Archiv für die Kategorie ‘Menschenskinder’

Hat Deutschlands Jugend eine Zukunft?

cipha, 4. März 2010

Stimmung schlechter als die Realität

Deutschlands Jugend ist die pessimistischste. Einer aktuellen internationalen Vergleichsstudie von UNICEF zufolge, in der die Situation von Kindern in 21 Industrieländern betrachtet wird, wirkt ein Faktor besonders besorgniserregend: knapp 25 Prozent erwarten, dass sie nach Beendigung der Schule und Ausbildung nur Arbeiten mit niedriger Qualifikation ausüben werden. Die Bundesrepublik landet so auf dem letzten Platz, nirgendwo sonst wird die persönliche Zukunft so düster bewertet.

Auch subjektiv gibt es keine schönen Ergebnisse: Die Lebenszufriedenheit der Kinder und Jugendlichen ist schlechter geworden, Deutschland erreicht den viertletzten Platz und landet nur auf Position 18. Das ist nochmal sechs Plätze schlechter als vier Jahre zuvor. Sechs Prozent der befragten 15-jährigen Schülerinnen und Schüler betrachten sich selbst als Außenseiter, elf Prozent fühlen sich „unbehaglich und fehl am Platz“. Etwa jeder dritte gibt an, er sei „alleine“. Die Autoren sprechen in diesem Zusammenhang von einem „fast depressiven Zukunftsbild“. Ist diese negative Einstellung berechtigt? Hat Deutschlands Jugend eine Zukunft?

Thema Arbeit: Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit Sitz in Genf rechnet für 2009 weltweit mit 240 Millionen Arbeitslosen. Dabei sind im Schnitt Frauen und Männer unter 25 Jahren mit einem Plus von bis zu 15 Prozent doppelt so stark betroffen wie der Durchschnitt. Die Arbeitsmarktexperten zeichnen vor allem für Europa ein düsteres Szenario, während in Asien und Lateinamerika die Folgen moderater ausfallen dürften. Von jeher waren Jugendliche dreimal stärker von Arbeitslosigkeit bedroht als ältere, so die ILO.

Untermauert werden diese Annahmen auch durch die Zahlen des Europäischen Statistikamtes „Eurostat“: Im ersten Quartal 2009 waren in der Europäischen Union fünf Millionen Menschen unter 25 arbeitslos gemeldet; das sind eine Million mehr als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor. Die spezifische Arbeitslosenquote der insgesamt 27 Mitgliedsstaaten stieg um vier Prozentpunkte auf 18,3 Prozent. Ingo Kuhnert von „Eurostat“ kommentiert diese Entwicklung so: „In dieser Schärfe und Gleichmäßigkeit haben wir das in Europa noch nicht gesehen“.

Und dennoch: Mit rund 10 Prozent Jugendarbeitslosigkeit gehört die Quote aus Deutschland zu den niedrigsten in ganz Europa. Auch der Abstand zu anderen Altersklassen ist im europäischen Vergleich geringer. Im Juli 2009 waren insgesamt 429000 arbeitslos, das sind 67000 mehr als im Jahr 2008 und daher nur ein moderater Anstieg. Das liegt laut Arbeitsamt jedoch auch an der Überbrückungszeit bis zur Lehre oder Studium. So besänftigt BA-Chef Weise: „Es bleibt die Erkenntnis, dass junge Menschen mit Ausbildung oder mit Berufserfahrung auch in dieser Rezession wieder Arbeit finden.“

Thema materielles Wohlbefinden: Hier sind vor allem Kinder, die bei Alleinerziehenden aufwachsen, überproportional von Armut betroffen. Der Armutsdruck auf diese Kontrollgruppe ist seit zwölf Jahren nahezu unverändert, selbst wenn eine Berufstätigkeit besteht. Bei rund zwei Millionen Kindern und Jugendlichen mit nur einem Elternteil muss rund die Hälfte mit 60% oder weniger des Einkommens auskommen, wie wenn beide Elternteile arbeiten.

