Archiv für die Kategorie ‘Warum?’

adobe trash

cipha, 4. Juli 2008

adobe flash trash macht meinen rechner unbrauchbar.

wenn ich surfe, und das mache ich in 99,9% der fälle mit firefox, habe ich immer notorisch viele tabs offen. kann auch mal vorkommen, über wochen hinweg. jetzt gibt es dieses phänomen, dass immer webseiten, die adobe flash nutzen, eine ungeheure last an den prozessor abgeben. normalerweise, ich kann so viele tabs offen lassen, wie ich will, liegt meine cpu-temperatur zwischen 50° und 60°. damit lässt sich formidabel arbeiten. wird auf einer website jedoch flash genutzt, womöglich noch mehrmals gleichzeitig, über anzeigen, eingebundene videos oder wasweissich, ächzt meine maschine (amd turion64, 1,8ghz; vergleichbar mit 3ghz intel) wie unter hardcore-vollast mit 85°. das sind nur noch 10° unter der maximaltemperatur! 10°! dann tot!

es liegt niemals an den browser-entwicklern. dieses problem hatte ich in so ziemlich jeder version des firefox. ich hasse nackte browserfenster. ich liebe dieses “gedächtnis-feature”, das mir auch noch nach wochen zeigt, was wichtig ist/war. da jetzt den übeltäter herauszufiltern, der für den hitze-overkill verantwortlich ist, ist praktisch unmöglich.

verdammt. heute gibt es kaum noch seiten im www, wo kein flash eingesetzt wird. die idee an sich hat ja auch was verlockendes: die möglichkeit eines mashups mit tollen videos oder spielen oder eigenen radiosendern sucht seinesgleichen. dennoch bin ich der meinung, im jahr 2008, das web hat inzwischen den führerschein, könnte man da nicht verlangen, dass adobe mal seine vielen millionen in eine korrekte flash-version steckt? ist das zuviel verlangt!? müssen erst alle zu einer schwulen parallellösung aus redmond, brainwashington, wechseln? wäre eine computerwelt nicht viel sonniger, in der adobe flash trash auch auf pcs eingesetzt werden kann, die unter 2ghz rechenleistung liegen? bin ich eigentlich schuld an allem?

fakt ist: dieser quasi-standard, den adobe mit seiner flash-entwicklung bereits jetzt etabliert hat, ist praktisch unumkehrbar. auch das w3c weigert sich beharrlich, dieses omnipräsente embed-tag endlich zu adaptieren, kommt aber auch nicht mit einer eigenen passablen lösung aus seiner deckung heraus. was kann man tun? nix. proprietärer murks regiert. ich bin schuld, ich will es ja nutzen. bullshit. hoffentlich zerschiesst es mir mal den prozessor. ist ja nur meine maschine. war ja kostenlos und umsonst. danke adobe. für nichts!

Bad things not always have a cause. Sometimes they’re just… Happening

Frank, 18. Juni 2008

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Gestern Abend haben wir acht Euro verbrannt. Das sind sechzehn Mark!!1! Was war geschehen? S. und ich haben es gewagt und sind in den neuen Film von M. Night Shyalaman (Shymalan? Shylanam? Who cares…) gegangen: The Happening. Im Prinzip war das 28 Days Later ohne alles, was den Film gut machte. Wir ahnten ja im Ansatz, was da auf uns zukommt, aber dass es so übel werden würde? Handlungsmäßig gibt es eigentlich nicht viel über den Film zu sagen, Kurzfassung: Marky Mark versucht sich und seine Patchwork-Kleinfamilie mit konsequent unlogischen Handlungsweisen vor dem Pollenflug des Todes — ja, hier killen Bäume Menschen, indem sie sie per Nervengift zum kreativen Selbstmord animieren — zu retten. Man rennt also einen Gutteil des Films vor, nun ja, Wind weg, der von wogenden Baumwipfeln illustriert wird. Zum Schluß sind viele tot und der Rest glücklich.

