Die Windmühlen des Marco K

Frank, 22. August 2008

Marco K ist ein junger Schreiberling, der für die Freiheit einsteht. Und er nimmt sich Freiheiten, konsequent. Etwa jene, bei “eigentümlich frei” ganz im Gegensatz zu den verhassten Latte Macchiato süffelnden “Luxussozialisten” Kinderarbeit zu verteidigen und in der rechtskonservativen “Blauen Narzisse” die Brothers Keepers als “schwarze Hassprediger” zu bezeichnen. Auch in seinen sonstigen Absonderungen verdeutlicht der junge Mann, dass dort wo sich unbeschwerter Nationalismus und ökonomistischer Marktfetisch in zärtlicher Umarmung vereinen, der gemeine Kotzbrocken seine Heimstatt hat, einem Ort, wo auch linkspolitische, Staats- und Überfremdungsparanoia an den Wänden wuchern wie prächtig gepflegte Schimmelpilzkulturen.

Sein eigenes Blog nennt K programmatisch opponent.de. K opponiert zum Beispiel gegen den fiesen Mindestlohn. Denn der ist interventionistisch, genau wie grundsätzlich alle fixierten Standards der Menschenwürde. Weil man den Lesern seines Blogs ja mal etwas zum Lachen, was Witziges, Bissiges an die Hand geben will, verzog er sich jüngst in den Keller und kam kurz darauf mit folgender Collage wieder heraus:

Humor wie '33: Hitler und der Mindestlohn

Ich schlapp mich lach. Hitler! Förrr den Mindestlohn! Auf einer Seite des Deutschen Gewerkschaftsbunds! Prust. Na klar, denn im Nationalsozialismus steckt ja auch der Sozialismus drin, gell? Zum Niederknien (und Fußbodenpizza backen).

Der Deutsche Gewerkschaftsbund bekam das spitz und fand’s nicht komisch. So erhielt K gestern einen Brief mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrter Herr K,

hiermit fordern wir Sie auf, den auf Ihrer Internetseite www.opponent.de eingestellten, der im Wesentlichen Inhalte unserer Internetseite www.mindestlohn.de sowie das DGB-Logo zeigt, umgehend von ihrer Internetseite zu nehmen. Sollte dies nicht bis

Freitag, den 22. August 2008, 10.00 Uhr vormittags

geschehen, behalten wir uns ausdrücklich alle in Betracht kommenden strafrechtlichen wie zivilrechtlichen Schritte gegen Sie vor. Wir weisen Sie insbesondere darauf hin, dass Sie keine Erlaubnis haben, das DGB-Logo zu verwenden.

Mit freundlichem Gruß

Reinhard D

Klar ist es etwas harsch, auf einen popeligen Blogger und seine solcherlei geradezu Mitleid erregende Versuche, lustig zu sein, zu reagieren. Aber es ist ihr gutes Recht. Zumal der DGB rechtsmittelmäßig sicher adäquat ausstaffiert ist und auch gleich eine Abmahnung hätte verschicken können. Und dass das kostet, weiß man ja seit den diversen “Brötchengates”, die die deutsche Bloglandschaft erschütterten.

Oh tempora, oh mores! Der stalinofaschistische DGB droht uns Monokulti-Heten mit Staatsgewalt plärrt es da aus dem Opponentenblog. Um Solidarität heischend erklärt K:

Ich akzeptiere die Drohung mit Initiierung staatlicher Gewalt gegen mich durch den DGB-Bundesvorstand nicht und werde der Aufforderung aus ethischen Gründen nicht nachkommen. (…bla…)

Darüber hinaus empfinde ich die Drohung durch den DGB nicht nur als Beweis für die Humorlosigkeit der Gewerkschaftsbürokraten, was schließlich noch zu verschmerzen wäre, sondern als offenen Angriff auf die unantastbaren Freiheiten des Individuums, welche die Grundlage für eine friedliche und freie Gesellschaft bilden, im Unterschied zu einem menschenverachtenden, freiheitsfeindlichen Regime wie etwa der DDR, das durch die deutsche Gewerkschaftsbewegung maßgeblich gestützt wurde. (…bla…)

Gewerkschaftsvertreter haben heute einmal mehr ihre Maske fallen gelassen, hinter der sich die hässliche Fratze der Menschen- und Freiheitsfeindlichkeit verbirgt. Die Drohung gegen mich wird nicht dazu führen, dass ich mich dem Willen des DGB beuge. Vielmehr sehe ich es ab sofort als primär an, Widerstand gegen (staatlich protegierte) Gewerkschaften auf allen Ebenen zu leisten und zu unterstützen.