Das Statistische Bundesamt konnte trotz Wirtschaftskrise keine Rückgänge des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf verzeichnen. Seit 1950 ist das BIP kontinuierlich gestiegen und liegt heute bei über 30000 €; ein guter Wert für den Faktor Wohlstand in Deutschland. Das Problem liegt laut Klaus von Dohnanyi (SPD), ehemaliger Bildungsminister und früherer Hamburger Bürgermeister, in der falschen Nutzung dieses Wohlstands:

„Der heutige Wohlstand führt in vielen Bereichen auch zu nicht unerheblicher Verwahrlosung der Kinder. Ich bin viel “ärmlicher” aufgewachsen als der Durchschnitt des deutschen Bürgertums heute. Aber ich bin von meinen Eltern anders erzogen worden und zwar mit Ansprüchen und mit Zuneigung. Wenn Sie vergleichen, mit welchen finanziellen Möglichkeiten meine Eltern ihre drei Kinder aufgezogen haben, dann sind die Leute, die heute im unteren Durchschnitt des Bürgertums leben, vergleichsweise reich. Und trotzdem hat man uns Bücher zur Verfügung gestellt, wir sind auf gute Schulen gegangen und so weiter.“

Die subjektive Schwarzmalerei der Jugend stammt aber nicht nur von der Erziehung der Eltern, sondern deren Projektionen auf die Kinder. Das sieht auch der Sozialwissenschaftler Hans Bertram von der Berliner Humboldt-Universität so: „Eltern und Lehrer müssen sich fragen, ob sie nicht möglicherweise zu hohe Leistungserwartungen in die Kinder projizieren, die sie dann gar nicht erfüllen können.“ Wichtiger sei es Kindern den Glauben an sich selbst zu vermitteln, um sie so stark zu machen für eine unsichere Zukunft.

Thema Bildung und Ausbildung: Deutschland ist nach Polen das Land mit den meisten Kindern und Jugendlichen, die sich in einer Schule oder Ausbildung befinden. Mit 92,4 Prozent werden klar mehr erreicht als in anderen europäischen Ländern. Die Maßnahmen nach der schlechten Pisa-Studie haben ebenfalls gewirkt, die neuesten Daten zeigen Leistungsverbesserungen in den Naturwissenschaften allgemein, vor allem Mathematik.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht Deutschland im Vergleich zu anderen Industrienationen jedoch in keiner Vorreiterrolle: Nirgendwo gibt es weniger Studienanfänger, 2007 lag die Quote bei 34 Prozent des Jahrgangs. Nur in Belgien, Mexiko und der Türkei studieren noch weniger. Dafür gibt es Gründe: Gemessen an der Wirtschaftskraft investiert Deutschland zu wenig in Bildung. Im Jahr 2006 lagen die gesamten öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung bei 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, der OECD-Schnitt liegt hingegen bei 5,5 Prozent. Hier steht die Bundesrepublik an fünftletzter Stelle, lediglich die Türkei, Spanien, Irland und Slowakei geben noch weniger aus.

Laut OECD gibt es in Deutschland erheblichen Bedarf für Reformen: „Wenn Deutschland gestärkt aus dieser Wirtschaftskrise hervorgehen will, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, in Bildung und höhere Qualifikation zu investieren”, sagte OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger.

Reicht da eine einzige Bafög-Erhöhung um 2 Prozent zum 1. Oktober 2010, die das Bildungsministerium garantiert hat? Hier ist die Politik in der Pflicht attraktivere Angebote zu machen. Der österreichische Hochschullehrer Adolf Haslinger hat es so formuliert:

„Wer an der Jugend spart, wird in Zukunft verarmen.“

CIP (Cipha Independent Press), Januar 2010

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Fanpost von Irren

Frank, 6. August 2009

Martin hat nichts gegen Ausländer, aber… etwas gegen Faschismus. Löblich! Martin erklärt uns daher in einer E-Mail die Steigerungsformen von faschistisch: faschistisch, faschistischer, sehr faschistisch, in hohem Maße faschistisch, in höchstem Maße faschistisch.

Martin fühlt sich schleichend islamisiert

Gut, dass es jemanden gibt, der uns per E-Mail vor der schleichenden Islamisierung warnt. Ich hätt’s sonst nicht mitbekommen. Erkenntnis: Man muss sich den ganzen Tag auf Anti-Islamisierungs-Foren und -Blogs herumtreiben, um vor der faschistischen Gefahr des Islamfaschismus gewarnt zu sein, der von den Linksfaschisten ignoriert und gefördert wird. Im Alltag bekommt man ja sonst nix davon mit. Nichts ist unrealistischer als die Realität.

Leider nicht ganz so konkret ist Lenzing. Mit einem Hitlerzitat, welches an mich “gillt” und “alle die diese antifa gesprache hir durchführen”, sollen wir wohl von unserem Gutmenschen-Trip abgebracht werden.

