Archiv für die Kategorie ‘Hochkultur "Trash"’

emo

cipha, 27. Juni 2008

[via]

anderer leute parties

cipha, 23. Juni 2008

es mag individuen geben, die sich darüber echauffieren, auf parties nicht eingeladen zu sein. vielleicht ist das aber gar nicht so schlecht. schon mal darüber nachgedacht?

http://sorryimissedyourparty.com/. [via]

mir scheint bisher kein eintrag dermassen passend auf die zwei verwendeten kategorien. vieles habe ich selbst auf diversen events erlebt, sensationelle ausfälle live gesehen; ich weiss, was passieren kann. und doch wird das oftmals durch diese sammlung in den schatten gestellt. keine leichte kost für sprachmuffel: die grandiosen kommentare sind auf englisch. united trash – here we go!

tzwitter

cipha, 16. Juni 2008

es gibt kaum einen dienst, den ich mehr hasse, als sms. die beschränktheit von maximal 160 zeichen, um sich auszudrücken, ist einfach nicht geeignet für die minimalsten ansprüche an eine hochsprache, sondern verkrüppelt sie gnadenlos, so dass am ende niemand mehr etwas damit anfangen kann. erklär’ mal deiner oma, was es mit k thx bye oder hdgggdl bzw. rofl, lol, omfg und wtf auf sich hat. die text-verknappung in unserer fast-food-welt sollte niemand mit den geringsten sprachlichen ambitionen unterstützen. man braucht nur über den grossen teich schielen: da haben die kids eine durchschnittliche aufmerksamkeitsspanne von der zeit, die im fernsehen nicht mit werbung gefüllt ist. im moment also ca. 20 minuten. in zukunft wohl noch weniger. dazu kommen noch kosten von ca. 0,19€, was 0,0011875€ pro zeichen macht. völliger schwachsinn, völliger wahnsinn, denn auf diesen preis pro zeichen kommt man auch nur, wenn man alle pro sms ausgeschöpft hat.

für mich ist es ein rätsel, dass es diesen sms-dienst immer noch gibt und dass sich seit dessen einführung technisch rein gar nichts getan hat. mittlerweile dürfte es ja wohl kein problem mehr sein, einen email-dienst für handys anzubieten; aber dann schreiben die leute wahrscheinlich mehr als 160 zeichen und daran lässt sich auch nicht so gut verdienen, also scheiss auf den fortschritt.

ins selbe horn, mit dieser unnützen zeichen-beschränktheit, bläst nun ein völlig unnötiger neuzeit-trend namens twitter. der witz: twitter läuft über ein web-interface, also technisch keine beschränkungen für text-ergüsse und trotzdem bekommt man pro “tweet” nur 140 zeichen! das sind 20 WENIGER als bei herkömmlichen sms! fuckthewhat. für was soll so etwas nützlich sein? in einem fernsehbeitrag konnte ich sehen, wie einer über sein handy (! sprich: garantiert NICHT kostenlos) seinen twitter-account aktuell hält, indem er einfach “zwitschert”, wo er sich befindet und was er macht. ganz toll. auf was soll das bitte hinauslaufen!? jetzt erstellen die menschen schon bewegungsprofile von sich selber. sehr gut! dann brauchen das nicht mehr die geheimdienste machen. vom nutzwert einer twitter-meldung, wie “ich sitze gerade auf dem klo in dem und dem restaurant”, ganz zu schweigen.

nee, nee. sowas kann und will ich nicht fördern. wenn man wirklich ernsthaft in erwägung zieht, sich mit schreiben zu beschäftigen, dann sollte man üben möglichst viel information in möglichst wenig text zu packen und vor allem sich keine beschränkungen in bezug auf die zu verwendenden zeichen zu setzen. sowas, wie oben erwähnt, verkrüppelt die sprache nur und wir haben heute weissgott genug probleme mit fürchterlichen anglizismen, fehlgeleiteten dativen und halbtoten genitiven, um nur drei der aktuellsten störungen zu nennen. ich habe nichts gegen wettbewerbe, bei denen es als jux erachtet wird, möglichst kreatives in 140 oder 160 zeichen zu packen, das kann durchaus witzig sein. aber das permanent zu machen ist keiner sprache dienlich und zudem: verkrüppelt dein schreiben, verkrüppelt dein geist! deshalb halte deinen geist fit und schreibe bitte mehr als 140 zeichen! oder lass’ das schreiben lieber und arbeite bei mcdonalds oder burger king. danke.

