Archiv für den May 2007

Liebes "pro-westliche" Weblog politicallyincorrect,

Frank, 27. May 2007

nicht ungehässig, euer Artikel über Volker Becks Verhaftung bei einer Homosexuellen-Parade in Moskau. Aber mal ehrlich – glaubt ihr wirklich, ein Grünen-Politiker fährt nach Russland, um “wie erwünscht” von Neonazis angegriffen oder von der Staatsmacht in Gewahrsam genommen zu werden, um “sich als herausragender Gutmensch in den Medien zu positionieren”? Nachher hat er die homophoben Schlägertrupps und die Polente gar selbst organisiert, um den Märtyrer zu geben?

Falsch. Vielmehr war seine Intention natürlich primär, euch Stoff für die wöchentlich obligatorische Meldung zu liefern, wonach die grünen Gutmensch-Dhimmis Wurzel allen Übels sind. Wäre ja schlimm, wenn ein solcher mal was richtig machte, gell? Zum Beispiel die Verteidigung von Grundrechten, die ihr euch ja auch so prall auf die Flagge schreibt. Am Scheitern von Multikulti”, also der fehlenden Bereitschaft zur Akzeptanz von Andersartigkeit, zum Beispiel in – wie ihr ja immer findet: Kreuzberg – sind selbstverständlich genau jene Grünen schuld und nicht etwa verbohrte Spießbürger mit Tendenz zu Fremdenangst und Homophobie wie ihr.

Ach was reg ich mich überhaupt noch auf…

Bild: taminsea (cc)

[Update:] Man kann der PI-Anhängerschaft einiges vorwerfen, aber sicher nicht, dass sie schlecht organisiert ist. Nachdem Stefan Niggemeyer obiges Thema ebenfalls aufgriff, kamen sie wieder wie die Lemminge aus ihren Löchern und hinterließen führertreu ihre Duftmarken in den Kommentaren. Hngg… Dieses deindividualisierte Kroppzeuch, das. Gut, dass die Kommentare zu sind. Indes kann man bei PI direkt lesen, wie freiheitlich und demokratisch sich der Mob fühlt. Eine richtige Auseinandersetzung mit den bei Niggemeyer vorgebrachten Argumenten findet trotz vieler Kommentare nicht statt. Mehr so eine Art sich-gegenseitig-Bestätigen in der Ansicht, man habe es hier mit einer Verschwörung der wie immer nix verstehenden linken Gutmenschen zu tun. Ich bin ja auch so einer. Und eigentlich kann ich die typischen Argumentationslinien von PI gut nachvollziehen. Dazu muss ich nur meinen gesunden Menschenverstand, meine historische Abstraktionsfähigkeit und mein humanistisches Weltbild ausschalten.

Bitte auch lesen: Ein Artikel über die kleinsten Hunde, die stets am lautesten bellen.

