Autorenarchiv

Schleudertrauma

Sebastian, 9. February 2013

Wenn cipha nicht so einen Hass auf die Moderne hätte, hier wäre überhaupt nichts mehr los, und die einzigen, die sich noch beschwüren, wären die paar verstreuten Leser, die hin und wieder fragen, warum da nichts mehr kommt. Die Wahrheit ist: Wir sind jetzt alle erwachsene Menschen mit Erwachsenenproblemen. Die Schreiber haben Job und Familie, Karriere und Prestige. Ich zum Beispiel bin jetzt 32 und schreibe demnächst meine Bachelorarbeit. Ich hätte den ultimativen Artikel zur #aufschrei-Debatte schreiben können, nach dem alle Kampfhandlungen eskaliert wären, richtig geil wäre das geworden, aber: kein Bock! Der postpubertäre Drang nach Abgrenzung durch Aggression weicht der Altersmilde, man geht nachlässig mit den ganzen Spastis undf dsfmONgosdsff ahahahsfkjhdgkldff DIESE SCHEISS WASCHMASCHINE SCHON WIEDER!

Ihr erinnert euch? Vor knapp drei Jahren brauchte ich einen ganzen Tag, um eine Waschmaschine anzuschließen und am Ende kamen wir nicht einmal ins Autokino, weil eben das Auto, das in seiner kurzen Zeit ohnehin viel zu viel mitmachen musste, zugeparkt war usw. natürlich erinnert ihr euch, es ist ein Klassiker. Und wie es mit Klassikern so ist, sie werden bis zum Erbrechen wiederholt, und so holte mich auch das Waschmaschinendrama wieder ein. Weiterlesen »

Klickgenerator-Alarm in Berlin, Shitstorm-Warnung für den Traffic-Traum

Sebastian, 11. March 2011

Spreeblick schrieb um 10.30 Uhr:

Wir können hier keine Nachrichten-Berichterstattung machen, stellen aber die Kommentare für News-Links und den Austausch zum Thema zur Verfügung.

Wir können hier keine Nachrichten-Berichterstattung machen, stellen aber die Kommentare für News-Links und den Austausch zum Thema zur Verfügung.

Gehirnwäsche

Sebastian, 24. April 2010

Lochfraß! Dieser längst vergessene, wohlgleich schöne Terminus des 90er-Jahre Werbesprechs (vgl. Gefrierbrand) beschreibt die Porösierung des Waschmaschineninneren (ein Knallerwort jagt das nächste) durch Verkalkung. Dieter Bürgy lässt grüßen:

Ob das denn nun auch die Ursache für das Ableben unseres Waschtrockners (für technikinteressierte: keine Ahnung, welches Modell, get a life!) war, wer weiss das schon? Ich nicht! Es ist aber auch egal, ein neues Gerät stand längst auf der Liste.

[…] < - Ausgelassen werden an dieser Stelle sämtliche handelsüblichen Rants über lange Lieferzeit, mangelnde Beratung oder überteuerte Preise, wer will denn sowas wissen? "Unterhaltsam" wird sowas ja erst bei Lieferung. Weiterlesen »

Coole Sprüche

Sebastian, 6. February 2010

Nach dem durchschlagenden Erfolg von Coole Sätze, lesen Sie nun: Coole Sprüche. Aufgefangen wurden sie unter der Rubrik “Lieblingszitat” im Netzwerkprofil einer einzigen Person, die ob der Masse an Lebensweisheiten wohl der glücklichste Mensch der Erde sein dürfte.

Nur weil Dich jemand nicht so liebt wie Du es Dir wünschst, heisst das nicht, dass er Dich nicht mit ganzer Seele liebt !!!

In der Tradition des epischen Dramas werden bereits zu Beginn Grundlagen geliefert, die sich durch das gesamte Werk ziehen. Hier insbesondere die vom Rest des Satzes abgetrennten mehrfach auftretenden Ausrufezeichen. Diesen Satz sollten sich übrigens alle, die sich von Stalkern verfolgt fühlen, ruhig einmal zu Herzen nehmen. Sie lieben euch doch !!! (also stellt euch nicht so an)

Freunde werden nie verloren gehen, wenn sie fest im herzen stehen, drum wenn du auch mal nicht viel hörst von mir, bin ich in gedanken oft bei dir!

