Archiv für die Kategorie ‘Kalte Wut’

Die Malzahnsche Grundverblödung

Frank, 29. März 2007

Lieber Claus C. Malzahn,

schön, dass Sie in ihrem gestrigen SPIEGEL Online-Kommentar glauben, für “uns” Deutsche sprechen zu müssen und “uns” eine kollektive Realitätsverschiebung, ja – Bigotterie hinsichtlich des Verhältnisses zu den USA attestieren. Ja, Herr Malzahn, ich bin also Deutschland und Sie mein Therapeut. Ich spreche wohl mal besser nur für mich selber, wenn ich an dieser Stelle konstatiere, dass ich folgendes aus ganzem Herzen finde: Sie sind ein ausgemachter Hirni. Ich habe schon lange nicht mehr so einen grenzdebilen Schwachsinn wie diesen “Ich bin eine beleidigte Neocon-Leberwurst und alle ausser mir sind Nazi-Pazifisten”-Text auf – wo wohl? – Spiegel Online gelesen.

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Werbeschmutz statt Umweltschutz

ovit, 21. März 2007

Tatort: Berlin Oberbaumbrücke.

Berlin bei Nacht hat was. Die Oberbaumbrücke bietet einen fantastischen Blick über die Stadt, mit dem Abend und der hereinbrechenden Nacht knipsen die Menschen in ihren Wohnungen die Lichter an und alles ergibt eine wunderbare Kulisse für den Spaziergang. Jedoch hat dieses Lichtermeer auch etwas verschwenderisches. Eine wahnsinnige Lichtglocke steht über der Stadt.

Die Eigenwerbung des Universal Gebäudes ist bekannt. Die müssen es ja haben, denkt man sich. Und dann am Ende der Brücke eine Litfaßsäule, die natürlich die gesamte Nacht beleuchtet ist, aber das reicht ja heutzutage auch kaum noch. Das menschliche Auge ist so an die Werbung gewöhnt, dass es sie kaum noch wahrnimmt. Also packt man einen riesigen Halogenstrahler oben drauf, der dann die ganze Nacht über ein gleißenden Lichtstrahl in den Himmel schickt. Und 20 Meter weiter die nächste beleuchtete Werbetafel und so gestaltet sich das gesamte zu sehende Bild. Und am Horizont die riesige iPod Werbung am Eckhaus Wahrschauer Straße. Stilvoll in Szene gesetzt mit einer großen Menge Scheinwerfer. Kostet ja nicht so viel, der Strom, und gerade eine Firma wie Apple hat es ja, aber moment, Strom kostet ja nicht nur Geld, sondern verschmutzt ja auch noch die Umwelt!

Gott sei Dank reden wir darüber, die Glühbirnen endlich zu verbieten. Da werde ich mir heute direkt mal einen großen Schwung Energiesparlampen kaufen. Damit genug Strom übrig bleibt für die unzählbare beleuchtete Werbung des Nachts. Vielleicht sollten wir uns fragen wo denn Umweltschutz anfängt und vielleicht sollten wir die Rechnung, was Werbung Nachts einbringt und welche Kosten und Folgen das alles hat, nicht aufstellen, sondern so etwas schlichtweg verbieten. Es wäre ein Anfang. Und ich drehe mir dann auch bestimmt bald mal ein paar Energiesparlampen rein.

Ein Artikel über die kleinsten Hunde, die stets am lautesten bellen

Gastautor, 15. März 2007

Der Verfasser dieses Artikels ist dem Craplog.de-Team bekannt. Aus naheliegenden Gründen zieht er es vor, anonym zu bleiben. Die Links im Artikel sind aus denselben Gründen anonymisiert.

