Archiv für die Kategorie ‘Ist das ernst gemeint?’

Es ist einfach Rockmusik

Frank, 28. May 2010

Rockmusik von Hurra-Patriotismus-Wiedergängern, die sich WM-mäßig dem Millionenmarkt hirnloser Wir-sind-wieder-wer-Schwachmaten mit Riff-starkem Patridiotenpathos anbiedern und dabei irgendwo zwischen Wolle Petry für Arme (optisch) und Scorpions für noch Ärmere (musikalisch) changieren, aber immer noch Rockmusik irgendwo, ja.

[via Peer per Mail]

Eltern gegen die mediale Verrohung der Jugend

ovit, 16. March 2010

die seite befindet sich seit einigen tagen im wartungsmodus und kommt wahrscheinlich auch so schnell nicht zurück. schade.

Wahrscheinlich bin ich zu spät dran, habe da mal wieder was nicht mitbekommen, wie man so schön sagt, aber die Eltern sind jetzt auch im Netz, zu finden unter: www.eltern-im-netz.de.vu.

Vor allem Frank Torthoff scheint mir ein äußerst aktiver Schreiber zu sein, dessen Kind ich sicher nicht sein will, denn seine Kinder werden mit einer schier unfassbaren Moral erzogen, die ich nicht mal meinen ärgsten Feinden wünsche. Jede weitere Beschreibung dieses Menschen könnte unter Umständen zu einer Klage führen, da muss ich nicht mal auf den gesunden Menschenverstand pochen, da einem die Blödheit dieser Seite brutal in die eigene Fresse kotzt.

Auszug gefällig?
Weiterlesen »

Alex Kidd in High-Tech World

Frank, 16. February 2010

medieval ii steam sprachen: englisch

Es steht da ja, laut und deutlich: Sprachen: Englisch. Und sonst nix. Ich hätte es also wissen können, und doch habe ich erst nach Kauf und Download von “Medieval II” nebst Addon gemerkt, dass das Spiel unumschaltbar Englisch ist. Dass es für dieses Problem keine einfache Lösung gibt, erfuhr ich beim Durchstöbern verschiedener Foren, in denen geraten wurde, besser Englisch zu lernen (Globalisierungsschlüsselqualifikation!) sowie mir doch einfach nochmal die deutsche Version zu kaufen (“Hab ich erst Samstag bei Saturn mit Addon für 15 Tacken gesehen!”).

Weiterlesen »

Jungle World, ach, Jungle World!

Frank, 17. December 2009

Jungle World

Ich mag die Jungle World nicht, weil ich die Jungle World für ein verquastes Blatt halte, mit deren politischer Linie ich meist nicht übereinstimme. Was ich an der Jungle World am liebsten mit Schimpf belege, kann man wohl am besten mit „ideologisch gefärbtes Halbwissen, vorgetragen mit großer Klappe“ umschreiben. Wobei ich mit Freude eingestehe, dass die Jungle World mich hin und wieder auch positiv überrascht. Auch wenn ich mich da jetzt an keine konkreten Fall erinnere.

Weiterlesen »

vicky cristina bullshit

-, 26. August 2009

rebecca hall als vicky und penélope cruz als die durchgeknallte und geniale künstlerin maría elena; das sind die einzig positiven und komplett überzeugenden aspekte des 2008er-woody-allen-films vicky cristina barcelona. von mir aus noch die stadt barcelona selbst, wo der film spielt, aber die rückt aufgrund der bescheuerten geschichte zu sehr in den hintergrund. schade war’s. scarlett johansson ist ansonsten eigentlich in jedem ihrer leinwand-auftritte ein juwel und garant, da sie aber das billige und sexgeil-dumme blondinen-klischee bedienen muss, geht sie gnadenlos unter.

die story ist schnell erzählt: zwei bildhübsche amerikanische studentinnen machen sommerurlaub in barcelona, spanien. vicky ist die intellektuelle, verlobt und kopfgesteuert. cristina ist; ach, drauf geschissen, das steht schon weiter oben. irgendwann lernen sie einen spanischen “künstler” kennen (in “”, weil die kunst zum kotzen aussieht), namens juan antonio (man beachte die anspielung auf den berühmt-berüchtigten don juan). ab da gibts freie liebe, sex, den man nie(!) sieht, jede menge schmalz und, wie im titel bereits angekündigt, bullshit. der film bedient dermassen viele klischees, dass einem schlecht wird. hier mal kurz die definition des begriffs:

