Manchmal müsste man Mobbing möglich machen

Frank, 16. May 2008

Coneheads

Ich bin ja wirklich der Meinung, dass Deutschland ein tendentiell intellektuellenfeindliches Land ist und finde das doppelplusungut. Auch ich stecke mitunter Kritik für meine allzu verschachtelten Satzmonstren ein (freilich oft mit Recht). Aber es gibt dennoch Momente, in denen selbst der Verfasser dieser Zeilen fassungslos vor dem Flimmerschirm sitzt und denkt: Herrschaftszeiten, komm mal runter von deinem Ross. Wenn du mir etwas sagen willst, dann tu’s, aber nicht auf so eine verschwurbelte und unerträglich affektierte Art.

Auf einen veritablen Schwafelhengst, der in einem nicht uneklatanten Ausmaß Bullshit verschleudert, stieß ich während der Webrecherche zu einem eher unwichtigen Problem in einem Computerspiel. Pass auf: worldofplayers.de-Forum, “Politik und Gesellschaft”-Ecke. Ausgangsfragestellung: Findet ihr es sinnvoll, wenn im Saturn die Spielekonsolen erst um 14 Uhr eingeschaltet werden, um Schuleschwänzern keinen Anreiz für ihr schändliches Tun zu bieten? Zuerst: Vorhersagbares Geplänkel. Doch nun betritt der Champion aller Gewichtsklassen den Ring.

ewek emelot

Auf das Zitat

Wir ham auch immer geschwänzt obwohl niemand von uns zum Saturn gegangen is was spielen…

Halte die Aktion letztendlich für sinnlos, wenn man keinen bock auf Schule hat findet man immer ne bessere Beschäftigung.

antwortet er:

Ob man zur Schule geht ist letztlich auch eine Frage der Disziplin (in einem positiven Sinne, also nicht blinden [sic][1] Gehorsams [sic], sondern der Fähigkeit, bloßen Neigungen zu widerstehen und in Hinblick auf langfristige Ziele verantwortlich zu handeln). Diese Disziplin widerum will anerzogen werden. Wenn aber Teile der Gesellschaft der Disziplin zuwiderlaufende Anreize bieten, also das Projekt der Erziehung untergraben, so wird eine Sozialisation in Hinblick auf eine verantwortungsbewusste Teilhabe an der Gesellschaft erschwert.
Es ist für Lehrer und Eltern sehr schwer, Schülern zu erklären, dass diese zur Schule zu gehen haben, wenn andere “Autoritäten” bzw. Einflussinstanzen den Schülern gegenteilige Normen suggerieren.
Vielleicht trägt die Praxis, die im Eröffnungsbeitrag angesprochen wurde, einfach mal wieder der Tatsache Rechnung, dass Erziehung nicht nur Sache von Eltern ist, sondern durch die gesammte [sic] Gesellschaft vollzogen wird. Das ist nämlich bei uns ziemlich unüblich (man muss sich nur mal anschauen, wie empört manche Eltern reagieren, wenn mal ein anderer Erwachsener ihr Kind wegen irgendeines Fehlverhaltens ermahnt: “Lassen Sie mein Kind in Ruhe! Wie ich es erziehe, ist allein meine Sache.”).
Insofern schließe ich mich MichaDD und Planoraka in deren positiver Bewertung an.

Man könnte das auch abkürzen mit: Kinder müssen lernen, sich zu fügen, um wertvoll für die Gesellschaft zu werden und deswegen ist auch die gesamte Gesellschaft für ihre Erziehung verantwortlich. Umständlich geschrieben, okay, vielleicht auch inhaltlich kritikwürdig, aber so schlimm ist das doch noch gar nicht. Oder? Warten Sie’s ab, der Meister macht sich gerade erst warm.

