Schweizer, bleibt bei euren Bergen

Die Bürger der Schweiz haben eine Volksabstimmung durchgeführt und 57,5 % der Bürger sich für ein Minarettverbot ausgesprochen. Die Bürger eines Kantons mit dem grotesken Namen Appenzell Innerrhoden sogar zu 71 %.
Schweizer, wart ihr nicht das Volk, das sich weltanschauliche Neutralität auf die Fahne schrieb? Nicht buchstäblich natürlich — auf der Schweizer Fahne befindet sich ja bekanntermaßen ein Kreuz. Aber so vom Selbstverständnis her. Die Begründung, warum man für die islamischen Gebetshaustürme eine Ausnahme macht, ist dann auch einer der abenteurlichsten Aspekte einer durch und durch geschmacklosen Debatte. Ein Minarett sei nämlich kein Kirchturm in Grün, sondern…
Für den SVP-Politiker Ulrich Schlüer, einen der Wortführer der Initiative, ist das Minarett vielmehr ein “politisches Symbol eines Machtanspruchs”.
Es gibt vier Moscheen mit Minaretten in der Schweiz. Vier.
Mal ehrlich, selbst wenn an der absurden These etwas dran wäre, dass die Muselfusselbärte den Westen islamiseren, unterjochen und erobern wollten — galubt ihr wirklich, dass man das mit einem Verbot von Minaretten verhindern könnten, liebe Schweizer? Das ist ja, trotz des dunkelbraunen Beigeschmacks, beinahe ein bisschen niedlich. Wenn bei euch eine Maus den Käse aus der Speisekammer klaut — haltet ihr dann ein Referendum zum Verbot von Mauselöchern ab?
Feige seid ihr, verehrte Nachbarn im Süden – beziehungsweise 57,5 % von euch. Gebt eurer Xenophobie doch bitte nicht diesen pseudodemokratischen Anstrich, da kriegt man ja Durchfall von. Geht auf die Straße Stellt euch auf den Berg und brüllt “Ausländer raus!”, das wäre zumindest konsequent.


