Nutzen wollen?

    Was würde es DIR für dein Leben bringen?

    Realitätsflucht ist ein schönes Wort, gut auch dass du “Herr der Ringe” als Beispiel wählst. Ich habe Fantasy nie als Flucht begriffen, sondern als Bereicherung, der Wunsch “dort” zu sein, verdammt ja, aber nicht so. Nicht als eine computererzeugte Illusion, die das “natürliche” Leben zur Öde verdammen muss. Nimm Drogen, die verschaffen dir auch solche Erlebnisse, wie du sie sonst nie haben könntest, du kannst fliegen, stundenlang tanzen, du bist der Held der Welt, die du dir selbst erschaffst. Kleiner Nachteil ist, dass dich die Nebenwirkungen kaputt machen. Etwas problematischer Vergleich, ich weiß, aber die Parallelen sind deutlich.

    Dann ist auch ein Herzschrittmacher der einem sympthomfreien Menschen prophylaktisch eingebaut wird, Teufelswerk! Damit greifst du genau so unnatürlich, “un-biologisch”,in “Gottes Werk” ein! Das würde nu aber zuweit führen….denk ich!

    Genau diese Ebene wollte ich in der Diskussion vermeiden, also lassen wir Gott aus dem Spiel. Selbst prophylaktisch, quasi als Airbag (da ja was passieren könnte), ist es streng genommen immer noch aus medizinischen Gründen und zur Lebenserhaltung der biologischen Funktionen, aber nicht zur Manipulation unseres Selbst!

  15. Chris sagte am 29. October 2007 um 19:44 Uhr:

    Wir haben beide eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung, was ich absolut interessant finde!

    Zum Rad: Auch springt heute niemand aus der Wanne und ruft:
    “Ey, Chip! Geil!”, das ist klar, oder? Ein laaanger Prozess, wirds sein bis dahin.

    Und, um mal ganz doof zu fragen: Dein Fahrrad hat eckige Räder, oder wie?

    Tatsache ist: Die sind rund! Die sind da!

    Tatsache wird sein: Ein Hirnchip! Den wirds
    geben!

    Man könnte auch hier von einer “Findung” sprechen. Das wäre nu aber zuviel Evolutionslehre.

    Ein Hilfsmittel, das Rad? Klar! Ein Hilfsmittel der Chip? Auch klar.

    Verstehe deine Bedenken: Dann geht es tatsächlich darum “meinen” Körper aufzuschnibbeln. Das ist schon was anderes, klar. Du musst aber doch bei der Umfrage eine Sache berücksichtigen: “Was WÄRE…nicht was IST. Daher mein JA-Vote: BIS es soweit ist, werden Menschen anders “sein”.Anders über Ethik und Moral denken.

    Ja, ich glaub immer noch an die gute Seite der Macht!

    “Das Rad ist eine Verbesserung im Arbeitsprozess, der Chip ein Eingriff in den Menschen. Ich hoffe der Unterschied ist deutlich”

    Ja ist er! Tut aber HEUTE nichts zur Sache.

    Also. Rauszupicken was jetzt Realitätsflucht, was Genuß, was Entspannung und was Bereicherung ist…lass ich mal, hat nix mit dem Thema zu tun, meinste nicht?

    Zum letzten Satz: Manipuliere ich mich, wenn ich jetzt gleich ein Fantasy-Buch lese? Also was, bis auf die physische Hürde, spricht gegen einen Chip, der mein Leben bereichern könnte?

    Für mich HEUTE ne ganze Menge. In 112 Jahren vielleicht nicht mehr. Wir sollten uns beide nicht in philosophischen/ethischen/moralischen Gedanken verlieren, denke ich. Es ging doch darum: Würdest du? JA ich schon. Nein, du eher nicht. Das Resultat aus zwei ganz unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema. Was klasse ist, ehrlich! Wobei der “Wiki-Chip” auch ein Besipiel war, woraus sich zu viele Diskussionsansätze ergeben, Fuchs der Robert. Was wär mit nem Gamerchip gewesen? Das wär ne gaaanz andere Diskussion geworden…

    Zu deinem letzten Satz: Gott, lass Gott da raus! Haste schon recht, kannste auch mit “un-biologisch” in die Natur des Mensch ein” ersetzen.

    Was wurde nicht alles medizinisches Erfunden, was und heute ne “Flucht” ermöglicht. Von daher….

    Du schreibst:” …aber nicht zur Manipulation unseres Selbst!” Korrekt! Nun, ich kenne dich leider nicht, doch wärst du der erste Mensch der sich nicht ab und an selbst manipuliert. Ob mit Chip, oder mit sonstwas….

    Wurscht: Was ich sagen will: Ich denk, wir haben beide sehr verschiedene Auffassungen, was das Thema angeht. Gott sein Dank! 😉

    Würde gerne 2107 mit dir dasselbe bequatschen…hehe. Dann sehen wir ja wer nen Chip hat und wer nicht ;)Und: Ich glaube nicht das unsere Moralvorstellungen, unser Verständnis von Evolution soo weit auseinander liegen. Einfach deshalb nicht, weil wir beide ausm selben Jahrhundert stammen….Menschen die dies hier in 100 Jährchen lesen, werden sich krümmen vor lachen. Oder vor Schmerzen im Hirn! 😉 Gruß, Chris

  16. .markus sagte am 29. October 2007 um 20:37 Uhr:

    “Das Rad ist eine Verbesserung im Arbeitsprozess, der Chip ein Eingriff in den Menschen. Ich hoffe der Unterschied ist deutlich”

    Ja ist er! Tut aber HEUTE nichts zur Sache.

