Archiv für die Kategorie ‘Unüberlegtes’

Lieber Unterstützer-Mob von “Politically Incorrect” und angeschlossenen Anstalten,

Gastautor, 9. January 2008

euer Sendungsbewusstsein in allen Ehren, aber …

Politisch abgeknibbelt
  1. bringt es einfach nichts, mit euren dämlichen Aufklebern die Laternenpfähle am Berliner Alexanderplatz zu tapezieren. Denn — ich sage das nicht ohne Heimatstolz — Agitprop von rechtsradikalen Spinnern hat hierzustadte, trotz einer lebhaften Kultur solcher kleinen Botschaften im öffentlichen Raum, in der Regel keine lange Lebensdauer. Nachdem ich gestern persönlich zwei Sticker unkenntlich machte (mit einem 5 Cent-Stück ist das ganz einfach) entdeckte ich mit Freude, dass sich auch andere — wie nennt ihr uns unhysterische Normaldenker doch gleich? — linksfaschistische Multikulti-Gutmenschen bereits an mehreren eurer armseligen Stickerlies zu schaffen gemacht haben. Tja…
  2. ist es uns Craploggern zwar eine große Ehre auf eurer tollen neuen Linkliste in der Rubrik “Feindesland – Die Antipoden: Linke, Grüne, ANTIFA-Batzen” zu stehen, nur scheint ihr nicht zu verstanden haben, dass sich unser Blog bei weitem nicht nur mit euch, sondern mit diversen Ausprägungen und Facetten von Idiotie befassen, also auch mit unpolitischem Kram wie: Post und Telekom, Sarah Connor, Eso-Quacksalberei, Bananen, dem öffentlichen Nahverkehr, Animated GIFs, Literaturkritikern ohne Ahnung und überhaupt allerlei. Wir wollen uns auch gar nicht nur mit euch beschäftigen, denn das macht einen ja kirre auf die Dauer und so wichtig seid ihr auch nicht. So ist eure Linkliste eben nur eine weitere Seite, bei der, sollte ein entsprechender HTTP-Referrer aufschlagen, direkt an Helge weitergereicht wird. Danke, WP-Ban. Und wenn doch mal einer durchkommt? Nun, es hat noch immer Spaß gemacht, einen jener pamphletischen und von Xenophobie getränkten Kommentare von euch düsteren Gestalten, das Gesicht zur Faust geballt, zu konkretisieren oder nötigenfalls (bei schlechter Laune des Admins) ins Datennirvana zu befördern.

*peng*

peng
Foto: JoshMock (cc)

Wie das Internetz unsere Kinder verdirbt

Frank, 21. November 2007

Cyberzombie
Foto: lorda (cc)

Was ist noch schlimmer als ein Mensch ohne Durchblick? Ein Mensch, der seinen offenkundlichen Unverstand wie einen stolz geschwollenen Phallus vor sich her trägt. Im Forum von Speichel Online schreibt User “Steinkauz” zu einem Artikel über Mobbing, das über MySpace erfolgte und einen Suizid zur Folge hatte (Thema logischerweise boulevardesk: “Das Web als Waffe: Braucht das Internet strengere Regeln?”) folgendes:

Mischt euch ein!

Okay, ich gehe das jetzt mal durch.

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Medien, Mütter, Märtyrer

Frank, 9. November 2007

Fragt man nach Begriffen, deren Sinnentleerung auf der Agenda von deutschen Medienschaffenden ganz weit oben zu stehen scheinen, sollte “Martyrium” nicht fehlen. Das Martyrium, die Allzweckwaffe des emporstrebenden Schreiberlings. Allgemein meint das Wort ja die Selbstaufopferung einer Person, um andere zu retten, meist noch im Kontext einer übergeordneten, hehren Idee. Bloß weiß das anscheinend kein Arsch mehr. Ich kann mir durchaus lebhaft die verhältnismäßig komplexe Assoziationskette im Hirn eines – lass es RTL-Nachrichten-Texters sein – vorstellen.

