Archiv für die Kategorie ‘Wer bitte konsumiert sowas?’

iphony V

-, 18. March 2009

wahnsinn! das neue iphone bekommt copy & paste! kauft das neue iphone! das beste telefon der welt! das beste! es ist nicht nur ein telefon: es ist ein handy! ein tragbares telefon! zum überall hin mitnehmen! mit eingebautem supercomputer und der besten künstlichen intelligenz auf dem markt! es beinhaltet eine mikrowelle, einen gasgrill, kühlschrank, drucker, eine couch für eure freunde, gratis rabattmarken und sieht auch noch aus wie ein anorexie-topmodel aus mailand! das betriebssystem ist garantiert nicht opensource und für einen kopfhörer braucht man lediglich einen 50€-adapter! es läuft nicht mit regenerativer energie und den akku kann man auch nicht auswechseln! wer benötigt sowas!? es ist das iphone! niemand weiss, welche daten zurück nach cupertino gesendet werden! niemand von euch! das iphone! jetzt kaufen! mit fünfjahres-vertrag schon ab 3999€! jetzt zuschlagen! es kommt bestimmt! der hammer! wir sind aus amerika! das beste land der welt! das iphone! voll geil, mann! 100% nicht recyclebar! scheiss auf greenpeace! alles nutten! copy & paste! na!? na?? iphone, yeah! pumpt uns endlich das geld in den anus! von technik versteht ihr nichts! jetzt kaufen! iphone! genial!

diese meldung (c) apple. etwaige abweichungen in der realität möglich. wir designen, aber hergestellt wird alles in einer kinderfabrik in china. alle angaben ohne gewähr. copy & paste nicht enthalten. sequenz nicht gekürzt. den synchronsprecher haben wir erschossen.

Ich habe früher regelmäßig “GZSZ” geschaut. Und zwar gerne.

Frank, 13. February 2009

Die Essenz des Liberalen liegt nicht in Guido Westerwelles Agitation gegen Mindestlöhne. Sie liegt in einer Einstellung gegenüber dem und den Anderen, die in etwa besagt: Jeder soll nach seiner Façon glücklich sein (solange er damit seinem Nächsten nicht schadet). In dem Sinne hat der liebe Liberale auch nichts dagegen, wenn sich sein Nächster Abend für Abend mit den schlimmsten Machwerken audiovisueller Unterhaltung beschwallen lässt. Dies schließt Modelcastings, Volksmusik, Daily Talks, Soaps und Telenovelas sowie Stefan Raab ausdrücklich mit ein.

Also bitte, Jungs und Mädchen. Schaut euch in Herrgottsnamen diesen Musikwettbewerb an. Von mir aus gern. Verschweigt es oder erzählt es — ganz gewiss wird euch niemand dafür den Kopf abreißen. Bloß: Steht dazu, vor allem vor euch selbst! Hört bitte auf, euch mit holzhammerdauerironischer Pseudodistanziertheit zu legitimieren.

tweet1

tweet2

Für ein Programm, das einem nicht gefällt gibt es immer noch den Aus-Schalter (und andere Methoden). Sich marktschreierisch über den Dünnpfiff zu mokieren, den man da gerade konsumiert, wirkt hingegen unfreiwillig albern.

Kuschelrock

Frank, 19. January 2009

Leise weht der Sommerwind um die Palmen Floridas und trägt uns eine Melodie ans Ohr, die von Herzeleid und Hoffnung, von Sehnsucht und Vergessenwollen, von Qual und Erlösung kündet. Vergesst Rick Astley, dieser Song ist noch intensiver: Mark Gormley mit seinem Hit “Without You”.


YouTube direkt: Normal | HiQ | Download

Die 8 Songs umfassende CD kann im UZ General Store gekauft werden. [via]

