Archiv für den December 2008

Wie sieht’s denn hier aus?

Frank, 31. December 2008

Screenshot: Craplog 2.0

Das Craplog hat einen neuen Look. Eigentlich ist das Theme noch nicht so richtig fertig, aber die alten Zöpfe müssen halt noch 2008 ab. Man muss auch mal nen Punkt machen, sonst wird das ja nie was, da kommt mir dieser unverhoffte Jahreswechsel ganz recht.

Wie immer gilt: Anregungen, Darstellungsfehler (nebst System/Browser), Äußerungen des Scheißefindens (das ist eh nur Nostalgie, ihr Horste, in zwei Wochen habt Ihr euch dran gewöhnt) und Neujahrsgrüße in die Kommentare bitte.

Kakophonie to the Max — Ein Craplog-Jahresrückblick zum Fest

Nämlich mehrere, 24. December 2008

Oh Geißel der Informationsgesellschaft, die Du uns die Unsitte bescherst, Jahresrückblicke auf allen Kanälen bereits Anfang Dezember auszustrahlen! Was soll dies alberne Gehabe? Weltbewegende Ereignisse, die in der Mitte des Monats oder gar “zwischen den Jahren” geschehen, werden von Dir überhaupt nicht bedacht und geraten langfristig in weltgeschichtliche Vergessenheit. Jahresrückblicke gäbe es in einer gerechten Welt erst am Ende des Jahres, zu dieser Meinung stehe ich, allem Spießertumgeunke zum Trotz, hart wie ein südafrikanischer Rohdiamant. Nun ja, wir, das Craplog-Team sind auch nicht besser und präsentieren unser persönliches Jahresresümée ebenfalls lange vor der zweitausendundachtbeendenden Stunde pickeliger Teenager, deren dumpfes Vergnügen darin besteht, aus Fenstern Passanten mit Chinaböllern zu bewerfen.

Zu unserer Verteidigung: Dieser Jahresrückblick ist komplett vernachlässigbar, eigentlich sollte ihn niemand lesen. Dies ist nicht Jauch, sondern eher Jauche. In einer düsteren Stunde nämlich setzten sich die Craplog-Autoren ovit, Simon, Harry Kuntz und Frank zusammen, um den Lauf des Jahres ausschließlich anhand der veröffentlichten Artikel in dieser Publikation nachzuzeichnen. Im Ergebnis zeigen sich dabei zwei maßgebliche Unzulänglichkeiten: Inhalt und Form. Nämlich schrieben wir unser Elaborat mit Hilfe der kollaborativen Textverarbeitung, die der Dienst etherpad.com anbietet. Soll heißen: Vier Autoren arbeiten gemeinsam gleichzeitig ohne Sinn und Verstand an einem Text, niemand (vor allem ovit) hält sich an irgendwelche Regeln, keiner hat einen Plan, nichts funktioniert so richtig, es herrscht Chaos und was zum Schluß rauskommt, wird veröffentlicht.

Da dein Feedreader aber im Moment sowieso nicht gerade das potenteste Glied aller Optionen zur Webbespaßung ist (und Du sowieso schon bis hierhin gelangt bist), kannst Du den Text auch gleich ganz lesen. Habe Spaß!

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Sei artig und bedank dich bei dem netten Onkel

.markus, 3. December 2008

wer bild texte liest ist doof

Ja ist denn heute schon Bundestagswahl? Erst kämpft die CDU gegen die Windmühlen der deutschen Sprachveruntreuung, dann besinnt sich die SPD urplötzlich auf ihre sozialen Wurzeln und schlägt “Shopping-Gutscheine” vor. Ich habe gerade mal meine durchschnittliche Kauflaune mittels irgendeinem Geschäftsklimaindex (oder einem Thermometer) gemessen und erstaunt festgestellt, dass wenn sich denn so ein Shopping-Gutschein zu mir verirren würde, ich die komplette Konjunktur derart anheizen könnte, dass die Sonne als Hitzequelle konkurrenzunfähig werden würde und Konkurs anmelden müsste.
Ich würde das Geld ja nehmen. Mal ehrlich ein paar hundert Tacken für lau, da geh ich nicht auf die Straße dagegen. Und wenn gerade eine marode Bank nach der anderen sich ihre Vorweihnachtsgeschenke beim Staat abholt, könnte man ja denken, dass auch der kleine, gemeine, durchschnittliche Bürger eine Konjunktur-Direktinjektion verdient hätte. Könnte man denken. Nun sieht das leider so aus, dass unser lieber Staat die Kohle auch nicht ganz so flüssig hat, sondern sie nur kurzfristig hergibt, dass sie mittelfristig wieder zurückkommt, um langfristig wieder in kurzfristige Konjunktupakte investiert werden zu können.