Exemplarische Szenen: Marky Mark ist ein reichlich scheeler und enerviert rumkumpelnder Biolehrer in New York. Lehrerversammlung in der Aula: Alarm! Man nimmt an, dass Terroristen im Central Park einen Nervengasangriff gestartet haben. Es gibt wohl auch sauviele Tote. Was tut man da? Alle Fenster schließen, Ruhe bewahren, große Versammlung in der Aula und abwarten, bis irgendjemand etwas Genaueres weiß? Nein, sebstverständlich nicht. Sämtliche Schüler und Lehrer werden, ab nach Hause mit euch, an die frische Luft geschickt! Marky Mark verabredet sich mit der Familie seines Kumpels, fährt nach Hause, trifft sich mit seiner Ische, findet Zeit noch Sachen zu packen, trifft sich an der Central Station mit der ganzen Baggage, erlebt eine angesichts der Terrorwarnung merkwürdig unpanische Bevölkerung am nicht sonderlich überfüllten Bahnhof und — oh Wunder — es fahren sogar noch Züge!

Der ganze Zug voll New Yorker kommt schließlich in einer gottverlassenen Kleinstadt zum Stehen, die Lokführer wollen nicht mehr weiterfahren. Warum? Nun, man hat den Kontakt nach überallhin verloren. Später hört man zwar, es sei nur die Ostküste betroffen, aber egal. Auch ob das Anhalten in der Pampa eine bessere Alternative ist, egal. In diesem Dörfchen gibt es jedenfalls eine Kneipe, die auf wundersame Weise genug Vorräte hat, um eine komplette Zugladung Leute zu sättigen. Im Etablissememt sieht man Fernsehen. Illustriert durch äußerst bedrohlich wirkende gelbe Punkte auf einer Karte (wirkt anscheinend anschaulicher als Livereportagen), wird gesagt dass die gesamte nördliche Ostküste gerade abnippelt. Alle geraten in Panik und fahren plötzlich mit Autos los, um über die Grenze des Gefahrengebiets zu flüchten. WTF: Woher kommen all diese Autos? Warum scheint es keine Probleme mit fehlenden Zündschüsseln zu geben? Egal. Marky Marks Kumpel gibt ihm seine achtjährige Tochter, weil er nach seiner Frau suchen will, die, nun ja, irgendwo ist. Hier geschieht meine Lieblingsszene des Films. Man sieht, wie ein Auto anhält. Marky Marks Frau: “Oh, da hält ein Auto hält an!”

The Happening
(“Fuck, da liegen tote Menschen. Wir können nicht weiterfahren” — Die hier gezeigten Gesichtsausdrücke variieren während des Films nur geringfügig)

Später flüchtet man, wie bereits erwähnt, vor dem Wind. Wir haben eine Großgruppe und eine Kleingruppe (zu der neben unseren drei Helden zwei nicht gerade traumatisiert wirkende Teenager gehören). Die Großgruppe befindet sich am Fuße des Hügels, die Kleingruppe obendrauf. Wer nippelt ab? Die Großgruppe natürlich! Denn der Wind weht selbstverständlich untenrum viel doller und macht dazu noch irgendwie gemeinsame Sache mit dem toxischen Nervengas, indem sie zusammen bevorzugt die größeren Menschenzusammenrottungen angreifen. Weil ist ja klar, mehr Menschen = größeres Gefahrenpotential für die Bäume, nicht wahr?