ching ching

-, 24. September 2008

bushido hat ja jetzt eine biografie draussen. mit 30. ich frage mich: wer kauft sowas? alles, was der ersgutejunge zu sagen hatte, hat er auf platte gebracht. in der zwischenzeit kommt er auf sieben langspieler und man merkt, dass sich alles sowieso wiederholt. irgendwann bei album drei oder vier bin ich ausgestiegen, weil man alles schon bis zum exitus gehört hat. im prinzip lässt sich bushidos welt und seelenleben auf drei wörter begrenzen: ghetto. koks. nutten. aber nein: er ist ja auch seit neuestem immobilienmakler. und seine mama, die jedesmal seine dreckige wäsche wäscht, macht bestimmt den job als sekretärin. wurde er eigentlich in interviews mal gefragt, was bushido eigentlich bedeutet? oder hat er sich den namen nur gegeben, weil es irgendwie “ghetto-mässig cool” klingt? ich frage deshalb, weil sein eigentliches pseudonym, als er ausflüge in graffiti gemacht hat, “fuchs” war. das ist ja eine eher unverständliche entwicklung: von “fuchs” zu “bushido”!? von “meister reineke” zum “weg des kriegers”!? muss wohl an den illegalen substanzen liegen. da hat er ja bewiesenermassen erfahrung, denn seine ausbildung zum maler und lackierer musste er machen, sonst wäre er deswegen in den knast gewandert. und schultechnisch sah es lange nicht so schlimm aus: man sollte annehmen, dass jemand, der sich nicht richtig artikulieren kann und seinen wortschatz zu einem überwiegenden teil aus fäkalsprache bezieht, höchstens hauptschulabschluss hat. oder auf gar keiner schule war. bushido aber ging auf zwei gymnasien und er verliess die aus freien stücken, nicht, weil er irgendwie zu dumm war oder krasse aktionen gebracht hat. das verträgt sich nicht wirklich mit seinem ich-komm-von-der-strasse-und-hatte-nie-was-image. wer fragt bei einem “realen gangsta-rapper” auch gross, auf welche schule er ging. das kümmert ihn wohl heute einen dreck, nach drei echos, einmal platin und einem comet. kassen auf! und, als würde das noch nicht reichen, seine biografie ging von null auf platz eins der spiegel-bestseller-liste. wie kann das sein? wissen wir so wenig über den herrn anis mohamed youssef ferchichi? was will er denn nach sieben alben noch erzählen? und überhaupt: wer, zum henker, kauft sich diesen mist?

Welche Worte mit Haus… suchen wir?

ovit, 28. August 2008

Dieser Artikel hat, bevor er auch nur ansatzweise verfasst wurde, die irrsinnigste Wandlung durchgemacht, die sich ein nicht selbstdenkender Artikel nur denken kann. Ursprünglich war es natürlich ein craplogscher Hassartikel. Im Mittelpunkt hätte nicht mal das Format Call-in-TV gestanden, denn da bin ich großer Fan von – ich erinner mich an Abende, an denen ich durch den Konsum alkoholischer Genussmittel nur schwerlich geradeaus schauen konnte, aber zu fein war, um mich zu betten, und so mich also von einem mir willkürlich durch den Dienstplan vorgesetzten Moderator von der Möglichkeit des geruhsamen Schlafes abhielt.
Es gibt aber diese eine Sendung mit dieser einen Moderatorin, die da in ihrem Studio sitzt, um sich von einem Ventilator ins Gesicht blasen zu lassen, um den “Sexfaktor” ins Unermessliche zu treiben um dann bei Schnellraterunden ohne Telefonklingeln ohne Schlagfertigkeit und langweiliger als eine Schlaftablette auf Opium sich selbst im Studiomonitor anzugucken oder wahlweise in die Kamera zu lächeln, dass man mehr kotzen möchte, als man Galle in sich hat.
Bei der Suche auf Youtube fand ich dann ein Video dieser Moderatorin, dass dann eine dieser Wenden darstellt. Da ist es gar nicht mehr der Hass auf diese Frau, sondern die Absurdität der Rätsellösung, denn welche Wörter mit Haus… wurden in den vergangenen drei bis vier Stunden wohl gesucht?


Ohne vorher das Video gesehen zu haben, lohnt es sich nicht weiterzulesen! Und das Video lohnt sich wirklich, der Rest des Geschriebenen eher nicht!
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Much Ado About Nothing

Gastautor, 16. May 2008

Craplog-Leser blackmailed, der sich als “20-jähriger Noch-Zivi und Bald-Student der zu viel Zeit hat und sich daher mit derlei Crap auseinandersetzen kann” beschreibt, hat uns unverlangt einen Blogoszönen-Rant eingesandt. Wir danken recht herzlich dafür.