Ich möchte alle Menschen, insbesondere alle Blogger, dazu aufrufen, dem Abmahnwahn hierzulande, dem Drohen mit staatlicher Gewalt, den Einschüchterungsversuchen staatlicher, halbstaatlicher und privater Akteure nicht schweigend zu begegnen, sondern aktiv Widerstand zu leisten. Freiheit ist ein zerbrechliches Gut, das jeden Tag wieder erkämpft und bewahrt werden muss. Einmal verloren, ist die Freiheit nur unter größten Opfern zurückzuerlangen. Gehen wir den Weg in die Tyrannei, den dieses Land schon all zu lange beschritten hat, nicht weiter!

K spielt sich also auf als Vertreter von Meinungsfreiheit, Kämpfer gegen Zensur und Staat, hier verkörpert in Gewerkschaft und Justiz. Nun ja, jedem seinen eigenen Größenwahn. Lieber Marco, darf ich fragen, ob du dich, wenn du bei der Steuererklärung schummelst, wie William Wallace fühlst, beim Schwarzfahren wie Che Guevara, beim besoffenen Autofahren wie Mahatma Gandhi?

Von mir, lieber Marco, gibt’s keine Solidarität, allerhöchstens etwas Mitleid. Denn es hat schon etwas Don Quixote-artiges, sich selbst und das eigene verkackte Weltbild so aufzublähen, dass man meint aus einer nicht lustigen, nein – wirklich einfach nicht lustigen, grafischen Nazi-Gleichsetzung eine Verteidigung angeblich liberaler Werte zu konstruieren. Vorzugeben, dass eine solch erbärmliche Albernheit Satire sei, anderen vorzuwerfen, sie seien humorlos, wenn sie den Humor darin nicht entdecken.

Anderswo kommt man in der Besprechung des Falles gleich mit Arbeiterdichtern:

Kurt Tucholsky (1890-1935) war ein linker Intelletikueller, trat für die Arbeiterbewegung ein und seine Werke wurden wie viele andere auch im Mai 1933 von wildgewordenen Nationalsozialistischen Studenten verbrannt.

Der Schriftsteller, Journalist und Gesellschaftskritiker ist bis heute eine viel- und gernzitierte Persönlichkeit. Eines seiner bekanntesten Zitate lautet

“Was darf Satire? Alles.”

Kurt Tucholsky hatte durchaus recht. Aber wenn so etwas wie obiges Werk schon die Schöpfungshöhe von Satire erreicht, dann bin ich dafür den Begriff gleich ganz zu entgrenzen. Dann wäre ich dafür — und das meine ich hier nur metaphorisch — auch einen Tritt in die Fresse als Satire zu liberalisieren. Lustig wär’s zumindest.

[via gulli]

23 Kommentare

  1. Jan sagte am 22. August 2008 um 18:31 Uhr:

    Über Geschmack lässt sich streiten, über Humor ebenfalls. Insofern ist es schlicht nicht machbar objektiv zu bewerten, wo Satire anfängt und wo sie endet. Wer sollte das tun? Eine nationale Lustigkeitskommission? Darum ist es durchaus vernünftig, Satire alles zu erlauben.

    Körperliche Gewalt mit einer harmlosen und historisch nichtmal verkehrten Karikatur zu vergleichen, finde ich davon mal ganz abgesehen ein bisschen doll.

  2. DDH sagte am 22. August 2008 um 18:53 Uhr:

    “Und ohne Pressefreiheit, Vereins- und Versammlungsrecht ist keine Arbeiterbewegung möglich.” Friedrich Engels, Preußische Militärfrage, MEW 16, 75.