Muss ich mehr sagen? Nein, muss ich nicht. Dieser Film hat ein völlig missratenes Drehbruch und ausschließlich Hauptdarsteller, die agieren als hätten sie einen Baseballschläger im Arsch. Da herrscht kein bißchen Atmosphäre, stattdessen nur Logiklücken gewaltigen Ausmaßes, die durch ein paar Handlungsfragmente zusammengehalten werden. Sämtliche in “The Happening” vorhandenen Ansätze, die auch nur ein bisschen psychologisch interessant sein könnten (Warum mag Marky Marks Freund Marky Marks Ische nicht? Was passiert mit der Frau von Marky Marks Freund? Wie panikt die Bevölkerung? Warum will Marky Marks Ische Marky Mark nicht erzählen, dass sie mit Joey Tiramisu (!!!) essen war? Was haben die zwei für Eheprobleme? Warum ist die Eremiten-Omma so durch?) werden im Laufe des Films zugunsten schnarchiger Klischees fallengelassen. Schnitt und Kamera sind grottenschlecht, man erträgt die ständigen Gesichtstotalen irgendwann einfach nicht mehr und wenn man die Dialoge als hölzern bezeichnen will, muss man der Metapher eher Pressspan denn Kiefernholz zugrunde legen. Nicht mal einen Clou, eine geniale Wendung, wie man ihn eigentlich von diesem Scriptschreiber und Regisseur erwartet, bekommt man geliefert: Der Grund der Misere wird einem bereits nach einem Drittel des Films geliefert, wenn man ihn bis dahin auf Grund der zahlreich vorhanden Hinweise nicht längst selbst erraten hat, und bleibt auch die Erklärung wenn schon der Abspann läuft. Wie gesagt: Pollenflug. Weitere Lächerlichkeiten attestiert das Magazin “The New Republic” in einem sehr amüsanten Review [via Nerdcore auf Twitter].

Für mich ist “The Happening” klarer Anwärter auf die “Goldene Himbeere”. Unfassbar, dass M Night Sowieso dafür 10 Millionen Dollar erhalten haben soll. Gebt mir einen Park, drei Leute und eine Kamera, dann dreh ich euch bis Ende der Woche einen zweiten Teil.

tzwitter

cipha, 16. Juni 2008

es gibt kaum einen dienst, den ich mehr hasse, als sms. die beschränktheit von maximal 160 zeichen, um sich auszudrücken, ist einfach nicht geeignet für die minimalsten ansprüche an eine hochsprache, sondern verkrüppelt sie gnadenlos, so dass am ende niemand mehr etwas damit anfangen kann. erklär’ mal deiner oma, was es mit k thx bye oder hdgggdl bzw. rofl, lol, omfg und wtf auf sich hat. die text-verknappung in unserer fast-food-welt sollte niemand mit den geringsten sprachlichen ambitionen unterstützen. man braucht nur über den grossen teich schielen: da haben die kids eine durchschnittliche aufmerksamkeitsspanne von der zeit, die im fernsehen nicht mit werbung gefüllt ist. im moment also ca. 20 minuten. in zukunft wohl noch weniger. dazu kommen noch kosten von ca. 0,19€, was 0,0011875€ pro zeichen macht. völliger schwachsinn, völliger wahnsinn, denn auf diesen preis pro zeichen kommt man auch nur, wenn man alle pro sms ausgeschöpft hat.

für mich ist es ein rätsel, dass es diesen sms-dienst immer noch gibt und dass sich seit dessen einführung technisch rein gar nichts getan hat. mittlerweile dürfte es ja wohl kein problem mehr sein, einen email-dienst für handys anzubieten; aber dann schreiben die leute wahrscheinlich mehr als 160 zeichen und daran lässt sich auch nicht so gut verdienen, also scheiss auf den fortschritt.

ins selbe horn, mit dieser unnützen zeichen-beschränktheit, bläst nun ein völlig unnötiger neuzeit-trend namens twitter. der witz: twitter läuft über ein web-interface, also technisch keine beschränkungen für text-ergüsse und trotzdem bekommt man pro “tweet” nur 140 zeichen! das sind 20 WENIGER als bei herkömmlichen sms! fuckthewhat. für was soll so etwas nützlich sein? in einem fernsehbeitrag konnte ich sehen, wie einer über sein handy (! sprich: garantiert NICHT kostenlos) seinen twitter-account aktuell hält, indem er einfach “zwitschert”, wo er sich befindet und was er macht. ganz toll. auf was soll das bitte hinauslaufen!? jetzt erstellen die menschen schon bewegungsprofile von sich selber. sehr gut! dann brauchen das nicht mehr die geheimdienste machen. vom nutzwert einer twitter-meldung, wie “ich sitze gerade auf dem klo in dem und dem restaurant”, ganz zu schweigen.