    Ohne Grundlage ist es ziemlich sinnlos zu diskutieren. Oder?

  17. Chris sagte am 29. October 2007 um 21:03 Uhr:

    Grundlage war doch Roberts Voting, oder etwa nicht? Wieso entziehe ich denn nun die Grundlage Dder Diskussion?

    “…. keine medizinischen Probleme. Keine Nebenwirkungen. Keine Updateprobleme, was die Wissensdatenbank angeht”

    …schreibt er! Voten sollte man unter Berücksichtigung der o.g. Punkte…Wir haben es doch in unseren Kommentaren/Beiträgen nur weitergesponnen.

    Grundlage ist für dich also einzig der ethische Faktor? Nunja, dann hast du Recht: Diese Grundsatz-Fragen überlassen wir besser den Generationen die sich evtl. tatsächlich mit diesem Thema befassen müssen.

  18. .markus sagte am 29. October 2007 um 21:29 Uhr:

    Ich sehe gerade gewisse Dinge ein:

    Ich sage: “Warum?”
    Du sagst: “Warum nicht?”

    Ich habe verstanden, warum man sich so etwas wünscht, glaube ich, auch wenn ich es nach wie vor genauso ablehne.
    Ich glaube aber nicht, dass du meine Argumente verstanden hast oder verstehen willst, da können wir noch ewig von der Erfindung des Rades faseln. Ich rede nicht über den physischen Eingriff, sondern davon, wie sich der Mensch selbst versklaven würde, wie gewaltig die Veränderungen für Psyche, Geist und Gefühle wären und wie wir uns zu Abhängigen des Wissens und/oder virtuellen Erfahrung machen würden, während das “normale Leben” nebensächlich und negiert wird.
    Diese moralische/ethische/soziale/philosophische Komponente scheint für dich vollkommen irrelevant zu sein. Du verschiebst das Problem auf die Menschen von Morgen. Ok.

  19. Sly_von_voigt sagte am 29. October 2007 um 22:33 Uhr:

    Was bisher noch keinen zu kümmern scheint: Was ist das für ein wissensbegriff der hier zugrundegelegt wird. Welche form sollen die Neuroelektronischen Denkinhalte den Haben das sie tatsächlich unsere Persönlichkeit beeinflussen, wie hier befürchtet wird?

    Es ist die Rede von einem Wiki-Chip, also der Verfügbarkeit von Enzyklopädischen wissen wie es die realexistierende Wikipedia jetzt schon bietet, nur sofort und vollkommen Abrufbar.

    Es besteht also kein Qualitativer unterschied zwischen dem Wissen auf das wir jetzt bereits mit relativer leichtigkeit zugreifen können und dem was uns mit der fiktiven erneuerung zufallen würde. Es handelt sich lediglich um einen logistischen Unterschied.

    Die Form des Enzyklopädischen Wissen ist meiner Meinung nach aber nicht derart das es meine Persönlichkeit aktiv Verändern könnte. Mit sicherheit habe ich seit dem es Wikipedia gibt mich wesentlich einfacher, damit wahrscheinlicher und letztlich häufiger mit Dingen vertraut gemacht die mich spontan interressierten.

    Was jedoch letztlich meine Persönlichkeit beinhaltet, die Dinge über die ich froh bin das ich sie Begriffen habe und über die ich mit eifer und verve mit meinen Freunden und Kommilitonen reden kann, die sind von ganz anderer Natur.

    Das enzyklopädische Wissen kann immer nur der Stoff sein an dem sich das oben Beschriebene Entwickelt, der Gegenstand mit dem es sich befasst.

    Man hat dieses auch Urteilskraft genannt und einer seiner Hauptsächlichen Eigenschaften ist die, dass sie nicht auf direktem informationsübertragendem Wege Übermittelt werden kann.

    Solange man also von solch einem Reinen Wiki-Chip ausgeht und nicht etwa sich vorzustellen Versucht was ein Chip Bewirken würde der auf die “weichen” Faktoren unseres Gehirns und der darin Formierten abbildung der von uns wahrgenommen Welt bewirken würde, ist man angehalten noch einmal zu überdenken ob dieser Chip wirklich so bedrohliche Veränderungen hervorrufen könnte.

  20. .markus sagte am 29. October 2007 um 22:50 Uhr:

    Glaubst du wirklich, dass die Datenabfrage per Gehirnstrom keine Wechselwirkung hätte?

  21. .markus sagte am 29. October 2007 um 23:07 Uhr:

    Eins noch, was für mich die eigentliche Unfassbarkeit ist: Was erhofft ihr euch davon? Ein schöneres, besseres Leben?