Es ist Freitag nach Feierabend, und wir streifen ermattet den grauen Mantel des tristen Alltages von uns ab. Nach Erholung und Zerstreuung strebend begeben wir uns nach Klein-Bloggersdorf, einer Quelle der Inspiration und des freigeistigen Austausches. In diesem Paradies der kostenlosen Information finden wir alles, was das Herz begehrt: Analysen der plätschernden Tristesse von Büroalltagen, gespickt mit hochphilosophischen Einschüben, die bevorzugt in Form von Vögeln oder bunten Schmetterlingen in Erscheinung treten – wozu noch lesen? Spannende Erlebnisberichte von Top-Anwälten und Freizeitdetektiven, die den Leichen im Keller des Nachbarn auf der Spur sind – wozu noch Krimis und Thriller einschalten? Intelligente und dreifach linkbelegte Artikel zu den brennenden politischen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit, noch dazu mit Subjektivität aufgefrischt – ein Fluchtweg vor der Mainstream-Informationsmaschine, die uns täglich mit immer den gleichen neutral verfassten, im Konjunktiv gehaltenen 08/15 Berichten überrollt. (Ha, Ha)
Wo wir auch hinsehen, es ist eine farbenfrohe, vielschichtige und hochdynamische Welt, dieses Klein-Bloggersdorf, denn sie aktualisiert sich sekündlich.

Guru

Wenn wir aber genauer hinsehen, zeichnet sich langsam ein anderes Bild ab: Wer sich durch zehn bis zwanzig private Blogs gearbeitet hat, ist auf mindestens drei Blog-Gurus gestoßen. Ihr kennt sie alle: Diese prächtigen Beispiele der totalen Verschmelzung vom Privatsphärenrest mit der medialen Außenwelt sind einer der traurigsten Auswüchse von Klein-Bloggersdorf. Sie schreiben oft in exzellentem Stil und können aus zwei nasepopelnd verbrachten Stunden einen Artikel zaubern, der von einer Handvoll mitunter fanatischer Anhänger als göttliche Eingebung gepriesen und umgehend nachgeahmt wird. Mediale Stilikonen dieser Art haben ihr Online-Zuhause perfekt eingerichtet, oft passend zu ihren einfallreichen Emo-Pseudonymen mal dunkel und einschüchternd, mal blumig strahlend. Die Seiten sind handwerklich hochwertig und zeugen von einiger Kenntnis in Sachen Kodierung und Design. Als kleine Zugabe schmückt man sich mit Verlinkungen auf die versammelte Blogprominenz – man kennt zwar keinen einzigen der verlinkten Leute, aber immerhin hat man eine Blog-Größe in der Liste stehen und suggeriert so Zusammengehörigkeit! (OMG)

Sie schreiben über das Leben. Über ihr Leben – und lassen die gesamte Öffentlichkeit daran teilhaben, ob nun gewollt oder nicht. Kindheitstraumata, Geschlechtskrankheiten, Stuhlgänge…das RTL2 des Internet findet ihr in Weblogs! Des Gurus Online-Selbst ist oft der Prototyp von Coolness bzw. Gelassenheit angesichts des großen Scheißhaufens namens Real Life und beschwört das Bild des totalen Durchblicks, was von vielen unzufriedenen, scheinbar langweiligen Usern, denen das Real Life auch auf den Sack geht, dankbar akzeptiert wird. Es gibt aber auch Berichte über rauschende Feten, sexuelle Kontakte, Einkäufe, Unfälle, Todesfälle und sogar (Achtung, Kultur) Rezensionen, Kritiken oder Leseempfehlungen, die aber in einer derart selbstverliebten Lässigkeit verfasst werden, die mir die Kotze hochkommen lässt.

Ein Blick auf das Upload-Datum dieser vor Kühnheit und Coolness nur so strotzenden Artikel lässt die Fassade dann schnell bröckeln, und wir erblicken das wahre Gesicht von „Blutelfe“, „Evilsadness“, „shivaa“ „Lonelygirl“, „emeralddream“…[1]

Da wird morgens um 5:50 der Artikel über die vorangegangenen, rauchend und „sinnend“ (Emo!) verbrachten Stunden hochgeladen, quasi als taufrische, noch nachklingende Erfahrung, die unbedingt mit allen geteilt werden muss, damit die große weite Welt jenseits von Klein-Bloggersdorf erfahren möge, wie toll man doch ist. Offensichtlich scheint der gemeine User aber noch nicht gemerkt zu haben, dass diese allwissenden Stilikonen wohl doch nur stinknormale Vollnerds wie du und ich sind, die teilweise ihre gesamte Freizeit einem Medium opfern, dass sie groß und strahlend erscheinen lässt, und dafür müssen sie noch nicht einmal sportlich oder gutaussehend sein. Nein, sie müssen nur 24/7 am PC hängen und ihr erbärmliches Selbst in ein state of the art PHP-Kleid hüllen. Wir, als Besucher von Klein-Bloggersdorf erkennen aber hoffentlich schnell, dass jene kleinen Randnotizen zwar angenehme Alternativen in Sachen voyeuristischer Abendunterhaltung, aber niemals vollständiger Ersatz für unsere eigenen Ideen und Vorstellungen sein können. Wir wenden uns also angewidert ab von dieser Wichtigtuerei und einem extremen Sendungsbewusstsein, das sich wohl nur niederschlagen kann, weil es das Internet gibt. Es ist immer noch Freitag Abend, und die Realität hat uns glücklicherweise wieder. Und an die lieben Gurus: Blog off, morons! Wir sind auch Nerds, aber wenn wir über Scheiße posten, dann nur über virtuelle Scheiße oder wenn Scheiße in der Welt passiert. Unsere eigene Scheiße bleibt friedliche, vom Internet gänzlich unberührte Scheiße. Also lasst die Scheiße.