nee, nee. sowas kann und will ich nicht fördern. wenn man wirklich ernsthaft in erwägung zieht, sich mit schreiben zu beschäftigen, dann sollte man üben möglichst viel information in möglichst wenig text zu packen und vor allem sich keine beschränkungen in bezug auf die zu verwendenden zeichen zu setzen. sowas, wie oben erwähnt, verkrüppelt die sprache nur und wir haben heute weissgott genug probleme mit fürchterlichen anglizismen, fehlgeleiteten dativen und halbtoten genitiven, um nur drei der aktuellsten störungen zu nennen. ich habe nichts gegen wettbewerbe, bei denen es als jux erachtet wird, möglichst kreatives in 140 oder 160 zeichen zu packen, das kann durchaus witzig sein. aber das permanent zu machen ist keiner sprache dienlich und zudem: verkrüppelt dein schreiben, verkrüppelt dein geist! deshalb halte deinen geist fit und schreibe bitte mehr als 140 zeichen! oder lass’ das schreiben lieber und arbeite bei mcdonalds oder burger king. danke.

Wie ich aufhörte, mich über Jimi Blue zu ärgen und lernte, Wilson Gonzales zu hassen

Frank, 23. April 2008

Die Geschichte der sich plötzlich zu höherem berufen fühlenden C-Prominenz ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und auch heute gibt es noch viele Halbstarke, die glauben, weil sie hin und wieder auf der Straße erkannt werden und einen Fanclub besitzen (jeder hat einen Fanclub — selbst Mark Oh, Ralf Moeller und Kader Loth), müssten sie ihr innerstes nach außen kehren und endlich ihrer wahren Bestimmung folgen. Sie starten eine Gesangskarriere.

jimiblueDas frischeste Beispiel aus dieser nie enden wollenden Kette aus Dilletanz ist: Jimi Blue Ochsenknecht. Ja, ein so abgefahrener Aufdruck im gerade erst erhaltenen Perso — der Junge ist 16 — lässt natürlich die Option “Künstlername” wegfallen. Ladies and Gentlemen, wir reden ergo über: Jimi Blue. Was sollte der Sohn eines Ochsenknechts anderes werden als ein Kuhhirte, mag sich der unbeschlagene Leser fragen. Nun, leider spie der Himmel den Fank (nicht zu verwechseln mit dem Pank) auf das wurstlippige Opfer der eigenen Adoleszenz. Man mag sich ungern vorstellen, welcher zwielichtige Berater dem Ex-Kinderstar empfahl, es doch zur Abwechslung mal mit akustischer Soße zu probieren, aber Fakt ist, dass das Potential zum Größenwahn in ihm somit endgültig geweckt ward. Und so inszeniert sich im Lied “Hey Jimi” ungelenk und pseudolässig eine grotesk entstellte teutonische Kopie von Justin Timberlake in einer Staffage von Cheerleaderinnen, die debil grinsend mit ihren Arbeitsmarktqualifikationen wackeln, umrahmt von dreidimensionalen Buchstabenskulpturen und skurril-bunten Farben, die aber nun die Biederkeit in der das Gesamtwerk resultiert nicht im Geringsten zu übertünchen wissen.

Über die gleichsam schon abartig unterirdisch miese Ballade “All alone”, in der der junge Mann eine Rap-Performance noch (weit!) unter dem Niveau von Oli P. in seinen durchsten Zeiten abliefert, kann ich hier wegen akuter Gesichtspalme nur kurz eine exemplarische Stelle zitieren.

So here I am – starring at the wall
I can’t believe – that you’re really gone
My girlfriend, my only, my homie
Since you left I’m feeling cold and lonely

Zu recht!

Wenn das junge Ding im Fanfragen-Videozusammenschnitt, welches gerade die Startseite seiner Internetpräsenz ziert, auf die Frage, ob er sich denn sein Leben ohne die “Musik” und “Schauspiel”-”Karriere” vorstellen könne, antwortet

Nee, auf gar keinen Fall, weil… Sonst würd ich das nicht machen und (Es folgt ein kurzes Innehalten, mit gespreizten Fingern zeigt er seinen Handrücken, welcher sich schräg abwärts bewegt — Rappergestus!) … Yo!

dann ahnt man, welchen Einfluss amerikanischer Ghettokitsch auf den bürgerlichen Nachwuchs hierzulande hatte und hat: keinen Guten.