Im Folgenden (um den Schwall erträglicher zu machen, bin ich gezwungen, einige Passagen zu kürzen) erklärt uns Ewek Emelot seine Definition von Disziplin:

Um nach Kant zu sprechen: Es gibt 2 [sic] Arten von Willkür: Solche, die nur durch die Sinne bzw. den Instinkt bestimmt ist (Tiere), und solche, bei der die Vernunft miteinwirkt [sic]. Jeder Mensch ist dazu im Stande, sein Handeln durch die Vernunft zu regulieren. Das bedeutet aber nicht, dass er das auch tut. Wenn ein Mensch etwas (durch die Vernunft) als richtig erkennt, aber das gegenteil [sic] bewirkt, dann liegt dies an seiner Willensschwäche. Diese widerum sehe ich als einen Mangel an Disziplin.

Was das Schwenzen [sic] angeht, so können nun 2 Dinge Schüler dazu treiben: 1. der Mangel an Einsicht, dass es vernünftig ist zur Schule zu gehen. Dann wäre das Schwenzen [sic] wirklich keine Disziplinlosigkeit, sondern ein freier Entscheidungsakt. Oder 2. die Willensschwäche, dass als vernünftig und richtig erkannte auch umzusetzen, weil es halt zuviel Mühe macht. Das wäre dann sehr wohl undiszipliniert. Da ich davon ausgehe, dass die Meisten Schüler auf den weiterführenden Schulen wohl erkennen sollten, dass der Besuch der Schule grundsätzlich schon längerfristig vernünftig ist, denke ich doch, dass eher die Disziplin der Knackpunkt ist (überhaupt glaube ich, dass das meiste Fehlverhalten der Menschen nicht auf Unkenntnis des Richtigen zurückzuführen ist, also auf falsche Überzeugungen, sondern darauf, dass viele Menschen gegen ihre Überzeugungen handeln).

In beiden genannten Fällen aber wären die Mängel, welche die Schüler dazu bringen (bzw. es zulassen), die Schule zu schwenzen, durch eine adäquate Erziehung zu beheben. Und hier nun setzt wieder die Argumentation aus meinem ersten Beistrag in diesem Thema ein.

Kant, aha. Ich denke, was Herr Emelot hier anprangert ist eine Haltung wie diese, auf den Schulalltag übertragen:

Auf die Wortmeldung eines Diskutanten

Du gehst hierbei aber automatisch davon aus, dass Schwänzen das falsche ist. Es ist nicht der Mangel an Einsicht, sondern die Einsicht, dass vieles was in der Schule Unterrichtet wird nunmal unwichtig ist.

Nicht der Besuch der Schule ist sinnvoll, sondern das bestehen der selbigen.

echauffiert sich der Gute etwas stärker:

Häh? Wenn der Besuch der Schule nicht sinnvoll ist, worin liegt denn dann der Sinn des Bestehens der selbigen? Ich dachte, die Schule bezieht ihren Sinn daraus, dass man sie besucht?

Die Schule besteht um ihrer Nutzung Willen (daher also bezieht sie ihren Sinn). Man besucht die Schule, um des lernens Willen (daher also dessen Sinn: LERNEN). Man lernt, um der Selbstverbesserung Willen und zur Sicherung der ökonomischen Existenz. Diese widerum bestehen auch um eines anderen Willen, bis man schließlich beim letzten Gut und bei der Glückseligkeit anlangt.

Tja nun, da gibt es auch andere Vorstellungen. Aber egal, denn man ist ja in den Klassikern belesen:

Ich empfehle Dir mal die Lektüre der Nikomachischen Ethik des Aristoteles. Das erste Kapitel des ersten Buches fängt so an: “Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluß scheint irgendein Gut zu erstreben.” In der Metaphysik indes heißt es: “Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen.” Jetzt kannst Du ja mal schauen, wie man das auf die Schule anwenden kann.

“Harhar, du Würstchen. Nimm du erstmal an einem Blockseminar zur Metamachischen Nikophysik des Aristoteles teil! ICH HAB DAS NÄMLICH GEMACHT! Bevor du mir nicht stehenden Fußes irgendwas hochgeistig Klingendes aus einem staubtrockenen Wälzer Klassiker der Philosophie zitierst, nehm ich deine Argumente gar nicht für voll!”