Kurze Werbepause: Betrachten Sie die schön Welt da draußen oder drinnen, drücken sie Ihre oder Ihren Liebste/n ganz kräftig und genießen Sie einfach mal den Moment. Sie dürfen jetzt auch lachen, das soll schließlich gesund sein (Diese Werbepause wurde Ihnen präsentiert von keiner Kaffeemarke, keinem Waschmittel und keiner Automarke. Sie brauchen nichts zu kaufen. Wir wünschen Ihnen einfach nur ein wunderbares Leben)

Ich komme mir manchmal blöd vor. Etwa wenn mich eine Verkäuferin nach meiner Payback, Getback oder Deutschland-sammelt-Punkte-sammeln-Sie-mit-Karte fragt oder ich mit heruntergelassenen Hosen auf einem Marktplatz stehe (was eher selten vorkommt). Ich komme mir auch blöd vor, wenn ich das Gefühl vermittelt bekomme, ein dummes Wirtschaf zu sein, das mit Kauflaunenstatistiken berechnet wird. Ach, was man mit dem gesamten Geld alles machen könnte: Bayern militärisch besetzen, die ABCD-Prominenz auf den Mond fliegen (was vielleicht für den Mann darin gemein wäre), ein kleines Geschäftsessen für die Manager der Deutschen Bank oder…

… oder einfach mal richtig investieren. In die Zukunft. Langfristig. In eine bessere Gesellschaft. In Bildung. In Forschung. In Kultur. Es ist doch verdammtnochmal nicht mehr zeitgemäß, so eine Arschlochgesellschaft zu sein, deren Grundlagen Konsument und Konjunktur sind. Oder?

With a little help from my french

Sebastian, 2. December 2008

Angesichts der Debatte um die Einführung der deutschen Sprache ins Grundgesetz, zu der Lukas im Prinzip alles gesagt hat, was es halt zu sagen gibt, rege ich mich über folgende Nation auf:

Franzosen

Frankreich und unsere vierteljährlichen Debatten über deutschen Nationalstolz bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Keine Forderung “unsererseits” (da geht’s schon los) kommt ohne unsere lieben Nachbarn aus. Ob Flagge zeigen während der WM, einer Sprachenquote im Radio, das Singen der Nationalhymne – es wird auf Frankreich verwiesen, wo das alles “total unverkrampft” funktioniert. Man stelle sich vor, es gäbe überhaupt kein Frankreich. Eine Menge CDU-Politiker kämen in arge Erklärungsnöte, ginge ihnen doch ihre Argumentationsgrundlage völlig flöten. Es wäre vielleicht angebracht, sie darauf hinzuweisen, dass eine Forderung, die ohne selbstragenden Inhalt, sondern allein durch “die anderen dürfen aber auch” vorgetragen wird, vielleicht nicht so dringend behandelt gehört wie… keine Ahnung, afrikanische Kinder mit Fliegen im Gesicht oder so. Leider lässt sich mit wichtigen Themen kein Fußvolk einfangen, das BKA-Gesetz ist nunmal ein wenig zu kompliziert, um es zwischen Sport- und Wochenschau (hoho) zu beschimpfen.

Da hilft alles reden nichts, Frankreich muss weg! Das sage ich ohne jeglichen Nationalismus, sondern ganz im Gegenteil: Gibt es kein Frankreich mehr, gibt es hier keine Nationalismusdebatten mehr. It’s so easy. Daher fordere ich alle Franzosen ultimativ auf, ihr Land zu verlassen und sich eine neue Bleibe zu suchen. Alizée kann zum Beispiel erst einmal bei mir unterkommen. Der Rest findet sicher auch irgendwo was. Die Landfläche könnte man zu einer riesen Naturschutzzone umfunktionieren. Grade um die Atommeiler herum wird’s wahrscheinlich grüner als grün. Und Autos abbrennen, liebe Franzosen, das könnt ihr ja schon ganz gut.