Das Schauspieltalent von Heidi Klum

ovit, 25. May 2007

Ich habe keinen Fernseher. Das rettet meine letzten funktionierenden Gehirnzellen vor dem totalen Kollaps. Denn Fernsehstrahlung kocht das Gehirn weich. Wenn man es dabei richtig würzt, zum Beispiel mit Bier, Chips, Erdnüssen und zur Geschmacksanhebung mit ein wenig Schokolade, dann entsteht aus so einem eingekochten Gehirn eine lecker Suppe.
Aber das war ja gar nicht der Anlass. Auch nicht so eine Castingshow wie “Germany’s Next Topmodel”. Denn ich mag Castingshows. Das Fernsehen generiert sich ihre eigenen Inhalte und kann damit vollig unabhängig vom dem, was vor der Mattscheibe passiert, funktionieren. Selbstreferentiell zu sein hat schließlich schon viele Medienformen vor dem Burn-Out gerettet. Castingshows generieren Tränen, Skandale, Schlagzeilen und eben eine Menge Nachrichten, die die Welt nicht braucht. Ich bin einfach Anhänger vom Boulevard. Und die DSDS- und Topmodel-Blogs hab ich mir alle abonniert, denn so eine Abonnement kostet ja nichts.
Toll, wie unsere Heidi da also Woche für Woche das neue Topmodel gecastet hat. Bruce brachte ihnen das Weinen und Laufen bei, die anderen, wie man sich noch schöner schminken kann und unsere Heidi hat sie gewissenhaft auf das harte Leben als Model eingestellt und den Kücken immer wieder verdeutlicht, auf was beim Modeln ankommt. Man muss in andere Rollen reinschlüpfen, von einer Sekunde auf die Andere andere Emotionen zeigen, aus sich herauskommen, die ganze Scheiße da eben auch ausleben. Und da bietet unsere Heidi eben das beste Vorbild. Stocksteif steht sie da vor ihrem bekackten Jurytisch und versucht krampfhaft die Texte zu erzählen, die ihr ein Redakteur wohl vorher schrieb, damit die Sache möglich spannend rüberkommt. Jemand so unbegabtes vor einer Kamera zu sehen tut sehr weh, noch mehr schmerzt aber der Zustand, dass unsere Heidi zu verkaufen versucht, was sie selbst nicht kann. So ein kleiner Hintern und so ein riesen Stock drin, tut das nicht weh, liebe Heidi? Mach dich doch bitte mal locker oder lerne die Texte wenigstens auswendig.
Und ja, ich habe auch ohne Fernseher diesen Unsinn für wenige Minuten gesehen. Und für dich – – – – – lieber Ovit – – – – habe ich – – – – – – – – – – – – – – – – – heute – – – – – – – – – – leider – – – – – – – – – kein – – Bild – – – – – *ausdemhintegrundhörtmanbruceweinen* – – – – – – – – Heidi, gib Ruhe. Unerträglich.

Modelfoto: dvux (cc)

Preisfrage: Was möchte uns dieser Herr sagen?

Simon, 18. May 2007

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Klimaschutz in der Praxis

Frank, 16. May 2007

Meine Universität belegt seit neuestem eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz. Denn, wie wir alle wissen, schützt man das Klima, indem man Strom spart. Und was wäre besser dazu geeignet, als diese neumodischen flachen Bildschirme, die ja höllisch viel Strom sparen sollen?

Die Universität Potsdam hat sich nicht lumpen lassen und in der Mensa am Komplex Griebnitzsee einen Flachbildschirm mit gefühlter Bildschirmdiagonale von 120 cm aufgehängt, der den ganzen Tag die in der Mensa angebotenen warmen Mahlzeiten anzeigt. Und nichts anderes. Darunter ist ein Acrylglas-Schildchen angebracht: “Ideenschmiede”. Na, da habt ihr ja eine feine Idee geschmiedet, Jungs und Mädels von der Gründerinitiative, und endlich dem Massenmord an Bäumen ein Ende gesetzt, die für die vormals aufgehängten papiernen Speisepläne draufgingen. Umwelt- und Imagemäßig ganz große Klasse. Allein, ich frage mich, ob da nicht noch Optimierungspotential in der Wertschöpfungskette ist. Zwar zeigt das Ding nämlich ab vier oder fünf, wenn’s kein Mittagessen mehr gibt, auch nichts mehr an – aber dann finde ich kann man das Ding doch ganz ausmachen. Andererseits, nachher geht das gar nicht richtig aus und das Gerät bleibt im Standby-Modus? Der verbraucht nämlich ganz besonders viel unnützen Strom, wie man ja weiß, und den gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Vermutlich bleibt die Röhre die ganze Nacht an, gell? Richtig so.

Flachbildschirm mit Käsespätzle
Kann man hier nicht so genau erkennen: Angebot 1 waren Allgäuer Käsespätzle mit Röstzwiebeln und Salat. Schmeckte etwas trocken.