Ich frag mich ja, ob der Gute auch an der Supermarktkasse den Sinn pekuniärer Entlohnung anhand von Demokrit erörtert. Mein Gott, Philosophiestudenten — der Weg zur Hölle ist gepflastert mit ihnen (und Christdemokraten)! Stell dir mal vor: Du sitzt in einem Seminar und hast zehn solcher Typen, die derart weltvergessen miteinander diskutieren. Das ist Normalzustand im Philosophiestudium.

Auf seines Gesprächspartners Einwand hin, dass in der Schule auch viel unnützes Zeug gelehrt wird, welches man in der Regel später nicht braucht und ein flexibleres, auf den Einzelnen besser abgestimmtes, Schulsystem Not täte, entgegnet EE nun in all seiner abgehobenen Weisheit:

Hm, diese Argumentation ist aber nur bei einer sehr utilitarisrischen [sic] Auffassung von Bildung gültig, bzw. auch hier nur bei einem sehr beschränkten Verständnis von “Nutzen”. Bildung ist doch etwas auch an sich erstrebenswertes [sic]. Zudem ist es sinnvoll, auch auf andere Gebiete als nur das eigene Spezialfach zu schauen, um auch die Grenzen der Geltung des eigenen Wissens erkennen zu können. In diesem Zusammanhang [sic] empfehle ich Dir die Apologie des Sokrates zu lesen, in der er sehr schön zeigt, wie zwar alle anderen in der Stadt mehr wissen als er, aber über ihr Spezialwissen glauben, auch in allen anderen Belangen mitmischen zu müssen (…).

Sokrates! Hallo°o0OöO?!?12 Der Monitor verschmiert doch auf die Dauer von den multiplen Orgasmen, die der Kerl beim Tippen gehabt haben muss. Komm mal runter von deinem besserwisserischen Eierkopp-Trip, Junge — das ist ein Gamerforum! Glaubst du wirklich, dieses perpetuierte Namedropping begeistert irgendwen außer dich selbst? Ich jedenfalls weiß, dass ich nichts weiß.

Det Allerschürfste kommt aber jetze.

Ich gebe aber zu, dass ich selber bisweilen ein ziemlicher Fachidiot sein kann (man merkt es, glaube ich, irgendwie an meinen Beiträgen, die allesammt [sic] in philosophische Fachsimpelei hinauslaufen).

Mir fallen die Bilder von der Wand! Da nimmt man ja schon fast ein lindes Lüftchen jener Bescheidenheit wahr, die der Herr in seiner Forensignatur postuliert.

Signatur von Ewek Emelot

Forenuserin “Apfelblau” winkt dann auch zart mit dem Zaunpfahl:

Es gibt Menschen, die einen solchen Sprachgebrauch einsetzen um Eindruck zu schinden. Das merkt man ihnen auch häufig über ihrer herablassende Schreibweise an.

Ja. JAAAA! … Leider folgt jedoch die Relativierung auf dem Fuße:

Diesen Eindruck habe ich bei dir hingegen nicht, darum stört mich das auch nicht weiter.

Nein. NEEEIN!

facepalm_picard_riker.jpg

Im Verlauf der folgenden Diskussion geht es um die Qualität des Schulsystems. Es herrscht Konsens, dass es darum nicht zum Besten bestellt ist, auch wenn man sich uneins ist über Ursachen und Symptome. Egal, denn Ewek Emelot nutzt die Gelegenheit, sich noch mal richtig schön smuggig zu inszenieren:

Was mir noch aufgefallen ist: Du benutzt ziemlich viele Anführungszeichen und beziehst Dich auf Aussagen, ohne diese kurz zusammenzufassen oder zu zitieren, wodurch Deine Beiträge (zumindest nach meinem Empfinden) etwas schwieriger lesbar sind. Das soll aber nicht böse gemeint sein; es geht einfach nur um die Übersichtlichkeit Deiner Beiträge (womit ich übrigens keineswegs grundsätzlich impliziere, dass meine Beiträge übersichtlicher wären).