„(Klischees sind) vorgeprägte Wendungen, abgegriffene und durch allzu häufigen Gebrauch verschlissene Bilder, Ausdrucksweisen, Rede- und Denkschemata, die ohne individuelle Überzeugung einfach unbedacht übernommen werden.“ – Sachwörterbuch der Literatur, Wilpert, Gero von; Stuttgart 1970

konkrete beispiele: die blonde sexbombe ohne gehirn; die brünette intellektuelle; der heissblütige spanier, der sie alle nimmt und alle kriegt, obwohl er wie dahingerotzt aussieht; die romantik der spanischen stadt barcelona; alle maler haben auch eigene privatflugzeuge, um amerikanische touristinnen auf spanische inseln einzuladen und sie dort zu vögeln; der altersweise, dichtende grossvater; der new yorker broker; die echte, richtige und überzeugende künstlerin, die sich umbringen will und geistesgestört auftritt (maria elena); usw, usf.

warum???

darüberhinaus muss ich nicht von einem an monotonie und langeweile nicht mehr zu übertreffenden sprecher über jede kleinigkeit, die passiert, auf dem laufenden gehalten werden. hallo!? ich bin der zuschauer, manchmal kann ich mir die dinge einfach denken. oder geht woody allen davon aus, dass nur grundschüler den film anschauen werden!? dann würde die massnahme tatsächlich sinn ergeben.

in vicky cristina barcelona passiert im prinzip 96 minuten lang gar nix. jetzt ohne spass, ich habe den abspann gesehen und mich gefragt: ja, und was will mir der film jetzt mitteilen!? alle amerikanischen schnecken sollten sommerurlaub in spanien machen, damit sie sich flotte dreier mit neurotischen künstlern geben können und völlig konfus wieder zurück in die heimat fliegen? wtf. die gezeigte dreiecksbeziehung ist dermassen unwahrscheinlich, da hätte ich vorher den jackpot in italien gewonnen. und die us-prüderie wird bei den nicht-gezeigten sexszenen erneut auf die spitze getrieben. ich habe noch nie einen film von woody allen gesehen und ich werde mir ganz bestimmt keinen mehr ansehen.

(hintergrund: in meinen augen ist penélope cruz die beste schauspielerin des sonnensystems. nur wegen ihr habe ich mir deshalb den film komplett gegeben. wer die frauen studieren will, der kann das viel besser und tiefgründiger in den filmen von pedro almodóvar machen. woody allen ist gänzlich überflüssig. almodóvar ist schon spanier, von geburt an, und der erzählt euch auch viel mehr von den träumen, leiden und den vielen facetten spaniens und der menschen. absolute meilensteine: alles über meine mutter und v.a. volver – zurückkehren.)

Finde das WTF!

Frank, 12. August 2009

WTF-Panda Streetart
Bild: schoschie (cc)

Heute etwas Heiteres aus dem beruflichen Alltag. Nein, ich hatte nicht vor, mir das Programm zu installieren, aber manchmal lohnt es sich eben doch, die Datenschutzbedingung für Software zu lesen. Nämlich um daraus einen Beitrag für das zuweilen versteppende Craplog zu zimmern. Zumal, wenn es sich bei der Software um sowieso schon dubioses Zeugs ohne erkennbaren Nutzen handelt.

So, und jetzt mal ganz genau hinlesen und zwischen all den eh schon hochbedenklichen Passi die Doppelplushaarsträub-Sektion finden.

WELCHE PERSÖNLICHEN DATEN WERDEN GESAMMELT?
Daten, die während der Anmeldung oder Eröffnung eines Kontos oder während der Installation bestimmter Produkte gesammelt werden, können sich auf Grund der Art des Produktes bzw. des Dienstes unterscheiden. Von Ihnen bei der Anmeldung, dem Zugriff auf das IM-Produkt, oder den Dienst zur Verfügung gestellte Daten können sein: Name und E-Mail-Adresse; Daten über die heruntergeladene Software; Produkte und Content; Standortinformationen (z.B. Postleitzahl und Land); Computerkonfigurationen (z.B. Betriebssystem, Anschlussgeschwindigkeit, Peripheriegeräte); die IP-Adresse und URL der Internetseite, die Sie auf die Seite von $programmname verwiesen hat; demografische von Ihnen zur Verfügung gestellte Informationen (z.B. Sprache, Geschlecht, Alter, ggf. Vorzüge bezüglich des Contents und Personalisierung der Informationen); Login-Name und Passwort für E-Mail-Konten; Geschichte der über Suchfelder in $programmname gesuchten Schlüsselworte.