BildDoch ist das genug der Fremdscham für heute? Weit gefehlt. Denn Jimi Blue Ochsenknecht hat noch einen Bruder: Wilson Gonzales Ochsenknecht! Der ist 18 und macht ebenfalls Musik, laut Wikipedia “ganz im Gegenteil zur Rap-bezogenen Musik des Bruders” unter Einfluss von “Bands wie Queens of the Stone Age, Arctic Monkeys und Led Zeppelin”. Und das bringt selbst mich dazu, die ironische Distanz fallenzulassen. Ich bin fassungslos. Das ist nicht nur vermessen, das ist nicht nur peinlich — das ist Schrott! Da scheppert ein Schlagzeug arythmisch vor sich hin, da wird kaum ein Ton im Gesang getroffen, da werden im Video die ohnehin schon albernen Motive “Luftschlangen”, “Heimtrainergeradel” und “Wasserschwälle in Zeitlupe” endlos repetiert. Und vorgetragen von jemandem, der sich jung und hip fühlt, weil er vielleicht mal in einem RTL-Extra-Bericht von 2003 über (mittlerweile ja nun auch nicht mehr so) hippe Bands wie den Arctic Monkeys gehört hat und sich entsprechend kleidet, während das Liedthema “New York” nicht im mindestens berührt wird. Nein, nichtmal eine halbwegs ordentliche Produktion schafft es, das völlige Fehlen an musikalischer Begabung bei Wilson Ochsenknecht zu verstecken. Aber wenn es doch nur das wäre, fehlendes Talent kann man immer noch mit Attitüde oder Charme ausgleichen. Nein — dieses akustische Machwerk ist so komplett seelenlos, Daniel Küblböck in eskaliert, schlicht: Musik gewordener Brechreiz. Weswegen ich ausdrücklich davor warne, im folgenden Video auf den Abspielknopf zu drücken.

Schwanger mit 50

ovit, 1. März 2008

Sarah Connors Mutter erwartet Zwillinge
- ohne Kommentar -

Penetranz vs. Filmvergnügen

Frank, 14. Februar 2008

Videothek

Lieber Kunde,

es ist doch gar nicht so schwer zu verstehen. Schau mal: Ich kann dir keine Mitgliedskarte ausstellen, wenn kein Vertrag von dir da ist. Und ich kann mit dir keinen Vertrag machen, wenn Du dich nicht ausweisen kannst. Da ist mir egal, was mein Kollege gestern gesagt haben mag und da kannst Du mich belatschen so lange Du willst — es geht einfach nicht.

Wenn deine sinnlosen Überredungsversuche dann aber noch minutenlang mit mantraartiger Wiederholung des Null-Arguments “Ich wohn gleich um die Ecke” in den nach einem eh schon beschissenen Arbeitstag wohlverdienten Feierabend hinein angereichert werden — dann, mein Lieber, ist es bei aller Liebe zum Kunden absolut kein Wunder, wenn ich irgendwann gepflegt in die Luft gehe.

Herzlichst,

deine Ausleihschlampe freundliche Servicekraft aus der Videothek

[Dieser Beitrag hängt irgendwie zusammen mit Wenn Kunden zu sehr nerven und Prosa wie sie sein soll: Auf der Arbeit]

Chefredakteure, miese Wortspiele, Blogs, SEO-Spammer: Alles Arschlöcher

Frank, 6. Februar 2008

Vögel
Danke, Gott. Für’s Spatzenpfifferl!

Eigentlich sollte ich mir abgewöhnen, Blogs zu lesen. Warum? Weil’s mir Spaß macht. Ja, das ist paradox, aber auch ein Beispiel, wie man einen Blogartikel halbwegs elegant einleiten könnte.

