Big Mac Apple
Die Firma Apple stellt, zumeist wohl solide Produkte mit einem Hauch postmoderner Noblesse her. Dank einer PR, die jeder weltanschaulichen Bewegung zur Ehre gereichen würde, schafft die Firma es, mit Hilfe ihrer sich viel zu oft willenlos dem untereinander befeuerten Konsumzwang ergebenden Kundschaft, Hardware mit ein wenig Klavierlackbespritzung zum doppelten Preis wie handelsübliche PCs zu verticken. Aber dafür bekommt der Konsumzombie Mac-Besitzer ja auch etwas geboten: Einen Hauch von Individualität! Wie etwa die vier Studenten, von denen mir ein Freund erzählte, die in der Mensa stoisch in einer Reihe sitzend je auf ihrem eigenen MacBook-Bildschirm das StudiVZ anglotzten. Herausstechende Persönlichkeiten, die Guten, zweifelsohne. Es sah angeblich nur ein wenig lächerlich aus.
Es mag angesichts des Mehr an Lifestyle, für den Apples Käufer bestens löhnen, wenig erschüttern, sondern eher konsequent scheinen, dass im neuen Anwendungsladen für das immer noch nicht Copy&Paste beherrschende Apple-Smartphone, das mit dem kleinem i vornedran (Kostenpunkt “kleines i”: geschätzt 99€), eine Applikation mit dem Namen “I am rich” verhökert wurde, welche eintausend Dollar minus einen Cent kostete und exakt: Nichts machte. Lediglich ein roter Edelstein, mutmaßlich ein Rubin wird nach Installation auf dem ach so revolutionär zweifingrig bedienbaren Touchscreen, falls von fettigen Fingerabdrücken unbefleckt, dargestellt, der den ebenfalls mit iPhones, aber nicht jener Luxus-Applikation ausgestatteten Freunden in Erwartung von Respekt und Neid bekundendem Schulterklopfen gezeigt werden kann.
Nun wurde diese Anwendung leider aus dem AppStore entfernt. Und dennoch gibt es mindestens einen Menschen, der sie gekauft hat — wenn auch aus Versehen.

Ich bitte um Verzeihung, aber der Leser wird sich an dieser Stelle eine Prise Häme meinerseits denken müssen.
Lee5279xx, was bist du doch für ein Vollhorst.
[via ycombinator]

Engel links, Nelson rechts: “Haha!”
OT: Ich les mir gerade den Apple vs. Wintel-Flamewar aus dem “Apple kostet das Doppelte”-Artikel durch. Da gibts dann Statement wie das hier:
Herrschaftszeiten.
[...] Big Mac Apple: “welche(s) eintausend Dollar minus einen Cent kostete und exakt: Nichts machte. Lediglich ein roter Rubin wurde dargestellt, der den Freunden in Erwartung von Respekt und Neid bekundendem Schulterklopfen gezeigt werden konnte.” [...]
[...] Frank im Craplog [...]
Tja, wer noch nie mit OSX was zu tun gehabt hat wird den Preis als zu hoch einschätzen. Jeder andere würdigt das derzeit beste (TM) OS und zahlt da auch gerne etwas mehr für.
Halt nix für die Geiz-ist-Geil-Fraktion
Häme bitte selber suchen!
& Gruß
Tja, wer nicht zehn Minuten im Web nach der Lösung für ein Problem suchen kann, nicht mit mehr als einer Maustaste klarkommt, eher das Gehäuse als den Monitorinhalt anstarrt und auch nicht gerne selber bestimmt, welche Hardware (zu moderaten Preisen) im eigenen Rechner werkelt, wird einen Wintel-PC als zu profan einstufen. Alle anderen benutzen einen Computer als Computer und nicht als 500 € zu teuren Lifestylebooster.
Halt nix für die Mein-Computer-verlängert-mein-Glied-um-3-Zentimeter-Fraktion.
Achtung, IRONIE!!!1!!1elf <- ernsthaft! <- kein Scherz! <- Wirklich!
ich wollte ja auch unbedingt damals einen das-iphone-geblubber-allerorten-geht-mir-gewaltig-auf-den-sack eintrag schreiben, aber das wäre ja praktisch dann auch nichts anderes gewesen.
das schlimme an allem ist doch aber wirklich der markenfetischismus. ich mag mein ibook sehr gerne. das arbeitet, lässt sich wunderbar bedienen, ist klein und wenn man sucht, bekommt man die software, die man braucht und alles arbeitet irgendwie ein bisschen mehr hand in hand. im zuge meiner windows-neuinstallation habe ich festgestellt, dass das da auch irgendwie geht. wenn vielleicht auch nicht so praktisch, so doch aber ein bisschen schneller. und spielen kann man auch wunderbar auf dem. microsoft finde ich trotzdem doof, dieser apple-mist geht mir auch auf den sack. hauptsache ist doch mal wirklich, dass der technikmist läuft und funktioniert und macht, was er soll und das tut es ja nun mittlerweile auch alles. und dann ist doch auch mal gut. dieses leg-dir-doch-mal-nen-mac zu gelaber, oder: mit einem mac kommst du hier nicht rein gerede ist doch fürchterlich fürchterlich fürchterlich. fürchterlich. alle sind von dieser ewigen werbung nur noch auf namen und marken fixiert. da wird der status abgelesen. fürchterlich, sagte ich das schon?
