Archiv für die Kategorie ‘Kalte Wut’

Schweizer, bleibt bei euren Bergen

Frank, 29. November 2009

Schweiz

Die Bürger der Schweiz haben eine Volksabstimmung durchgeführt und 57,5 % der Bürger sich für ein Minarettverbot ausgesprochen. Die Bürger eines Kantons mit dem grotesken Namen Appenzell Innerrhoden sogar zu 71 %.

Schweizer, wart ihr nicht das Volk, das sich weltanschauliche Neutralität auf die Fahne schrieb? Nicht buchstäblich natürlich — auf der Schweizer Fahne befindet sich ja bekanntermaßen ein Kreuz. Aber so vom Selbstverständnis her. Die Begründung, warum man für die islamischen Gebetshaustürme eine Ausnahme macht, ist dann auch einer der abenteurlichsten Aspekte einer durch und durch geschmacklosen Debatte. Ein Minarett sei nämlich kein Kirchturm in Grün, sondern…

Für den SVP-Politiker Ulrich Schlüer, einen der Wortführer der Initiative, ist das Minarett vielmehr ein “politisches Symbol eines Machtanspruchs”.

Es gibt vier Moscheen mit Minaretten in der Schweiz. Vier.

Mal ehrlich, selbst wenn an der absurden These etwas dran wäre, dass die Muselfusselbärte den Westen islamiseren, unterjochen und erobern wollten — galubt ihr wirklich, dass man das mit einem Verbot von Minaretten verhindern könnten, liebe Schweizer? Das ist ja, trotz des dunkelbraunen Beigeschmacks, beinahe ein bisschen niedlich. Wenn bei euch eine Maus den Käse aus der Speisekammer klaut — haltet ihr dann ein Referendum zum Verbot von Mauselöchern ab?

Feige seid ihr, verehrte Nachbarn im Süden – beziehungsweise 57,5 % von euch. Gebt eurer Xenophobie doch bitte nicht diesen pseudodemokratischen Anstrich, da kriegt man ja Durchfall von. Geht auf die Straße Stellt euch auf den Berg und brüllt “Ausländer raus!”, das wäre zumindest konsequent.

Bild: apollon (cc)

Liebes Arschloch,

Sebastian, 24. May 2009

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eigentlich müsste ich Dir ja auch ein wenig dankbar sein. Nicht unbedingt dafür, dass Du unser Auto nicht auch gleich ganz abgefackelt hast, anstatt nur mit einem Stein wie blöd auf die Frontscheibe einzuschlagen (ist schließlich ein Franzose!), sondern dass ich andernfalls nicht mit der Bahn gefahren wäre und folgene menschliche und allzumenschliche Begebenheiten doch glatt an mir vorbeigezogen wären:

– die gelöste Stimmung bei 30° C in einem Hauptbahnhof am letzen Bundesligaspieltag.

– das unglaubliche Glück, dass einem als Nerd widerfährt, wenn man eine Busfahrkarte ausgehändigt bekommt, die einen als leeten Zeitgenossen ausweist.

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– die Erkenntnis, dass der Sindelfinger Puff zwischen Ikea und Moschee seinen Mitarbeitern T-Shirts ausgibt, die ihn als als eben stolzen solchen erkennbar machen und gleich auf den Internetauftritt des Etablissments hinweisen. Ein T-Shirt, das man gerne trägt! Und nächstes mal: ruhig Kopf hoch!

– einen herrlichen Trialog dreier NaturheilärztInnenInnenInnen, die sich einem unglaublichen Hirngewichse über die verlorengegangene Matriacharkultur alter Mayaindianer(Innen!) hingaben, wobei jede versuchte, die anderen durch noch profunderes Fachwissen auszustechen. Eine zweifelte sogar an, dass überhaupt je eine Kultur ein nennenswertes Matriachart hervorgebracht hat *empör* Eine Unterhaltung, die ein Freund des Alltags auf keinen Fall hätte verpassen wollen.

