Archiv für den July 2008

Chocolate Milkshake

Simon, 30. July 2008

Ihr kennt ja vielleicht diesen komprimierten Ekel, den die überfüllten McDonald’s-Filialen an Großstadtbahnhöfen kurz vor Sonnenaufgang am Wochenende verströmen, wenn alkoholvergiftete Fünfzehnjährige, dreivierteltote Junkies und die obligatorische Gruppe der Goldkettchentürken sich versammeln, um überzuckerte Fettbomben in sich reinzuschieben, während die Geruchsorgane mit einer Mischung aus Schweiß, Kotze, Alkohol, Putzmittel und Fritierfett zu kämpfen haben.

Doch auch diese Abartigkeit lässt sich noch steigern, garniert mit einer extra großen Portion Rassismus und Sexismus: Willkommen in Chicago. Willkommen im The Wieners Circle, wo man sich mit Bitch oder Cocksucker begrüßt, wo der Schokoladenmilchshake 40$ kostet und nicht auf der Karte steht, wo Fremdschämen eine neue Dimension erreicht.

all ur linkz are belong to uz

-, 30. July 2008

was haltet ihr davon, wenn ich euch sagen würde: ab morgen gibt es im web keine links mehr! würdet ihr weinen, weil eines der wichtigsten features des web plötzlich fehlte oder würdet ihr es sehen wie dieser kompetente spanien-liebhaber, der behauptet, dank google braucht man ja keine verknüpfungen mehr?

ich sehe mich als einen experten des web, der wirklich viel darüber gelesen hat und eigentlich verstanden hat, was es so besonders macht. dabei hilft einem die sicht der dinge aus der feder einer der hauptentwickler des www, robert cailliau: “die wiege des web”.

ich meine zu wissen, aber da kann ich mich auch täuschen, dass ein besonderer aspekt am hypertext wirklich diese referenzialität ist. tim berners-lee hat das mal schön mit der metapher der assoziationsfähigkeit des gehirns beschrieben, wie das web funktioniert. das leuchtet ein: ich kann ja “springen”, von link zu text zu video zu bild zu text usw. usf; wie mein gehirn. dieses prinzip ist doch einer der grundpfeiler des web oder habe ich das nicht verstanden!? das ist doch auch einer der gründe, wieso die bibliothek von alexandria gegen wikipedia nur eine dorfbibliothek ist. wissen (und nicht nur das) ist doch so viel schneller lernbar, von zusätzlichen features wie hintergründiges zum thema oder quellenangaben mal komplett abgesehen.

fazit: links sind nicht nur nützlich, sie sind eine der quintessenzen dieses mediums. sie sind die tore, durch die man sich in diesem schier unendlichen kaninchenbau von ort zu ort “warpen” kann; von gedanke zu gedanke springen kann; von einem problem zu einer lösung des problems kommen kann. fielen sie plötzlich weg, was bliebe uns dann noch vom web? wir hätten nur ein genauso langweiliges, genauso hölzernes und kaum interaktives medium, wie die auf papier. so, schluss jetzt, und wenn alle stricke reissen:

all ur linkz are belong to uz!

wir kümmern uns um die. kommt zu papa, ihr armen hyperlink-seelchen! bei mir seid ihr sicher.

Lolli, Luft und Lederhosen – Spaßprodukte im großen Sommercheck

Sebastian, 6. July 2008

Das Leben in einer Dachgeschosswohnung im Sommer bietet genug Anlass zum Meckern, aber eben das ist ja so TYPISCH DEUTSCH, dass ich es als postnationaler Lebemann zwar ausgiebig tue, aber doch bitte nur im zwanglosen Tratsch mit der esoterischen Nachbarin, der lieben Freundin und U-Bahnpassagieren, die sich, es fast schon herausfordernd, neben mich setzen. Da bin ich ja doch altmodisch. Überhaupt, U-Bahn im Sommer, Sonne im Sommer, Arbeiten im Sommer, draussen im Sommer, drinnen im Sommer, man könnte meinen, der Sommer an sich sei die Hölle. Aber es ist mitnichten mein Anliegen, über die extremste aller Jahrezeiten (neben dem arschkalten Winter, dem verregneten Emo Herbst und dem… naja, eigentlich dann doch ziemlich egalen Frühling) zu schwadronieren, denn es stimmt zwar, was ein begeisterter Stammleser über uns meint:

“Naja, das Craplog versteht sich ja als Moserhort der schlechten Laune. Wenn die Leute mal groß sind, dann werden sie vermutlich Kritiker in einer nicht besonders oft gelesenen Zeitung. Vermutlich wären sie Emos geworden, hätten sie weniger Aggressionen in sich. Im Internet hat jeder das freie Recht sich so zu blamieren wie er/sie kann. Ob mit 160 Zeichen, oder ganzen Blogs…”

