cipha, 21. November 2008
mir gefällt diese wirtschaftskrise zunehmend. es gibt nur einen bereich, dem ich konsequent skeptischer gegenüberstehe als der religion und das ist die industrie. meines erachtens sind wir zwar keine sklaven, aber sowas wie roboter dieser industrie und es war mehr recht als billig, dass die jetzt mal kollektiv auf die fresse kriegen. mich interessiert nicht im geringsten, was mit der wirtschaft passiert, egal ob in europa, usa oder sonstwo. für mich ist bloss wichtig, dass ich mir lebensmittel und benzin leisten kann. und das geht im moment besser denn je; oder sagen wir lieber: besser als in den jahren zuvor. dass dieses wirtschaftssystem nicht funktioniert, war mir klar, aber wenn ich etwas sage, dann glaubt mir sowieso niemand, weil ich habe kein haus, kein boot und keinen gehaltsscheck mit sechs stellen. ehrlich gesagt habe ich auch keinen plan von bwl oder vwl, es geht mir am arsch vorbei, genauso wie die ganzen sponks, die in diesem bereich arbeiten und/oder studieren. was ich mitkriege, ist dieses permanent hohle geschwätz meines nervigen nachbarn. der arbeitet nix und es kommt vor, dass er tagelang sein fahrzeug nicht bewegt; das geht auch nur, wenn du alles in den anus geblasen kriegst. wie finanziert der sich sein studium, wie kann er sich auto UND wohnung leisten? keine ahnung, was das noch mit der realität zu tun hat. an der lokalen universität, die schon lange renoviert oder am besten komplett abgerissen und neu erbaut gehört, gibt es seit neuestem keine fakultät für philosophie mehr. die penner von fick-bwl allerdings bekamen einen komplett neuen trakt. ich könnte kotzen, wenn ich diese geleckten schlipsträger auf der strasse sehe, auch, wenn das ein vorurteil ist und nicht jeder honk was mit wirtschaft zu tun hat. aber mir kommt dann immer dieses bild dieses komplett durchgedrehten spekulanten, der wild fuchtelnd auf irgendeinem abgefuckten parkett dieser welt dafür sorgt, dass er mir monat für monat für monat immer noch mehr geld aus der tasche zieht. es kommt dann vor, dass man sich gelähmt fühlt, dass man tag für tag nicht mehr sein eigenes leben lebt, sondern denkt, man kann sowieso nichts verändern, die dinge sind eben nun mal so, was will man machen, es muss ja weitergehen. dieser zustand ist ein fehler und er gehört behoben. leider weiss ich selber nicht, wie das gehen soll, denn meine vorschläge umfassen fast immer nur waffengewalt: du kannst deine heizkosten nicht bezahlen? knarre an den mann! der sprit ist dir zu teuer? knarre an den mann! keine milch und kein kaffee diese woche? knarre an den mann! manchmal kann es so einfach sein, doch leider sind wir nicht in einem szenario von “grand theft auto”. wäre dem so, würde ich kreis, kreis, kreis, kreis, kreis, kreis, r1, l2, l1, dreieck, kreis, dreieck drücken, ein panzer fiele vom himmel und ich würde nach frankfurt fahren und dort mal für ordnung sorgen. denn, wenn wir ehrlich sind, dieses wirtschaftssystem braucht niemand und es ist auch übelst rückständig. und siehe da: da hätten wir doch eine weitgehend friedliche alternative.