Nein, es hat schon alles seine Ordnung so. Insofern bin ich Dir auch nur ein bisschen böse. Ein Arschloch bist Du aber trotzdem, Du konntest ja nicht ahnen, dass ich mich auch noch über die kleinen Dinge freuen kann. Denn wer kann das schon? Du? Wohl nicht…

Was er dort als unschön empfindet

Sebastian, 30. April 2009

Killerspieldebatten öden mich seit jeher an. Eine nie älter als 19 werden wollende Leserschaft diverser Gamemagazine, die ihre Leserbriefe vorwiegend mit lateinischen Zitaten einleitet, um seriös zu klingen befindet sich im ewigen Kampf gegen die offensichtlich nie abtreten wollenden Opportunisten, denen die Materie egal ist und eben jenen anderern Politikern, denen Computer fremd sind und die deshalb Angst vor dieser Welt haben. Ich ging also nicht davon aus, emotional besonders gefordert zu werden, als ich an diesem morgen eine Diskussion zum Thema zu lesen gedachtetetete. Erare humanum est! (oder so, ICH kann ja kein Latein!), denn schon bald begann ich zur Melodei eines bekannten Hits vor mich hin zu summen: Can’t stop raging.

creye

Was sind eigentlich „Killerspiele”? Bei Supermario werden Frösche getötet, also ist es ein „Killerspiel”?
Wer entscheidet, was ein Killerspiel ist und was nicht?

Lieber Jakob, dieser gut abgehangene Witz geht anders, es handelt sich nämlich nicht um Frösche, die bei Super Mario getötet werden, sondern um Schildkröten, Pilze, Fische und ähnliches Geschmeiss. Lediglich in Super Mario 3 könnte man ein Auge zudrücken, springt Mario hier doch höchstselbst in einen Froschanzug, um besser schwimmen zu können. Wird er hier getötet, geschieht dieses entweder durch Suizid oder eben durch Gegner, die im Spiel eindeutig als negativ dargestellt werden, Gewalt hierdurch also als falsch gewertet wird, um im BpjM-Sprech zu, ja, sprechen. Bleibt festzuhalten. Die Entscheidung, was ein Killerspiel ist und was nicht, bleibt jedenfalls nicht Dir überlassen.

Meiner Meinung nach führen Computerspiele zur desozialisation, der Konsum von jeglichen Spielen und online Medien im Übermaß.
Die Online-”Freunde” trifft man nur zum virtuellen Spaziergang!
Abends wird gezockt satt Party zu machen. Führt das nicht auf langzeit zu psychischen Störungen?

Da ist viel Wahres dran, bzw. nur ein bisschen bzw. naja. Das Zauberwort in deinem ersten Satz heisst Übermaß. Warum gilt dieses aber ausgerechnet für Computerspiele und online Medien (sick!!!)? Führt nicht der übermäßige Gebrauch von zum Beispiel Drogen viel mehr zur Desozialisation, ein Wort, das mir übrigens beim Ausschreiben immer wieder Kummer macht (kleiner Zwischenrant)? Ist es nicht sowieso immer die Dosis, die das Gift macht? Wo genau ist denn jetzt die Argumentation?
Und was, lieber Jakob, ist nun eigentlich dagegen einzuwenden, sich mit “Online”-Freunden, pardon, Online-“Freunden” zu einem virtuellen Spaziergang zu treffen um über Themen zu reden, die man relevant findet, oder eben auch irrelevant (ein wichtiger Aspekt bei Freundschaften ist ja die gemeinsam zelebrierte Redundanz), meinetwegen auch, um gemeinsam Orks abzuschlachten, ja, abzuschlachten? Ist es nicht gehaltvoller, als sich total real (englischer Ausdruck, slang) auf einer Parkbank dumm zu saufen? Welcher Irrglaube verleitet Dich eigentlich dazu, qualitative Maßstäbe an die freundschaftlichen Beziehungen fremder Menschen anlegen zu können?

Man muss berücksichtigen, dass nur ein minimaler Teil der Gamer und Web-Junkies Amokläuft.
Es handelt sich also um Ausnahmefälle, wenn auch schreckliche, allerdings sollte man das Computerspielen nicht generell verbieten.

Man sollte überdies auch beachten, dass generell nur ein minimaler Teil aller Menschen überhaupt Amok läuft. Es handelt sich also nur um Ausnahmefälle, wenn auch schreckliche, allerdings sollte man das Dasein nicht generell verbieten.

Bis hierhin, und das ist ja das Irrwitzige, war das alles ja weder neu noch originell, und ganz sicher nichts, weswegen ich hier ein großes Fass aufmachen würde. Derlei Dumpfsinn wie dort oben liest man ja allenthalben und würde man dafür jedesmal die Tastatur zwecks Reaktion bemühen, man käme ja garnicht mehr zum Spazierang, online oder offline, mit Freunden oder halt doch nur “Freunden”. Nein, es ist folgender hinterhergeworfener Kommentar Deinerseits, der meine Augen zusammenkneifen ließ:

Noch ein Kommentar!
Was ich hier als unschön empfinde, dass du allen Link in den Kommentaren ein nofollow verpasst.
Dadurch bringt der Kommentar Suchmaschinentechnisch gar nichts. Eigentlich ist es doch unter Bloggern so üblich, dass (vernünftige) Kommentare durch den Backlink quasi belohnt werden!

