Archiv für die Kategorie ‘Unüberlegtes’

Klimaschutz in der Praxis

Frank, 16. May 2007

Meine Universität belegt seit neuestem eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz. Denn, wie wir alle wissen, schützt man das Klima, indem man Strom spart. Und was wäre besser dazu geeignet, als diese neumodischen flachen Bildschirme, die ja höllisch viel Strom sparen sollen?

Die Universität Potsdam hat sich nicht lumpen lassen und in der Mensa am Komplex Griebnitzsee einen Flachbildschirm mit gefühlter Bildschirmdiagonale von 120 cm aufgehängt, der den ganzen Tag die in der Mensa angebotenen warmen Mahlzeiten anzeigt. Und nichts anderes. Darunter ist ein Acrylglas-Schildchen angebracht: “Ideenschmiede”. Na, da habt ihr ja eine feine Idee geschmiedet, Jungs und Mädels von der Gründerinitiative, und endlich dem Massenmord an Bäumen ein Ende gesetzt, die für die vormals aufgehängten papiernen Speisepläne draufgingen. Umwelt- und Imagemäßig ganz große Klasse. Allein, ich frage mich, ob da nicht noch Optimierungspotential in der Wertschöpfungskette ist. Zwar zeigt das Ding nämlich ab vier oder fünf, wenn’s kein Mittagessen mehr gibt, auch nichts mehr an – aber dann finde ich kann man das Ding doch ganz ausmachen. Andererseits, nachher geht das gar nicht richtig aus und das Gerät bleibt im Standby-Modus? Der verbraucht nämlich ganz besonders viel unnützen Strom, wie man ja weiß, und den gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Vermutlich bleibt die Röhre die ganze Nacht an, gell? Richtig so.

Flachbildschirm mit Käsespätzle
Kann man hier nicht so genau erkennen: Angebot 1 waren Allgäuer Käsespätzle mit Röstzwiebeln und Salat. Schmeckte etwas trocken.

Die Malzahnsche Grundverblödung

Frank, 29. March 2007

Lieber Claus C. Malzahn,

schön, dass Sie in ihrem gestrigen SPIEGEL Online-Kommentar glauben, für “uns” Deutsche sprechen zu müssen und “uns” eine kollektive Realitätsverschiebung, ja – Bigotterie hinsichtlich des Verhältnisses zu den USA attestieren. Ja, Herr Malzahn, ich bin also Deutschland und Sie mein Therapeut. Ich spreche wohl mal besser nur für mich selber, wenn ich an dieser Stelle konstatiere, dass ich folgendes aus ganzem Herzen finde: Sie sind ein ausgemachter Hirni. Ich habe schon lange nicht mehr so einen grenzdebilen Schwachsinn wie diesen “Ich bin eine beleidigte Neocon-Leberwurst und alle ausser mir sind Nazi-Pazifisten”-Text auf – wo wohl? – Spiegel Online gelesen.

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Maske 140

Frank, 13. February 2007

Schade dass man dieses Zitat aus dem Radio vorhin nirgendwo im Internet niedergeschrieben findet, aber dafür sind wir ja da. Der Trainer des demnächst back-come-nden Legendenboxers Henry Maske nämlich stellte anlässlich einer heute stattgefundenen Zustandsdemonstration fest, dass sein Schützling aktuell bereits ein Leistungsniveau von 110 Prozent aufweise. Dieses werde sich allerdings bis zum Kampftag noch durch intensives Sparring und allerlei Seilchenhüpfen (machen Boxer ja immer) auf 140 Prozent erhöhen!

Nun weiss man auch als jemand, der dem Bohei um diese unverständlicherweise als Sport anerkannte, institutionalisierte Prügelei nichts abgewinnen kann, dass das ganz schön viel ist. Einhundertvierzig, ach Du grüne Neune, das sind ja noch mehr als einhundertzehn Prozent und damit nicht nur mehr als alles, sondern mehr als mehr als alles. Oh Freude über die Allgemeinplätze aus Kehlen im Umfeld Sport! Es bleibt mir nur, wie stets, unaufrichtiges Staunen, ebenso wie Hoffen. Hoffen, dass Maskes Gegner Virgil Hill nicht imstand ist und 150 Prozent “aus sich herausholt”.

Die kommerzielle Okkupation des öffentlichen Raumes ist auch nicht mehr das, was sie mal war (Teil 3)

Frank, 4. February 2007

sms

Dieses Bild enthält zwei Fehler. Wer findet sie?

Die kommerzielle Okkupation des öffentlichen Raumes ist auch nicht mehr das, was sie mal war (Teil 2)

Frank, 3. February 2007

CKone

 

He, Duft- und Schlüpfervermarkter “CK”. Ist das virales Marketing für eines eurer Produkte?

