Archiv für die Kategorie ‘Gääääähn!’

Wie das Internet das Craplog überholte und das Craplog es mit angezogener Handbremse duldete

ovit, 24. January 2014

Früher(TM) als das Craplog das neue Phänomen des grundlosen Pöbelns im Internet als erstes wahrnahm wie die erste junge Knospe nach einem langen und matschigen Großstadtwinter, da riss sie es an sich, das Monopol der schlechten Laune. Es würde gekübelt, gekotzt und gelästert und natürlich am besten ohne ersichtlichen Grund. Da war das Pöbeln noch in fester Hand einer selbstbestimmten Elite, entsprechend groß war der Gegenwind, den es gar nicht gab, außer vielleicht von Sarah Connor Fans und PI-News Verwirrten, beides aber auch keine zu vernachlässigende Gruppe mehr, obwohl, so schlimm ist Sarah Connor nun auch wieder nicht, vor allem jetzt am Ende ihrer Karriere.
Und es kam wie es kommen musste, das Pöbeln wurde modern und angesagt und in der gleichen Geschwindigkeit, wie sich das grundlose Pöbeln im Internet wie ein Lauffeuer verbreitete, stellte das Craplog sein elitäres Handeln ein, was man aber auch als sozialen Akt verstehen kann. Pöbeln für alle. Und umsonst.
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Was auch mal gesagt werden kann, aber nicht muss

Frank, 4. April 2012

Auch ich habe nun, nach einem ganzen Tag
der Empörung und Ereiferung in
beinahe allen Onlinemedien über den
Affront des Günter Grass
das Gedicht endlich gelesen.
Über den eigentlichen Inhalt mich zu äußern
will ich an dieser Stelle unterlassen.
Ich kann, darf, will, ja – muss
dazu einfach auch mal schweigen.

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Verteidigung einer unkrediblen Band

Frank, 6. November 2010

jerikoone-roxette
(x)

Blödsinn. Roxette würden sogar noch ausreichend verdienen, wenn “It Must Have Been Love” ihr einziger Hit gewesen wäre, Pretty Woman, Radio Paradiso und allen Dudelfunkradiosendern sei Dank. Was ist so schwer daran zu verstehen, dass eine Band Musik der Musik wegen macht? Kann man einem Künstler nicht Respekt zollen, selbst wenn man dessen Werke nicht mag, etwa indem man solche Auslassungen auslässt? Oder anders: Reichen 24 Jahre Bandvergangenheit, Dutzende Nummer 1-Hits und eine immer noch signifikante Fanbase in aller Welt nicht aus, um eine Band wie Roxette vom Sellout freizusprechen? Und selbst wenn es so wäre, was ist falsch daran, mit dem, was man kann und was sich andere von einem wünschen, Geld zu verdienen? Wirft man der Bäckereifachverkäuferin oder dem Müllmann vor, dass sie ihren Job ja nur wegen des Geldes machten? Nö. Aber Roxette ist auch eine Band, die einfach nicht kredibel genug ist. Stattdessen wird dann gejubelt, wenn Sonic Youth, Bad Religion oder $feuilletonkompatibleband eine neue Platte bringen. Aber ist auch Wurscht.

Blogosphärenzeug, bei dem man in ein paar Monaten schon wieder gar nicht mehr weiß, worum’s damals eigentlich ging

Frank, 25. October 2010

Bild: Person, deren Namen aus Datenschutzgründen nicht genannt werden darfIch weiß gar nicht mehr, was man zu dem Rumgebashe von Lanu und den üblichen Aficionados in Bezug auf den Niggemeier noch sagen soll – außer: Nehmt endlich den Stock aus’m Gesäß oder bleibt Provinz forever. Dieses “Journalisten können keine Blogger sein”-Getue ist ja schonmal Gelaber von einer bis zur Zerreißgefahr gedehnten Blödheit und einer kaum deutlicher vorzutragen möglichen obsessiven Feindbildpflege, bei der man den Fishing for Attention-Vorwurf gar nicht mehr auspacken braucht. Ich distanziere mich von ebenjener Blödheit.

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Jungle World, ach, Jungle World!

Frank, 17. December 2009

Jungle World

Ich mag die Jungle World nicht, weil ich die Jungle World für ein verquastes Blatt halte, mit deren politischer Linie ich meist nicht übereinstimme. Was ich an der Jungle World am liebsten mit Schimpf belege, kann man wohl am besten mit „ideologisch gefärbtes Halbwissen, vorgetragen mit großer Klappe“ umschreiben. Wobei ich mit Freude eingestehe, dass die Jungle World mich hin und wieder auch positiv überrascht. Auch wenn ich mich da jetzt an keine konkreten Fall erinnere.

