Was auch mal gesagt werden kann, aber nicht muss

Frank, 4. April 2012

Auch ich habe nun, nach einem ganzen Tag
der Empörung und Ereiferung in
beinahe allen Onlinemedien über den
Affront des Günter Grass
das Gedicht endlich gelesen.
Über den eigentlichen Inhalt mich zu äußern
will ich an dieser Stelle unterlassen.
Ich kann, darf, will, ja – muss
dazu einfach auch mal schweigen.

Warum aber? Zu groß
scheint mir die Gefahr, eine Diskussion vom Zaun
zu brechen, die in dieser blöden und
müßigen Form im Netz schon viel zu oft
geführt wurde – ohne, dass sie auf die
Realität im nahen Osten in einer Form
– welcher auch immer –
Einfluss gehabt hätte
oder auch nur hätte haben können
oder auch je gehabt haben können wird.

Wenn es eines jedoch gibt, dass
ich dem Gedicht Günther Grass’ zu entnehmen
imstande bin, dann die
Erkenntnis, dass mit ein paar aufge-
blasenen Formulierungen und
mehr oder weniger wahllos gesetzten
Absätzen ein profanes, kleines
Textchen, das so auch sonstewo im Netz
hätte stehen können, vielleicht sogar
steht oder gestanden haben könnte, durchaus
zu Lyrik aufgeblasen werden kann.
Also Nobelpreis her, zackzack.

3 Kommentare

  1. vivec sagte am 4. April 2012 um 22:19 Uhr:

    like 😀

  2. herrpunkt sagte am 5. April 2012 um 17:11 Uhr:

    Ich habe neulich auch einen Kuchen als ein Gedicht bezeichnet.

  3. herrpunkt sagte am 5. April 2012 um 17:12 Uhr:

    “Dieser Kuchen ist ein Gedicht.”

    Das hätte aber auch nicht gesagt werden müssen.

Und was meinst Du?

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