Merkwürdige Werbekampagnen

Foto: markbarkaway (cc)
Für die seltsamsten Dinge wird ja geworben. Eine der abstrusesten Kampagnen ever dürfte irgendwann Mitte der 90er jene für Zucker gewesen sein. Es ging dabei nicht um eine spezifische Marke, Form, Herkunft oder ähnliches. Nein – mit dem draufgängerischen Slogan “Mit Zucker lacht das Leben” wurde das süße Pulver ganz allgemein angepriesen. Anders als bei Milch (Mottos: “denn nur die Milch machts”, “Milch ist meine Stärke”), die ja immerhin auf Schulhöfen gegen Limo, Saft, Kola, Sprudel und Schorle antritt gibt es nämlich keine wirkliche Alternative zu Zucker. Okay, da sind diese fiesen kleinen Saccharin-Pillen, aber wer damit schonmal einen schmackhaften Kuchen gebacken hat, möge sich bitte melden. Entweder man benutzt Zucker oder man benutzt ihn nicht. Niemand wird plötzlich Salz in seinen Kaffee streuen, weil’s cooler ist. Eine Imagekampagne hat das Zeug in etwa so nötig wie, äh…
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Schlamm!
Und damit bin ich auch schon bei einem anderen Thema. Neulich, es war der letzte Studientag vor den Semesterferien, fuhr ich wie sonst auch mit dem Regionalexpress von Berlin zur Uni nach Potsdam. Es war voll und nicht alle Fahrenden fanden einen Platz, frühmorgens an diesem feuchten und grauen Tag. Die allgemeine Genervtheit wich aber etwas, als sich ein junger Mann durch die engen Reihen zwang und kostenlos kleine Döschen mit Schokolinsen verteilte. Warum das? Nun, hiermit wurde auf die sündhaft teuren Getränke- und Snackautomaten aufmerksam gemacht, die in der Bahn aufgestellt sind. Das erfuhr ich aus einem Prospekt, das der Mann mit den Schokolinsen zusätzlich verteilte.
Ich vermute aber, den wenigsten Reisenden dürfte der Zweck der Werbeschenkung bis ins Bewusstsein gedrungen sein, denn dieses Prospekt war von einer albtraumhaften Hässlichkeit, die die Konzentration auf Inhaltliches nahezu unmöglich machen sollte.
Grinsend schaut eine Großmutter verschämt im Hintergrund zu Boden, während ein Kind mit Prinz Eisenherz zur Ehre gereichendem Haarhelm uns auf dem farbintensivierten und nicht gerade auf natürlich photogeshoppten Coverfoto frontal, debil und diabolisch mit bräunlich-verschmierter Masse im Gesicht entgegengrinst.

“Was ist das da für ein Klecks auf deiner Nase, Dennis?”

“Ich geb Dir einen Tip, Omi…”

“Schokoladeneis gab es am Snackautomaten keines… Har Har Har!”

Hat der kleine Dennis mal wieder mit seinen Windeln gespielt…
:O~
muahaha.. ich kann grad nimmer vor lachen.. die bahn is aber auch blöd
Ich habe vom Metzger meines Vertrauens gerade die Broschüre „Bewusst genießen mit Fleisch.“ der CMA bekommen. Broschüre ist gut – ein richtiges Buch ist das! Hoffentlich gibts bald „Gesünder atmen mit Luft.“ oder „Täglich Nasespülen mit Wasser.“