Das Schauspieltalent von Heidi Klum

ovit, 25. May 2007

Ich habe keinen Fernseher. Das rettet meine letzten funktionierenden Gehirnzellen vor dem totalen Kollaps. Denn Fernsehstrahlung kocht das Gehirn weich. Wenn man es dabei richtig würzt, zum Beispiel mit Bier, Chips, Erdnüssen und zur Geschmacksanhebung mit ein wenig Schokolade, dann entsteht aus so einem eingekochten Gehirn eine lecker Suppe.
Aber das war ja gar nicht der Anlass. Auch nicht so eine Castingshow wie “Germany’s Next Topmodel”. Denn ich mag Castingshows. Das Fernsehen generiert sich ihre eigenen Inhalte und kann damit vollig unabhängig vom dem, was vor der Mattscheibe passiert, funktionieren. Selbstreferentiell zu sein hat schließlich schon viele Medienformen vor dem Burn-Out gerettet. Castingshows generieren Tränen, Skandale, Schlagzeilen und eben eine Menge Nachrichten, die die Welt nicht braucht. Ich bin einfach Anhänger vom Boulevard. Und die DSDS- und Topmodel-Blogs hab ich mir alle abonniert, denn so eine Abonnement kostet ja nichts.
Toll, wie unsere Heidi da also Woche für Woche das neue Topmodel gecastet hat. Bruce brachte ihnen das Weinen und Laufen bei, die anderen, wie man sich noch schöner schminken kann und unsere Heidi hat sie gewissenhaft auf das harte Leben als Model eingestellt und den Kücken immer wieder verdeutlicht, auf was beim Modeln ankommt. Man muss in andere Rollen reinschlüpfen, von einer Sekunde auf die Andere andere Emotionen zeigen, aus sich herauskommen, die ganze Scheiße da eben auch ausleben. Und da bietet unsere Heidi eben das beste Vorbild. Stocksteif steht sie da vor ihrem bekackten Jurytisch und versucht krampfhaft die Texte zu erzählen, die ihr ein Redakteur wohl vorher schrieb, damit die Sache möglich spannend rüberkommt. Jemand so unbegabtes vor einer Kamera zu sehen tut sehr weh, noch mehr schmerzt aber der Zustand, dass unsere Heidi zu verkaufen versucht, was sie selbst nicht kann. So ein kleiner Hintern und so ein riesen Stock drin, tut das nicht weh, liebe Heidi? Mach dich doch bitte mal locker oder lerne die Texte wenigstens auswendig.
Und ja, ich habe auch ohne Fernseher diesen Unsinn für wenige Minuten gesehen. Und für dich – – – – – lieber Ovit – – – – habe ich – – – – – – – – – – – – – – – – – heute – – – – – – – – – – leider – – – – – – – – – kein – – Bild – – – – – *ausdemhintegrundhörtmanbruceweinen* – – – – – – – – Heidi, gib Ruhe. Unerträglich.

Modelfoto: dvux (cc)

3 Kommentare

  1. maloXP sagte am 27. May 2007 um 01:04 Uhr:

    Nimm doch ette: flickr.com/photos/ho...ie_berlin/239160766/ 😉

  2. Susa sagte am 21. June 2007 um 13:41 Uhr:

    du sprichst mir aus der Seele – vorallem wegen ihrer quietschigen Stimme war es ein Graus zuzuhören.

  3. textexter sagte am 26. November 2007 um 09:42 Uhr:

    Heidi K. Fleisch gewordener Alptraum einer völlig bekloppten Gesellschaft. Aber jede Zeit gebiert ihre eigenen Auswüchse.

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