Deutsch-Amerikanische Freundschaft — dem Kind zuliebe

Frank, 4. November 2008

Sarah and Marc in irgendwas

Es gibt wohl nix langweiligeres und trotzdem nix vom Boulevard dankenswerter aufgenommenes als die Beziehungskisten der C-Prominenz. Zum Beispiel haben sich jetzt Sarah Connor (Ihre Hunde töten Kaninchen) und Marc Terenzi getrennt, zwei uninteressante, untalentierte, unwichtige Menschen. Eigentlich wollen wir unsere treuen Leser damit gar nicht belasten, diese Trennung ist selbst uns komplett wurscht (man merkt es vielleicht an obiger in 30-Sekunden lieblos zusammengematschter Fotocollage). Dennoch ist es im Craplog Brauch, über die Delmenhorsterin zu berichten, das provoziert immer so schön Reaktionen und Gegenreaktionen. Deswegen zitieren wir mal die Presseerklärung. Ja natürlich, so ist das nun mal, wenn zwei Winzsternchen dieses Kalibers sich auseinandergelebt haben, dann muss das der Presse erklärt werden.

Unsere Familie ist für uns beide das Allerwichtigste und wird immer an erster Stelle stehen. Wir wollen den Spekulationen jedoch ein Ende setzen und das Ende unserer Ehe, nicht aber unserer tiefen Liebe und Freundschaft zueinander, bekanntgeben. Es ist eine schmerzhafte Zeit und wir sind unendlich traurig, über die Erkenntnis, dass wir mit der Zeit bessere Freunde, als Ehepartner geworden sind. Es tut uns leid. Für uns, unsere Kinder und Familien. Die Wurzeln dieser Entwicklung haben ihren Ursprung weit zurück und was immer jetzt in den Medien zu lesen ist, hat nichts mit den wahren Gründen unserer Trennung zu tun. Wir werden uns immer lieben und respektieren, auch wenn wir es nicht als Ehepartner geschafft haben. Wir sind Seelenverwandte und werden auch diesen Sturm als Familie überstehen.

Irgendwie hat man das doch schonmal gehört, oder? Als sich Yvonne Catterdale und Wayne Carpenfeld trennten, klang das nämlich genauso:

Im Laufe einer Beziehung wird den Partnern manchmal klar, dass man sich zwar ergänzt und eigentlich alles stimmt, sich aber die Liebe zueinander verändert hat – aus Liebe ist Freundschaft geworden. So war es auch bei uns. Deshalb haben wir uns entschlossen, uns zu trennen.

Was für Gesülze, aber sowas von! Heilige Scheiße, was mag da wohl kommen, wenn Heidi Klum und Seal sich mal trennen? “Wir fühlen uns weiterhin innig vertraut, befreundet und seelenverwandt und gehen unseren Blagen und Fans zuliebe auch noch weiter zusammen zum Kölner Karneval, aber in die Kiste hüpfen werden wir nicht mehr, zumindest nicht gemeinsam, dafür stimmt das Karma einfach nicht mehr”. Spei! Liebe Stars und Medienhuren, tut uns Fans bzw. gehässigen Voyeuren doch wenigstens einmal den Gefallen, mit diesem Freundschaftsquatsch aufzuhören und benennt konkrete Gründe, woran’s gelegen hat. Zum Beispiel: Der Marc singt immer so schaurig unter der Dusche, wenn irgendwo was kleckert, dann macht der das nie weg und die Sarah vergisst immer, die Klospülung zu betätigen und sie respektiert es einfach nicht, wenn Marc Terenzi mal mit seinen Jungs einen draufmachen will, oder irgendwie sowas. Das hätte Eier, da hätten wir Ottonormalos Aspekte, in denen wir uns wiederfinden können, man sähe, das sind da ja auch nur Menschen, das steigert auch die Identifikation mit dem “Promi”. Es würde dazu beitragen, dass man nicht immer denkt, mein Gott, was sind denn das schon wieder für Arschkrampen da im TV?

Die ganze Abscheu hier nützt den Sarah-Fans natürlich nix, die müssen zukünftig halt (Achtung, es folgt ein Witz) Abstriche machen. Als Trost gibts hier mal Musik über Sarah Connors Heimatstadt: Element of Crime mit “Delmenhorst”.


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8 Kommentare

  1. Harry Kuntz sagte am 4. November 2008 um 07:50 Uhr:

    Ich fände es wichtig, auch weiterhin das Werk Sarah Connors zu verfolgen. Man hört ja immer wieder von Chronistenpflicht, und SC ist halt die Bürde, die das Craplog trägt.

  2. Papa Bodehase sagte am 4. November 2008 um 13:51 Uhr:

    Was ich noch vieeeeeeeel schlimmer finde ist, daß die Ottonormaldamen des Alltags solche “wir sind Seelenverwandte und laß uns Freunde bleiben”-Sprüche in ihr Repertoire aufnehmen :-/

  3. the Looking-Glass sagte am 4. November 2008 um 22:23 Uhr:

    Hach ja, will man “Langen Nasen”, die doch nicht an Fäden, sondern teils millionenschweren Flaschenzügen hängen, einen Vorbildcharakter schnitzen? Ich fürchte, diese Steh- und Gehkorsage müsste erst beseitigt werden. Nur bleibt zu hoffen, dass die Lords und Ladies Unserer Prominentschaft ohne ihre Pressestellen nicht dann ständig auf den chirurggeschnitzten Mund fallen.
    Und die Moral von der Geschicht: Ein Kaspar allein macht noch kein Marionettentheater.

  4. charaktersau sagte am 5. November 2008 um 08:19 Uhr:

    ich muss da vehement widersprechen. ich warte auf den tag, an dem die medien sarah connor vergessen. und ich erwarte mir das dann auch vom craplog.

    eigentlich sind mir diese “provozieren wir pubertierende pop-proponenten (alles für die alliteration)”-einträge auch zuwider.

  5. ovit sagte am 6. November 2008 um 09:35 Uhr:

    charaktersau, dann schreib doch einen gastbeitrag für das craplog! wir pinkeln uns mit vorliebe auch mal ans eigene bein.

  6. lia sagte am 10. November 2008 um 00:26 Uhr:

    Populist.

    Und: Wenn schon Bekanntmachungen, dann aber doch bitte mit wenigstens ansatzweise richtiger Interpunktion. Da hätte Mami Connor das aber noch mal gegenlesen sollen.

  7. Frank sagte am 27. November 2008 um 23:22 Uhr:

    „Unsere Tochter ist unser beider Ein und Alles. Mit dieser schönsten Verbundenheit, die es gibt, werden wir unser ganzes Leben freundschaftlich und verantwortungsvoll handeln.“ … „Nein, es gibt keinen Schuldigen für das Scheitern dieser Ehe“, bestätigen Freunde. Veronica Ferres und Martin J. Krug traurig: „Vielleicht waren wir zu viel für andere da und hatten zu wenig Zeit für uns selbst.“ (BILD)

  8. Harry Kuntz sagte am 28. November 2008 um 11:31 Uhr:

    Da sitzt irgendwo jemand und verdient Geld mit dem Formulieren von Trennungsmitteilungen. Hat er sich beim Kommunikationsstudium sicher auch anders vorgestellt.

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