Würg! Komm klar, Heini. Mach meinetwegen in deinem solipsistischen Kopfschwerpunkt einen auf spießig, indem du die ja doch leider irgendwie unwissenschaftliche Herangehensweise der Diskutanten in diesem, ich wiederhol’s nochmal, Computerspieleforum kritisierst, aber tu dann doch bitte nicht so scheißfreundlich.

Damit ist das Thema im Prinzip fertig beackert. Wer will, kann sich diesen Dünnpfiff in anderen Threads weiter antun. Zum Beispiel dort, wo die Frage, warum Gott das Böse erschaffen hat, erörtert wird. Dankenswerterweise erwähnt Ewek Emelot da neben dessen Definition der Hölle selbst das Geburts- und Sterbedatum von Meister Eckhart (1260 – 1328). Mir hingegen reichts erstmal.

(Dank gebührt meiner Liebsten, denn eigentlich hat sie den Herrn Ewek entdeckt, woraufhin wir uns den halben Abend beömmelten)

  1. Weil ich den Kerl nicht leiden kann, markiere ich — ganz klugscheißerisch — jeden Fehler in seinen Zitaten [zurück]

29 Kommentare

  1. charaktersau sagte am 16. May 2008 um 07:53 Uhr:

    Mein Gott, Philosophiestudenten — der Weg zur Hölle ist gepflastert mit ihnen (und Christdemokraten)!

    Satz der Woche. Obwohl die Gott-Diskussion schlägt die Schul-Diskussion noch um Längen.

    Übrigens, bei der „um … Willen [sic]“-Ejakulation fehlen einige [sic]s.

  2. Henry sagte am 16. May 2008 um 11:34 Uhr:

    Klingt nach jemanden, der versucht die moderne Welt mit den Philosophen der Vergangenheit erklärbar zu machen. Cool.

  3. Die Arbeitgeberverbände sagte am 16. May 2008 um 14:23 Uhr:

    Sehr schön auch die Stelle, als Apfelblau sich in die Disskusion mischt und ihren Beitrag folgendermaßen beginnt:

    Zitat von Ewek Emelot: Ich gebe aber zu, dass ich selber bisweilen ein ziemlicher Fachidiot sein kann (man merkt es, glaube ich, irgendwie an meinen Beiträgen, die allesammt in philosophische Fachsimpelei hinauslaufen).
    Es gibt Menschen, die einen solchen Sprachgebrauch einsetzen um Eindruck zu schinden. Das merkt man ihnen auch häufig über ihrer herablassende Schreibweise an.

    Erst dachte ich, ah endlich mal eine die es ausspricht, aber dann hängte sie noch den Satz dran:

    Diesen Eindruck habe ich bei dir hingegen nicht, darum stört mich das auch nicht weiter.

    Muhahaha.

  4. Frank sagte am 16. May 2008 um 14:43 Uhr:

    @ Charaktersau & Arbeitgeberverbände: Danke für eure Hinweise, ich hab den Artikel nochmal nacheditiert.

  5. silverblick sagte am 16. May 2008 um 17:39 Uhr:

    Der Mensch ist ja großartig! Wie langweilig muss einem eigentlich sein, um in einem Gamerforum mit irgendwelchen Philosophien herumzuschnöseln?

    Die herablassende Art, die er an den Tag legt, gefällt mir auch gut, nach dem Motto: Ja, mein kleiner, dein Ausdruck ist ein bisschen ungeschickt, das legt sich aber mit dem Ausfallen der Milchzähne, keine Angst.