Guru-Bild: boskizzi (cc)

  1. diese Liste kann ewig weitergeführt werden, man nehme ein Gefühl (Adjektiv oder Substantiv) und kombiniere es mit esoterischen Nomen oder auch Himmelskörpern: moon + sorrow = moonsorrow (Pseudonym erster Klasse!) [zurück]

Wie ich aufhörte, mich über Jimi Blue zu ärgen und lernte, Wilson Gonzales zu hassen

Frank, 23. April 2008

Die Geschichte der sich plötzlich zu höherem berufen fühlenden C-Prominenz ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und auch heute gibt es noch viele Halbstarke, die glauben, weil sie hin und wieder auf der Straße erkannt werden und einen Fanclub besitzen (jeder hat einen Fanclub — selbst Mark Oh, Ralf Moeller und Kader Loth), müssten sie ihr innerstes nach außen kehren und endlich ihrer wahren Bestimmung folgen. Sie starten eine Gesangskarriere.

jimiblueDas frischeste Beispiel aus dieser nie enden wollenden Kette aus Dilletanz ist: Jimi Blue Ochsenknecht. Ja, ein so abgefahrener Aufdruck im gerade erst erhaltenen Perso — der Junge ist 16 — lässt natürlich die Option “Künstlername” wegfallen. Ladies and Gentlemen, wir reden ergo über: Jimi Blue. Was sollte der Sohn eines Ochsenknechts anderes werden als ein Kuhhirte, mag sich der unbeschlagene Leser fragen. Nun, leider spie der Himmel den Fank (nicht zu verwechseln mit dem Pank) auf das wurstlippige Opfer der eigenen Adoleszenz. Man mag sich ungern vorstellen, welcher zwielichtige Berater dem Ex-Kinderstar empfahl, es doch zur Abwechslung mal mit akustischer Soße zu probieren, aber Fakt ist, dass das Potential zum Größenwahn in ihm somit endgültig geweckt ward. Und so inszeniert sich im Lied “Hey Jimi” ungelenk und pseudolässig eine grotesk entstellte teutonische Kopie von Justin Timberlake in einer Staffage von Cheerleaderinnen, die debil grinsend mit ihren Arbeitsmarktqualifikationen wackeln, umrahmt von dreidimensionalen Buchstabenskulpturen und skurril-bunten Farben, die aber nun die Biederkeit in der das Gesamtwerk resultiert nicht im Geringsten zu übertünchen wissen.

Über die gleichsam schon abartig unterirdisch miese Ballade “All alone”, in der der junge Mann eine Rap-Performance noch (weit!) unter dem Niveau von Oli P. in seinen durchsten Zeiten abliefert, kann ich hier wegen akuter Gesichtspalme nur kurz eine exemplarische Stelle zitieren.

So here I am – starring at the wall
I can’t believe – that you’re really gone
My girlfriend, my only, my homie
Since you left I’m feeling cold and lonely

Zu recht!

Wenn das junge Ding im Fanfragen-Videozusammenschnitt, welches gerade die Startseite seiner Internetpräsenz ziert, auf die Frage, ob er sich denn sein Leben ohne die “Musik” und “Schauspiel”-“Karriere” vorstellen könne, antwortet

Nee, auf gar keinen Fall, weil… Sonst würd ich das nicht machen und (Es folgt ein kurzes Innehalten, mit gespreizten Fingern zeigt er seinen Handrücken, welcher sich schräg abwärts bewegt — Rappergestus!) … Yo!

dann ahnt man, welchen Einfluss amerikanischer Ghettokitsch auf den bürgerlichen Nachwuchs hierzulande hatte und hat: keinen Guten.