    “Selbst in dem äußersten Fall, dass die Bourgeoisie, aus Furcht vor den Arbeitern, sich unter der Schürze der Reaktion verkriechen und an die Macht der ihr feindlichen Elemente um Schutz gegen die Arbeiter appellieren sollte selbst dann wird der Arbeiterpartei nichts übrig bleiben, als die von den Bürgern verratene Agitation für … Pressefreiheit, Versammlungs- und Vereinsrecht trotz der Bürger fortzuführen.
    Ohne diese Freiheiten kann sie selbst sich nicht frei bewegen; sie kämpft in diesem Kampf für ihr eigenes Lebenselement, für die Luft, die sie zum Atmen nötig hat.” Friedrich Engels, Preußische Militärfrage, MEW 16, 77.

    “Die (politische) Freiheit besteht darin, den Staat aus einem der Gesellschaft übergeordneten in ein ihr völlig untergeordnetes Organ zu verwandeln, und auch heute sind die Staatsformen freier oder unfreier in dem Maß, worin sie die Freiheit des Staates beschränken.” Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, 27.

    Das war mal in grauer Vorzeit das Credo der deutschen Arbeiterbewegung. In anderen Regionen dieser Erde ist es zumindest teilweise heute noch so, daß Gewerkschaften als Erben der Arbeiterbewegung für die Meinungsfreiheit der Unterdrückten und Augebeuteten und für die Teilhaberechte der Ausgegrenzten eintreten. Hierzulande tun sie als inkorporierte Systemstütze das genaue Gegenteil: Sie erhöhen mit Mindestlöhnen die Eintrittsbarrieren für die Schwächsten in der Gesellschaft in den Arbeitsmarkt und zwingen diese damit in staatliche Abhängigkeit und sie bedrohen (unter Zuhilfenahme eines vom Öffentlichen Recht korrumpierten Privatrechts) Kritiker dieser asozialen Politik – wie im Falle Marco Kanne – mit Abmahnanwälten und staatlicher Repression. Sie schwächen also die Position Arbeitssuchender und kritischer Geister und stärken gleich zweifach die Rolle des Staates. Big Labour als Juniorpartner im Bündnis von Big Government und Big Business. Und da soll man nicht von “Faschismus” reden?

    P.S.: Gelte bei “Rechtslibertären” (wie Marco Kanne, von dem mich weltanschaulich vieles trennt) als “linkslibertäre Multi-kulti-Schwuchtel”, also nix von wegen “Mono-Kulti-Hete”! Das nur als Disclaimer!

  3. Frank sagte am 22. August 2008 um 18:58 Uhr:

    @ Jan:

    Nein, es lässt sich nicht über alles streiten. Hitler mit dem DGB in Verbindung zu bringen ist geschmacklos. Wer darüber lacht, ist genauso zwangsläufig ein Vollhorst wie jemand, der die Karikaturen aus dem “Stürmer” lustig findet.

    Dein Link funktioniert nicht. Ich weise nicht umsonst darauf hin, dass meine Tritt-in-die-Fresse-Anmerkung nicht wörtlich zu verstehen ist.

    //edit: Jetzt geht der Link wieder. Mönsch, gut dass das mal klargestellt wurde, dass der Mindestlohn des Teufels ist, weil ja auch Hitler sowas in Petto hatte. Ich hab ja auch schon immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich auf dem Klo sitze, weil der Führer ja sicher auch… manchmal… und so. Ähm, egal. Gibt es eigentlich Statistiken darüber, ob sich der Mindestlohn positiv auf die Arbeitsmoral der Zwangsarbeiter ausgewirkt hat? Würde mich ja mal interessieren.

  4. Frank sagte am 22. August 2008 um 19:04 Uhr:

    @ DDH:

    Ich will hier jetzt keine ökonomisch-ideologischen Diskussion führen, aber die Behauptung, dass Gewerkschaften und die Forderung nach einem Mindestlohn arbeitnehmerfeindlich sind, ist, Achtung, Buzzword-Alarm, neoliberaler Schnulli. Aber glaub, was du willst.