    Großartig übrigens das Foto gegen Ende des Beitrags – ziemlich genau das, was ich in dem Moment gemacht hab 🙂

  6. Harry Kuntz sagte am 16. May 2008 um 20:00 Uhr:

    Den Typen gibt es auch wirklich in jedem Forum, in verschiedenen Inkarnationen. Das kann dann auch eine WiWi sein (sehr häufig sogar) oder ein angehender Germanist. Schrecklich, jedenfalls weiss mein vorurteilbehaftetes Ich auch immer sofort Bescheid, wie er aussieht.
    Toll auch, wenn persönliche Meinungstraktate mit “Cogito ergo sum” inkl. Übersetzung beginnen, da klinke ich mich dann gleich aus.

  7. Harry Kuntz sagte am 17. May 2008 um 18:51 Uhr:

    (Mein Wordprogramm kennt das Wort “epistemisch” nicht. Die Programmierer sollten sich schämen!)

    Ich lieg am Boden 🙂

  8. Laura sagte am 18. May 2008 um 16:37 Uhr:

    Die ersten beiden [sic!] sind meiner Meinung nach falsch, da sich “blinden Gehorsams” auf “Frage der Disziplin” bezieht, also ohne Einschübe “eine Frage der Disziplin, nicht blinden Gehorsams”.
    Und ansonsten: Naja, ich glaube, ich mache mich auch desöfteren der Herumschwurbelei in Internetforen schuldig, weil ich finde, die Leute können ruhig auch mal ein bisschen Hochkultur und Substanz abbekommen. Wobei ich es höchstwahrscheinlich noch nie so bunt getrieben habe wie der Typ im Artikel. Ich finde sowas eigentlich eher unterhaltsam, und meistens steckt hinter den Beiträgen ein ziemlich verunsicherter Mensch, der in Wirklichkeit recht wenig drauf hat. Ich empfinde da eher Mitleid als Ärger, wenn überhaupt.

  9. Anna Licht sagte am 19. May 2008 um 15:25 Uhr:

    Danke, sehr schöner Artikel, hätte man glatt selber schreiben müssen.

    Gibt es eigentlich Studien auf diesem Gebiet der intellektuellen Masturbation im digitalen öffentlichen Raum?
    Bin ja fest davon überzeugt, dass dieses Verhalten eine spezielle Unterart des ordinären Trolltums ist. Wirklich schlimm sind allerdings die, die sich regelmäßig über das (ihnen seit Jahren bekannte) niedrige Niveau der anderen Diskussionsteilnehmer echauffieren, und dennoch immer wieder mit hochgeistigen Beiträgen aufwarten.

  10. Harry Kuntz sagte am 19. May 2008 um 22:17 Uhr:

    Ein sehr gelungener Videocast zum Thema Hirnmasturbation erschien auch jüngst beim Unwort.

  11. Stefan sagte am 25. May 2008 um 18:14 Uhr:

    Der Kerl ist echt ein wenig deppert… Sich richtig auszudrücken ist okay, aber der Inhalt sollte doch das wichtige sein, nicht die Sprache.

    Das Bild von Picard ist das beste.

  12. Ewek Emelot sagte am 5. August 2008 um 18:47 Uhr:

    Tja, das ist ja eine sehr nette Kritik meiner Beiträge. Vielen Dank!

    Es tut mir wirklich Leid, dass ich eben versuche, einigermaßen durchdacht zu schreiben. Es tut mir auch Leid, dass ich tatsächlich davon ausgehe, dass die Leser intelligente, menschliche Wesen sind, die auch bereit sind, ein Bisschen nachzudenken, wenn es um ernstere Themen geht.
    Was nun die angestrichenen Fehler angeht: Ich versuche nur Fehler so weit zu vermeiden, wie sie das Verständnis des Lesers einschränken können. Ich habe niemals behauptet, selber keine Fehler zu machen. Was also versuchts Du, mit dieser Pedanterie zu beweisen? Das ich fehlbar bin? Sehr lustig.