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vicky cristina bullshit

ciphaDOTnet, 26. August 2009

rebecca hall als vicky und penélope cruz als die durchgeknallte und geniale künstlerin maría elena; das sind die einzig positiven und komplett überzeugenden aspekte des 2008er-woody-allen-films vicky cristina barcelona. von mir aus noch die stadt barcelona selbst, wo der film spielt, aber die rückt aufgrund der bescheuerten geschichte zu sehr in den hintergrund. schade war’s. scarlett johansson ist ansonsten eigentlich in jedem ihrer leinwand-auftritte ein juwel und garant, da sie aber das billige und sexgeil-dumme blondinen-klischee bedienen muss, geht sie gnadenlos unter.

die story ist schnell erzählt: zwei bildhübsche amerikanische studentinnen machen sommerurlaub in barcelona, spanien. vicky ist die intellektuelle, verlobt und kopfgesteuert. cristina ist; ach, drauf geschissen, das steht schon weiter oben. irgendwann lernen sie einen spanischen “künstler” kennen (in “”, weil die kunst zum kotzen aussieht), namens juan antonio (man beachte die anspielung auf den berühmt-berüchtigten don juan). ab da gibts freie liebe, sex, den man nie(!) sieht, jede menge schmalz und, wie im titel bereits angekündigt, bullshit. der film bedient dermassen viele klischees, dass einem schlecht wird. hier mal kurz die definition des begriffs:

„(Klischees sind) vorgeprägte Wendungen, abgegriffene und durch allzu häufigen Gebrauch verschlissene Bilder, Ausdrucksweisen, Rede- und Denkschemata, die ohne individuelle Überzeugung einfach unbedacht übernommen werden.“ – Sachwörterbuch der Literatur, Wilpert, Gero von; Stuttgart 1970

konkrete beispiele: die blonde sexbombe ohne gehirn; die brünette intellektuelle; der heissblütige spanier, der sie alle nimmt und alle kriegt, obwohl er wie dahingerotzt aussieht; die romantik der spanischen stadt barcelona; alle maler haben auch eigene privatflugzeuge, um amerikanische touristinnen auf spanische inseln einzuladen und sie dort zu vögeln; der altersweise, dichtende grossvater; der new yorker broker; die echte, richtige und überzeugende künstlerin, die sich umbringen will und geistesgestört auftritt (maria elena); usw, usf.

warum???

darüberhinaus muss ich nicht von einem an monotonie und langeweile nicht mehr zu übertreffenden sprecher über jede kleinigkeit, die passiert, auf dem laufenden gehalten werden. hallo!? ich bin der zuschauer, manchmal kann ich mir die dinge einfach denken. oder geht woody allen davon aus, dass nur grundschüler den film anschauen werden!? dann würde die massnahme tatsächlich sinn ergeben.

in vicky cristina barcelona passiert im prinzip 96 minuten lang gar nix. jetzt ohne spass, ich habe den abspann gesehen und mich gefragt: ja, und was will mir der film jetzt mitteilen!? alle amerikanischen schnecken sollten sommerurlaub in spanien machen, damit sie sich flotte dreier mit neurotischen künstlern geben können und völlig konfus wieder zurück in die heimat fliegen? wtf. die gezeigte dreiecksbeziehung ist dermassen unwahrscheinlich, da hätte ich vorher den jackpot in italien gewonnen. und die us-prüderie wird bei den nicht-gezeigten sexszenen erneut auf die spitze getrieben. ich habe noch nie einen film von woody allen gesehen und ich werde mir ganz bestimmt keinen mehr ansehen.

(hintergrund: in meinen augen ist penélope cruz die beste schauspielerin des sonnensystems. nur wegen ihr habe ich mir deshalb den film komplett gegeben. wer die frauen studieren will, der kann das viel besser und tiefgründiger in den filmen von pedro almodóvar machen. woody allen ist gänzlich überflüssig. almodóvar ist schon spanier, von geburt an, und der erzählt euch auch viel mehr von den träumen, leiden und den vielen facetten spaniens und der menschen. absolute meilensteine: alles über meine mutter und v.a. volver – zurückkehren.)

Schnee von nirgendwann

.markus, 16. January 2009

Es hat heute hier nicht geschneit. Das ist die relevanteste Information in diesem Beitrag. Man kann “der Blogsphäre” viel vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht genügend Stoff für das Craplog liefern würde und einige Dinge dürfen hier nicht unkommentiert bleiben, nicht weil sie bedeutend sind, sondern weil sie in gewissen Blogs zur Bedeutung aufgeblasen wurden. Die aktuell schwirrende Mücke, die einem überall als Elefant entgegengetrampelt kommt, ist der Verkauf des “des meistverlinkten Blogs in Deutschland” mit seinem Premium-Content, Buzz & Businessbullshit inclusive.

Lass uns doch bitte wieder übers Wetter reden, oder über die theoretische Möglichkeit, dass ein Sack Getreide in einem fernen Land umfallen könnte. Soderle.

Wie sieht’s denn hier aus?

Frank, 31. December 2008

Screenshot: Craplog 2.0

Das Craplog hat einen neuen Look. Eigentlich ist das Theme noch nicht so richtig fertig, aber die alten Zöpfe müssen halt noch 2008 ab. Man muss auch mal nen Punkt machen, sonst wird das ja nie was, da kommt mir dieser unverhoffte Jahreswechsel ganz recht.

Wie immer gilt: Anregungen, Darstellungsfehler (nebst System/Browser), Äußerungen des Scheißefindens (das ist eh nur Nostalgie, ihr Horste, in zwei Wochen habt Ihr euch dran gewöhnt) und Neujahrsgrüße in die Kommentare bitte.