Der klassische Reim als Ausdruck unerfüllter Sehnsüchte feiert hier Urständ, ein Wort, das ich nie begriffen und wahrscheinlich falsch angewendet habe. Heisst es nicht sogar “fröhlich Urständ”? Müsste man mal googeln.

Allein sein zu müssen ist das schwerste, allein sein zu können das schönste!

müssen=doof können=gut; der ewige Kampf des Rebellentums gegen kapitalistisch-imperialistisch geprägte Zwänge lässt sich auch auf das Alleinsein per se anwenden und erreicht dadurch eine philosophische Tiefe, die staunen lässt. Betrachtet man diese Aussage jedoch etwas näher, entpuppt sie sich als Scheissdreck, kann man nämlich allein sein ohne zu dürfen, ist das auch eine Qual.

Werde ein besserer Mensch und vergewissere Dich zu wissen wer DU bist, bevor Du jemand anderen kennenlernst und darauf wartest, dass er weiß wer Du bist.

Dem Satz fehlt jeglicher “Pfiff”, man ist schon nach rund der Hälfte eingeschlafen und ich verstehe ihn nicht. Was ist die Aufforderung? Also erst einmal allein sein (s. o.), bis man sich selbst kennt (und besser geworden ist), erst dann jemanden kennenlernen, und sich ab dann nicht mehr verändern. Oder wie?

Strenge Dich nicht so an, denn die besten Dinge passieren, wenn Du sie am wenigsten erwartest.

Eine Maxime, die man teilen kann und ein erfrischender Kontrast zum üblichen “Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren”, dass sich der typische DSDS-Loser auf’s Kissen gestickt hat, um seine Trotzhaltung mit einer “Argumentation” zu unterfüttern. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es auch gerade die schlimmsten Dinge sind, die passieren, wenn man es am wenigsten erwartet, es sei an eine Werbung für ein Durchfallmittel erinnert: “Oh Mist, dieser Durchfall kommt immer dann, wenn es am wenigsten passt” (und nämlich nie, wenn es gerade günstig wäre).

Ehre jene Menschen, denen Ehre gebührt !

Oho, der alte Bibelgassenhauer im neuen Gewand. Aber warum? Weil, rantrant, junge Menschen Aussagen wie “Ehre, wem Ehre gebührt” gar nicht mehr verstehen würden.

Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe…

… die drei Punkte, die diesen Satz abschließen, vermitteln schlechtes Gewissen, sie sagen “ja genau, DU bist gemeint”. Passive-agressive guy on tour.

Ein Herz kann nicht fühlen, was es nicht fühlen will !

Haklo? Herzschmerz?

Die Freundschaft ist eine Kunst der Distanz, so wie die Liebe eine Kunst der Nähe ist!

L’art pour l’art, tralala, man muss nicht alles zur Kunstform erheben, weil man außer dem Anquatschen in der “Disse” sonst nichts kann, und wer 5000 Freunde bei Facebook hat ist deswegen noch lange kein Künstler, und wenn, möchte ich mich von dieser Kunst distanzieren, bei aller Liebe, in aller Freundschaft.

Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken !

So sagt man es einem, ebenso wie man die Typen, die einen nach der Schule verkloppen, “einfach nicht beachten” soll, denn SIE sind es, die schwach sind, man selbst ist der Starke, der auf die Fresse kriegt, aber den Schmerz erträgt man, denn “Indianer kennen keinen Schmerz”, und auch rauchen ist schwach, und Milch macht stark. Sich solche Lebenslügen wie auch die da oben als erwachsener Mensch in sein Profil zu packen, macht mich einfach nur traurig.

“IcH bin LuXuS uNd LuXuS kaNn NIcHT jEdeR HaBeN!” 😀

AbeEr GiB mIr EiNeN pRoSeCcO aUs UnD iCh WeRdE zUm StÜcK bIlLiGeS fIcKfLeIsCh OhNe SeLbStAcHtUnG 😀

Spiele nicht mit dem Feuer -sonst spielt das Feuer mit dir!

Beim “remixen” altbekannter Zitate tun sich manchmal, hihi, Abgründe auf. Es langweilt.

Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten!