  22. Sly_von_voigt sagte am 29. October 2007 um 23:10 Uhr:

    Ich habe das Problem jetzt stark abstrahiert von technischen Fragen gesehen. Falls in deiner Frage die “wechselwirkung” eine art intefferenz wie in der elektrik meint, muss ich genauso wie vermutlich alle anwesenden aus mangel an kenntniss über die Neuroelektronik (oder wie heist das dann?) passen.

    Falls du jedoch auf der Abstrahierten ebene geblieben bist und also gefragt ob es insgesamt eine Veränderung in unserem Denken stattfinden würde, stimme ich natürlich zu.

    Mein Punkt war jedoch die Unterscheidung zwischen Information oder Wissen und etwas das man Erkenntnis oder etwas weniger aufgeladen Verständniss nennen könnte.

  23. .markus sagte am 29. October 2007 um 23:15 Uhr:

    Bei der Technik muss ich natürlich auch passen, aber darum ging es ja nicht.

    Falls du jedoch auf der Abstrahierten ebene geblieben bist und also gefragt ob es insgesamt eine Veränderung in unserem Denken stattfinden würde, stimme ich natürlich zu.

    Genau!

  24. Sly_von_voigt sagte am 29. October 2007 um 23:20 Uhr:

    Oh, der kam schneller als ich Absenden konnte.

    Ich hab es keinesfalls auf irgendeine rechtfertigung abgesehen.
    Man müsste nur, wenn man denn ernsthaft über solche dinge nachdenken wollte, die sache auch von einer Philosophischen warte aus betrachten.

    Die art und weise wie du hier sehr schnell den moralischen machst und plakative Fragen wie die letzte an ein mir auch nach sichtung aller kommentare nich bekanntes wir stellst finde ich übrigens nicht sehr hilfreich.
    Wenn eine solche Hochspekulative Gedankenspielerei die Leser dazu anspornt sich anhand dieser viel Grundlegendere Überlegungen über Geist, Gehirn und Maschine zu machen musst du ja nicht gleich die beleidigte Kassandra geben.

  25. .markus sagte am 29. October 2007 um 23:31 Uhr:

    Dir allein wollte ich die Frage nicht stellen, da ich sehe, dass du differenzierst. Chris auch nicht, da er eher den Gamingchip bevorzugt (kleiner Scherz) Deswegen stelle ich sie in den Raum.

    Ich habe die Frage nicht gestellt, weil ich beleidigt bin, sondern weil ich es nicht verstehe (die “Realitätsflucht” mal außer Betracht gelassen). Wirklich, ich würde gern wissen, warum!

  26. Sly_von_voigt sagte am 30. October 2007 um 00:25 Uhr:

    Ich muss sagen dass ich die ausgangsfrage auf basicthinking sehr platt finde, vorallem das ganze in einem Poll zu drücken der die möglichkeiten Ja/nein/vielleicht aufteilt erinnert mich an den alten willstumitmirgehen-Zettel-scherz.

    Ich kann allerdings kaum verstehen warum dich der Traum vom Absoluten Wissen (Hier noch in stark abgeschwächter Form, oder Findet man auch nur annähernd alle Fragen von der Jetztigen Wikipedia zufriedenstellend beantwortet?)so Überrascht. Es ist wohl einer der ältesten unsereres Kulturkreises überhaupt. Wenn er nun hier bei kurzer betrachtung greifbar scheint ist es wohl nicht verwunderlich wenn viele ja sagen.

    Etwas vollkommen anderes ist jedoch die Frage ob so eine Konstruktion eines masterminds überhaupt möglich ist. Nicht nur in technischer Hinsicht.

    Ich habe den Eindruck das ohnehin die macht die der mensch in zukunft durch die neurologischen Erkenntnisse angeblich gewinnen soll, vollkommen falsch eingeschätzt wird.
    Man muss sich im klaren darüber sein dass diejenigen die dem Diskurs die Impulse geben zu glauben die Forschung stünde kurz davor das letzte prinzip des menschlichen Geistes in form des Gehirns zu entschlüsseln, letztlich diejenigen sind die von vornherein in diesem glauben ebendiese wissenschaft betreiben. Sie sind also gut damit beraten ihrem Feld den größtmöglichen aufwind zu verschaffen und diesen Glauben aufrechtzuerhalten.
    Desweitern ist es aber eben auch nur diesen Menschen möglich die Inhalte dieser Wissenschaft überhaupt zu begreifen. Nun hat man die Situation das eine kleine Gruppe eingeweihter dem rest der Gesellschaft eingeben kann wie weit ihre wissenschaftlichen Forschung bereits fortgeschritten ist. Da diese wissenschaft an das wesen aller Menschen rührt, oder dies zumindest vorgibt ist von vorneherein ein riesiges interesse vorhanden und alle reden, schreiben und bloggen darüber ohne auch nur die geringste einsicht in den tatsächlichen Gegenstand zu haben.
    Nimmt man noch die tatsache hinzu das es sich bei der neurologie um eine Naturwissenschaft handelt und diese bis jetzt kaum die entwicklng von einer traditionellen zu einer Kritischen Theorie gemacht hat und berügsichtigt man den Graben zwischen den Geisteswissenschaft und denen der Natur, so kann man eine ungefähre vorstellung davon bekommen wie erratisch dieser Diskurs zwangsläufig verlaufen muss und verlaufen ist.