    Es gibt recht viele Menschen, die vor allem aus den Bereichen Argumente ziehen, die sie kennen und die sie interessieren. Bei mir ist das Philosophie. Warum ist es vermessen von mir, Philosophen zu zitieren?
    Es handelt sich auch um einen Teil des Forums, in dem andere Nutzer ebenfalls versuchen, etwas gehobenere Beiträge zu schreiben, was also sollte an meinen so unangemessen sein.

    Zudem scheint es mir doch merkwürdig, dass meine Beitrage offenbar so fesselnd waren, dass sie vom Urheber des obigen Artikels nicht nur zu weiten Teilen gelesen wurden, sondern außerdem noch zu einer detaillierten Analyse anregten.

    Und ja: Ich neige zu Eitelkeit. Aber ich halte mich darum nicht für etwas besseres. Ich versuche auch, andere Menschen nicht zu verletzen oder zu beleidigen. Ich nehme die meisten Leute so, wie sie sind und erwarte einfach, dass andere es mit mir genauso halten. Wer mich nicht leiden kann, der kann mir entweder sagen was ihn stört, damit ich es eventuell ändern kann, oder aber mich einfach ignorieren.
    Ich habe es wenigstens nicht nötig, andere Menschen herunterzumachen und auf ihnen herumzuhacken.

    Aber es liegt wohl in der Natur vieler Menschen, sich schwache Opfer zu suchen und mit anderen auf diesen herumzutrampeln. Wenn Ihr Euch dadurch besser fühlt, haben meine Beiträge wohl zumindest etwas gutes bewirkt, nicht wahr?

  13. Greenei sagte am 5. August 2008 um 19:47 Uhr:

    Moin,
    man merkt euch allen an, dass ihr vermutlich keine Wop-User seid, denn sonst müsstet ihr eigentlich wissen, dass im Politik und Gesellschaftforum ein im allgemeinen guter und gehobener Umgangston herrscht.
    Es stimmt, dass Ewek häufig Themen in einen Philosophischen Kontext bringt, doch dies schadet dem Thema nicht, sondern führt oftmals zu interessanten Diskussionen.
    Kommentare, wie:
    “Harhar, du Würstchen. Nimm du erstmal an einem Blockseminar zur Metamachischen Nikophysik des Aristoteles teil! ICH HAB DAS NÄMLICH GEMACHT! Bevor du mir nicht stehenden Fußes irgendwas hochgeistig Klingendes aus einem staubtrockenen Wälzer Klassiker der Philosophie zitierst, nehm ich deine Argumente gar nicht für voll!”

    Sind absolut unnötig und falsch. Ewek ist im Allgemeinen, so wie ich ihn kennen gelernt habe kein über alle Maßen eingebildete Mensch.

    Es ist jedenfalls schön zu wissen, dass du und deine Freundin euch den ganzen Abend aufgrund mangelnder Intelligenz, sowie vorschnellen Schlüssen beömmelt habt.

    Mfg Greenei

    PS: Falls es dir Spaß bereitet, kannst du auch gerne die Rechtschreibfehler in meinem Kommentar berichtigen 🙂

  14. Frank sagte am 6. August 2008 um 16:48 Uhr:

    @ Ewek Emelot:

    Im Englischen gibt es ein schönes Idiom: Cut the Crap. Sinngemäß übersetzt etwa: Hör auf, rumzuschwadronieren. Das ist die Essenz des obigen Textes.

    Zudem scheint es mir doch merkwürdig, dass meine Beitrage offenbar so fesselnd waren, dass sie vom Urheber des obigen Artikels nicht nur zu weiten Teilen gelesen wurden, sondern außerdem noch zu einer detaillierten Analyse anregten.

    Na klar! Mein Faible für derartiges kann man schon als ungesund bezeichnen. Was meinst du, wofür wir dieses Blog eingerichtet haben?

    Ich habe es wenigstens nicht nötig, andere Menschen herunterzumachen und auf ihnen herumzuhacken.