  5. Solidarität mit dem DGB | F!XMBR sagte am 22. August 2008 um 20:07 Uhr:

    […] doch bei den Herren mit den weißen Jacken besser aufgehoben wäre als auf seinem Blog. Danke Craplog. Von mir, lieber Marco, gibt’s keine Solidarität, allerhöchstens etwas Mitleid. Denn es […]

  6. Harry Kuntz sagte am 22. August 2008 um 20:29 Uhr:

    Malte hat ja ein paar Blogs aufgelistet, die auf den Zug aufgesprungen sind. Ich persönlich finde die Trigger “Blog” und “Abmahnung” soooowas von 2006, hätte nicht gedacht, dass das nochmal zieht.

    Interessant fand ich dann Jochen Hoffs Wortmeldung, dass sich Mark’doh per Mail an ihn gewandt hat, doch mitzumachen. Erklärt ja auch so einiges.

    Im Übrigen bin ich sehr wohl für eine Instanz, die Satire und Humor misst und schlage das Craplog vor. Nur mal als Anregung.

  7. Jan sagte am 22. August 2008 um 21:41 Uhr:

    @ Frank

    Ich hab eigentlich nur versucht zu erklären, wie man auf den Gedanken zu so einer Karikatur kommen kann, ich mach mir das nicht zu eigen. Es geht mir auch weniger um die Sache, als ums Prinzip. In einem freien Land muss sowas erlaubt sein.

  8. Lotta sagte am 22. August 2008 um 22:16 Uhr:

    So sehr ich Tucholsky schätze und nachvollziehen kann, welchen Gedanken sein Ausspruch “Satire darf alles” entsprang, dennoch darf Satire eben nicht alles. Andernfalls müsste man Volksverhetzung und menschverachtende Propaganda klaglos dulden, wenn die Urheber sie als Satire deklarieren. Und wofür man solche “Satire” hervorragend einsetzen kann, nun, das dürfte die NS-Zeit hinreichend bewiesen haben.
    Im besten Fall kritisiert Satire schonungslos die Ungeheuerlichkeiten der jeweiligen Zeit, im schlimmsten verhöhnt sie Schwache oder jene, die für Schwache kämpfen. Tut sie letzteres, ist ihr Ziel nicht aufzuklären und anzumahnen, sondern schlicht aufzuhetzen. Und Hetze kann einem freiheitsliebenden Menschen nun wirklich nicht am Herzen liegen.

  9. DDH sagte am 22. August 2008 um 22:41 Uhr:

    “Volksverhetzung und menschverachtende Propaganda” müßte man in einem freien Land, in dem nur TATEN aber keine Kommunikationsdelikte, also WORTE verfolgt werden dürften, in der tat “klaglos dulden”. So what?

    „Es wird allgemein für gerechtfertigt gehalten, die Redefreiheit einzuschränken, wenn eine Rede die Wirkung hat, die Reputation einer anderen Person fälschlicherweise oder böswillig zu zerstören. Das Recht von Beleidigung und Verleumdung behauptet kurz gesagt ein Eigentumsrecht von jedermann an seiner eigenen Reputation. Aber niemandem kann seine „Reputation“ gehören, weil diese einfach nur eine Funktion von Gefühlen und Einstellungen anderer Menschen ist. Da aber niemandem wirklich das Bewußtsein und die Einstellungen anderer gehören können, kann auch niemand im Wortsinn ein Eigentum an seiner Reputation haben. Die Reputation einer Person verändert sich ständig, in Abhängigkeit von den Einstellungen und Meinungen des Restes der Bevölkerung. Deshalb kann der verbale Angriff auf jemanden kein Eingriff in sein Eigentum sein und somit nicht verboten oder strafrechtlich verfolgt werden.

    Es ist natürlich unmoralisch, falsche Behauptungen über eine andere Person aufzustellen, aber es sei noch einmal gesagt, daß das Moralische und das Rechtliche für den konsequenten Liberalen zwei gänzlich verschiedene Kategorien sind.