Ja Herrschaftszeiten, heulheuldoch. Diesen ganzen obigen Erguss unter der Fahne des “erstbesten Gedankens, der einem so kommt” also nur, um ein paar zusätzliche Klicks abzugreifen, um deiner traurigen Existenz also SEO-Nachwuchs ein wenig Berechtigung zu geben, um, quasi, belohnt zu werden? Nun weiss man ja, auf welchen sektenähnlichen Blogs und Foren euresgleichen euch vorwiegend aufhaltet, auf denen ihr euch dann einen runterholt auf Linklisten, den neuesten Suchbegriffen und sonstigem irrelevanten Schmonz und ihr euch austauscht über dien pixelgenau besten Platz, an dem man seine Blogroll setzen muss und wie genau man eigentlich eine Überschrift schreiben muss, um wahrgenommen zu werden, wenn man inhaltlich schon nichts zu sagen hat. Aber muss man sich von so einem sagen lassen, was Leben heisst? Nein? Siehste!

Auf Stefans richtige Erwiderung, dass eine Diskussion, die sich aus einem Kommentar ergibt, doch eigentlich der Belohnung genug sein müsse, konterst Du mit unsympathischer Lernresistenz folgendes:

Und was bringt es wenn auf einer Seite alle externen Links ein nofollow erhalten? Denkst du, dass bringt SEO-Technisch was?
Die Linkpower für interne Links wird meines wissens nach nicht von den externen Links auf ner Seite beeiträchtigt.

Du verkennst, dass dieses SEO-Gehabe ein leeres ist. Dass sich eben außer ein paar versprengten Taugenichtsen so rein niemand dafür interessiert und dass sich eben niemand, der ein Anliegen hat, Gedanken macht, ob “dass SEO-Technisch etwas bringt”, was er schreibt oder wie er sein Blog administriert. Du verschwendest zu viel Zeit ein eine Thematik, die weniger Fans und Relevanz hat als Magic: The Gathering, so wie ich hier unnötig viel Adrenalin auf Dich verschwende, und es sei angemerkt, dass Magic: The Gathering-Fans sehr wohl um ihren Status in der Gesellschaft wissen und sich deswegen nicht als Bestimmer aufführen, die anderen Leuten erzählen, wie sie ihr Blog zu führen haben. Ey. Es ist schon ein Witz, aber kein guter, mit welchen Worten Du schließt:

Aber klar, es geht ja auch noch um was anderes als SEO im Internet, nämlich um sinnvolle Kommunikation. Viele Blogger kommentieren auch lediglich zum Zweck des kommentierens, was unschön ist!

Lg, Jakob

Nicht reden, machen!

utf-8 vs. cp 1252

ciphaDOTnet, 3. April 2009

es ist mal wieder freitag und das heisst, bei “schlag das craplog” ist es mal wieder zeit für einen richtigen flamewar.

seit vier jahren bin ich nun ein linux-benutzer. ein superuser. einer, der die schnauze von window$ einfach voll hatte und sich mit viel mut und ehrgeiz auf die suche nach einem zukünftigen ersatz für windows hasta la vista machte, das ja irgendwann mal kommen soll.

heute, im jahr 2009, muss ich leider ein negatives fazit dieser bemühungen ziehen. ich achte die foss-bewegung, ohne frage und benutze auch linux immer noch. für banking, chatting, schattenboxing ist es einfach erste wahl. aber es gibt verdammt viel, das mich aufregt. VERDAMMT VIEL. und über eines nur möchte ich heute berichten.

ich weiss nicht, welcher zeichensatz-standard bei windows herrscht (haha. guter witz). ich weiss nur, dass linux, ohne meine zustimmung oder von mir bemerkt, mit utf-8 verheiratet zu sein scheint.

versteht mich nicht falsch: jeder soll doch bitte den oder die heiraten, die er/sie will. aber es reicht endgültig, wenn folgende dinge passieren:

1) ich bin westdeutscher und westeuropäer. es gibt schlimmeres. auf der aussenfassade der neuen bibliothek von alexandria ist unser “scharf-s” oder “dreierles-s” verewigt (ß). unsere sprache zeichnet sich allerdings auch durch umlaute aus. ä, ö, ü. dafür können wir nichts und ehrlich gesagt sind das doch, zumindest in hiesigen gefilden, sinnvolle zeichen. ja, aber dann kommt utf-8 und zerschiesst alles. alles! egal, ob in wordpress, linux, einem simplen usbstick oder sonstwo. was soll ich bitte mit ├ñg, ├â┬ oder ├ñn anfangen???