E-Post von einem erigierten Deutschen

Armer Lenzing, biste alleine, haste keine Freunde? Mein Rat an dich: Tu dich doch mit dem Martin zusammen. Ob’s nun die rechtsgrünen Muselfaschos oder die Bolschewistenjudenschweine sind, die Deutschland zugrunde richten, lässt sich sicher bei einer Flasche Oettinger Edelplörre bekakeln. Und dann wird die Schlagballkeule geschultert und ein Abendspaziergang unternommen. Ist es nicht herrlich, wie das Internet Weltnetz die Leute verbindet?

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red bull coka

cipha, 27. Mai 2009

ich weiss auch nicht, aber alles, was red bull an getränken auf den markt bringt, landet irgendwann auf dem index (gibt es sowas für getränke überhaupt?) oder führt jedesmal zu krankhaften kontroversen. über was sich die leute alles den kopf zerbrechen…

als der typische energy-drink in den 90ern in deutschen regalen erschien, hiess es, der inhaltsstoff taurin würde aus stierhoden(!) gewonnen. so gab es damals schon mordsmässig theater und man wollte das alles nicht im sauberen deutschland. ich glaube mich auch zu erinnern, dass das “original” zeitweise nur in österreich, dem heimatland, frei zu erwerben war. die aufregung legte sich erst nach und nach, aber es zeigt schon die paranoia, die nicht nur bei red bull cola jüngst anwendung fand.

denn auch das trinken von red bull mit alkohol ist übelst schädlich (jaja…). das ist mit alkohol aber immer so, egal was man da reinmischt.

womit wir wohl beim aktuellen thema wären: in red bull cola wurde kokain gefunden! das stimmt selbstredend so überhaupt nicht. darin finden sich dekokainierte(!) kokablattextrakte, die als aroma genutzt werden und nicht gesundheitsschädlich sind (wie das deutsche institut für risikobewertung auch richtig bemerkt hat). offiziell verzichtet man bei dieser cola sogar auf künstliche inhaltsstoffe (sagt man). trotzdem darf das getränk in nordrhein-westfalen, thüringen, rheinland-pfalz, niedersachsen und bayern nicht mehr verkauft werden. ja, deutschland ist eben sein sehr sauberes land. sehr sehr sauber. in diesen bundesländern sollte man allerdings dann auch den zahlungsverkehr mit euroscheinen verbieten, denn auf diesem papier befindet sich wohl weitaus mehr (echtes!) kokain. oder man sollte nie wieder in seinem leben im rhein baden, denn auch der rhein ist “kokainverseucht”. oder man sollte auch nie wieder nach madrid oder barcelona gehen, denn da atmet man das kokain sogar durch luft ein.

schön, dass man red bull so ungeahnte publicity beschert hat, das können die dann wieder in unglaubliche stunt-shows investieren. manche von denen sind richtig gut, wie z.b. die skateboard-session auf einer öl-plattform oder das verrückte air-racing. was die energy-drink-sparte anbelangt ist red bull weiterhin marktführer mit 70%; fairerweise, denn die zuckersüsse gummibären-brause war schliesslich zuerst da.

nun, wer den selbstversuch machen möchte, der kann das gerne tun: bevor man auf das high einer typischen koka-line kommt, muss man wohl dermassen viel cola trinken, dass man vorher kotzt, an einem zuckerschock stirbt oder der magen ausgepumpt werden muss. es ist also faktisch unmöglich.

amüsant und irgendwie lächerlich erscheint mir jedoch das gebaren in der bundesrepublik in bezug auf nahrungs-/genussmittel: würden sie dermassen strenge standards auf alle lebensmittel setzen, wie die spinner es jetzt mit red bull cola gemacht haben, würden wohl lockere 10% komplett aus allen bereichen aus den regalen verschwinden. das schätze ich jetzt mal sehr vorsichtig. prinzipiell findet man doch immer etwas, wenn man nur gründlich danach sucht. ach so, und genmodifizierte lebensmittel habe ich noch gar nicht erwähnt, der gipfel der perversion.

wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet, ich muss meine coka-pflanzen auf dem balkon giessen…

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Ich sehe bunte Mäuse

Frank, 28. März 2009

Mithin noch seltsamer als die seltsamsten Auswucherungen der Blogosphäre ist ja wohl mal das, was in den Foren abgeht. Neulich stieß ich aus Zufall (frag nicht) auf einen Thread im Forum “Das Haustierforum”. Thema: Mäuse, die sich gegenseitig fressen und deshalb kastriert werden sollten. Da mir dieser Thread so ungemein bizarr vorkam, beschloss ich ihn kurzerhand mit verteilten Rollen und dem entsprechend schlecht verstellten Stimmen zu vertonen. Es folgt nun also eine Viertelstunde destillierter Langeweile, vulgo: der allererste Craplog-Podcast. Habt Spaß. Oder… was auch immer.