    Die Fortschritte die von der Neurolgie in den letzten zwei jahrzenten unzweifelhaft geleistet wurden haben aus meiner sicht nicht selten zu statements geführt die heute, mit einigen jahren abstabd nur als lächerlich beurteilt werden könnte. Wie oft wurde hier das kind mit dem Bade ausgeschüttet und wie häufig gab sich einer der Diskutanten die Blöße 2500 jahre abendländischer Geistesgeschichte vollkommen fehl zu bewerten.

    Erinnert sich noch jemand an die Freiheitsdebatte die vor ein paar jahren durch die Feuilletons geisterte?
    Nun ja was davon übrig blieb sind zehn regalmeter Literatur mehr in der Bibliothek der Philosophischen Fakultät und die einsicht das man eben nicht einfach alles erklären kann indem man mit dem Finger draufzeigt.

    Wesshalb ich mich hier so auslasse daüber ist, das man nicht einfach nur beliebig weit in die zukunft denken mus und dann ist alles technisch möglich. Bei einigen dingen ist es völlig unklar ob sie überhaupt möglich sind.

    Bevor jetzt wieder auf die Charta dieses Blogs verwiesen wird muss ich einräumen das dein Punkt vermutlich eher in der Angst vor dem Wunsch einer solchen Technologie lag. Nunja das habe ich im ersten absatz geschrieben, es ist nur ein naiver und alter wunsch und beiweiten nicht der um den man sich die meisten sorgen machen muss.

  27. .markus sagte am 30. October 2007 um 00:36 Uhr:

    Ich muss sagen dass ich die ausgangsfrage auf basicthinking sehr platt finde, vorallem das ganze in einem Poll zu drücken der die möglichkeiten Ja/nein/vielleicht aufteilt erinnert mich an den alten willstumitmirgehen-Zettel-scherz.

    Ursprünglich ging es mir ja darum, dieses naive, unreflektierte Hurra anzugreifen, aber man verheddert sich dann irgendwann in allen Richtungen, die ein solches Thema auch zwangsläufig mit sich bringen muss.

    Danke für Deine philosophische Exkursion! Ich gehe da meinungsmäßig sehr nahe.

  28. ovit sagte am 30. October 2007 um 09:26 Uhr:

    ich habe nun wirklich nicht alle kommentare gelesen, aber die verharmlosung des dauerhaften und direkten zugriffs auf eine enzyklopädie kann doch nun gar nicht verharmlost werden. ich möchte doch “enzyklopädie” schreiben können, ohne sofort an das hier denken zu müssen.
    den meisten menschen fällt es schwer genug, das bisschen wissen zu ordnen und durchsicht zu bewahren, wie soll das erst funktionieren, wenn so ein chip da rattert? und ist das mitdenken von 200 informationen pro gedanke ein segen und eine erleichterung? da muss ich doch bitten. der mensch reagiert doch jetzt schon mit unabsehbaren folgen auf die reizüberflutung, die ihn tag für tag umgibt und die auch ohne chip exponentiell steigt.
    der mensch steht schon vorm kollaps und leute die von solchen techniken träumen, und jetzt werd ich hier mal kräftig fiktiv, unterschreiben auch das todesurteil des menschen, so wie wir ihn heute kennen. aber vielleicht ist das die nächste stufe der evolution. warum der mensch das am höchsten entwickelte wesen auf diesem planeten bleiben soll, ist doch bei seiner unendlichen dummheit nur schwer zu verstehen.

  29. Chris sagte am 30. October 2007 um 09:54 Uhr:

    Ganz flott, wenig Zeit:

    Sly schrieb:

    “eine solche Hochspekulative Gedankenspielerei”

    Das sagt doch verdammt viel aus: Nämlich, das Spekulation auch schonmal mal einige Kriterien wie das aktuelle (!) moralische Grundverständnis, oder auch die Unantastbarkeit des menschlichen Geistes, mal aussen vor lassen kann.

    Und das tat ich. Hier. Auf meinem Blog,bei Robert,und hoffte “dieses naive, unreflektierte Hurra” was m.E von zb. Markus falsch interpretiert wurde, etwas zu relativieren.

    Leider ohne Erfolg. Ich weiß, das es manchmal einfach zu viele Faktoren sind, die in ein solch großes Thema reinspielen. Da kommen wir nie auf einen grünen Zweig. Daher bedanke ich mich recht herzlich für diese Diskussion, lieber Markus, wünsche Dir und mir das wir das Zeitalter im Ansatz erleben werden.

    Nur nochmal damits klar wird:

    JA! Ich würde, wenn: Das ethische/moralische/soziale Gefüge ein anderes wäre, als es derzeit ist. Wenn ich durch ein solches Implantat mein Leben bereichern kann,Realitätsflucht im positiven Sinne ermöglicht, und ich in keinerlei Konflikt mit Grund/Persönlichkeitsrechte anderer kommen würde.

    Sonst nicht. Heute nicht. Solange schrei ichs laut:

    “Hurra, Chipheads, lasst die Synapsen klappern, tunt euch mit Implantaten um bei dem großen Run gegen die Multis eine Chance zu haben!”