La Dumm

ovit, 21. August 2007

und 1 und 2 und 3 und 4 und fünfzich

nach dem megahit ‘54, ‘74, ‘90, 2006, dem bald-megaknaller ‘72, ‘80, ‘96, 2008 und dem zukunfts-megaseller ‘54, ‘74, ‘90, 2010 (mit diesen zahlen kann man auch beim lotto 9 aus 2010 gewinnen) sind sie jetzt also wieder da: die sportfreunde stiller und ihre neu verdummungsplatte “La Dumm”.

endlich kommt zusammen was zusammengehört, der fußball-fan (kurz: prolet) und der moderne indie-möchtegern-musikliebhaber (kurz: idiot) haben eine platte, auf die sie sich alle einigen können. nach dem megahype aus dem jahre 2006, die sportfreunde schulter an schulter mit den stars der fußball-wm, haben sie wieder eine neue “reguläre” platte draußen, die sich wieder am alltagseinerlei und der gefühlsduselei der sportfreunde bedient. da werden die gedanken und gefühle des kleinen mannes (prolet und idiot) besungen und bejubelt, die platte kommt unverkrampft und unverkopft daher, damit auch der prolet versteht, was da besungen wird, mit dem charme des indie, damit auch der idiot bei der stange bleibt und alles ist so herrlich direkt, dass einem noch vor dem hören des ersten liedes die immanente dummheit der lieder frontal in die fresse springt.

das ist wirklich eine tolle karriere dieser sportfreunde, die mal 1995 mit ihrem ersten lied “wellenreiten”, dass viele jahre später erst veröffentlicht wurde und die als die inoffiziellen nachfolger von tocotronic gehandelt wurden, da hingelegt haben. stadionrock für groß und klein. musik, auf die sich das einfache volk einigen kann: lieber bisschen mehr mitschunkeln als mitdenken, die plattenverkäufe werden die masse der zielgruppe verdeutlichen: La Dumm.

bis dahin singe ich hier fleißig weiter (diese zeilen kann ich mir schon sehr gut merken)
und 1
und 1 und 2
und 1 und 2 und 3
und 1 und 2 und 3 und 4 und 5

Jubiläen im Allgemeinen, im Besonderen und eine Aufforderung zur Partizipation

Frank, 15. August 2007

Jahrelang hatte ich die “Micky Maus” im Abonnement. Wer dieses Blatt regelmäßig liest, dem fällt bestimmt auf, dass es ständig irgendetwas abzufeiern hat – Micky wird 80, Onkel Dagobert 65, Carl Barks 105, das Heft selbst 50 oder was weiß ich noch alles – mindestens zweimal im Jahr gibt es irgendein ohne Rest durch fünf teilbares Ereignis am Verlagsstandort Leinfelden-Echterdingen, was mit besonderer Würdigung im Heft, mit Tamtam und Bohei, oft sogar in die Feuilletons der “seriösen” Blätter überlappend, zelebriert wird. Zusammen mit den ewig wiederkehrenden Turni von Detektiv-, Abenteuer- und Scherzartikelserien und den immer gleichen öden Witzen auf der entsprechenden Seite “Witze, Tipps und Tricks” ergibt sich im “MMM” ein Brei aus schnell Gewohntem, dem man als gerade erst die zauberhafte Glitzerwelt des Konsums entdeckendes Balg, wie mir Anfang der 90er, schnell verfällt.

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Linkliebe

.markus, 14. August 2007

Die Erbärmlichkeiten der Inhaltlosen, die verzweifelt Buchstaben zwischen Leerzeichen pressen, zogen kaum beachtet an mir vorbei, hier unkommentiert. Anderenorts widmete man ihnen ein paar noch viel zu nette Zeilen, aber da trete ich jetzt gerne nach.
Wie armselig sind die Spammer, die mit eingeklemmten Schwanz zwischen Google und Technorati hin und her winseln, die billigste Anbiederungsversuche freudig jaulend begrüßen und die sich im Schlamm der Schlacht um Klickzahlen suhlen.

Lust auf ein kleines Blog-Spielchen zur Sommerzeit? Bock auf mehr Backlinks und höhere Autorität bei Technorati?

So klingt es, wenn die Webpopkultur mit den Begrifflichkeiten des RTL-ruf-an-und-gewinne-Niveaus vögelt. Wenn es wenigstens um Spaß und Unterhaltung (wie bei “Stöckchen” (manchmal)) gehen würde, aber nein, hier entlarven sich die Protagonisten der Linkspiele selbst. Es geht um die Anerkennung der Anerkennung willen, um eine Profilierungssucht, die nur den Wunsch des Erfolges kennt, ohne jegliche Hintergrundlage. Der Künstler, der Klinken putzt, darf nicht verdammt werden – der Schreier, der Inhaltslosigkeit mit dem Gerede über Inhalt verbirgt, muss.