„Tja, wer nicht zehn Minuten im Web nach der Lösung für ein Problem suchen kann, nicht mit mehr als einer Maustaste klarkommt, eher das Gehäuse als den Monitorinhalt anstarrt und auch nicht gerne selber bestimmt, welche Hardware (zu moderaten Preisen) im eigenen Rechner werkelt, wird einen Wintel-PC als zu profan einstufen.“
1. Arbeite ich mit meinem Computer selbstständig und da kann ich nicht andauernd Zeit damit verschwenden, nach Lösungen für Probleme zu suchen. 10 Minuten pro Problem ist eine Menge. Es dürfen erst gar keine Problem auftreten und davon hatte ich mit Windows leider genug.
Und in meiner Freizeit will ich mich doch erst recht nicht mit Problemen befassen.
Das mag für Studenten vielleicht ein angenehmer Zeitvertreib sein, andere Menschen haben aber nicht unbedingt die Zeit und die Nerven dazu.
2. liefert Apple schon seit mehr als zwei Jahren keine Mäuse mehr, die nur eine Taste haben und wer vorher mit einer Ein-Tasten-Maus nicht zufrieden war, konnte auch eine andere Maus anschließen.
3. Ist der Gehäuseschönheitswahn bei PC-Usern mittlerweile genau so schlimm.
4. Wozu soll ich mich mit Hardware zu moderaten Preisen befassen, wenn ich einfach einen Rechner mit eingebauter Top-Hardware haben kann? Außerdem lassen sich Apple Computer auch beliebig mit Hardware ausstatten, wenn man Apple nicht nur auf den iMac beschränkt.
Wenn ich bedenke, dass der Intel-Quad-Core-Prozessor z.B., der im Mac Pro doppelt vorhanden ist, pro Stück im Handel 1.100 € kostet und der ganze Computer bei Apple nur 2.700 € (der wie gesagt 2 davon beinhaltet) und auch ansonsten extrem gut ausgestattet ist, frage ich mich, wo Apple teuer sein soll, zumindest was Computer angeht (iPhone, iPod etc interessiert mich nicht, mich interessiert Apple nur als Computerhersteller). Man sollte sich schon auf Vergleiche beziehen, wo gleichwertige Hardware verglichen wird und nicht ein x-beliebiger PC mit einem x-beliebigen Apple-Rechner. Das hier erinnert mich schon fast an PI, wo einfach irgendwo etwas rausgesucht wird, was die eigene Meinung, die man sich eh schon eingefahren hat, anscheinend bestätigt und man reitet schön drauf rum und das ist einfach nur dämlich.
Ich jedenfalls ziehe über keinen her, der mit Windows arbeitet, das soll jeder machen, wie er will. Ich weiß nur, dass Windows meinen Ansprüchen absolut nicht gerecht wird und deshalb niemals für mich persönlich als Arbeitsumgebung in Frage käme.
@ Heavyarms83:
Ruhig Blut, mein Bester. Der Artikel und mein letzter Kommentar waren nicht ganz so ernst gemeint, wie sie rüberkamen. Die hemmungslose Übertreibung gehört auf diesem Blog eben zum Programm. Tatsächlich hatte ich auch mal ein iPhone in der Hand und fand das Gerät sogar sehr nett und irgendwem seinen Mac verbieten will ich auch nicht. Ich selber könnte einen Computer aber nie einfach “nur” verwenden, dazu bin ich viel zu sehr Bastler, aber jeder soll nach seiner Facon glücklich werden. Mir geht nur der quasireligiöse Markenfetisch auf den Senkel, dieser Nimbus mit dem viele kritiklose Apple-Apologeten diese Firma belegen. Goron hat das ja weiter oben gut gesagt. Und ja, in der Hardware-Oberklasse mögen sich die Preise angleichen, aber kennst du jemanden, der einen Dual-Xeon, egal von welchem Hersteller, besitzt? In der Mittelklasse, in der Apple sicherlich wesentlich mehr Geräte verkauft, sind die Produkte wirklich zu teuer, zum Teil doppelt so viel. Das OS ist heute kein Argument mehr, da man Windows auch auf dem Mac und OSX (mit Trickserei) auch auf nem normalen Intel-PC installieren kann.