Auf Schalke, wenn ich das schon höre

Sebastian, 2. October 2007

Disclaimer: Dieser Text erschien schonmal woanders.

Disclaimer II: Trigami geht mir dermaßen am Arsch vorbei.

Ich habe vorhin das erste mal einen Blogeintrag eines Pur-Fans gelesen. Noch so eine Verschwörungstheorie, die sich in Luft auflöst.

Bislang dachte ich nämlich immer, dass das alles nur ein großes, abgekartertes Spiel irgendwelcher grauen Funktionäre ist, die… ja was eigentlich? Keine Ahnung, mir fällt kein Grund ein, sich etwas wie Pur auszudenken. Aber das erschien mir irgendwie realistischer als die tatsächliche Existenz von Pur. Es scheint diese Band aber zu geben. Damit sind wohl auch all die Fans echt, die ganze Stadien (STADIEN) füllen, um “dem Hartmut” dabei zuzusehen, wie er sich glückselig auf die Knie fallen und sich von den Massen bejubeln lässt.

Zwischenruf: “Ja, aber Sebastian, der widerlichste Live-Augenblick ist ja wohl der, in dem sich MMW in seinem Stück Freiheit am Ende ans Publikum wendet und sagt “Bitte nehmt das, was hier heute abend passiert ist, mit nach Hause”, oder?”

Das ist schon richtig, aber im Grunde ist es die gleiche Kategorie. Stadionrock! Nein, schlimmer, Deutscher Stadion”rock”! Wenn es Mama und Papa mal so richtig krachen lassen! Dann groovt “der Hartmut” Richtung Regenschirme und Sitzkissen, dass die Luft brennt. Da wackelt der Bankkaufmann auch schon mal mit dem Fuß, während der Kohlekumpel sein mit einer Deutschlandflagge geschminktes Töchterschen (mit sch) auf den Schultern trägt. Mutti macht was? Klar, Wunderkerzen in die Luft halten, denn PUR singen noch Lieder, aus dem Leben gegriffen. Die lassen sich nicht verbiegen, die sind einfach “echt”. Jupp aus Köln findet sie “authentisch”, “ne, Nico?”

Das Wort Pathos wurde vor ungefähr 5000 Jahren von einem Griechen erfunden, und zwar, während er in einem Colosseum stand, in dem grade die Spielgruppe Pyros mit dem Sänger Hartulous Engeleropos auftrat. Gnagnagna (< << ich schreibe mich in Rage, ich muss runterkommen).

Ich merke grade, dass Band und Publikum eine viel zu große Angriffsfläche bieten und ich garnicht weiss, worüber ich als nächstes schreiben soll. Über die überprofessionalisierte, aalglatte Performance, bei der es schon längst nicht mehr um irgendeine Message geht, die Leute, die das alles schlucken (ich meine, PUR!), meine Intoleranz, die ja von irgendwo kommen muss (haha), … and so on.

PUR!!!

7 Kommentare

  1. pantoffelpunk sagte am 2. October 2007 um 17:49 Uhr:

    An anderer Stelle schrob ich folgendes:

    VerwaltungsbeamteDieAbendsMetalTShirtsTragen
    sind 35, haben einen Schnurrbart, finden auch Herbert Grönemeyer gut, weil er so tiefgehende Texte hat und haben eine Frau, die die Wohnung in Ordnung hält, in der unter anderem Glastische, furnierte Wohnzimmerschränke und Ledersofas stehen und in der man kleine Untersetzer für die Gläser bekommt. Im Badezimmer findet man bisweilen viele kleine, neckische Accessoires. Hin und wieder auch ein Stück Seife, das geformt ist wie ein Motorradfahrer.

  2. .markus sagte am 2. October 2007 um 17:54 Uhr:

    PUR?

    Irgendwer musste ja die Vokuhila-Frisur ins neue Jahrtausend bringen. Uarrrghs!

  3. Harry Kuntz sagte am 2. October 2007 um 18:03 Uhr:

    Ja, und leider mit Erfolg, wie man seit einigen Jahren wieder sehen kann. Schlimm.

  4. oasisUK sagte am 5. October 2007 um 14:53 Uhr:

    Noch eine Schnurre aus meinem Lonon-Urlaub vor zwei Wochen: Mittwochs abends wurde ich beim Lesen der kostenlosen U-Bahnzeitung kreidebleich ob einer unverhohlenen Terrorwarnung im Veranstaltungsteil. Unglaublich wer abends in der Royal Albert Hall aufgetreten ist: Herbert Grönemeyer! Ich muss wohl nicht hinzufügen dass am nächsten morgen äußerst komische Gestalten die U-Bahn rund um unser Quartier (das nicht weit vom Veranstaltungsort lag) bevölkerten: man fühlte sich ein wenig wie in der Linie 5 nach Köln-Ossendorf statt in der Bakerloo zur Bond Street… *seufz* Steuerfachgehilfin + Maurer mit Schalke-Rucksack die den Trip im Lokalradio gewonnen haben in Massen, man musste ausnahmsweise mal auf englisch statt auf deutsch über die anderen Fahrgäste lästern und ansonsten versuchen möglichst unauffällig und britisch auszusehen um nicht unversehens in einen Topf mit der Aufschrift “deutsche Touristen, 2. & 3. Wahl” geworfen zu werden…

  5. Dies ist nur ein Grotesksong « Abfallkalender sagte am 25. January 2008 um 01:13 Uhr:

    […] Lebt denn der deutsche Holzmichl noch? Ja, der deutsche Michl lebt offensichtlich, auch wenn ich nie an ihn geglaubt habe (stilistische Dopplung: eigentlich hat sich die Legende schon früher in Luft aufgelöst. […]

  6. Dies ist nur ein Grotesksong « msc snds bttr wth you sagte am 25. January 2008 um 03:05 Uhr:

    […] Lebt denn der deutsche Holzmichl noch? Ja, der deutsche Michl lebt offensichtlich, auch wenn ich nie an ihn geglaubt habe (stilistische Dopplung: eigentlich hat sich die Legende schon früher in Luft aufgelöst.) […]

  7. Craplog.de » Weblog sagte am 25. January 2008 um 03:12 Uhr:

    […] Lebt denn der deutsche Holzmichl noch? Ja, der deutsche Michl lebt offensichtlich, auch wenn ich nie an ihn geglaubt habe (stilistische Dopplung: eigentlich hat sich die Legende schon früher in Luft aufgelöst.) […]

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