Während sie mit vollautomatischen Feuerwaffen Jagd auf Schwärme machen, schießt “SEO & SEM & skuub” den allergrößten Vogel ab. Linkliebe nennt sich das. Und wieder kommt dieses Gefühl hoch, das sich nicht entscheiden kann ob es Lachen oder Weinen soll, beim Anblick dieser grausigen Wortkombination. Linkliebe – Ich pop(p) mit meinem Blog. Kinderherrgottherrschaftszeiten, wo ist die Liebe bei euch eigentlich hingegangen?

Gift und Galileo

.markus, 19. Juli 2007

GalileoTote Menschen haben es bekanntlich nicht leicht, was ihnen selber aber nichts mehr ausmachen dürfte – weil sie ja tot sind.

Karl Marx müsste beim Wissen um den real existierenden Sozialismus wahrscheinlich derart im Grabe rotieren, dass man damit Strom für den ganzen ehemaligen Ostblock erzeugen könnte. Galileo Galilei würde vermutlich vom schiefen Turm von Pisa springen, wenn er erfahren müsste, welch ein pseudowissenschaftlicher Müll seinen Namen trägt, der kaum das Wort Info in Infotainment verdient und der 2-3 Fakten mit viel Rauch auf 70 Minuten aufbläst.

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…denn das Rudel tollt, wenn der Rubel rollt!

.markus, 4. Juli 2007

Da man bei diesem Thema, die einzelnen Bäume – gegen die man pinkeln könnte – vor lauter Wald nicht mehr sehen kann, kommt hier nun die ungeschminkte Abrechnung mit der ganzen Sparte von Schmalspurtagebuchschreibern, den SEO-Jüngern, den Backlink-Checkern, Blogcharts-Geilen und den Google-Fischern, ja ja ganz genau, endlich!
Jedes Blog ist ein Unikat, weil jeder Blogger ein Individuum ist, sage ich gerne mal (jedenfalls im übertragenen Sinn) und will damit meinen, wie schwachsinnig eine Kategorisierung ist, mit der man sich als Gemeinschaft, als Blogosphäre ansieht.

Ich lag ja sowas von falsch.

Diese Blogosphäre gibt es und sie bezeichnet sich selbst auch völlig ironiefrei so. Hier werden die Mücken von A-Bloggern zu Elefanten aufgeblasen, hier wird Keyword-optimiert geschrieben und hier findet man die Gründe, warum sich Blogs nie als wirklich bedeutsames Medium etablieren konnten. Es sind die seichten Gewässer, in denen die Wellen Schaum schlagen und die gähnenden Abgründe der Langweile.
Es sind die Blogs, die für Traffic geschrieben und die auf Traffic optimiert werden. Die Blogger die sich fragen “Wie mache ich mein Blog bekannt”, bevor sie sich der weitaus wichtigeren Frage gestellt haben: “Warum sollte ich denn mein Blog überhaupt bekannt machen?”
Jeder kleine Furz, der ein paar Klickzahlen verspricht, wird getrackbackt und kommentiert. Jede Diskussion, von der man sich ein paar Besucher erhofft, wird durch sie verwässert. Man macht “Link-Love”-Spielchen und regt sich dann erbärmlicherweise darüber auf, wenn der Betreiber von deutscheblogcharts.de sie nicht in die Statistik einfließen lässt. Man geilt sich an dem Traffic auf, den man durch die Google-Zensur eines bekannten Pornovideoportals bekommt, man freut sich über jeden Suchmaschinen-Versager, der sich auf die Seite verirrt und dann auf eines der zahllosen Werbebanner klickt.
Derbes Unwohlsein entwickelt sich bei mir in der Magengrube, wenn ich wieder einmal über diese Ansammlung von Schwachsinn, tausend Mal nachgeplapperten Standardmeinungen und über diese trafficgeile Keywordschreibe stolpere.

“Yigg mich” schreit es einem aus zwischen der Werbung platzierten Beiträgen. “Klick mich”, blinkt es überall. “Linkst du mich, linke ich dich”, hört man überall. “Links sind die Währung der Blogosphäre “, sagen die gerne und schielen auf Technorati.

Es bereitete mir ehrlich gesagt Mühe diesen Artikel in der CrapLogschen Form zu schreiben, denn eigentlich ist das alles nur eins – traurig und überflüssig.