Archiv für die Kategorie ‘Menschenskinder’

Lomogirl auf Berlintournee

Frank, 2. Juli 2011

retroriker

Coole Texte fangen so an:

Ich sitz’ in Osnabrück im Hotel und schau’ einen Porno
mit Handlung
No Brain, no Pain
Was mache ich hier eigentlich?
Bin ich doof, bin ich tot oder is mir einfach langweilig?
No Brain, no Pain

Weniger coole Texte fangen hingegen so an:

Ich fahre ohne Ziel und Zeitdruck mit der Ringbahn um die Stadt herum, beobachte Menschen, schreibe Dinge auf, lasse mich inspirieren und versuche, mich zu entspannen.

Und so ist dann das Elaborat von freitag.de-Redakteurin Mike Hanke Maike Hank eine öde Beschreibung einer sowieso schon langweiligen Handlung: Mit der Ringbahn um Berlin drumrumzufahren.

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Müllmänner!

Frank, 21. Dezember 2010

Bei allem Respekt für euren prestigeunterbehafteten Berufstand und die zuweilen mörderharte Arbeit, die ihr so verrichtet, eine Frage: Ist die Tatsache, dass ihr nach eurem frühmorgendlichen Tagwerk in unserem Haus — trotz deutlich sichtbarer Hinweise (“Bitte Tür schließen”, respektive “Tür zu!”) — sämtliche Ein- wie Auslässe zu Straße und Hinterhof sperrangelweit offenließt, sodass die grimmigkalten minus neun Grad Celsius, die ja momentan gerne mal herrschen, noch viel leichter durch den Hausflur in unsere leider viel zu schlecht abgedichtete Altbauwohnung influieren konnten, eigentlich passiv-aggressiv-frustriertes Arschlochtum oder doch eher kapitale Bräsigkeit von amöbialem Niveau? Vielleicht irgendwie sogar beides?

hinterhof

Für die morgendliche Wohnungsfrische von gefühlt 2 Grad Plus bedanke jedenfalls nicht nur ich mich, sondern auch meine liebe Frau (schwanger, 6. Monat). Frohe Weihnachten, ihr Lurche.

Brüste von nackten Frauen

Frank, 26. September 2010

ffffffffffffffffuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuAn sich sind Brüste von nackten Frauen eine gute Sache. Aber ich will so etwas nicht auf Webseiten sehen, bei denen ich Sitcom-Folgen oder so ähnlichen Schmu herunterladen will. Vor allem, wenn sie ihre schändliche Sexpopup-Existenz an allen Werbeblockern vorbei ausagieren können und ich mir nichtmal die zentrale Download-Seite von einer bestimmten Serie bookmarken kann, weil man mich beim Klick darauf immer wieder auf die Startseite zurückwirft, wo ich mir dann schon wieder diese bekackte Pornoscheiße angucken muss. Ich verstehe ja, dass sich so ein umfangreiches Rapidshare-Dateiarchiv auch irgendwo finanzieren muss, aber es nervt einfach, und das wird man ja wohl auch nochmal sagen dürfen.

Country Roads, Take’em Home

Frank, 12. Juli 2010

Negativ: Etwa 25 Jugendliche aus Bayern, die wohl im nahegelegenen Youth Hostel unterkommen, gammeln derzeit auf dem Mittelstreifen in unserer Straße herum, warum auch immer, trinken Bier und nerven durch lautes Gerede (belanglos), Gerappe (schlecht) und Gesinge (Country Roads). Lagerfeuerromantik ohne Lagerfeuer und Romantik, zaghafte Selbstbestätigungsversuche von Dörflern in der großen Stadt, Rebellentum auf der Konfirmandenfreizeit. Aber eben auch Ruhestörung.

Positiv: Die Heranwachsenden haben sich auf einem Stück Wiese versammelt, das ansonsten ausschließlich von Hunden frequentiert wird. Sei es die Dunkelheit, sei es der steigende Alkoholpegel – der Spackojugend fällt nicht auf, dass sie seit einer Stunde Haufen um Haufen aus Hundeexkrement platttritt bzw. -sitzt. Das Leben besitzt einen Sinn für Gerechtigkeit.

Offener Brief an die Frau hinter mir in der Kassenschlange

Frank, 2. Mai 2010

kasse

Du blöde Kuh,

ich kann dir versichern, dass du auch drankommst. Es geht nicht schneller dadurch, dass du näher an die Kassiererin heranrückst – dazwischen stehen immer noch ich und zwei andere Kunden. Dass du mir so sehr auf die Pelle rückst, dass wir permanenten Körperkontakt haben, würde ich ja vielleicht noch gutheißen, wenn du eine attraktive Mittzwanzigerin wärst, jedoch bist du eine 50-jährige blöde Kuh mit strengem Körpergeruch.

