…denn das Rudel tollt, wenn der Rubel rollt!
Da man bei diesem Thema, die einzelnen Bäume – gegen die man pinkeln könnte – vor lauter Wald nicht mehr sehen kann, kommt hier nun die ungeschminkte Abrechnung mit der ganzen Sparte von Schmalspurtagebuchschreibern, den SEO-Jüngern, den Backlink-Checkern, Blogcharts-Geilen und den Google-Fischern, ja ja ganz genau, endlich!
Jedes Blog ist ein Unikat, weil jeder Blogger ein Individuum ist, sage ich gerne mal (jedenfalls im übertragenen Sinn) und will damit meinen, wie schwachsinnig eine Kategorisierung ist, mit der man sich als Gemeinschaft, als Blogosphäre ansieht.
Ich lag ja sowas von falsch.
Diese Blogosphäre gibt es und sie bezeichnet sich selbst auch völlig ironiefrei so. Hier werden die Mücken von A-Bloggern zu Elefanten aufgeblasen, hier wird Keyword-optimiert geschrieben und hier findet man die Gründe, warum sich Blogs nie als wirklich bedeutsames Medium etablieren konnten. Es sind die seichten Gewässer, in denen die Wellen Schaum schlagen und die gähnenden Abgründe der Langweile.
Es sind die Blogs, die für Traffic geschrieben und die auf Traffic optimiert werden. Die Blogger die sich fragen “Wie mache ich mein Blog bekannt”, bevor sie sich der weitaus wichtigeren Frage gestellt haben: “Warum sollte ich denn mein Blog überhaupt bekannt machen?”
Jeder kleine Furz, der ein paar Klickzahlen verspricht, wird getrackbackt und kommentiert. Jede Diskussion, von der man sich ein paar Besucher erhofft, wird durch sie verwässert. Man macht “Link-Love”-Spielchen und regt sich dann erbärmlicherweise darüber auf, wenn der Betreiber von deutscheblogcharts.de sie nicht in die Statistik einfließen lässt. Man geilt sich an dem Traffic auf, den man durch die Google-Zensur eines bekannten Pornovideoportals bekommt, man freut sich über jeden Suchmaschinen-Versager, der sich auf die Seite verirrt und dann auf eines der zahllosen Werbebanner klickt.
Derbes Unwohlsein entwickelt sich bei mir in der Magengrube, wenn ich wieder einmal über diese Ansammlung von Schwachsinn, tausend Mal nachgeplapperten Standardmeinungen und über diese trafficgeile Keywordschreibe stolpere.
“Yigg mich” schreit es einem aus zwischen der Werbung platzierten Beiträgen. “Klick mich”, blinkt es überall. “Linkst du mich, linke ich dich”, hört man überall. “Links sind die Währung der Blogosphäre “, sagen die gerne und schielen auf Technorati.
Es bereitete mir ehrlich gesagt Mühe diesen Artikel in der CrapLogschen Form zu schreiben, denn eigentlich ist das alles nur eins – traurig und überflüssig.

Mhh, im Prinzip stimme ich zu, aber was das Gemeinschaftsgefühl betrifft, so sehe ich das etwas anders.
Ich kann es ebensowenig begründen, wie der Artikel etwas begründet, aber ich als jemand, der sich in der Regel gut überlegt, was er bloggt, fühle mich trotzdem gemein mit drögen Tagehbuchschreibern, die jeden Furz ins Netz blasen.
Gut, ich lese das nicht, oder zumindest nicht mehr als 2-3 Mal, bevor’s aus’m Feedreader fliegt, aber die Blogosphäre ist trotzdem immer noch da mit all ihren Blüten und all ihrem Junk.
Und das ist gut so.
Ach verflucht, das wird schon wieder nur ein “Ich stimme dir zu 100% zu”-Kommentar.
Ich will mehr von den privaten Weblogs, die nicht auf jedes Thema einsteigen, nicht noch 1000mal das durchkauen, was schon auf anderen Blogs steht ohne dass man zu neuen Ergenissen kommt.
Ein Hoch auf “offtopic”!
Das Problem ist aber die Menschheit an sich, nicht die “Blogosphäre”, so sehr ich auch miteinschwingen möchte in die Tirade.
Ja, immer! Das hier kann auch man als Beschreibung eines Symptoms sehen. Wie meintest du mal irgendwo irgendwann, 80% der Menschen sind Deppen, egal wo man ist?
Auf jeden Fall eine spannende Sache! Aber was solls, Eure Beiträge laufen mir ja nicht weg! In Sachen Kommentare ist tote Hose – das muss nicht sein, wenn ihr dort interessante Themen sichtet, lasst Euren Senf dort ab!
[...] lese ich dort. Ja so sind sie die Blogger in Klein Blogistan, stehen im Kreis und ejakulieren sich ans [...]
[...] Arbeit machen, sondern Spaß. So steht es auch hier und das gilt weiterhin. Danke für diesen Artikel, der mich daran erinnert hat, dass ich auf dem besten Wege war, so zu werden wie alle, die ich [...]