Burtal
Hört man deutschen Hip Hop, lauscht man einer eigentümliche Form von energetischer Eloquenz und extremer Eleganz. Wilde Poesie mit mannhafter Pose vermengt, vermochten im letzten Jahrzehnt (und ja auch in diesem) eine ganze Jugendbewegung zu prägen. Ein Stil, eine Lebensauffassung gar, verbreitete sich, sprang über von Vorstadt zu Vorstadt, gewann immer mehr an Substanz und vermochte es, Würdenträger wie Sido und andere in die Feuilletons der Burgeoisie zu hieven. Die wurden in solchen Haushalten gelesen, deren Nachwuchs, oben im Jugendzimmer unter dem Dach, den Hip Hop schon längst verinnerlicht hatte. Und wenn man heute durch Zufall auf ein offenes Weblog trifft, in dem das gewaltlose, das verbale Kräftemessen zelebriert wird, wenn man die komplexen Syntaxen und Metren, die stilvollendeten Reime erblickt, dann geht einem das Herz über und man vermeint, den ersten Regungen eines neuen Hölderlin beizuwohnen:
ich spürh den frosch in meinen halz mein herz lässt sich nicht öffnen /
mein schwanz is lang wie vom pferd und er presst mich in die höhe /
der grund meines lebens ist leiden und denn sinn des leben zu finden /
wer sich mir in den weg stellt den werd ich ess geben von hinten/(…)
egal ich kämpf weiter mit hass, ich glaub ich werder nicht normal /
beim battel werden deine kleider ganz nass, und ich werde dann burtal/
ihr wisst nicht was für eine dreprission mich dann nachts anfällt /
es ist nicht normal wie wenn von deinem unterleib, dein schwanz abfällt/
BloodyP: Schmerz


du wohnst von mir leider nur eine straße weiter,
dein körper besteht nur aus eiter,
Versmaß hmm naja, aber ansonsten von herber Poesie.
Dann doch lieber Miky Krause oder Jürgen Drews O.o
Oder Dieter Bowlen.
Ich hab mir gerade DSDS reingezogen…*HEUL!*