Herr Innenminister, übernehmen Sie.

Der Mann, der Der Mann, der Gott verklagte, verklagte

Sebastian, 1. August 2009

Müller, diese Drogerie-Medienmarkt-Chimäre, in der das einzige akzeptierte Zahlungsmittel “Gutscheine” zu sein scheint, lockte uns mit dem Versprechen, 5 Filme für 20 Euro abgreifen zu können. Zum Glück lag hier seit etlichen Monaten noch ein Gutschein mit eben diesem Gegenwert bei uns herum, mit dem wir nichts anzufangen wussten, so wie überhaupt Gutscheine bei uns eine sehr lange Verweildauer pflegen. Wer den Rabattbon nicht ehrt, ist den Gutschein nicht wert. Es war bereits kurz vor Ladenschluss, als wir uns durch die Reihe “guter und bewährter” Titel, sprich unverkäuflichem Mist, wühlten, als das Personal wie von Sinnen anfing zu tanzen. Das wiederum lag an der grässlichen Musik, die da auf einmal tönte: “Wir sagen dankeschön, 20 Jahre Die Flippers”, ein an sich unhaltbarer Zustand: 20 Jahre Die Flippers. (Erschrocken stelle ich während des Schreibens fest, dass just dieses Jahr eine Neuauflage des Lieds erschien: 40 Jahre Die Flippers.)

Das Lied, so verstanden wir, spielte das Personal nicht zum Spaß, so wie Personal ja grundsätzlich und per definitionem niemals etwas zum Spaß tut, sondern um die Jüngerschaft schnell und effektiv aus ihrem Tempel zu vertreiben: Feierabend. Nun waren wir durch ein paar Filme schon angefixt und wollten die fünfe voll machen, weswegen wir recht wahllos noch zulangten und die durch den Schlagerbeat schon völlig losgelösten Kassierer (hätte es nicht eine Durchsage, die den Ladenschluss ankündigt, auch getan? Wir bekamen dieses Ansinnen erst mit, also wir schon die letzten auf der ganzen Etage waren) noch einmal aus der Vorfreude auf ihr Feierabendbier und dem Fun Freitag mit einer neuen Sendung namens “Schmitz in the City” rissen.

So verließen wir den Laden mit den Filmen Wenn der Wind weht, dem meist nachgefragten Film überhaupt, da ihn jeder als Kind gesehen hat, von seiner Wirkung komplett verstört wurde und jetzt eben überall nach diesem Zeichentrick mit dem alten Ehepaar, das einen Atomschlag überlebt, sucht, Running Scared, der Odyssee mehrerer Protagonisten und einer Kanone durch die Nacht (sehr empfehlenswert), She’s having a baby *sigh*, Zug des Lebens, von dem ich noch nie gehört habe, an den ich aber mal vorsichtig optimistisch rangehe und dem Grund, warum ich mich bei diesem Dreckswetter (Sonne!) überhaupt an die Tastatur bemühe, die Heilige Pflicht des notorischen Meckerers verlangt jedoch danach: Der Mann der (sic!) Gott verklagte. Weiterlesen »

nix

Frank, 9. July 2009

Ich bin ja ganz froh darüber, in meiner Kindheit nur so unkrediblen Quatsch wie Matthias Reim und Roxette gehört zu haben. Da komme ich jetzt immerhin nicht in die Verlegenheit, mich zum Horst zu machen, indem ich eine in den 80ern eventuell empfundene Begeisterung für MJ als antirassistisches, emanzipatorisches oder sonstwasisches Statement werte und aus dieser Ich-bin-der-schillerndste-Guppy-im-Teich-Haltung andere Leute disse, die recht wohlüberlegt darauf hinweisen, dass der tote Barde den einen oder anderen Knacks hatte, dass es dafür Ursachen gab und diese auch einen Zeitgeist widerspiegelten. Okay, was weiß ich schon? Aber ich verabscheue es — Achtung, merkwürdiges Bild — zu beobachten, wenn Leute die dünnstmögliche Scheibe Knäckebrot mit einer daumendicken Schicht Butter beschmieren und sich das in ihren riesigen Rachen schieben — dieser Eindruck drängt sich mir auf, wenn ich sowas lese.