    Außerdem ist es praktisch gesehen so, daß ohne Gesetze über Beleidigung und Verleumdung die Menschen Beschuldigungen ohne vollständige Beweise viel weniger glauben würden. Wenn heute einem Menschen eine Schwäche oder eine Missetat zugeschrieben wird, ist die allgemeine Reaktion, es zu glauben, auch wenn es falsch ist, und zu fragen: „Warum klagt er nicht wegen Verleumdung?“ Das Verleumdungsrecht diskriminiert dadurch natürlich die Armen, weil eine Person mit wenigen finanziellen Ressourcen kaum in dem Maße in der Lage sein wird, einen Prozeß wegen Beleidigung zu führen wie eine Person mit ausreichenden Mitteln. Außerdem können die reichen Menschen das Verleumdungsrecht nutzen, um einen Klub gegen ärmere Personen zu bilden und vollkommen gerechtfertigte Beschuldigungen und Äußerungen mit der Drohung unterdrücken, ihre ärmeren Feinde der Verleumdung anzuklagen. Paradoxerweise ist dadurch eine Person mit begrenzten Ressourcen im gegenwärtigen System mehr gefährdet, verleumdet zu werden und in ihrer eigenen Redefreiheit eingeschränkt zu werden, als sie das in einem System ohne Gesetze gegen Verleumdung oder Diffamierung wäre.“

    Murray Newton Rothbard, For A New Liberty, 1978

    P.S.: Und nennt einen Left-Libertarian und Individualanarchisten wie mich NIE WIEDER “neoliberal” – sonst gibt’s ne Abmahnung! 😉

  10. Lotta sagte am 22. August 2008 um 22:41 Uhr:

    Ach so, und dass man den DGB versucht durch einen Hitler-Vergleich zu diffamieren, zeugt von einem höchst lückenhaften Wissen über die Geschichte des Dritten Reichs. Hitler mochte die Gewerkschaften nämlich genauso wenig wie Marco K.

  11. DDH sagte am 22. August 2008 um 22:51 Uhr:

    Kurt Tucholsky trat übrigens auch mit viel Scharfsinn und auf sehr humoreske Weise gegen Protektionismus und für Freihandel ein. Eigentlich so etwas wie ein Ahnherr der Linkslibertären…

  12. Frank sagte am 22. August 2008 um 23:59 Uhr:

    @ DDH:

    Tja, nenn mich Idealist, aber mir ist es doch erheblich lieber, wenn allen Menschen, egal welcher Einkommensstufe, juristische Mittel, wofür oder -gegen auch immer, offenstehen. Dass dein zitierter Rothbart bereits als Grundannahme davon ausgeht, dass rechtliche Möglichkeiten einkommensabhängig sind, ist zwar leider die Realität (v.a. in den USA, aber auch hier), nichtsdestotrotz jedoch einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig.

    Rufmord, Beleidigung und Verleumdung als nicht-physische Straftatbestände nicht mehr strafbar zu machen, halte ich für denkbar falsch. Denn dann bestünde ein weit größerer Anreiz als heute, das als legitimes Mittel zur Durchsetzung der eigenen Interessen zu verwenden. Was soll jemand tun, den die Springer-Journaille oder sonstwer fälschlich als Kinderschänder tituliert? Was ist mit Psychoterror — Was soll jemand unternehmen, der nächtens mit obszönen Anrufen bombardiert wird oder der von irgendwelchen durchgeknallten PI-Nazis Morddrohungen erhält? Wo zieht man die Grenze?

    Moral und Recht kann man nicht getrennt voneinander betrachten, denn Recht ist, nichts anderes als die gesammelten, kodifizierten Moralvorstellungen einer Gesellschaft. Klar gibts da auch externe Faktoren, z.B. Lobbying, aber im Grundsatz.

  13. Horst Schulte sagte am 23. August 2008 um 01:40 Uhr:

    Mensch, ist das hier anstrengend. Behaltet eure Solidarität, euer Mitleid und vor allem eure intellektuelle Überheblichkeit.