Das Weblog Politically Incorrect kennen diejenigen unter euch sicher, die mit Neugier gerne mal auch an entlegenen Ecken im weiten Raum der deutschen Blogvernetzungen schnüffeln – und zwar den Ecken, die schon so riechen als ob dort überregelmäßig oft das Bein gehoben wird. Ziemlich großspurig, vielverlinkt und mit einer durchaus bewundernswerten Standhaftigkeit ausgestattet, versucht der Bergisch-Gladbacher Turnpauker Stefan H. den deutschen Volksgenossen die Gefahr von der islamischen Infiltration Deutschlands näherzubringen. Wer könnt’s ihm verdenken? Schließlich waren die Türken schonmal drauf und dran, hätte Eugen von Savoyen sie nicht 1719 bis hinter Belgrad zurückgeschlagen. Deswegen warnt und warnt es, tagtäglich, ohne Unterlass aus PI heraus. Helfen tut H. dabei ein Stab von “Spürnasen”, die kontinuierlich die Zeitungsarchive westlicher Wurstblätter und -Blogs nach Nachrichten durchwühlen, die die eigene Existenzlegitimität mit Biegen und Brechen irgendwie sedimentieren können. Um der Brühe einen moderaten Anstrich zu verpassen, klebt man sich die Aufkleber “Pro-Israel” und “Pro-Amerikanisch” ins Logo, fertig ist die Meinungsfreiheitstapete für die Ressentiment-Bude. Weiterlesen »

Das neue Wir-Gefühl

ovit, 13. Februar 2007

Endlich ist es da! Die einen Theoretiker würden behaupten, dass das Internet den Menschen noch mehr aus seinen alltäglichen Strukturen herausreißt, dass das Internet die Kommunikation zwischen Menschen noch mehr anonymisiert und er damit nur noch egozentrischer wird.
Doch neuerdings gibt es wohl eine neue Form der Solidarität. Die Spreeblicker behaupten, dass Sascha Lobo “als Vertreter von uns in einer Talkshow aufgetreten ist, oder in diesem Blog hier wird behauptet, dass wir “gerade eh einen kollektiven Gedankenstau” haben.
Und ich denke mir ganz in einem weiteren Spreeblicksinne: Ihr, nicht ich!
Habe ich Sascha Lobo zu meinem Vertreter ernannt oder jemals von einem Gedankenstau gesprochen? Bevor man mich irgendwo mit einbezieht und dieses neue “Wir” strapaziert, möge man mich bitte vorher fragen, oder dieses “Wir” einschränken, oder doch ganz einfach lieber immer erstmal schön von sich selbst ausgehen. Dann haben solche Aussagen auch einen entsprechenden Wahrheitsgehalt.

Der dämlichste Blogkommentar aller Zeiten? Mindestens!

Frank, 1. Februar 2007

Gar nicht erst hart an der Grenze, sondern weit darüber hinaus ist ein Kommentar, den ich im Blog der PC-Spielezeitschrift Gamestar fand. Folgende Ausgangssituation: Ein verdienter deutscher Spieleprogrammierer stirbt. Der ehemalige Redakteur Mick Schnelle verfasst einen Nachruf. Nach dem für’s GS-Blog üblichen adoleszenten Kommentargeplänkel (“Erster” – “Doch nicht^^”), offenbart ein junger Leser seine ganz persönlichen Vorstellungen und Relationen in Sachen Taktgefühl, Weltbild und – schlicht – Logik via Blogkommentar:

Da kracht mein Kopf doch dreimal (mindestens!) laut krachend auf die Tischplatte, weil mir der Schmerz versichern soll, dass ich noch nicht in der Hölle bin. Hallooooo?!?! Mal abgesehen davon, dass es alleine in Mittel- und Südamerika von Cortez bis Pinochet dutzende bessere Beispiele für das personifizierte Böse gibt als ausgerechnet Fidel Castro – wie beschränkt muss man denn sein, Saddam als Beispiel für die absurde These heranzuziehen, dass “das Böse” eine größere Lebensspanne habe? Ach so: “aber vielleicht auch nicht, GRINS!!!!1elf”. Paraphrase: Ich habe keine Ahnung, brabbel aber trotzdem drauf los, weil ich ja dazu stehe, keine Ahnung zu haben. HNNNNG!

Fidel, Saddam, die Verwandtschaft. In einer Reihe – als Steigerung? Na gut… Vielleicht dachte der junge Mann ja an die Blähungen von Tante Elke und baute sich innerlich eine assoziative Verknüfung zu Saddams Giftgas-Völkermord…

Herr, lass Hirn regnen!