Das ist jetzt albern. Gehirngewaschen (s. a. gefriergetrocknet) durch jahrelanges Wiederholen von Durchhalteparolen von allen Seiten gehen neue Sinnspruchausdenker dazu über, irgendwelche Fülltexte nurmehr mit dem Wort “durchhalten” zu garnieren und dann wird das schon richtig sein. Ein Sinn ist nicht mehr vonnöten, die Botschaft kommt schon an. Wer sich solche Sätze zu Herzen nimmt, denkt eh über nichts mehr nach.

Der Vorteil klug zu sein besteht darin, sich dumm stellen zu können !

😀 Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz 😀 und der Selbstsuggestionen mehr sind naturgemäß immer dort vorzufinden, wo sie am wenigsten verloren haben. Denn merke: Der Vorteil klug zu sein besteht darin, klug zu sein.

LIeBe MiCh daNn, wEnN iCh eS aM wEnIgSTeN vERdiEnT hAbE, dEnN DaNn bRaUcHe iCh eS aM mEiSteN !

Diese zweifelsfrei im Vollsuff entstandene Rechtfertigung, sich nicht mit seinen Fehlern auseinandersetzen zu müssen, ist in der Anwendung keine schöne Vorstellung. In meiner Phantasie breitet sich das Bild eines verkrachten Paares auf dem gemeinsamen Bett aus. Er schaut grimmig auf den Wecker, der 04:23 Uhr morgens zeigt und mag sich nicht zu ihr wenden. Sie, die ihm gerade gestanden hat, mit einem anderen “rumgeleckt” zu haben, schluchzt und versteht nicht, dass er sie nicht umarmt. Sie, die doch immer alles für ihn getan hat und die es gewohnt war, im Mittelpunkt zu stehen, kann sich auch nun so garnicht in seine Lage versetzen. Mit einem Mal sprudelt es aus ihr heraus: “Interessiert es dich eigentlich gar nicht, wie ICH mich dabei fühle???” So geschieht es, hier in Deutschland, mitten unter uns, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Denk mal drüber nach!

Am schwersten lernt man im Leben, welche Brücken man benutzen und welche man abbrechen soll !

Bridge Builder!

Es ist keine Kunst zu bekommen was man will. Die Kunst ist es, noch zu wollen wenn man es hat !!

Nun geht mir Eckart von Hischhausen mit seiner Dauerpräsenz in deutschen Talkshows seit geraumer Zeit gehörig auf den Sack, und es dürfte niemanden geben, dem er’s noch nicht in die Ohren gepresst hat: es ist ein neurophysiologisch längst erforschtes Phänomen, dass das Glücksgefühl zum Beispiel einer neuen Elektronik nur relativ kurz anhält und man sich schon nach dem nächsten Spielzeug sehnt – das sogenannte Apple-Syndrom. Es ist dennoch fragwürdig, daraus gleich zu ziehen, dass es keine Kunst sei, zu bekommen, was man will, es ist sogar eine sehr große Kunst. Es ist die Kunst des Aufbruchs zwischen Distanz und Nähe, ergo zwischen Freundschaft und Liebe (s. o.). Zu bekommen, was man will, ist die Distanz zum Objekt auf größtmögliche Nähe zu reduzieren.

Lieber auf neuen Wegen stolpern, als auf alten Wegen stehen bleiben !!!

Und dabei die schönen Blumen und die Natur zertrampeln, wie? Eine leere Hülse ist das, man weiss ja nicht, wo die neuen Straßen hinführen, bestenfalls werden ja heute noch Zubringerstraßen zu neuen Media Märkten gebaut, die ihrerseits die “grünen Wiesen” des Stadtrandbezirks plätten. Ebenso dumm sind ja die, die “gegen Strom schwimmen”, da nur “tote Fische” mit dem Strom schwimmen, dabei hat doch jeder gelernt, dass man sich gefälligst ein Stück mittreiben zu lassen hat, um sich ans Ufer zu bewegen und dann ganz auszusteigen. Aber viel Spaß beim Gegenanschwimmen und dabei nicht vorwärts kommen.

Who’s gonna drive you home, tonight?