BildDoch ist das genug der Fremdscham für heute? Weit gefehlt. Denn Jimi Blue Ochsenknecht hat noch einen Bruder: Wilson Gonzales Ochsenknecht! Der ist 18 und macht ebenfalls Musik, laut Wikipedia “ganz im Gegenteil zur Rap-bezogenen Musik des Bruders” unter Einfluss von “Bands wie Queens of the Stone Age, Arctic Monkeys und Led Zeppelin”. Und das bringt selbst mich dazu, die ironische Distanz fallenzulassen. Ich bin fassungslos. Das ist nicht nur vermessen, das ist nicht nur peinlich — das ist Schrott! Da scheppert ein Schlagzeug arythmisch vor sich hin, da wird kaum ein Ton im Gesang getroffen, da werden im Video die ohnehin schon albernen Motive “Luftschlangen”, “Heimtrainergeradel” und “Wasserschwälle in Zeitlupe” endlos repetiert. Und vorgetragen von jemandem, der sich jung und hip fühlt, weil er vielleicht mal in einem RTL-Extra-Bericht von 2003 über (mittlerweile ja nun auch nicht mehr so) hippe Bands wie den Arctic Monkeys gehört hat und sich entsprechend kleidet, während das Liedthema “New York” nicht im mindestens berührt wird. Nein, nichtmal eine halbwegs ordentliche Produktion schafft es, das völlige Fehlen an musikalischer Begabung bei Wilson Ochsenknecht zu verstecken. Aber wenn es doch nur das wäre, fehlendes Talent kann man immer noch mit Attitüde oder Charme ausgleichen. Nein — dieses akustische Machwerk ist so komplett seelenlos, Daniel Küblböck in eskaliert, schlicht: Musik gewordener Brechreiz. Weswegen ich ausdrücklich davor warne, im folgenden Video auf den Abspielknopf zu drücken.

Wer zu brauchen Spott, kein Sorgeschäd hat

Frank, 2. March 2008

Geschäftige Betreiber der Website “germanypop”!

germanypop

Es gibt ein paar Fehler, die man nicht begehen sollte, wenn man, wie man so schön sagt, startupt. Zum Beispiel:

  • Versuchen, eine hinlänglich bekannte Geschäftsidee, hier: Social Bookmarking a la Digg, in der 728sten Version auf den Markt bringen. Ohne irgendeinein auch nur im Ansatz erkennbares Alleinstellungsmerkmal.
  • In Blogs Kommentare ohne Bezug zum eigentlichen Thema, aber mit der URL zu eurer tollen Seite posten, welche selbst ein Blinder am Krückstock als werblichen Kommentar / Maßnahme zum “Suchmaschinenmarketing”, oder schlicht Spam, identifiziert.
  • Einen solchen Müllkommentar gleich mehrmals in identischer Form einzureichen.
  • In dieser Pseudo-Pressemitteilung auch noch ein skurriles Verständnis der deutschen Sprache an den Tag legen.
    Jake
  • Anhand der Kommentar-IP-Adresse problemfrei als in Malaysia beheimatet zu erkennen sein. Was prinzipiell kein Problem wäre, wenn ihr da nicht ein deutschsprachiges Portal aufziehen wolltet.
  • Als Seitentitel ausgerechnet ein absolut ausgelutschtes Wort wie
    pop
    wählen und weiterhin behaupten, dass es sich dabei um eine eingetragene Marke handele.
  • Als Seiten-Untertitel orthographisch strange, jedoch größenwahnsinnig oszillierend
    popularitat
    zu wählen.
  • Trotz illustrer Themenkategorien wie “News”, “Wissenschaft & Tech” sowie “Gerüchte & Schwätzt” (!) erst für einen einzigen “Social Bookmark” gesorgt haben,
  • bei dem es sich zudem lediglich um ein überhaupt nicht lustiges YouTube-Video namens “Lustige Affen” handelt, eingereicht von einem User namens “langweilen”. Einem Ausschnitt aus einer amerikanischen Version dieser unsäglichen “Pleiten, Pech und Ausgerutscht”-Sendungen, welcher im ersten, übrigens auch überhaupt nicht lustigen, Audiokommentar ausgerechnet ein Sprüchlein über “failed dotcoms” absondert.

Nee, um ehrlich zu sein regt mich das nicht auf. Ich find’ das höchstens niedlich. Immerhin — und das zeichnet euch aus, ist ja keine Selbstverständlichkeit usw. usf. — seid ihr ein Web 2.0-Unternehmen, welches sich (in der Fußzeile) dazu bekennt, dass die ausgestellten Inhalte nutzergeneriert sind.

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Die Mannschaft der Craplog Wünsche von germanypop alles zur Mannschaft erdenklich Eigenschaft und zu vielem Erfolg.