“Oh. Agenturmeldung wo ‘Entführung’ drinne steht” -> “lesen” -> “Hä?” -> “Nochmal lesen” -> “Entführung schon zu Ende? Falls ja: Vornehmes Wort ‘Martyrium’ im Bericht benutzen” -> “vielleicht Gehaltserhöhung” -> “Neues Auto” -> “Leasing?” -> usw…

märtyrer mangels mehrtürer
Märtyrer mangels Mehrtürer? (Scan aus einer US-amerikanischen Kreationisten-Kinderbibel von 1953, in deren Besitz ich tollerweise bin)

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"Geh wieder zurück in kindergarten" – eine Gegendarstellung bezüglich Sarah Connor

Gastautor, 3. November 2007

Es soll ja niemand behaupten, wir vom Craplog nähmen unsere Leserschaft nicht ernst, gerade die kritische. Neulich trudelte mal wieder ein Kommentar zum legendären “Verbietet Sarah Connor!”-Artikel von ovit ein. Dieser Kommentar war nicht nur eine prima Zusammenfassung der zuvor von den empörten Mitgliedern des Sarah Connor-Fanforums zahlreich geäußerten Kritik sondern auch noch superleidenschaftlich geschrieben und stilistisch voll Craplog-kompatibel. Deswegen habe ich uns entschlossen, crazy-an014s Kommentar unzensiert, ungekürzt, authentisch und exponiert in Form eines gesonderten Artikels zu veröffentlichen. -maloXP

zahnspange

Hallo???? Gehts eigentlich noch??? Wie behindert kann man nur sein ja??? Sarah Connor ist die aller aller beste, geilste,einzigartigste,schönste und sexyste Frau die ich nur kenne!!!! Sie ist um es kurz zu sagen die beste Sängerin auf ERDEN-einfach eine MUSIKGÖTTIN ja?! Und sie wird eben nicht verboten da kannst du labern was du willst denn so viele Fans wie sie hat wird sie nie untergehn das das mal klar ist!!!!Sie hat eine so hammer Stimme und ist sowas von nett warum sollte sie verboten werden??? Außerdem hat sie noch nie was schlimmes getan wofür sie verboten werden sollte also!!! Und nur so zu Info wegen diesen Peinlichkeiten da wie z.B. des bei “Wetten dass” jadem kann mal ein ausrutscher passieren und jeder macht mal Fehler!!!! Als ob du so perfekt wärst!!!! Davon kannst du ja nur träumen da du eh nix in deinem Hirn drin hast weil sonst würdest du nicht so einen Bullshit labern klar? Außerdem hatte sie nen Tanga drunter, pass mal auf was du sagst bevor du irgendwelche Lügengeschichten verbreitest!!! Genau wie des mit dem Playback das war LIVE fals du was mit den Ohren hast, würde ich nen Ohrenarzt empfehlen!!! Und dein Spruch: Keiner kauft sich diesen Mist aber in Charts immer weit oben, den kannst du wegschmeißen überleg mal was du sagst, warum ist sie wohl in den Charts immer weit oben? Weil die Welt ihre Musik liebt !!! Außer dir narürlich du bist ja sowieso so ein fall für sich ich sag nur VOLLIDIOT!!! Ach ja, und fals du den ganzen Text nur aus eiversucht geschrieben hast weil du vlt. auch gerne so berühnt wärst dann sag ich nur: Steck dich in Gulli und bleib da, weil da gehörst du hin!!! Also du scheiß Arsch beleidige nie wieder Sarah Connor und lass sie einfach in frieden oder du bekommst es mit mir zu tun klar? Oder mit Sarah persönlich und da würde ich dann wirklich aufpassen denn es könnte ja möglich sein dass sie dann die Polizei einschaltet und die dann überprüft von welchem Computer der Text kam aber das man das rausbekommen kann das wusstest du ja nicht weil du ja eh zurüchgeblieben bist!!! Also ich wünsch dir noch viel Pech in deinem weiterm Leben und hoffe das du veroten wirst!!!! Geh wieder zurück in kindergarten lerne was und dann siehst du schon weiter……

Bild: dr. motte (ja – genau der, cc)