    Aber es liegt wohl in der Natur vieler Menschen, sich schwache Opfer zu suchen und mit anderen auf diesen herumzutrampeln.

    … oder: sich pseudointellektuell einzumauern, in der Gewissheit, dass andere alleine deshalb auf den eigenen Schmu nichts zu entgegnen haben, weil man alle drei Sätze durchblicken lässt, die antiken Philosophen studiert zu haben.

  15. Frank sagte am 6. August 2008 um 16:52 Uhr:

    @ Greenei:

    Ewek ist im Allgemeinen, so wie ich ihn kennen gelernt habe kein über alle Maßen eingebildete Mensch.

    [Heftig blinkender und trompetender Bullshit-Detektor] In dem Satz relativierst du die eigentliche Aussage “Ewek ist nicht eingebildet” aber ganz schön, findest du nicht?

  16. Greenei sagte am 6. August 2008 um 18:17 Uhr:

    Der Text besagt, dass Ewek ein über alle Maßen eingebildeter Mensch ist und dem wollte ich widersprechen. “So, wie ich ihn kennen gelernt habe” ist im Grunde überflüssig, da ich sowieso aus meinem persönlichem Erfahrungsschatz berichte, aber ich dachte mir, dass das hier einige falsch verstehen könnten, also hab ichs lieber hingeschrieben.
    Und das “im Allgemeinen” steht dafür, dass es in Betracht zu ziehen ist, dass es teilweise auch eine Abweichung von der Regel geben kann. (jeder ist sicherlich mal Eingebildet/Arrogant)

  17. Frank sagte am 6. August 2008 um 18:24 Uhr:

    Danke Greenei, jetzt verstehe ich besser was du meintest.

  18. Erbin sagte am 7. August 2008 um 14:55 Uhr:

    Wie bereits gesagt wurde: Das Politik- und Gesellschaftsforum ist ein Board mit etwas höherem Anspruch; meistens finden sich dort auch nur die zusammen, die wirklich ernsthaft an solchen Fragen interessiert sind.
    Ewek drückt sich zwar teilweise kompliziert aus und bringt Diskussionen vielleicht zu stark in den philosophischne Hintergrund, trotzdem kann man ihn meist verstehen und die Diskussion wird dadurch weder aufgehalten, noch gestört.
    Imgrunde sind die einzigen Sätze, die mich an seinen Beiträgen stören, Sätze wie “Ich empfehle dir die Lektüre….”, “Du solltest mal … lesen”, “Ich rate dir zum Buch…” usw.
    Denn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand sich dieses oder jenes Buch besorgt, um weiter an der Diskussion teilzunehmen, ist meist gleich 0.
    Ansonsten finde ich eher diesen Artikel lächerlich, als das, was Ewek schreibt.

  19. Frank sagte am 7. August 2008 um 15:04 Uhr:

    @ Erbin:

    Ansonsten finde ich eher diesen Artikel lächerlich, als das, was Ewek schreibt.

    Warum?

  20. Erbin sagte am 7. August 2008 um 17:03 Uhr:

    Weil er zum gezielten Bashing eines einzelen Users geschrieben wurde.

  21. Frank sagte am 7. August 2008 um 17:31 Uhr:

    … aber stellvertretend das smuggige Geseiher von Millionen Webusern anprangert. Klar ist das nicht nett von mir, aber wer ins Internet schreibt, muss auch mit Reaktionen rechnen. Komm schon, meine Kritik in obigem Artikel ist vielleicht etwas elaborierter in seiner Indifferenziertheit, “frecher” sozusagen, aber im Kern decken sich meine und deine Kritik doch. Wir sind hier ja nicht von den Regeln eures kuscheligen Forums betroffen, also nahm ich mir die Freiheit, Klartext zu reden. Und wenn EE diesen Beitrag nicht mehrfach bei euch gepostet hätte (1, 2), wäre ihn zu ignorieren doch auch ganz einfach.