  14. Frank sagte am 23. August 2008 um 02:33 Uhr:

    @ Horst Schulte:

    Meine Solidarität kriegt hier keiner, ich finde nämlich nicht, dass “die” Blogosphäre per se zusammenhalten muss. Marco K ist ein aufgeblähter Luftikus, ein unsymphatischer dazu. Mein Mitleid brauchst du ja nun nicht und was die intellektuelle Firlefanzigkeit angeht… Da gibt’s Schlimmere.

  15. mike sagte am 23. August 2008 um 05:00 Uhr:

    Zur angeblichen Satire spar ich mir meins mal, wenn der Urheber solchen Schmonzes sich aber dann in den Kommentaren in seinem Beitrag zu seiner revolutionären Standhaftigkeit gegen den bösen Staat (=DGB) für Statements a la (frei ausm Kopp, ich geh nich nochmal auf die Seite) “der DGB würde auch Gaskammern gutfinden, wenn’s für die Arbeitnehmer gut ist” hochoffiziell bedankt, dann wird’s extrem schwer, noch Augen zu finden, die man zudrücken könnte, wenn man immer noch auf der Suche nach Nischen sein sollte, wo man seinen Altruismus solidarisch einbringen könnte.

  16. bunteskanzler sagte am 23. August 2008 um 12:14 Uhr:

    „Man kann eine Diskussion als beendet bezeichnen, wenn einer der Teilnehmer Hitler und die Nazis herauskramt.“

    Herr Godwin würde sagen, die ganze Diskussion entbehrt jeder Grundlage, da sie bereits und allein durch die Erwähnung Hitlers angestossen wurde. Wichtigtuer Marko K. hat diese Aufmerksamkeit nicht verdient.

    so what?

  17. Harry Kuntz sagte am 23. August 2008 um 12:42 Uhr:

    Ich empfehle übrigens allen, die meinen, man darf alles Satire nennen, die eigentlich für 7.-Klässler gedachte Kurzgeschichte “Ein Tisch ist ein Tisch”. Begriffe müssen irgendwelchen Definitionen folgen, sonst sind es nur leere Hülsen. Klar kann jeder von sich behaupten, Satire zu machen, nur wird es dadurch nicht wahr. Mal völlig unabhängig von der geistigen Tiefe, die dahinter steckt.

  18. The Fellow Passenger » Mitleid für Marko Kanne sagte am 24. August 2008 um 03:05 Uhr:

    […] den Weltfrieden” [2] Der Brief des DGB bei opponent.de [3] Artikel bei Craplog.de mit Abbildung der Fotomontage [4] The Fellow Passenger verleiht den Feuerverzinkten PR-Sargnagel an Transparency […]

  19. pantoffelpunk sagte am 25. August 2008 um 10:17 Uhr:

    Gnihihi, unter dem Artikel über diesen “SKANDAL!!!” – muharrharr – finden sich natürlich auch Kommentare von Wilhelm Entenmann. Logisch, eigentlich. Dort, wo durchgebrezelte Vollpfosten mit kleinem Pimmel gegen Gutmenschen wettern, ist der Knabe nicht weit. Aber: für mich immer ein gutes Zeichen, nämnlich dahingehend, dass der Autor selbst nicht besonders ernst zu nehmen ist. Denn wer die Schoggo-Birne nicht als Spam markiert, muss Kommentatoren ganz schön nötig haben.

  20. Gerhard Hardt sagte am 26. August 2008 um 23:39 Uhr:

    //Eigentlich ist hier schon alles über den reichlich hysterischen Marco Kanne gesagt.//
    13ener.blogspot.com/...gilante-are-you.html

  21. Anna Licht sagte am 27. August 2008 um 13:34 Uhr:

    Der vergleicht sich ernsthaft mit dem TI-Fall. Ich pack’s nicht.

  22. Frank sagte am 27. August 2008 um 13:46 Uhr:

    Was meinst du mit TI-Fall?
    // edit: Ach so, Transparency International. Got it.

  23. Anna Licht sagte am 27. August 2008 um 23:03 Uhr:

    Sorry, ich steh heute irgendwie neben mir… zum Glück denken andere für mich mit.

Und was meinst Du?

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