Bei neun von zehn mir unbekannten Blogs finden sich aber statt solch netter Hooks am Anfang von Artikeln zu Themen die mich interessieren könnten, die ich vielleicht sogar wahnsinnig gerne lesen würde, lediglich Massengräber von YouTube-Videos, Plugin-Spielwiesen, unreflektiertes Werbegeseiher der Apple-Templer, öde Ereignisse aus dem öden Leben öder Menschen, A-Blogger-Speichelgelecke, Spam jeder Art, SEO-Dreck und vor allem – die Beulenpest unter den Blogkrankheiten – Spatzenpfifferl

Diesen hübschen Begriff habe ich soeben höchstselbst erfunden. Er beschreibt jene Blogartikel, die keinen Arsch interessieren, weil das Thema durch ist, überall behandelt wird, jeder eine Meinung dazu hat, kurz: die Spatzen den Artikelinhalt bereits von den Dächern pfeifen. Nehmen wir zum Beispiel Stefan Aust. Der wurde ja vor ein paar Monaten von der Spiegel-Belegschaft durch Vertrags-Nichtverlängerung abgestraft, mutmaßlich dafür, ein tyrannischer Volldepp zu sein. Okay, das war die Nachricht, mehr muss man darüber nicht verlieren. Was aber macht die Blogosphäre? Ergeht sich dutzendweise in Wortspielorgien (“Aus! für Aust”, “Aust die Maus”, “Aust-ritt”, “Aust, das Spiel ist Aus!”, “Austgespielt”, “Stefan Aus”, “Austisten unter sich” und viele mehr) und mutmaßt langweiligerweise, wer denn der Nachfolger des enthusiastischen Windradhassers und Pornoblättchenkolumnisten mit Pferdefaible wird – als ob nicht völlig klar wäre, dass der nächste “auf dem Thron” als Grundvoraussetzung nur ein ebensolcher Dödel werden kann. Ist ja dann auch so gekommen, zu 50 Prozent mindestens.

Jetzt schlägt’s jedoch 13: Stefan Aust ist nicht nur ein Penner, sondern auch noch ein geldgeiler Idiot, versucht sich knapp 5 Millionen vor Gericht zu ergaunern, wird deswegen verfrüht geschasst — und wo muss ich das erfahren? In meinem Feedreader, einem Medienblog, unter der grenzdebil wortverspielten Überschrift: “Aust und vorbei”.

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Beschriftet eure CDs ordnungsgemäß!

Simon, 30. Januar 2008

Symbolbild halt

Macht es den Sondereinsatzkommandos doch nicht so schwer. Versetzt euch mal in ihre Lage! Die stürmen mit Maschinenpistole, Taser-Gun und Tränengas die Kinderzimmer dieser Erde, finden SONY-Rohlinge, die mit einem SONY-Brenner gebrannt wurden, und wissen nicht was drauf ist! (Etwa SONY-Playstation-Spiele? Man weiß es nicht.)

Viel einfacher und zeitsparender wäre es doch, wenn wir direkt alle nötigen Informationen mit auf die CDs schreiben:

  • Inhalt der CD: Anzahl der Urheberrechtsverletzungen
  • Datum: Wann aus dem Internet geklaut?
  • Ort : Wo aus dem Internet geklaut? Genaue URL bitte!
  • Raubkopierer: Vor- und Nachname + IP-Adresse während des Downloads
  • Super-Mega-Raubkopierer a.k.a Der Teufel a.k.a Hitler: Name und Anschrift des Uploaders

Die Content-Sheriffs haben nun mal nicht ewig Zeit und sind auch körperlich nach so einem Anti-Terror-Einsatz ganz schön fertig; es reicht ja schließlich nicht einfach die CDs und die Festplatte(n) mitzunehmen, nein, Tower und Monitor müssen auch in den LKW und auf’s Revier, da kann man ihnen doch guten Gewissens die Arbeit etwas erleichtern, oder?

Und noch ein Tipp am Rande: Wenn ihr nicht sicher seid, ob sich der Kauf eines 100er CD-Spindels (hoffentlich Marke SONY, die müssen auch von was leben) überhaupt lohnt, weil ihr eigentlich gar nicht so oft Sachen brennt, dann macht es wie der Autor dieses Artikels und ladet für jeden “Raubkopierer sind Verbrecher”-TV/Kino-Spot, den ihr ertragen müsst, zwei Filme aus dem Netz.

Aus Trotz.