Zehn blattgoldverzierte Regeln zum Umgang mit Kameraleuten

Gastautor, 23. October 2007

Schon im frühesten Kindesalter wollte Micha, webweit bekannt als OasisUK zu “1, 2 oder 3” in die Sendung. Jedoch weder als dämlich vor irgendwelchen Toren herumhopsendes österreichisches, schweizer oder deutsches Teilnehmerbalg, noch als Biggi – sondern selbstverständlich in der höllencoolen Rolle des Kamerakinds. Es sollte jedoch nie dazu kommen, dass er sich die Bildrahmenfarbe aussuchen konnte um infiniten Ruhm zu ernten, wann immer ein von ihm aufgenommener Moment gesendet ward. Als kompensatorische Rache am Schicksal beschloss er später, Kameramensch beruflich zu “machen”. Hier und heute gibt er – exklusiv im Craplog – Tipps zum Verhalten gegenüber Menschen seiner Gattung.

OasisUK - the Cameraman
Illustration: OasisUK himself

Damit ein Kameramann so fröhlich bleibt wie auf diesem Bild gibt es ein paar einfache Verhaltensregeln für den Passanten, der einem Vertreter dieser doch recht selten gewordenen Gattung auf der Straße begegnet:

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Gründe, die Universität zu lieben

Frank, 17. October 2007
  • Jeder einzelne dieser in deiner Studienzeit mindestens dreimal vorkommenden “Klick”-Momente, in denen Offenheit und Inspiration zu einem majestätischen Gefühl der Gedankenklarheit verschmelzen und dir eine neue Welt eröffnen.

 

Gründe, die Universität zu hassen

ebenfalls maloXP, ebenfalls 17.10.2007

Hörsaal

  • Täglich
  • anderthalb Stunden Fahrt in
  • völlig überfüllten
  • Regionalzügen, in denen Du dir,
  • im Sommer literweise Schweiß ausdünstend, wegen der
  • eiskalten Klimaanlage den Tod holst oder
  • winters der Schneematsch zentimeterhoch steht. Das nimmst Du nur auf dich, weil die Massen von
  • zugezogenen Studenten, angelockt von Studiengebührenfreiheit und Hip City Image, den
  • Numerus Clausus an den Berliner Unis so in die Höhe treiben, dass Dir mit deinem mediokren Abi-Durchschnitt bloß ein Studium von
  • Fächern, die du eigentlich gar nicht magst in
  • Potsdam übrigbleibt. Und so sitzt Du also
  • völlig übermüdet – vor dir ein
  • narzisstischer Dozent – im
  • überfüllten Hörsaal auf
  • zerfallen(d)em Mobiliar, zwischen
  • Eierköpfen,
  • hohlen Nüssen und
  • Psychopathen, hörst Dir
  • gähnend langweilige und
  • mies gehaltene Vorträge an, in weiser Voraussicht, dass dein
  • eigenes Referat nächste Woche auch nicht besser wird, was aber nichts macht, weil die abverlangte
  • Hausarbeit wegen deiner
  • Tendenz zur Prokrastination eh nie geschrieben werden wird und die
  • verdammten Belegpunkte für’n Arsch sind. Aber was soll’s… Ansatzweise Trost spendet immerhin ein per
  • RFID-Chip im Studentenausweis bezahlter
  • Kaffee aus der
  • mit Werbung und Sponsorships zugepflasterten und von per
  • iBook im
  • StudiVZ rumsurfenden
  • BWL-Studenten bevölkerten
  • Mensa.

Foto: DASKAjA (cc)

Die braune Pest

Gastautor, 6. October 2007

Warnung: Dieser Text ist lang. Und er wird anonym veröffentlicht, was gute Gründe hat. Aber lies selbst.

[23.1.2008] Achtung: Die anonymisierten Links auf das Grüne Pest-Forum funktionieren nicht mehr, da deren Server umgezogen ist. Was hilft: einfach nach der anonym.to-Weiterleitung in der Adressleiste .de durch .com ersetzen.

Die Kommentare, die hier kürzlich zu einem alten Beitrag aufschlugen, welcher sich mit dem rassistischen Weblog “Politically Incorrect” befasst, waren eigentlich nichts ungewöhnliches.