Weißt du, du blöde Kuh, andere Leute haben zumindest noch einen Einkaufswagen, den sie mir in den Rücken rammen, du jedoch trägst deine Flasche Korn und dein Toastbrot in der Hand, wie Trophäen auf Brusthöhe an den schwabbeligen Körper gepresst. Ein bisschen Abstand ist also wirklich möglich und entspräche zudem den impliziten Normen unserer Gesellschaft. Du blöde Kuh aber betaschst mich, die ganze Zeit, obwohl du beim Vorrücken der gesamten Schlange einfach mal stehenbleiben könntest, während ich mich einen halben Meter nach vorn bewege. Das tust du aber nicht, stattdessen scheinst du dich immer ein paar Zentimeter mehr nach vorne zu bewegen als ich, und das finde ich ungehörig. Das Toastbrot verwelkt übrigens gerade, weil es die Aussicht nicht erträgt, von dir verspeist zu werden.

Wie du siehst, trage ich einen Rucksack. Wenn du so nahe hinter mir stehst, kann ich den Rucksack nicht abnehmen, ohne ihn dir ins Gesicht zu ballern. Leider muss ich ihn abnehmen, um an meinen Geldbeutel zu kommen. Wenn du also jetzt, in diesem Moment, die Gefahr für dein morsches Restgebiss minimieren willst, nimmst du Abstand. Und zwar 100 Meter, mindestens!

Dein Frank

 

Bild: evilregime (cc)

mach ein zelt!

cipha, 1. Mai 2010

die welt steht am abgrund, mach ein zelt/
griechenland ist pleite, mach ein zelt/
afghanistan ist schlachtfeld, mach ein zelt/
lieber d-mark als den euro, mach ein zelt/
mach mit deinen fingern ein zelt!

deine miete ist zu hoch, mach ein zelt/
keine kohle mehr für essen, mach ein zelt/
dein kind war nicht gewollt, mach ein zelt/
alle anderen sind schuld, mach ein zelt/
mach mit deinen fingern ein zelt!

das wetter heut ist scheisse, mach ein zelt/
dein fahrrad hat nen platten, mach ein zelt/
deine mutter nervt rum, mach ein zelt/
und der grill ist kaputt, mach ein zelt/
mach mit deinen fingern ein zelt!

du bist katholik, mach ein zelt/
wenn es aliens gibt, mach ein zelt/
du suchst im leben sinn, mach ein zelt/
es kann passieren was will, mach ein zelt/
mach mit deinen fingern ein zelt!

mach ein zelt! mach ein zelt! homie, mach ein zelt, schwester mach ein zelt! deutschland: mach ein zelt! ausland: mach ein zelt! wo auch immer du her kommst, mach ein zelt! mach mit deinen fingern, mach mit deinen fingern, mach mit deinen fingern ein zelt!

Löschen, Sperren, whatever

Frank, 1. Mai 2010

Wie schmal der Grat zwischen dem heiligen Zorn über Kinderpornographie und der Begeisterung für Nachwuchstalente in der Unterhaltungsindustrie ist, zeigt dieses Video. Zitat aus den Kommentaren: „These girls are amazing! I love watching this over and over again!“ Kann man ja mal zum Anlass nehmen, den leider komplett versifften Begriff der Moral ein wenig zu entstauben (nachdem man die Kotze weggewischt hat). Shamulations! [via reddit]

Liebe iPadophile,

Frank, 5. April 2010

ipad-jobseigentlich gibt es doch keinen Grund, so blöde herumzulavieren. Statt des hie wie da eingestellten Fotos mit “Kuckt mal, wie hübsch meine Website auf dem iPad aussieht”-Untertitelung geht doch an sich auch “Kuckt mal wie geil ich bin, ich hab das Teil als erster und wenn ihr jetzt ankommt und dran interessiert seid, seid ihr neidisch und wenn ihr nicht interessiert seid, dann tut ihr nur so und seid auch neidisch, ihr ARMEN SÄCKE!” Warum also so verklausuliert? Wenn ihr euch mithilfe proletarischen Großkotzprotztums irgendwie potenter fühlt, dann spritzt lasst es doch einfach raus. So wie hier. Oh, und bitte: Erspart mir euer weltmännisch nebenher dahingerotztes “Ist halt auch nur’n Computer” morgen Abend oder übermorgen früh.

Danke für nichts.