    Um mal im platten Slang des Cyberpunk-Genre zu bleiben. Denn das ist eine meiner Passionen. Fiktive Near-Future Geschichten. Und zu Fiktion gehört nun mal ne Menge Imagination. Ob die nun Markus mit einbezieht oder nicht. Ich tus, und hab Spaß dran, er nicht, und hat auch Spaß dran. Gut so! Gäbs nur Menschen wie Ihn oder mich, wärs
    ja öde.

  30. Chris sagte am 30. October 2007 um 10:02 Uhr:

    @Ovit:
    “…jetzt werd ich hier mal kräftig fiktiv, unterschreiben auch das todesurteil des menschen, so wie wir ihn heute kennen.”

    Okay. Das ist für mich keine Diskussionsgrundlage. Hallo? Du nutzt einen PC und lebst trotzdem oder? Fährst ein Auto, und lebst, oder etwa nicht? Ob beide Entwicklungen nun nur schlecht oder nur gut sind….tja, anderes Thema.

    Ich verstehe eine solch pessimistische Haltung nicht. Durch Mensch wie dich, voller Angst und Zweifel, landen wir wirklich in einer Big-Brother Welt, in der nachdem die Nabelschnur abgetrennt wurde, dem Neugeborenen der Kontrollchip eingesetzt wird. Mann, Mann, wie kann man so Anti sein?
    “Aber vielleicht ist das die nächste Stufe der evolution.” Ja, logisch! Nicht “vielleicht”! Womit wir fast wieder beim bösen “Rad” wären…ich gebs auf!

  31. ovit sagte am 30. October 2007 um 14:33 Uhr:

    jetzt bin ich für den hochtechnologischen big-brother-staat stellvertretend schuldig, weil ich gegen chips im kopf bin und pflanze dann nach der geburt dem neugeborenden einen kontrollchip in den kopf? ich hoffe, du weiß wenigstens, wie dieses argument funktionieren soll.
    wie kann man so ohne skepsis pro sein?
    und der unterschied zwischen der benutzung eines pcs und eines autos (isch abe gar kein auto (umweltverschmutzung!)) und einem gehirnimplatat sollte auch in dein ungepimptes gehirn reingehen. denn solche arguemente sind mal wirklich keine diskussionsgrundlage. sonst können wir auch äpfel und birnen vergleichen.

  32. Chris sagte am 30. October 2007 um 15:15 Uhr:

    Ja genau! Du allein! An die Wand mit Dir, Tod dem Technophoben! 😉 *lacht*

    “Wie kann man so ohne Skepsis pro sein?”

    Uijuijui,…wenn ich das jetzt auf mich beziehe, dann könnt ich nun heulen oder lachen.Oder beides zugleich, darum lass ich es so stehen,…(und denke: “Chipmodus an, Filter hochfahren!)

    Ja, mein ungepimptes Hirn hats endlich verstanden, dank deines Kommentars, Ovit.

    Ich schmeiss euch Angsthasen jetzt noch nen Link an die Nicht-Chip-Heads ;)))

    http://www.transhumanism.org

    Evtl. lest Ihr dort noch etwas was euren Horizont erweitern kann. Oder auch etwas, was euch noch mehr anstachelt, kreative Technologie, Fortschritt, und ethische Weiterentwicklung zu verneinen. Gruß, Chris

  33. .markus sagte am 30. October 2007 um 16:06 Uhr:

    Der Transhumanismus untersucht die Möglichkeiten, biologische Grenzen durch Technologie zu überwinden. Er setzt sich dafür ein, dass der Mensch viel weitgehender als bisher befähigt wird, seine körperlichen, intellektuellen und emotionalen Kapazitäten zu erweitern.

    (Hervorhebung von mir)

    Aua! Ist ja noch viel schlimmer als ich dachte. Tschuldigung, aber jetzt platzen meine emotionalen Kapazitäten. Hallo? Welchem Menschenbild entspricht das denn bitte? Chris, diese Ethik ist, dass es keine Ethik und Moral gibt. Die Ethik soll sich deiner/der transhumanischen Vorstellung nach dem technologischen Fortschritt anpassen oder? Große Klasse.

    Heilige Scheiße, ich fass es nicht. Der Mensch ist für die Transhumanisten eine fehlerhafte Maschine, die man aufrüsten muss, die Ethik eine Wahnvostellung der Synapsen? Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr Angst bekomme ich.

    Der Transhumanismus muss der Wunsch nach Kompensation für emotionale und intellektuelle Unzulänglichkeiten sein, um ein erbärmliches Leben aufzuhübschen.

    Die Chancen stehen 50 zu 50, dass wir in 25 Jahren das Altern heilen können

    Das Altern ist nur eine Krankheit, so. Langsam finde ich, man sollte den Mensch von der Krankheit des Menschseins befreien. Gedanken, weg Gewissen weg, Gefühle weg, freie Fahrt für Endorphine und die Macht des Wissens.

    Tut mir leid.

