Archiv für den April 2007

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del.icio.us, 28. April 2007

Wenn Autodestruktion Lifestyle wird

Frank, 28. April 2007

Kommt doch da neulich ein ernst gemeinter Beitrag im InfoRadio darüber, dass die +neu+neu+neu+ Generation iPod in so etwa 25 Jahren tutto an Hörschäden leiden wird, weil die stete Verfügbarkeit und Mobilität von Musik zum zu lauten Hören einlade. Der Hörsturz und sein Lebensabschnittsgefährte, der Tinnitus, stünden heute schon in der Biographie vieler Menschen so fest, als seien sie in Stein gemeißelt. Untermalt wurde der Beitrag von einem beschwörend-besorgten Sprecher, der die obligatorischen Vergleiche mit Rasenmähern und landenden Flugzeugen anbrachte.

Ja sicher, Leute. Selbst mit meinem lebenszeitlich arg begrenzten Erfahrungsschatz weiß ich, dass jenes Genöle bis ins Detail identisch ist mit dem über die Techno-Fans in den Neunzjern. Die Walkmen machten ebenso schon die jungen Leute zu Tauben tauben. Und Manowar – die lauteste Band der Welt – hat schon etliche Existenzen zerstört! Wer da mal auf einem Konzert war, hat später keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt. Ganz schlimm: The Who! Die haben ja alle keine Trommelfelle mehr und musizieren quasi auf’s Geratewohl. Da bluten die Ohren der versammelten Konzertbesucher so doll, dass man hinterher den Boden nicht mehr erkennen kann. Der Beat und der Jazz[1] zudem korrumpierten seinerzeit als Dreingabe noch moralisch. Von Beethoven wollen wir gar nicht erst anfangen. Der Tatbestand zieht sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte: Noch nie hat ein erwachsener Mensch je etwas gehört!!!1

Ein Teufelszeug, diese EiPötte. Wusste ich schon immer. Pfui.

Symbolfoto: *ejk* (cc)

  1. bitte so aussprechen: der Bieht und der Jatz [zurĂĽck]

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del.icio.us, 23. April 2007

Man kann, man darf, man muss

.markus, 21. April 2007

Man kann, man darf, man muss sich auch über Adolf Hitler und das 3. Reich lustig machen können. Wie weit darf Satire gehen? Soweit sie will, so lange sie witzig ist! Dass die Tageszeitungen Führers Geburtstag natürlich nicht unbemerkt verstreichen lassen können, leuchtet ja noch ein. Dass Satire dabei ein nützliches Stilmittel darstellt, ist auch durchaus verständlich. Aber bitte nichtso:

Adolf Hitler – der Knuddelbär, der zu viel furzte” (via)

Satire darf auch weh tun. In ihrer Aussage, aber nicht in ihrer Form.
Hans Grimm von der WELT hat das wohl nicht verstanden und liefert uns einen Artikel, der zudem noch humoristisch an die “Fritzchen-Witze” unserer Kindheit anknüpft.

Please Disurbanize

.markus, 8. April 2007

Beginnen wir am Anfang. Mit einer persönlichen Einleitung, die darauf aufgebaut ist, wie ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge vorm Fernseher saß. Ha! Da hatten es meine Augen noch wirklich gut. Meine Ohren, meine armen geplagten Ohren bluteten.
RTL II, Werbepause. Knut ist gut. Mit einsamen Singles flirten für 1.99 € pro SMS. Dein persönliches Horoskop aufs Handy. Ihr kennt das ja. Ich nicht, ich bin weitgehend fernsehabstinent und jedesmal aufs neue fasziniert und entsetzt.

Mich überkommt nun der Drang wahllos Fäkalworte in den Mund zu nehmen, um zu beschreiben, was ich da sehen und hören musste, aber ich will und werde mir meine Flüche für wichtigeres aufbewahren.

Der medial ge(un)bildete Leser wird es anhand der Überschrift sicher schon geahnt haben. Es geht um:

Urbanize – Warten auf Dich

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Verbietet Sarah Connor!

ovit, 4. April 2007

Sarah Connor (Oberst am Trällern)

Wer hat eigentlich Sarah Connor erlaubt? Im Vorprogramm des “Boxkampf des Jahres” durfte dir Frau mal wieder ihre Nase präsentieren. Und das Ganze natürlich um 30 Kilogramm erleichtert, seit der Geburt ihrer Tochter. Mit ausgestreckten Armen stand sie da im Ring, sang im Vollplayback in ihr Mikrofon und verstreute einen Pathos, den ich nicht mal aus einer meiner Körperöffnung herausdrücken wollen würde. Ein Gospelchor durfte selbstverständlich auch nicht fehlen, klar. “The Impossible Dream” ist leider wahr, Sarah Connor ist wieder da.
Kann diese Frau mit ihrem Ehemann nicht einfach noch eine Fußballmannschaft zeugen und diese dann werfen? Oder weitere 60 Kilogramm abnehmen? Und wie konnte sie nur ohne eine Rolle in einer Daily Soap so erfolgreich werden? Tokio Hotel als Popphänomen für Frühpubertierende kann ich mir noch erklären. Sarah Connor als Spackenmusikerin für Spacken allerdings nicht. Der weibliche Dieter Bohlen. Keiner kauft sich diesen Mist, aber in den Charts immer ganz oben zu finden.
Man erinnere sich mal an ihren Auftritt bei “Wetten dass”, bei dem man wohl ihr Schamhaar sah und ein Raunen durch die Zielgruppe Ü50 ging, oder “Sarah und Marc in Love” mit einem Kind ohne Gesicht und mehr Schmalz im Fernsehen als ich nach drei Tagen ohne Waschen in den Haaren.
Herr schmeiß Feuer vom Himmel. Der mediale Sarah-Connor-Wahnsinn scheint in den Startlöchern zu stehen. Zu Hülf!

Foto: René_Berlin (cc)