2) das ist diskriminierung. nur, weil die vielen englischsprachigen länder mit umlauten probleme haben heisst das nicht, dass man sie aus seinem zeichensatz, der ja für computer und netzwerke möglichst international gelten soll, einfach streichen kann. jemanden dazu zu nötigen, dass er ae anstatt ä nutzen soll ist pervers. da würde ein kleiner blick über den eigenen tellerrand wunder wirken.

3) niemand, wirklich niemand kann von einem linux-neuling verlangen, er soll seine ganzen beigebrachten kenntnisse der eigenen(!) sprache über den haufen werfen, wenn er mit diesem betriebssystem arbeitet. das wird einem nirgendwo erzählt. zudem werden manche dateien komplett unbrauchbar, wenn sowas passiert und das ist nicht lustig. chattet ruhig mal über icq (oder sonstwas) und empfangt daten eines windows-icq-nutzers. wer dort nicht selber umstellt (bei sim kann man das), kann nichts lesen. toller technischer fortschritt!

4) ja, klar, jetzt kommt mir der schlaumeier in der ersten reihe natürlich mit “plattformunabhängigkeit”. nach dem, was ich bisher gesehen habe, ist es damit leider nicht weit her. verschiedene kulturen haben verschiedene zeichensätze und die sprache ist so oder so am aussterben, das muss der pc nicht auch noch unterstützen. aber mir scheint, genau darauf läuft es hinaus. “friss oder stirb!” schöne neue welt.

5) es wird doch wohl möglich sein, dateien, die auf unterschiedlichen systemen erstellt wurden, nicht ohne mein einverständnis(!) umzubennen. das würde vieles einfacher machen, wenn er mich, bevor er die dateinamen ändert, darauf hinweisen würde, dass er etwas nicht blickt. aber da hakt es beim rechner. dieses gerät ist einfach nicht intelligent und wird es sehr wahrscheinlich niemals sein. doch, ich frage mich, was hat eine änderung eines dateinamens eigentlich mit intelligenz zu tun? das ist schon wieder so grundstupide logik, dass ich kotzen könnte.

6) cp 1252 ist der code für den westeuropäischen zeichensatz. ihr könnt gerne mal den test machen und schauen, wo euch das begegnet, ohne das ihr mit einem linux-rechner probleme bekommt. es gibt noch cp 1256 für arabisch, cp 1257 für baltisch, shift-jis für japanisch, cp 1254 für türkisch usw. etc. ihr versteht wahrscheinlich, worauf ich hinaus will: einfacher geht es wohl nicht…

7) ein ähnliches problem hatten wir schonmal mit ascII. und hex. und binär, wenn man ganz tief gehen will. dns wurde dafür geschaffen, menschen zu ersparen sich ip-adressen zu merken. und genau das war mal eine richtige richtung! gibt es zeichensätze für dns!? nope. (fairerweise muss man sagen, es gibt auch keine umlaute…, wer hätte es gedacht. aber das w3c arbeitet daran. immerhin.)

8. überhaupt, “zeichensätze”. utf-8 alleine ist eine wissenschaft für sich und seit 1993 hat sich einiges geändert, freunde der sonne. wer wirklich im sinn hat, linux so einfach wie möglich für den benutzer zu machen, sollte allererstens ihm nichts vorschreiben. das ist der sinn von “freiheit”, aber der begriff ist mittlerweile so oder so sehr relativ.

9) nach den neuzeitlichen rangeleien zwischen m$ und tomtom und dem nutzen von fat als dateisystem sollte man vielleicht sogar tiefer anfangen. aber andauernd ein neues dateisystem zu pushen; steckt es euch sonstwo hin.

