Autorenarchiv

Rebell 2014

Frank, 19. November 2014

Ich habe gestern erfahren, dass an US-Schulen kein Huckleberry Finn mehr unterrichtet wird, weil darin das N-Wort vorkommt. Das klingt so komisch, dass ich es fast nicht glauben konnte, aber irgendwas wird schon dran sein, sonst stünde es da ja nicht. Zeit, dass mal einer was unternimmt. Mein Beitrag zur Debatte: das sowohl musikalisch als auch textlich beste Statement zum Thema Political Correctness aller Zeiten. Sorry für das Eigenlob, ICH LASSE MIR MEINE MEINUNG ABER NICHT VERBIETEN!

Lassen Sie mich durch, ich bin frustriert

Frank, 18. January 2014

kinder-prenzlberg

Die taz gilt als linkes Blatt. Eines, das Verständnis aufbringt für die Belange von Migranten und Asylbewerbern, Behinderten und Alten, Arbeitslosen und Armen. Und trotzdem gibt einen reichlich exklusionistischen Artikel in der taz, der seit 2011 kursiert und mir jüngst mal wieder in die Facebook-Timeline gespült wurde. Eine Kaffeehauschefin zieht in „Die Weiber denken, sie wären besser“ über die so genannten „Macchiato-Mütter“ im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg her, einem Buchauszug aus „Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter“.

Diese im Artikel häufig als „Rinder“ bezeichneten Mütter seien rücksichtslos mit ihren Kinderwägen, wollten unbedingt ihren vegetarischen Bio-Fraß, hätten nix zu tun, stillten in der Öffentlichkeit und vertrieben damit Stammkundschaft, ihre Blagen in Jack Wolfskin-Jacken würden dauerverhätschelt, früher hingegen wurde nicht so ein Zirkus um die Kinder veranstaltet.

Weiterlesen »

Ein vergiftetes Geschenk

Frank, 13. February 2013

gift

Vor einigen Wochen bin ich, zunächst irgendwo bei reddit, dann noch einmal bei Gilly auf einen Text gestoßen. An den ich mich eben unwillkürlich erinnerte, genau wie an mein Vorhaben, dazu etwas zu schreiben. Er mag etwas anachronistisch wirken, aber wenn die Muse einen schon mal mit dem Vorschlaghammer trifft … Vorgeschichte: Eine Mutter in den USA schenkte ihrem Sohn ein iPhone zu Weihnachten. Um dieses aber zu erhalten, muss er erst einen informellen Vertrag mit seinen Eltern unterzeichnen, der folgenden Inhalt hat:

Weiterlesen »

Aggropolis

Frank, 23. June 2012

m2vmqo8no0

Was auch mal gesagt werden kann, aber nicht muss

Frank, 4. April 2012

Auch ich habe nun, nach einem ganzen Tag
der Empörung und Ereiferung in
beinahe allen Onlinemedien über den
Affront des Günter Grass
das Gedicht endlich gelesen.
Über den eigentlichen Inhalt mich zu äußern
will ich an dieser Stelle unterlassen.
Ich kann, darf, will, ja – muss
dazu einfach auch mal schweigen.

Weiterlesen »

Ersdummerjunge

Frank, 11. November 2011

egal

Das schlimme ist ja nicht, dass jemand mit Provokation Erfolg hat. Denn auch wenn ich noch nie in einem Grundkurs Aufmerksamkeitsökonomie gesessen habe, bin ich mir sicher, dass man das in einer der ersten Aufmerksamkeitsökonomievorlesungen vor den Latz geknallt bekommt: Provokation ist Aufmerksamkeit ist Erfolg. Im Grunde muss man ja bloß sagen: „Ich möchte deine nackte Oma schlagen, die eigentlich ein Mann ist, und ihm danach essen“ und der Charthit/SPIEGEL-Bestseller/Filmpreis ist garantiert. Haben die Stones so gemacht, Madonna und Rammstein sowieso. Das wissen sogar Dumpfbacken wie Bushido.

Weiterlesen »

Lomogirl auf Berlintournee

Frank, 2. July 2011

retroriker

Coole Texte fangen so an:

Ich sitz’ in Osnabrück im Hotel und schau’ einen Porno
mit Handlung
No Brain, no Pain
Was mache ich hier eigentlich?
Bin ich doof, bin ich tot oder is mir einfach langweilig?
No Brain, no Pain

Weniger coole Texte fangen hingegen so an:

Ich fahre ohne Ziel und Zeitdruck mit der Ringbahn um die Stadt herum, beobachte Menschen, schreibe Dinge auf, lasse mich inspirieren und versuche, mich zu entspannen.

Und so ist dann das Elaborat von freitag.de-Redakteurin Mike Hanke Maike Hank eine öde Beschreibung einer sowieso schon langweiligen Handlung: Mit der Ringbahn um Berlin drumrumzufahren.

Weiterlesen »

Selbstmitleid zum Klopapierkauf

Frank, 27. April 2011

scheißsänger einer scheißband

Gestern stiefelte ich durch den Kaiser’s, mit Apostroph. Es wäre eine schöne Ironie gewesen, wobei, auch egal, wenn ich gerade am Spirituosenregal vorbeigekommen wäre, was ich nicht war, ich ging wahrscheinlich gerade an den Zerealien oder den Cellstoffprodukten vorbei, da erklangen die ersten naiven Klaviertakte eines Liedes über den Supermarktfunk, das ich seit Jahren nicht mehr gehört hatte und, ja, auch nicht gehört haben wollte.

Weiterlesen »