  22. Ewek Emelot sagte am 7. August 2008 um 19:13 Uhr:

    Jaja, ich war erstmal wirklich geschockt und betroffen von dieser vernichtenden Kritik und lächzte nach gegenteiligen Aussagen. Im Grunde ist aber schon was Wahres dran. Ich habe aber auch nie bestritten, dass ich Eitel bin. Nur stimmt es nicht, dass ich andere nicht ernst nehme. Dass meine Meinungen häufig von Philosophen geprägt sind bedeutet nicht, dass ich Meinungen, bei denen das nicht der Fall ist, ignorieren oder verachten würde.

    Ich bin eben nur in meinem Wesen etwas missionarisch. Und halt ein Schlaumeier. Aber Schlaubi war halt schon immer der Schlumpf, mit dem ich mich am besten identifizieren konnte.

  23. Erbin sagte am 8. August 2008 um 02:58 Uhr:

    @Frank:
    Im Gegensatz zu dir halte ich Eweks Benehmen allerdings nicht für hochnäsig und arrogant.

    Und nur weil wir hier außerhalb des Forums sind, halte ich es nicht für richtig, so gezielt eine Person anzugreifen, die nicht im öffentlichen Interesse steht. Bei uns in unserem “kuscheligen Forum” fliegen auch öfters die Fetzen; dabei geht es aber immer gegen Meinungen und nicht gegen Personen.

    Wie auch immer; ich hab gesagt, was ich sagen wollte; salut

  24. Harry Kuntz sagte am 17. April 2009 um 13:39 Uhr:

    Heute, da es eine Vielfalt, ja Masse von Kommunikationsmitteln gibt, ist die Frage, wer welches Interesse hat und was zu beachten ist, nicht leicht zu beantworten. Falls das des Öfteren „Fehlentscheidungen” (aus welcher Perspektive auch immer) zur Folge hat, könnte man aber ja möglicherweise oder sollte man gar realistischerweise auch davon ausgehen, dass es gleichzeitig ebenso eine (selbst)reinigende Kraft der Masse gibt. (Denken wir an Hölderlins „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!”) Was bisher in bestimmten Bereichen des Lebens das Prinzip und die Entscheidung (beide im wahren Wortsinn) eines Individuums zu benötigen schien, könnte dauerhaft und bewusst und eben universell ersetzt sein durch die Synthese/ den Kompromiss des „Kollektivs”. Kann vielleicht die Gesellschaft unter dem Druck oder mit Hilfe (wie man es eben sehen möchte) der (flüchtigen) Technologien die geistig-/kulturelle „Revolution” schaffen, den Wert oder gar die Möglichkeit von individuellen (Vor-)Urteilen sowohl a priori als auch a posteriori schwinden zu sehen, ohne die Hoffnung zu verlieren? Möglicherweise konditioniert sich der Mensch evolutionär zu einer flexibleren (flüchtigeren) Geistes- und Kommunikationshaltung, die im Kleinen wie im Großen durch veränderte Aktions- und Reaktionsintervalle gekennzeichnet wäre. – hugo von krapendorf

  25. Frank sagte am 17. April 2009 um 16:14 Uhr:

    Das ist hart, halleluja.

  26. hugo von krapendorf sagte am 8. May 2009 um 10:48 Uhr:

    Ihr habts wenigstens verstanden.

  27. Frank sagte am 9. May 2009 um 08:41 Uhr:

    Leider nein, lieber Hugo. Ab einem bestimmten Maß Bullshiteritis ist bei mir auch ein Punkt erreicht, an dem mein Hirn einfach ausschaltet. Zapp. Da kann ich nix machen gegen.

  28. hugo von krapendorf sagte am 9. May 2009 um 15:36 Uhr:

    Achso. Tut mir leid.

  29. Sebastian sagte am 23. May 2010 um 11:08 Uhr:

    Es gibt da übrigens einen hübschen Kant-Generator:

    http://bert.debruijn.be/kgp/

Und was meinst Du?

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