10) das ist die ultimative regel des ganzen: scheiss auf utf-8. ihr schreibt mir vor, welcher zeichensatz standard sein soll, fickt euch. warum ist cp 1252 kein standard??? hier kennt man wenigstens umlaute! ihr beschränkten lemminge. usa! usa! usa! windows! windows! windows! scheiss-welt.

wer mir jetzt vorhalten möchte, ich verstehe nichts von technik und überhaupt ist dieser beitrag nicht fundiert genug; fragt mal die franzosen. die rebellieren schon seit jahren gegen die ganze englische scheisse und niemand kümmert sich einen dreck. gut, man muss mir vorhalten, dass ich aus einem sprach-bereich komme: bis 2000 war englisch und deutsch mein fachgebiet. dann kam der pc und das internet. ich schätze diese räume auch und arbeite manchmal richtig gerne mit ihnen. aber sie sind und bleiben beschränkt, wenn man sich nur auf englisch verlässt. es ist die einfachste sprache des planeten und damit hat es sich. die hürden, um es zu lernen, sind sehr gering und überhaupt hat vor allem grossbritannien durch grössenwahnsinnige expansionen in der vergangenheit dazu beigetragen, dass die ganze welt es spricht. manchmal wünsche ich mir, die geschichte wäre anders verlaufen. zum glück bin ich ein mensch und kompliziert und habe macken und fehler, echt. fick die maschine.

die zeichen der zeit

ciphaDOTnet, 12. March 2009

ich habe gestern erst relativ spät erfahren, was für eine tragödie eigentlich in meiner nachbarschaft passiert ist. ich war in der pause von irgendner sendung zappen und bemerkte plötzlich eine ungewöhnliche laufschrift bei viva und mtv: dass sie das programm geändert hätten, wegen winnenden und so. jetzt kann man natürlich darüber streiten, was viacom da eigentlich gemacht hat, aber das ist ein anderes thema.

jedenfalls war für mich die sachlage klar, dass da schon auffälligkeiten gewesen sein müssen bei dem täter tim k., denn so eine aktion kommt nicht aus dem nichts. aber gestern noch war der innenminister von baden-württemberg richtig felsenfest davon überzeugt, dass “nichts auffällig oder ungewöhnlich” an der person gewesen sei. so ein quatsch. wenn man es nicht weiss, sollte man besser schweigen.

inzwischen ist klar, dass der täter 2008 in einer psychiatrie wegen depressionen war. und die medikation bei solchen geschichten blockiert die eigene empathie-fähigkeit und macht “die seele grau”, also man ist wie in einem schützenden kokon, die äusseren einflüsse werden gefiltert, oft zuviel. man sollte genau hinschauen, was er da in dieser zeit einnehmen musste und sollte nicht schon wieder “ballerspiele” ins gerede bringen, das ist nämlich geschwätz von der cdu/csu, wie immer bei solchen aktionen und bringt die debatte nicht in die richtige richtung. auch das argument von der polizeigewerkschaft ist quark, von wegen das waffengesetz sei hart genug. für was braucht ein normaler mensch waffen, bitte!? die sollten verboten werden und nur in ausnahmefällen menschen zur verfügung stehen, maximal jägern und der polizei.

in meinen augen sind nicht die gefundenen pornos und “counterstrike”, sondern der unglaublich leichte zugang zu den waffen und etwaige risiken durch die medikation für diese wahnsinns-tat verantwortlich. wie sonst sollte man 15 menschen töten, viele davon weiblichen geschlechts, ohne mit der wimper zu zucken?

mein beileid und meine anteilnahme den familien und freunden der opfer.

traurigerweise scheinen amokläufe von jugendlichen im 21. jahrhundert zum standard zu gehören. kein gutes zeichen für unsere zeit…

[update I, 13.03.09]

der absolute hammer, die sind selbst unfähig richtig zu ermitteln und zu recherchieren: winnenden – internas zum bernd-fake. aber der innenminister ist selbstverständlich nicht daran schuld, immer dieses dumme internet. am besten, wir schalten das endlich ab!

[update II, 17.03.09]

nochmal ein ausführlicherer bericht zu meiner psychopharmaka-theorie: via schallundrauch.blogspot.com.

