Wie das Internet das Craplog überholte und das Craplog es mit angezogener Handbremse duldete

ovit, 24. January 2014

Früher(TM) als das Craplog das neue Phänomen des grundlosen Pöbelns im Internet als erstes wahrnahm wie die erste junge Knospe nach einem langen und matschigen Großstadtwinter, da riss sie es an sich, das Monopol der schlechten Laune. Es würde gekübelt, gekotzt und gelästert und natürlich am besten ohne ersichtlichen Grund. Da war das Pöbeln noch in fester Hand einer selbstbestimmten Elite, entsprechend groß war der Gegenwind, den es gar nicht gab, außer vielleicht von Sarah Connor Fans und PI-News Verwirrten, beides aber auch keine zu vernachlässigende Gruppe mehr, obwohl, so schlimm ist Sarah Connor nun auch wieder nicht, vor allem jetzt am Ende ihrer Karriere.
Und es kam wie es kommen musste, das Pöbeln wurde modern und angesagt und in der gleichen Geschwindigkeit, wie sich das grundlose Pöbeln im Internet wie ein Lauffeuer verbreitete, stellte das Craplog sein elitäres Handeln ein, was man aber auch als sozialen Akt verstehen kann. Pöbeln für alle. Und umsonst.
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Lassen Sie mich durch, ich bin frustriert

Frank, 18. January 2014

kinder-prenzlberg

Die taz gilt als linkes Blatt. Eines, das Verständnis aufbringt für die Belange von Migranten und Asylbewerbern, Behinderten und Alten, Arbeitslosen und Armen. Und trotzdem gibt einen reichlich exklusionistischen Artikel in der taz, der seit 2011 kursiert und mir jüngst mal wieder in die Facebook-Timeline gespült wurde. Eine Kaffeehauschefin zieht in „Die Weiber denken, sie wären besser“ über die so genannten „Macchiato-Mütter“ im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg her, einem Buchauszug aus „Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter“.

Diese im Artikel häufig als „Rinder“ bezeichneten Mütter seien rücksichtslos mit ihren Kinderwägen, wollten unbedingt ihren vegetarischen Bio-Fraß, hätten nix zu tun, stillten in der Öffentlichkeit und vertrieben damit Stammkundschaft, ihre Blagen in Jack Wolfskin-Jacken würden dauerverhätschelt, früher hingegen wurde nicht so ein Zirkus um die Kinder veranstaltet.

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Ein vergiftetes Geschenk

Frank, 13. February 2013

gift

Vor einigen Wochen bin ich, zunächst irgendwo bei reddit, dann noch einmal bei Gilly auf einen Text gestoßen. An den ich mich eben unwillkürlich erinnerte, genau wie an mein Vorhaben, dazu etwas zu schreiben. Er mag etwas anachronistisch wirken, aber wenn die Muse einen schon mal mit dem Vorschlaghammer trifft … Vorgeschichte: Eine Mutter in den USA schenkte ihrem Sohn ein iPhone zu Weihnachten. Um dieses aber zu erhalten, muss er erst einen informellen Vertrag mit seinen Eltern unterzeichnen, der folgenden Inhalt hat:

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Schleudertrauma

Sebastian, 9. February 2013

Wenn cipha nicht so einen Hass auf die Moderne hätte, hier wäre überhaupt nichts mehr los, und die einzigen, die sich noch beschwüren, wären die paar verstreuten Leser, die hin und wieder fragen, warum da nichts mehr kommt. Die Wahrheit ist: Wir sind jetzt alle erwachsene Menschen mit Erwachsenenproblemen. Die Schreiber haben Job und Familie, Karriere und Prestige. Ich zum Beispiel bin jetzt 32 und schreibe demnächst meine Bachelorarbeit. Ich hätte den ultimativen Artikel zur #aufschrei-Debatte schreiben können, nach dem alle Kampfhandlungen eskaliert wären, richtig geil wäre das geworden, aber: kein Bock! Der postpubertäre Drang nach Abgrenzung durch Aggression weicht der Altersmilde, man geht nachlässig mit den ganzen Spastis undf dsfmONgosdsff ahahahsfkjhdgkldff DIESE SCHEISS WASCHMASCHINE SCHON WIEDER!

Ihr erinnert euch? Vor knapp drei Jahren brauchte ich einen ganzen Tag, um eine Waschmaschine anzuschließen und am Ende kamen wir nicht einmal ins Autokino, weil eben das Auto, das in seiner kurzen Zeit ohnehin viel zu viel mitmachen musste, zugeparkt war usw. natürlich erinnert ihr euch, es ist ein Klassiker. Und wie es mit Klassikern so ist, sie werden bis zum Erbrechen wiederholt, und so holte mich auch das Waschmaschinendrama wieder ein. Weiterlesen »

high-tech-crap II

-, 12. December 2012

in folge #2 war eigentlich weniger schwierig, was genau in die nächste top-hightech-bullshit-liste soll, als vielmehr in welcher reihenfolge. ich habe mir mehrere wochen den kopf darüber zerbrochen (wirklich jetzt. aber nicht am stück.) und bin zu dem schluss gekommen, dass es diesmal definitiv zwei sieger geben muss. Weiterlesen »

das leben der tauben

-, 31. October 2012
#include "taube.h"
using namespace std;

int main(int argc, char * argv[])
{
Prototyp tauben; while (1) { tauben.ficken(); tauben.fressen(); tauben.scheissen(); } return 0;
}

high-tech-crap

-, 17. October 2012

“der durchschnittliche twitterer ist 28, amerikanisch, weiblich, besitzt ein iphone, folgt 102 anderen trotteln die twitter nutzen, wird von 208 verfolgt, setzt tweets hauptsächlich zu den themen mode und familie ab, liebt die farbe lila und benutzt das wort “liebe” überdurchschnittlich oft in den posts.” [via]

wenn ich sowas lese, dann zieht es. so von unten links. so wie wenn man einen zahn gezogen kriegt. ohne betäubung. Weiterlesen »

regen ist ein segen

-, 1. August 2012

ich finde es immer wieder geil:  als bekennender misanthrop ist es für mich eine wonne, wenn mitten im hochsommer der wolkenbruch kommt. in der nachbarschaft wird selbst samstags gehämmert, gesägt und/oder gebohrt, die unnützen familien sitzen auf ihren spiessigen terrassen und es kleppert permanent das geschirr, während ich versuche auszuspannen, mich zu konzentrieren und/oder zu arbeiten, geistig, fernab von ihren nutzlosen alltagssituationen. und dann, angekündigt oder nicht, es spielt keine grosse rolle: regen.

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