  34. Chris sagte am 30. October 2007 um 17:40 Uhr:

    Schön das die Medaille immer zwei Seiten hat, findest du nicht?:

    “Transhumanismus ist eine Philosophie und Bewegung, welche Veränderungen der menschlichen Spezies durch Technologie befürwortet ODER ( großgeschrieben von mir! )philosophisch überdenkt im Hinblick auf mögliche Verbesserung der menschlichen Existenz. Der Name (lat. trans = jenseits von / lat. humanus = menschlich) verweist auf das Bestreben, die Grenzen menschlicher Möglichkeiten und Bedingungen zu verändern und zu erweitern”

    Lieber Markus, es sollte doch nur ein Denkanstoß sein! Ich stell mich doch nicht hier hin, und sage: Ich bin Transhumanist!

    Schade das Du deine Emotionen nicht klar kriegst, nicht differenzieren kannst, und meine Argumentation schlicht nicht begreifen willst oder kannst!

    Ich hatte den ersten Kommentar von Robert Basic auch unter “Quark mit Soße” abgelegt.

    Umso trauriger muss ich nun feststellen, das du deinen jungendlichen Idealismus (welcher dir absolut gegönnt sei!!!) nicht aus der Diskussion heraushalten kannst, und sich somit mein erster Eindruck dieser Kommunikationsplattform hier leider NICHT bestätigt hat.

    Du hast definitiv Ansätze zur Technophobie, was ich in der heutigen Zeit bedenklich finde. Dazu noch bei jemandem wie Dir, der eine solch` moderne Kommunikationsplattform für seine “Verisse” nutzt.

    Eins noch: Was tut dir nun leid? Das du ne Diskussion mit nem Hohlkopp führst, oder wie darf ich solche Phrasen verstehen?

    Oder tut es dir leid das du für meine Meinung kein Verständnis aufbringen kannst, und auch nicht versuchst meine Gedankenbahnen nachzuzeichnen?

  35. .markus sagte am 30. October 2007 um 17:52 Uhr:

    Der letzte Kommentar bezog sich nicht auf dich, sondern auf den Transhumanismus.

    “… und meine Argumentation schlicht nicht begreifen willst oder kannst!”

    Scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen…

    “Du hast definitiv Ansätze zur Technophobie, was ich in der heutigen Zeit bedenklich finde. Dazu noch bei jemandem wie Dir, der eine solch` moderne Kommunikationsplattform für seine “Verisse” nutzt.”

    Dass du meiner Art der Bedenken, Technophobie unterstellst ist bedenklich.

    Ich entschuldigte mich für mein Unvermögen, dir meine Sichtweise in sachlicher Weise verständlich zu machen. Wirklich!

  36. .markus sagte am 30. October 2007 um 17:58 Uhr:

    Aber die Ethik, Moral und der Menschenbegriff – die ich versuchte hier zu skizzieren und zu verteidigen, als “jugendlichen Idealismus” abzuwerten, ist schon ein dickes Ding.

  37. .markus sagte am 30. October 2007 um 18:15 Uhr:

    Wir sollten uns jedenfalls eingestehen, dass die Seiten der Medallie unser vollkommen konträres Menschenbild ist. Oder?

    ( Nach so langer Diskussion sehne ich mich ein bisschen nach Konsens 😉 )

  38. ovit sagte am 30. October 2007 um 18:51 Uhr:

    lieber chris, erläutere mir doch bitte erstmal deine argumente, bevor du meine schon wieder weiterdenkst. das mit dem kontrollchip bei neugeborenen ist mir noch nicht klar. und das mit dem auto und dem gehirnimplatat ist noch immer ein widerspruch.
    und mein spruch mit dem “ohne skepsis pro” bezog sich nur auf dein “mann, mann, wie kann man nur so anti sein”. billig von mir, ich weiß, aber ich stehe dazu. bin ja schließlich auch nur ein mensch.

  39. Chris sagte am 30. October 2007 um 20:40 Uhr:

    @Markus:

    “Der letzte Kommentar bezog sich nicht auf dich, sondern auf den Transhumanismus” – hast du geschrieben.

    Hab ich persönlich genommen, war doof!

    Ich habe weder deinen “jugendlichen Idealismus” noch deine sehr edlen Vorstellung von Ethik, Moral und deinem Menschenbegriff, versucht abzuwerten. Falls du den Eindruck gewonnen hast; -Tschuldigung, an dieser Stelle auch von mir!

    “Dass du meiner Art der Bedenken, Technophobie unterstellst ist bedenklich.”

    Gut, relativieren wir das. Diese Phobie ist ´ne natürliche, denk ich. Bin froh, dass du Sie hast. Haben wohl alle “Zeitgenossen”. Selbst ich 😉

    “vollkommen konträres Menschenbild ist” Lassen wir das “vollkommen” weg, dann passt! Sonst könnt ichs nicht unterschreiben,hoffe du auch nicht.

    Auch weil ich folgendes sehr wohl unterschreiben würde:

    “Die Technik soll zum Wohle der Menschen eingesetzt werden. Sie soll helfen. Sie soll unser Leben vereinfachen. Die letztendliche zielgerichtete Konsequenz dieser Fortschrittlichkeit führt auf einem der möglichen Wege aber zur bedingungslosen Reduzierung und irgendwann zur Überflüssigkeit des Lebens an sich. Traurig, wie xxxxxxx die Zombiearmee schon auf diesem Weg marschiert”

    @ovit. Weiß nicht genau was du mit dem “Babychip” meinst!? Ich dachte an: pessimistische Stimmungen, von bösen Menschen, an falschen Zeitpunkten= Babychip! Nicht persönlich nehmen bitte!