Ein weiterer Sendehinweis: Falls Ihnen der aufwändige Vertonungen von unnötigen Texten gefallen, versäumen Sie nicht, unsere Remixe von verbitterten Leserkommentaren, Sarah Connor betreffend zu prüfen. Klassiker auf Mozartniveau!

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“Deutsche Bahn mahnt Netzpolitik ab”, Variationen

Frank, 3. Februar 2009

Wrapped Reichstag
Symbolbild zu “Hauptstaedtchen in Zeltbahnkombi” by GertrudK (cc)

 

Wortumstellungen

  • Deutsche Mahn bahnt Netzpolitik ab
  • Deutsche Politik mahnt Bahnnetz ab
  • Deutsches Netz mahnt Bahnpolitik ab
  • Bahndeutsch mahnt Politiknetz ab
  • Politiknetz mahnt Bahndeutsch ab
  • Mahnbahn netzt Deutschpolitik ab
  • Deutsche Abnetz mahnt Bahnpolitik

 

Annagramme

  • Antipathetische Bautzen, blond, km/h
  • Kapitelabschnitt hoehnt zum Abend
  • Hoeh petzt Nachtmusikantenabbild
  • Analphabetentum hektisch Binz Tod
  • Pistolenkabinett zaehmt Handbuch
  • Hauptstaedtchen in Zeltbahnkombi
  • Abendplaetzchen – Thomkins Tubahit
  • Nichtbesitzendenpakt: Holm haut ab
  • Knabenphantasie mutzt Bohle dicht
  • Kindbett-Opa: “Habt Heimatschnulzen!”
  • Bibliothekenschatz hupte man Tand

 

Sinngemäße Wiedergabe

  • Solidaritätsechauffage bringt Trackbacktraffic

 

(Anlass, Reaktionen)

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Die Verlosung der Gesellschaft

Cuba Libre Jr., 2. Februar 2009

Schenkt man Menschen Glauben, die sich in den letzten Tagen von ihrem Fernseher losreissen konnten “um noch einige Besorgungen zu machen”, stapelte sich die deutsche Verfügungsmasse (mal wieder) in deutschen Trinkhallen und sonstigen Lottoannahmestellen, um ein paar Kreuze zu machen, nicht, um sich Volksvertreter zu wählen, hier immerhin scheint das Volk verstanden zu haben, dass es nichts bringt, sondern um die “Steuer für Menschen, die kein Mathe können” (Quelle: irgendwo aufgeschnappt) abzuführen.

macs

(Spreeblick-Kommentatoren, Symbolbild)

Das ist noch halbwegs harmlos, da man diesen Unfug anonym durchziehen kann, wobei dieses Recht mit einer nicht unerheblichen Menge Geld abgegolten wird. Schlimm wird es, wenn Verlosungen an Bedingungen geknüpft werden, was vorhersehbar immer damit endet, dass sich eine nicht zu unterschätzende Masse nicht entblödet, einen peinlich-peinlichen (was soll man dazu sonst sagen?) Kommentar abzugeben, um einen begehrten Preis abzugreifen, der bis zur Sekunde vor dem Gewinnspiel noch überhaupt nicht begehrt, ja wahrscheinlich nicht einmal bekannt war. Denn sagt der Preisverleiher “Spring!”, folgt der Untertan und macht dazu noch wuff, und das meine ich nicht einmal im übertragenem Sinne, denn:

Kaum, dass Spreeblick per Twitter verlautbaren lässt, ein Handy unter die Leute zu bringen, wird der Kommentarbereich in nicht weniger als 2 Stunden mit weit über 100 Kommentaren geflutet von Leuten, die sich hin- und hergerissen sehen zwischen dem Drang, möglichst schnell einen Kommentar abzugeben, um bemerkt zu werden (endlich einmal!) und der Vorgabe, kreativ seine Geekness zu illustrieren. Durch diesen Zwiespalt völlig überfordert, versucht sich der Großteil am Humor und scheitert kläglich, wenn er Dinge schreibt wie


Meine Hündin heißt Beta und bellt «wtf» statt «wau». Wenn sie mal muss, dann kommt nur Code. Also bitte.

oder mehreren Dutzend Derivaten von


Das ist ja mal eine 1337e Verlosung. \/\/4|\|7 G1 plz. k thx?! cu. xD

was in diesem Fall immerhin insofern an Komik gewinnt, als dass dieser Kommentar um 13:37 Uhr abgegeben wurde.