“Diese Stoffe zur Beinflussung des Gehirns sind dafür bekannt, dass sie gewaltätige Gedanken und Handlungen auslösen. Die Gesundheitsbehörden wissen das und es steht auch als Warnung auf den Beipackzetteln. Tatsächlich verursachen die psychiatrischen Drogen eine Entfremdung von der Realität. Die Schützen wissen gar nicht mehr wo sie sind. Sie sehen ihre Klassenkameraden nicht mehr als Menschen, sondern als leblose Objekte und als Ziele. Sie sind so realitätsfremd, dass sie am Schluss die Waffe auf sich selber richten.”

sehr schön auch die kurze liste zum schluss, wo auf konkrete fälle eingegangen wird.

elektronischer personalausweis

ciphaDOTnet, 24. February 2009

der oberwitz bei einem personalausweis ist, dass ich eine gebühr für eine herstellung von etwas zahlen muss, das mir nicht einmal gehört. jeder personalausweis/reisepass gehört nämlich der bundesrepublik deutschland.

nun kommt ab ende 2010 etwas, das logischerweise unvermeidlich war: der elektronische personalausweis. das hätte sich der adolf auch nicht besser ausdenken können, vor allem wegen dem “biometrischen foto” und zwei digitalisierten fingerabdrücken und, auf wunsch, einer “e-id-funktion”, die “private und geschäftliche internetanwendungen sicherer machen soll”. ha! wer’s glaubt… am ende erzählen sie uns auch noch, das ding sei überhaupt nicht hackbar…

kann mir mal jemand bitte ein flugticket kaufen, ich muss schnellstens weg hier.

ach so, kleine verschwörungstheorie am rande: schonmal aufgefallen, dass auf ausweisen, lohnsteuerkarten und noch vielem mehr der name immer in grossbuchstaben angegeben ist? nun, die theorie kommt aus england, die besagt, das müsse sein, denn dadurch ist man gar nicht selbst gemeint, sondern eine kapital-/treuhandgesellschaft, die von der regierung durch das finanzamt zum zeitpunkt der geburt geschaffen wurde. regierungen sind nämlich auch kapitalgesellschaften, die nach dem recht der wirtschaft, dem vertragsrecht handeln. die gesetze einer regierung gelten nur für gesellschaften und nicht für menschen aus fleisch und blut. think about it.

Trolleyfahrerarsch, TRAG DAS DING!

ovit, 23. February 2009

Trolleyfahrerarsch
Symbolbild von Trolleyfahrer auf ruhigem Untergrund by supatexta (cc)

Eine neue Lärmbelästigung ganz besonderer Güte hat Einzug in hiesige Landstriche erhalten. An der Kante einer jeden Gehwegplatte dröhnt es, auf dem Kopfsteinpflaster erst recht. Oft tauchen diese Unmenschen auch noch in kleinen Gruppen auf und der Geräuschpegel wächst expontiell und treibt einen schier in den Wahnsinn. RATRATRATRATRATRATRATRAT. Lieber Leute mit diesen verkackten Trolleys, tragt euren Scheißkoffer, wie ihr es schon immer gemacht habt! Diese Trolleys sind weder hübsch, noch lässig, noch bequem, sondern eine reine Qual. Eine Tortur. Eine Belästigung für eure Mitmenschen. RATRATRATRATRATRATRATRATRAT. Es ist eine Lärmhölle, das Ding verdreckt eh nur, so dicht über dem Boden. Es gibt nämlich Menschen, die können sich sonst nicht entspannen, wenn sie sich in eurer Umgebung befinden, weil ihr mit eurem beschissenen Ding die ganze Umwelt verpestet mit sinnlosem und vor allem viel zu lauten Krach. Es gibt eben nicht überall Beton, sondern Oberflächenbeschaffenheiten, die nicht zwingend ebend sind. Und von alleine sind die Oberflächen gar nicht laut, nur wenn sie mit eurer verschissenen Bequemlichkeit in Kontakt kommen.

Anekdote: Als vor mir vor kurzem ein Trolleyfahrer zur Selbstorientierung nach der Überquerung einer Kopfsteinpflasterstraße stehen blieb, da herrschte plötzlich himmlische Ruhe um einen herum und gleich auch in einem selbst. Ein Moment des reinen Glücks, der mich laut aufschreien lies, wie wunderbar ruhig es plötzlich sei. In Zukunft werde ich Trolleyfahrer vor mir bitten, ihre Scheiße, die sie hinter sich herziehen, aufzuheben. Damit keinem von uns beiden etwas schlimmes passiert. Wehrt euch gegen diese rücksichtslosen faschistischen Schweine! Brennt alle Trolleys nieder! Gegen die imperialistische Bequemlichkeit!

Aaaaaaaaaaarcor

.markus, 5. February 2009

Auch wenn es schon tausendmal gesagt wurde. Auch wenn es schon breite, ausgetretene Pfade sind. Auch wenn es der Hut vom Urururopa ist. Und auch wenn es tausendmal interessantere und wichtigere Dinge gibt, die einen bewegen: Der Service von Telekommunikationsfirmen ist einfach beschissen!