    Und mit dem “Auto mit Gehirn-Implantat”-Beispiel wollte ich den “evolutionären Faktor” der in einen solchen Diskurs viel ausmacht, verdeutlichen.

    “mann, mann, wie kann man nur so anti sein” Auch billig, war der, Recht haste.

    Mensch?…Wer? Du? Teufel? *lacht*- …Ich auch. Zu 100%, versprochen! 😉

    Mein Konsens wär:
    Ich würde, Ihr nicht, lasst uns den Rest fantasieren, die Fiktion wirklich werden lassen, ob nun mit Chip oder ohne!

  40. .markus sagte am 30. October 2007 um 21:04 Uhr:

    Chris, du hast hier aufgrund der (beleidigten?) Abwesenheit anderer Diskussionsteilnehmer auch die Prügel für andere eigesteckt/einstecken müssen, wie etwa für die Transhumanisten.

    “Lassen wir das “vollkommen” weg, dann passt! Sonst könnt ichs nicht unterschreiben,hoffe du auch nicht.”

    Wörtlich ja, als Steigerung war es mir aber wichtig.

    Ich würd ja gern irgendwo hier einen Punkt machen, beim Konsens. Ich denke, man kann es dabei belassen. Alles andere würde sinnlose Zeit und Kraft verschlingen, wir wissen glaub ich einigermaßen, was wir beide drüber denken.
    Danke für die Diskussion. Hat mich gefreut, dass du nicht wie Robert eingeschnappt abgezogen ist. Feiner Zug.

  41. nexuslex sagte am 31. October 2007 um 01:14 Uhr:

    erstmal kann ich mir ja zum glück den artikel vom herrn basic sparen,nachdem er sich hier selbst abgestraft hat.sitzt da vorm rss reader und autogeneriert pong-kommentare.
    den artikel hier habe ich vorhin gelesen und das darin bestimmende element war meines erachtens nach angst.
    -jeder wird sich das nicht besorgen können,wie auch heute nicht jeder die high-end errungenschaften der pharmazie und der medizin in anspruch nehmen kann

    -ich halte eine “strange days” ähnliche lösung, ohne blutvergießen für wahrscheinlicher

    -ich habe schon jetzt jeden wiki artikel verfügbar,verstehen ist einige schritte weiter

    -mein c64 hatte keine fire-wall und auch jetzt wird mein rechner dank der freunde der menschen in der technikergemeinde nicht von dienern des status übernommen..entwicklung ist stetig,,menschen sind hervorragend geeignet sich veränderten bedingungen anzupassen

    -frag mal einen chemieker,,das heutig generierte fachwissen allein reicht aus, das seine frau sich einen liebhaber und seine kinder sich falsche vorbilder suchen

    -sozialisation und auseinandersetzung mit der lebenswelt veredelt den charakter, wissenserwerb wie du ihn propagierst hat was von muckibude

    -seltsam christlich geprägter fundamentalistischer unterton,den du anschwingst

    -wenn mal 30 milliarden menschen leben , kann das sehr angenehm sein mal mit allen nerven und sinnen zu entkommen und wenn du dagegen bist willst du das große totschlagen,das harmageddon in leib und seele (:))

    ich les das und den doktorsblog dann noch mal und schau mal beim selbstverliebten und überaus beschäftigten robert rein und nüchtere aus und suche dann hier die löschfunktion.

    die zukunft kommt, immer

  42. dissident sagte am 31. October 2007 um 12:20 Uhr:

    Kein Kommentar! Unausweichlich. Frohlockende Roboter sind das Endprodukt aller Zivilisationen. Hier mischt sich schwere Untergangsfantasie mit Abscheu. Ich bin Beobachter und nicht Verhinderer des Weltgeistes. Deshalb schweige ich.

  43. .markus sagte am 31. October 2007 um 16:07 Uhr:

    “-sozialisation und auseinandersetzung mit der lebenswelt veredelt den charakter, wissenserwerb wie du ihn propagierst hat was von muckibude”

    “-seltsam christlich geprägter fundamentalistischer unterton,den du anschwingst”

    Wen meinst du jetzt?

  44. nexuslex sagte am 31. October 2007 um 16:50 Uhr:

    wir sind die zukunft, the future is ours

  45. nexuslex sagte am 31. October 2007 um 16:53 Uhr:

    entschuldige,das war intuitives geschwabbel und jetzt werde ich samhain feiern. gib mir 2 tage um bedacht und informiert zu antworten und festzustellen das ich nicht voller bullshit bin…respect

  46. .markus sagte am 31. October 2007 um 17:12 Uhr:

    Feel free!

  47. Harry Kuntz sagte am 2. November 2007 um 23:05 Uhr:

    Joa, erinnert mich alles an den Vater meiner Freundin, Oberstudienrat und extrem technologiegläubig. Der macht sich wirklich viele, sehr intelligente Gedanken über die Zukunft und schreibt Bücher drüber. Nur das Problem ist, dass er das alles unvoreingenommen geil findet, wie sich das entwickelt. Mit soviel dystopischer Cyberpunkliteratur kann ich ihn garnicht versorgen, wie ich es gerne hätte. Und auch bei Gibson schwingt neben den negativen Aspekten halt doch immer der positive Aspekt des ganzen mit.