Eine andere Qualität gewinnt dieser Gewinnspielirrsinn jedoch, wenn der Leser nicht mehr Teilnehmer, sondern Teil des Gewinnspiels wird, ja zum Gewinn selber. In einer unsäglichen Aktion rief Sascha Lobo zur allgemeinen Followerverlosung auf, in der die gegenseitige Vernetzung von Menschen degradiert wurde zu einem Witz zur Ankurbelung der Bekanntheit des neues Must-read und um noch einmal klarzustellen, wer hier der kreative ist. Auch die Teilnehmer waren sich des Blödsinns wohlbewusst und packten ihre Teilnahmetweets in selbstironische Watte á la “Diese #Followerverlosung ist ja total albern *grins*” o.ä., so genau kann ich das nicht zitieren, da mich bei diesen Tweets derart heftiger Juckreiz packte, dass ich spontan alle Teilnehmer aus meiner Liste warf. Es fehlte sowieso ein Kalibrierungsrichtwert zur Entschlackung, dieser erschien mir durchaus angemessen. Der Gewinner darf sich nun über ein paar Follower mehr freuen, denen er völlig egal ist, was ihn aber nicht weiter stören dürfte, ging es ihm doch wie allen anderen lediglich um die selbsttragende Aufmerksamkeit, die sich so auch ohne Inhalte schnell generieren lässt. Herzlichen Glückwunsch!

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Kastration ohne Betäubung

pantoffelpunk, 20. Januar 2009

Könnt Ihr Euch vorstellen, ohne Betäubung kastriert zu werden? Nein, natürlich nicht, solche Qualen kann und will man sich nicht vostellen. Es gibt jedoch Ferkel, die erleben das tatsächlich an eigenem Leib. Das nachfolgende Video ist nicht für sensible Menschen und ausdrücklich nicht für Kinder geeignet:

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Leute, die sich für so einen Job prostituieren, für einen ‘angemessenen’ Betrag auch Menschen töten würden. Nicht, weil ich Schweinchen und Menschen auf eine Stufe stellen will, sondern weil bei diesem Abschaum elementarste Mechanismen versagen. Wer so frei von Empathie ist, dem ist alles zuzutrauen.

Protestieren könnt Ihr hier.

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With a little help from my french

Cuba Libre Jr., 2. Dezember 2008

Angesichts der Debatte um die Einführung der deutschen Sprache ins Grundgesetz, zu der Lukas im Prinzip alles gesagt hat, was es halt zu sagen gibt, rege ich mich über folgende Nation auf:

Franzosen

Frankreich und unsere vierteljährlichen Debatten über deutschen Nationalstolz bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Keine Forderung “unsererseits” (da geht’s schon los) kommt ohne unsere lieben Nachbarn aus. Ob Flagge zeigen während der WM, einer Sprachenquote im Radio, das Singen der Nationalhymne – es wird auf Frankreich verwiesen, wo das alles “total unverkrampft” funktioniert. Man stelle sich vor, es gäbe überhaupt kein Frankreich. Eine Menge CDU-Politiker kämen in arge Erklärungsnöte, ginge ihnen doch ihre Argumentationsgrundlage völlig flöten. Es wäre vielleicht angebracht, sie darauf hinzuweisen, dass eine Forderung, die ohne selbstragenden Inhalt, sondern allein durch “die anderen dürfen aber auch” vorgetragen wird, vielleicht nicht so dringend behandelt gehört wie… keine Ahnung, afrikanische Kinder mit Fliegen im Gesicht oder so. Leider lässt sich mit wichtigen Themen kein Fußvolk einfangen, das BKA-Gesetz ist nunmal ein wenig zu kompliziert, um es zwischen Sport- und Wochenschau (hoho) zu beschimpfen.

Da hilft alles reden nichts, Frankreich muss weg! Das sage ich ohne jeglichen Nationalismus, sondern ganz im Gegenteil: Gibt es kein Frankreich mehr, gibt es hier keine Nationalismusdebatten mehr. It’s so easy. Daher fordere ich alle Franzosen ultimativ auf, ihr Land zu verlassen und sich eine neue Bleibe zu suchen. Alizée kann zum Beispiel erst einmal bei mir unterkommen. Der Rest findet sicher auch irgendwo was. Die Landfläche könnte man zu einer riesen Naturschutzzone umfunktionieren. Grade um die Atommeiler herum wird’s wahrscheinlich grüner als grün. Und Autos abbrennen, liebe Franzosen, das könnt ihr ja schon ganz gut.

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