Ungeziefervernichtung

Frank, 2. February 2007

screenshot antivir notifier updater

Ich bin ein unverbesserlicher Pfennigfuchser, was PC-Software angeht. Wenn es von einem Programm keine adäquate Open Source-Lösung gibt, besorge ich “es” mir zum Sparpreis oder *räusper* irgendwie anders. Oder ich greife auf anderweitig verfügbare kostenlose Lösungen zurück. Nun soll aber nicht meine moralische Verfasstheit im Zentrum dieser kleinen Ansammlung von Gedanken stehen, sondern die übliche – und ich weiß genau, einige von euch werden jetzt den Monitor mit Speicheltröpfchen befeuchten, weil sie so laut “Typisch Deutsch!” brüllen – Gebissbeschau von ablösefrei erhaltenen Pferden.

Und zwar komme ich auf die Updateprozedur des Umme-Virenscanners AntiVir gar nicht klar. Diese öffnet nämlich ständig ein nerviges Browserfenster mit, häufig etwas absurder, Eigenwerbung für das Vollpreisprodukt, drängt sich rücksichtslos in den Vordergrund, lässt sich weder durch ein vorheriges manuelles Update “vertagen” noch durch irgendeine Einstellung von seiner Geltungssucht abbringen. Das Ding schaltet sich grundsätzlich in solchen Situationen ein, in denen ich es überhaupt nicht brauchen kann: Beim Spielen zum Beispiel.
Nun sind die meisten Spiele so programmiert, dass es nicht besonders fatal ist, wenn AntiVir sich updatet. Die einen ruckeln und flackern kurz, andere minimieren sich und die meisten laufen auch im Hintergrund nicht ohne meinen kontrollierenden Einfluss weiter. Aber trotzdem nervt das! Und wenn ich doch mal intensiv ein engine-seitig mies programmiertes, aber inhaltlich zeitweise durchaus suchtförderndes Zock wie Oblivion spiele, das nicht nur, aber auch dank AntiVir häufig komplett abstürzt, nervt das doppelt. Am schlimmsten aber ist diese Frechdachsigkeit während Onlinespielen. Ich ziehe hin und wieder mit Pläsier in den virtuellen zweiten Weltkrieg und kann mit zwei Händen längst nicht mehr abzählen, wie oft das eigentlich freundliche Verhüterli-Tool mir den Angriff auf die Nazistellungen in der Normandie vergälte.

Aber gut: Ich stehe mit diesem Leiden nicht alleine da. Heute lauschte ich an der Uni einem tollen Referat, welches geschickt eine an die Wand projezierte Bildschirmpräsentation zu nutzen wusste. Und, of course, während die Referentin weise über Zoologisches moralphilosophierte – PLOPP. Updatevorgang wird initialisiert.

Das schränkt mein Leben natürlich alles nicht substanziell ein, aber nun… auch über die kleinen Dinge muss man sich ja echauffieren dürfen, auch wenn die moralische Legitimität zusätzlich fehlt. Denn Selbstverleugnung macht nur Sodbrennen.

Die kommerzielle Okkupation des öffentlichen Raumes ist auch nicht mehr das, was sie mal war (Teil 1)

Frank, 2. February 2007

Nimm Mars, gib Gas

Hallo Hersteller des “wohl berühmtesten Schokoladenriegels der Welt”. Ein paar Euro mehr an die Werbeabteilung, für einen geringfügig pfiffigeren Claim, waren nicht drin?

Der dämlichste Blogkommentar aller Zeiten? Mindestens!

Frank, 1. February 2007

Gar nicht erst hart an der Grenze, sondern weit darüber hinaus ist ein Kommentar, den ich im Blog der PC-Spielezeitschrift Gamestar fand. Folgende Ausgangssituation: Ein verdienter deutscher Spieleprogrammierer stirbt. Der ehemalige Redakteur Mick Schnelle verfasst einen Nachruf. Nach dem für’s GS-Blog üblichen adoleszenten Kommentargeplänkel (“Erster” – “Doch nicht^^”), offenbart ein junger Leser seine ganz persönlichen Vorstellungen und Relationen in Sachen Taktgefühl, Weltbild und – schlicht – Logik via Blogkommentar:

Da kracht mein Kopf doch dreimal (mindestens!) laut krachend auf die Tischplatte, weil mir der Schmerz versichern soll, dass ich noch nicht in der Hölle bin. Hallooooo?!?! Mal abgesehen davon, dass es alleine in Mittel- und Südamerika von Cortez bis Pinochet dutzende bessere Beispiele für das personifizierte Böse gibt als ausgerechnet Fidel Castro – wie beschränkt muss man denn sein, Saddam als Beispiel für die absurde These heranzuziehen, dass “das Böse” eine größere Lebensspanne habe? Ach so: “aber vielleicht auch nicht, GRINS!!!!1elf”. Paraphrase: Ich habe keine Ahnung, brabbel aber trotzdem drauf los, weil ich ja dazu stehe, keine Ahnung zu haben. HNNNNG!

Fidel, Saddam, die Verwandtschaft. In einer Reihe – als Steigerung? Na gut… Vielleicht dachte der junge Mann ja an die Blähungen von Tante Elke und baute sich innerlich eine assoziative Verknüfung zu Saddams Giftgas-Völkermord…

Herr, lass Hirn regnen!