Sebastian, 5. December 2009

Sicherheit wird großgeschrieben im Straßenverkehr (ist ja auch ein “Dingwort”) und großgeschrieben wird auseinandergeschrieben, eigentlich. Vielleicht aber auch nicht. Man blickt ja nicht durch, nicht einmal der Berufsstand des Lektorats hat Bock noch einmal über die Titelseiten der Bücher rüberzuschauen, die es zur Veröffentlichung freigibt (wer sich dieses Buch über diesen Link bestellt, tut uns einen Gefallen: wir kriegen zwar kein amazon-Partnerlink-Geld, so einen Quatsch gibt’s hier nicht, aber es gibt einen Dummen mehr auf dieser Welt, und davon leben wir ja hier).

3 Airbags
Für mehr Sicherheit: der Dreifach-Airbag

Michael Schanze und Rolf Zuckowski haben es uns in abertausenden von Liedern eingetrichtert: Obacht auf der Straße! “Mein Platz im Auto ist hinten”, da weiss man Bescheid. Ich bin also sensibilisiert und ziehe es daher vor, den öffentlichen Personennahverkehr in Anspruch zu nehmen, um von A nach, na? eben: B zu kommen. Dementsprechend selten kriege ich unser Auto, das wir dennoch haben, zu Gesicht, denn Parkplätze sind rar vor unserer Haustür. Wenn ein Auto nur lange genug unbenutzt an einer Stelle steht, steigt schon aus rein statistischen Gründen die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas damit passiert. Es ist ja garnicht lange her, da hatten wir das Auto einen runden Monat, als uns “die Schweine” die Frontscheibe eingeschlagen haben. Das war unsere eigene Schuld, einen neuen Wagen geradezu provozierend sauber an den vordersten Parkplatz der Straße zu stellen. Lehrjahre sind Herrenjahre, unser Lehrgeld haben wir bezahlt, das lassen wir uns eine Lehre sein etc. Das sollte uns nicht noch einmal passieren!

Und jetzt halt doch wieder: Nach unserer letzten Fahrt vor zwei Wochen ließen wir das Auto Auto sein und gingen unserer Wege. Und gäbe es just an diesem jetzigen Abend keinen Sonderfall, der mich dazu brachte, zu später Stunde noch einmal unser Auto aufzusuchen, wir wüssten noch übernächste Woche nicht, dass der Wagen bereits vor über einer Woche abgeschleppt wurde, um einer Baustelle Platz zu machen. Bescheid geben die einem ja nicht. Im Gegenteil darf man sich auf der entsprechenden Informationsseite anpampen lassen (“entweder gestohlen (was elten (sic!) der Fall ist) oder abgeschleppt”), dass es doch genug Parkraum gäbe und man sich nur ein wenig Mühe geben müsse bei der Suche. Ja offensichtlich wohl nicht!

Und darum noch einmal, liebe Kinder, Eltern, Großeltern und unsere Freunde in Österreich und der Schweiz die Riesenbitte: passt auf im Straßenverkehr! Achtet auf eure Autos, werft gelegentlich mal einen Molotowcocktail Blick drauf und wenn es hart auf hart kommt und die Karre doch futsch ist, haltet euch an die Weisheit von youtube-User sCrIpTeRzU:
scripterzu

Pink’s not dead (yet)

Sebastian, 31. October 2009

pink

Während es den Rest des Jahres eben ihre Aufgabe ist, auf die “freche Mädchen”-Attitüde Pubertierender abzuzielen und ihnen mit dem ewig gleichen, harmlosen Blödsinn einzureden, total anti und rebellisch zu sein. Popröhre! Wie mich das schon wieder aufregt, dass sie sich hier aufregt, SIE!

Der Mann, der Der Mann, der Gott verklagte, verklagte

Sebastian, 1. August 2009

Müller, diese Drogerie-Medienmarkt-Chimäre, in der das einzige akzeptierte Zahlungsmittel “Gutscheine” zu sein scheint, lockte uns mit dem Versprechen, 5 Filme für 20 Euro abgreifen zu können. Zum Glück lag hier seit etlichen Monaten noch ein Gutschein mit eben diesem Gegenwert bei uns herum, mit dem wir nichts anzufangen wussten, so wie überhaupt Gutscheine bei uns eine sehr lange Verweildauer pflegen. Wer den Rabattbon nicht ehrt, ist den Gutschein nicht wert. Es war bereits kurz vor Ladenschluss, als wir uns durch die Reihe “guter und bewährter” Titel, sprich unverkäuflichem Mist, wühlten, als das Personal wie von Sinnen anfing zu tanzen. Das wiederum lag an der grässlichen Musik, die da auf einmal tönte: “Wir sagen dankeschön, 20 Jahre Die Flippers”, ein an sich unhaltbarer Zustand: 20 Jahre Die Flippers. (Erschrocken stelle ich während des Schreibens fest, dass just dieses Jahr eine Neuauflage des Lieds erschien: 40 Jahre Die Flippers.)