    Andererseits, ich wäre auch gerne Rigger oder Decker. Magier sind schwul.

  48. nexuslex sagte am 3. November 2007 um 20:38 Uhr:

    ich arbeite an der antwort, es ist aufwändig und wochenende. schritt für schritt dann, ohne eile

  49. ovit sagte am 5. November 2007 um 15:30 Uhr:

    übrigens, finde ich es sehr befreiend, nicht immer alles zu wissen und auch nicht wissen zu müssen. wie schön sind doch fehler und lücken. das nenne ich die wahre freiheit. drum bekommen meine kinder auch keinen chip in den kopf. ich werde sie ermutigen, fehler zu machen. und aus ihnen zu lernen, was aber nicht heißen soll, dass man diese fehler anschließend nicht mehr machen darf. um so naiver der vorwurf, dass ich der kontrollfanatiker wäre, der das kind an eine leine legt, während die gehirnströme von einem chip gesteuert werden sollen. die fehlbarkeit ist doch der segen der existenz. und nicht die überhöhung der ansprüche aller orten.

  50. Chris sagte am 6. November 2007 um 14:21 Uhr:

    Hi Ihr alle! Bin ja eigentlich raus aus diesem Diskurs hier 😉 Lese aber noch gespannt mit.

    Eins noch, Ovit:

    “der vorwurf, dass ich der kontrollfanatiker wäre, der das kind an eine leine legt”…

    Ich denke du meinst wohl meinen “Vorwurf” der keiner sein sollte bzgl. Nabelschnur und so, richtig? Sollte keiner sein, ehrlich nicht.

    Weil: Ich wollte lediglich festhalten das WENN es den Chip tatsächlich einmal geben sollte, ich sehr hoffe das keine Menschen, welche eher die negativen Aspekte eines solchen Implantats sehen, in “falschen” Momenten “falschen” Entscheidungen treffen.

    Das wäre eine meiner Sorgen: Das ein Technophobe (so wie du, Ovit, überspitzt gesagt!) dann dafür sorgt das dieser Eingriff in das Hirn eine “Absicherung” benötigt, somit ein Kontroll-GPS-Mechanismus, o.ä., eingebaut wird. Ich spreche von fernen Visionen, bitte nicht vergessen. Ich spreche von einer Zeit, in der das Thema nicht “ob” ist, sonder “wie” und mit welchen Funktionen. Das wird spannend werden.

    Und dank solchen Diskussionen wie dieser hier, hoffe ich, glaube ich, das der Mensch, die Menschheit der Zukunft, einen goldenen Mittelweg finden wird, und sich nicht das Hirn komplett “wegchipen” wird.

    Also, Ovit, kein Vorwurf, lediglich meine hoffentlich unbegründete Angst vor “Angsthasen in entscheidenden Positionen” 😉

  51. Robert sagte am 19. January 2008 um 03:00 Uhr:

    bin über einen aktuellen Beitrag auf dem Doktorsblog wieder hier reingestolpert. Wie, ich habe mich beleidigt verzogen? Warum sollte ich das, da ich ganz einfach dieses Blog aus den Augen verloren habe, bist nicht das einzige Blog in D und ohne Kommentarhinweis per Mail läuft da nix mehr bei mir. Du fandest also meinen Kommentar nicht nett, wenn ich das richtig verstehe. War ja auch nicht nett gemeint. Ich sah und sehe immer noch keinen Anlass, deine wertenden Reduktionen und Simplifizerungen über Dritte und wie sie denken geradezubiegen. Jeder der Augen hat, kann Differenzierung erkennen, wenn er sie liest. Wenn man bei Sachverhalten vorschnell mit dem Wertefinger auf andere zeigt und aus wenigen Sätzen auf Personen und ihre Weltbilder ableitet, dann ist was faul mit dem Gegenüber. Die Sache ist eigentlich sehr simpel: wer vorschnell wertet, kann über Weltbilder predigen wie er will, doch zuhören wäre die erste Bedingung zu einer erweiterten Erkenntnisfähigkeit. Ich habe nun viel wertende Predigten von Dir oben gelesen, aber wenig Gehörtes vernommen. Also sag Du mir, wo eine Basis ist, wie man miteinander reden soll, wo ich Dich doch immer noch als ungestümen S/W-Seher betrachte, dem Grautöne möglicherweise fremd sind.

  52. Manbearpig - Citronengras sagte am 2. April 2008 um 11:21 Uhr:

    […] also: .markus’ Text “Open Brain 2.0″ im Craplog, mit Ekelbild. […]

  53. Shadowrun (SNES) | social issues and stuff sagte am 25. June 2010 um 23:06 Uhr:

    […] einen Staat größtenteils entziehen und sogar Privatarmeen unterhalten. Die Technik ist dort, wo viele Menschen heute schon gerne wären: Man braucht seine Tastatur, pardon, „Cyberdeck“ nur an seine Schläfe stöpseln und […]

Und was meinst Du?

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