Wir im Craplog sind es gewöhnt, Zustimmung zu erhalten, aber auch beschimpft zu werden – ob wir uns nun mit streitlustigen Fans von Poppuppen anlegen, die uns Neid auf die von ihnen verehrte göttliche Lebensform vorwerfen oder ob wir halbseidenen Bloggern die Leviten lesen, die sich mit ihrer Inkompetenz nicht abfinden können und daraufhin verbal durchdrehen. Ohne solche Kommentare macht es nicht soviel Spaß.

Und dennoch: Die latente Aggression, die zumindest aus einem davon sprach,

Kommentar im Craplog

ließ mich irritiert zurück. Taliban? “bei uns in der nähe”? Beifall? Hä? Überleg, überleg… Ach so: Der Typ meint, ein Moslem sei zusammengeschlagen worden, aber die Zeitungen berichteten nicht darüber, dass es ein rassistischer Übergriff gewesen sei. Weil: Es hätte sich ja gewissermaßen Pogrom-Atmo gegenüber dem muslimischen Klassenfeind einstellen können. Und “Beobachter” findet schade, dass das nicht geschehen ist. Gähn! Ich kenne das Pack von PI und Co, die kommen immer im Rudel. Ich entschied mich, die Kommentare erst einmal in der Warteschleife zu lassen.

Es sollte aber dicker kommen. Beim obligatorischen Checken der Referrer fiel mir auf, dass eine Adresse dominierte: Die “Grüne Pest” hatte uns verlinkt.

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Wenn Kunden zu sehr nerven

Frank, 22. June 2007

Zu den weniger segensreichen Aspekten eines Jobs in der Dienstleistungsbranche gehört die Tatsache, dass man ab und zu mit Kunden konfrontiert ist, die zu Personenkreisen gehören, mit denen man sich sonst nicht umgeben würde.

Ich verdiene mir ein paar kleine Brötchen dazu, indem ich in einer kleinen Friedrichshainer Videothek Menschen mit DVDs versorge. Zu diesen Menschen gehören selbstverständlich zwölfjährige Notstandsmacker (“Ey, wo hassu hier $aktuellster_Folterporno?”) wie hysterisch brüllende großbusige Weibsbilder mit Zwergpinscher, ohne Sinn im Leben außer Filme zu schauen (*hechel*: “Habta neue Blockbasta?!?!”). Gewaltbereite Hooligans (“Machste hier ‘ne Welle, oder wat?”) und Alkoholiker im Endstadium (riecht man). Wurstfingrige Pornogucker und junge Frauen, die sich für ihre “romantischen Komödien” entschuldigen glauben zu müssen – und zwar jedes verdammte Mal. Mischformen gibt’s ebenfalls. Aber kein Milieu meiner Kundschaft ist so nervig wie das der Nachgezogenen. Die Chicerie aus den in Stadtmagazinen von einst als Subkulturherd verschrienen Straßen. Nase “Ich komm grade aus der Galerie und will mir jetzt noch ‘nen Fellatio Fellini[1] holen” in den Wind und aus jeder Pore die Affektiertheit eines Wohlstandsschnösels schwitzend, dem die geographische Distanz vom Heimatort durch den Studienplatz in Berlin gleich doppelt nützt: Keine Studiengebühren einerseits und stagnierende elterliche Kontrolle andererseits (wobei finanzielle Subventionen von dieser Seite natürlich gleich bleiben). Die Kerle von denen sind hochgewachsen, tragen Fliegerbrille und Polohemd, die Mädels eher Pilzhaarschnitt und Legginge. Eine Mode aus dem Zerrspiegel, perpetuiert durch Menschen, die schon daheim immer die heißen Trends auftrugen, welche der weltgewandte Kosmopolit in seinem urbanen Schluffitum zwei Jahre zuvor bereits als obsolet klassifizierte. Berlin steckt also teilweise in einer Zeitschleife fest, so wie die Enterprise in der Star Trek-Folge “Deja Vu”, weil ständig neue Leute nachziehen, die glauben, die Mia-Möhre auf dem Haupte sei eben en vogue, aber das soll gerade nicht mein Thema sein.

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  1. Verzeihung, den Scherz konnte ich nicht auslassen. [zurück]