Aber Sommer ist ja praktisch schon durch. Jeder sagt doch “Puh, diese Hitze”, aber keiner sagt folgendes:

Ich packe an! Ich lasse mich nicht unterjochen vom Diktat der Temperatur! Ich tue was!
Und genau das habe ich dann nämlich auch getan. Durch die kostspielige Anschaffung einer Klimatisierungseinheit im ausgefallenen Design und integrierter gustatorischer Erfrischungsgelegenheit. Doch sehen wir uns diese Wunderchimäre aus Ventilator und Lolli (klingt schon ernüchternder, oder? Wartet’s nur ab!) doch ein wenig genauer an:

spongebob– Obwohl obenauf, bildet das Kernelement des Produkts ein Ventilator mit einer Erfrischungsleistung von 0,2 Asmussen. Aus hochwertig verarbeitetem Esspapier bestehende Rotorblätter versprechen, warme Luft beinahe Richtung Gesicht zu bewegen.
– Witzig anzusehen ist die mittig gelegene Nase in Form eines erigierten Penis, welche zuverlässig jede Rotorbewegung zu stoppen vermag, wenn die Blätter im falschen Winkel liegen. Positiv zu vermerken ist das Bemühen um Integration von Menschen mit einer Augenfehlstellung.
– Zentral liegt die Steuerungseinheit, die gleichzeitig die Gebrauchanweisung für die gar nicht leichte Entnahme der Süßspeise enthält sowie den wichtigen Hinweis, dass sich im Innern des beliebten Schwamms eine nicht austauschbare Einwegbatterie befindet. Gut zu wissen!
– Schlussendlich wartet eine Überraschung! Wissenschaftlern ist es gelungen, aus Fliegen Millionen Jahre altes Harz zu extrahieren, welches mit Aufschriften wie “strawberry flavour” psychologisch dafür sorgen soll, dass man etwas süßes schmeckt, wenn man dran lutscht. Dass es bei mir nicht geklappt hat, möchte ich den Herstellern aber nicht ankreiden.

Fazit: Der “Nickelodeon Spongebob Cool Fan Pop” erhält von mir das Craplog-Ökosiegel: Man kann ihn getrost in die Tonne kloppen.


adobe trash

-, 4. July 2008

adobe flash trash macht meinen rechner unbrauchbar.

wenn ich surfe, und das mache ich in 99,9% der fälle mit firefox, habe ich immer notorisch viele tabs offen. kann auch mal vorkommen, über wochen hinweg. jetzt gibt es dieses phänomen, dass immer webseiten, die adobe flash nutzen, eine ungeheure last an den prozessor abgeben. normalerweise, ich kann so viele tabs offen lassen, wie ich will, liegt meine cpu-temperatur zwischen 50° und 60°. damit lässt sich formidabel arbeiten. wird auf einer website jedoch flash genutzt, womöglich noch mehrmals gleichzeitig, über anzeigen, eingebundene videos oder wasweissich, ächzt meine maschine (amd turion64, 1,8ghz; vergleichbar mit 3ghz intel) wie unter hardcore-vollast mit 85°. das sind nur noch 10° unter der maximaltemperatur! 10°! dann tot!

es liegt niemals an den browser-entwicklern. dieses problem hatte ich in so ziemlich jeder version des firefox. ich hasse nackte browserfenster. ich liebe dieses “gedächtnis-feature”, das mir auch noch nach wochen zeigt, was wichtig ist/war. da jetzt den übeltäter herauszufiltern, der für den hitze-overkill verantwortlich ist, ist praktisch unmöglich.

verdammt. heute gibt es kaum noch seiten im www, wo kein flash eingesetzt wird. die idee an sich hat ja auch was verlockendes: die möglichkeit eines mashups mit tollen videos oder spielen oder eigenen radiosendern sucht seinesgleichen. dennoch bin ich der meinung, im jahr 2008, das web hat inzwischen den führerschein, könnte man da nicht verlangen, dass adobe mal seine vielen millionen in eine korrekte flash-version steckt? ist das zuviel verlangt!? müssen erst alle zu einer schwulen parallellösung aus redmond, brainwashington, wechseln? wäre eine computerwelt nicht viel sonniger, in der adobe flash trash auch auf pcs eingesetzt werden kann, die unter 2ghz rechenleistung liegen? bin ich eigentlich schuld an allem?

fakt ist: dieser quasi-standard, den adobe mit seiner flash-entwicklung bereits jetzt etabliert hat, ist praktisch unumkehrbar. auch das w3c weigert sich beharrlich, dieses omnipräsente embed-tag endlich zu adaptieren, kommt aber auch nicht mit einer eigenen passablen lösung aus seiner deckung heraus. was kann man tun? nix. proprietärer murks regiert. ich bin schuld, ich will es ja nutzen. bullshit. hoffentlich zerschiesst es mir mal den prozessor. ist ja nur meine maschine. war ja kostenlos und umsonst. danke adobe. für nichts!