Das Lied, so verstanden wir, spielte das Personal nicht zum Spaß, so wie Personal ja grundsätzlich und per definitionem niemals etwas zum Spaß tut, sondern um die Jüngerschaft schnell und effektiv aus ihrem Tempel zu vertreiben: Feierabend. Nun waren wir durch ein paar Filme schon angefixt und wollten die fünfe voll machen, weswegen wir recht wahllos noch zulangten und die durch den Schlagerbeat schon völlig losgelösten Kassierer (hätte es nicht eine Durchsage, die den Ladenschluss ankündigt, auch getan? Wir bekamen dieses Ansinnen erst mit, also wir schon die letzten auf der ganzen Etage waren) noch einmal aus der Vorfreude auf ihr Feierabendbier und dem Fun Freitag mit einer neuen Sendung namens “Schmitz in the City” rissen.

So verließen wir den Laden mit den Filmen Wenn der Wind weht, dem meist nachgefragten Film überhaupt, da ihn jeder als Kind gesehen hat, von seiner Wirkung komplett verstört wurde und jetzt eben überall nach diesem Zeichentrick mit dem alten Ehepaar, das einen Atomschlag überlebt, sucht, Running Scared, der Odyssee mehrerer Protagonisten und einer Kanone durch die Nacht (sehr empfehlenswert), She’s having a baby *sigh*, Zug des Lebens, von dem ich noch nie gehört habe, an den ich aber mal vorsichtig optimistisch rangehe und dem Grund, warum ich mich bei diesem Dreckswetter (Sonne!) überhaupt an die Tastatur bemühe, die Heilige Pflicht des notorischen Meckerers verlangt jedoch danach: Der Mann der (sic!) Gott verklagte. Weiterlesen »

Liebes Arschloch,

Sebastian, 24. May 2009

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eigentlich müsste ich Dir ja auch ein wenig dankbar sein. Nicht unbedingt dafür, dass Du unser Auto nicht auch gleich ganz abgefackelt hast, anstatt nur mit einem Stein wie blöd auf die Frontscheibe einzuschlagen (ist schließlich ein Franzose!), sondern dass ich andernfalls nicht mit der Bahn gefahren wäre und folgene menschliche und allzumenschliche Begebenheiten doch glatt an mir vorbeigezogen wären:

– die gelöste Stimmung bei 30° C in einem Hauptbahnhof am letzen Bundesligaspieltag.

– das unglaubliche Glück, dass einem als Nerd widerfährt, wenn man eine Busfahrkarte ausgehändigt bekommt, die einen als leeten Zeitgenossen ausweist.

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– die Erkenntnis, dass der Sindelfinger Puff zwischen Ikea und Moschee seinen Mitarbeitern T-Shirts ausgibt, die ihn als als eben stolzen solchen erkennbar machen und gleich auf den Internetauftritt des Etablissments hinweisen. Ein T-Shirt, das man gerne trägt! Und nächstes mal: ruhig Kopf hoch!

– einen herrlichen Trialog dreier NaturheilärztInnenInnenInnen, die sich einem unglaublichen Hirngewichse über die verlorengegangene Matriacharkultur alter Mayaindianer(Innen!) hingaben, wobei jede versuchte, die anderen durch noch profunderes Fachwissen auszustechen. Eine zweifelte sogar an, dass überhaupt je eine Kultur ein nennenswertes Matriachart hervorgebracht hat *empör* Eine Unterhaltung, die ein Freund des Alltags auf keinen Fall hätte verpassen wollen.

Nein, es hat schon alles seine Ordnung so. Insofern bin ich Dir auch nur ein bisschen böse. Ein Arschloch bist Du aber trotzdem, Du konntest ja nicht ahnen, dass ich mich auch noch über die kleinen Dinge freuen kann. Denn wer kann das schon? Du? Wohl nicht…